(c) Öömrang Archiif 1999

Der hier vorliegende (Teil-)Nachlaß von Lorenz Friedrich M. Mechlenburg (1799-1875) ist dem Öömrang Archiif im März 1997 von Pastor a.D. Erich Pörksen übergeben worden.

Wann Pörksen diese Papiere bekommen hat und ob sie zusammen mit dem Nachlaß von Johannes E. Jannen (1871-1950) an ihn gelangt sind, konnte nicht mehr festgestellt werden. Pastor Pörksen ist im August 1997 gestorben.

Die Wahrscheinlichkeit aber, daß die Materialien über Johannes Jannen an Pörksen gelangt sind, ist groß. Ob diese dann getrennt gelagert worden sind, oder ob sie zum Teil vermischt wurden, auch das läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, ist aber wahrscheinlich. Eine weitere Schwierigkeit ist gewesen, daß die Materialien "etappenweise" ins Öömrang Archiif gelangt sind.

Diese Schwierigkeiten bei der Feststellung einer eindeutigen Provenienz des jeweiligen Schriftstücks, haben natürlich auch Auswirkungen auf Sortierung und Signierung des Nachlasses. Der Bearbeiter hat sich daher entschieden, das Material nach Anfall mit aufsteigenden Nummern zu signieren, ohne eine inhaltliche Vorordnung zu treffen.

Der Nachlaß umfaßt 73 Nachlaßnummern. Betrachtet man den Inhalt der Schriftstücke, so lassen sich ganz grob drei Materialarten unterscheiden:

1. Persönliche Aufzeichnungen Mechlenburgs, seien sie nun privater Natur oder in seiner Eigenschaft als Pastor und Amtsperson.

2. Familienpapiere, das sind vor allem Briefe seiner Eltern und der näheren Verwandtschaft.

3. Amtliche Papiere, sowohl aus Mechlenburgs Amtszeit als aus der seines Vaters und Vorgängers Christian Riese Mechlenburg (1748-1833).

 

Es handelt sich bei diesem Nachlaß ganz offensichtlich zum größten Teil um Schriftstücke, die aus irgendeinem Grund nicht mit den 43 Mappen, in dem sich der Hauptnachlaß Mechlenburgs befindet, nach Hamburg in die Staats- und Universitätsbibliothek gelangt sind.

Auch die Materialien dieses Teilnachlasses tragen, ebenso wie jene in Hamburg, Vermerke Mechlenburgs, meist oben auf dem Blatt, die zeigen, daß er seinen Nachlaß noch selbst geordnet hat. Die Zuordnung dieser Materialien als zu Mechlenburg gehörig ist also eindeutig. Ebenso die Schriftstücke, die diese Vermerke zwar nicht tragen, aber inhaltlich zu seiner Person gehören (Briefe etc.).

Schwieriger wird die Sache bei den amtlichen Papieren, die keine Vermerke von ihm tragen und nicht von ihm verfaßt sind. Einige tragen das Siegel der St. Clemensgemeinde. Es ist also möglich, daß sie nicht direkt aus Mechlenburgs persönlichem Nachlaß stammen, sondern ins Kirchenarchiv gehören und von Johannes Jannen irgendwann ins Besitz genommen wurden, und nach dessen Tod dann an Pörksen gelangt sind.

 

Das folgende Titelverzeichnis will mehr sein als eine reine Auflistung der einzelnen Nachlaßstücke. Daher sind im Anhang Abschriften bzw. Teilabschriften und Inhaltsangaben aufgeführt. Bei der Titelliste selbst werden durch Fußnoten notwendige Informationen zu Personen und Themen angefügt.

Großen Wert hat der Verfasser auf die Abschriften der Vorgänge gelegt, die das Armen- bzw. Heimatrecht betreffen, da sie einen guten Einblick auf das damalige Zusammenleben geben und Informationen enthalten, die in amtlichen Dokumenten oft nicht zu finden sind.

 

 

 

 

 

Biographische Daten zu Lorenz Friedrich Mechlenburg

 

Lorenz Friedrich Marstrand Mechlenburg wird am 15. Februar 1799 in Nebel auf Amrum geboren. Sein Vater ist Christian Riese Mechlenburg, geboren 1748 auf Amrum, gestorben 1833 ebd. Er ist dort Pastor gewesen von 1778-1827. Seine Mutter ist Naemi Dorothea geb. Petersen, geboren 1770 in Dagebüll, gestorben 1833 in Nebel. Mechlenburgs Großvater, Friedrich Marstrand Mechlenburg, ist 1710 in Christiansund (Norwegen) geboren und 1778 in Nebel gestorben. Er ist der erste Pastor der fast 150 Jahre währenden Pastorenära der Mechlenburgs auf Amrum. Er heiratet 1739 Anna Catharina Riese, die Witwe seines Vorgängers Nikolai Hansen Outzen.

Mechlenburg kommt am 3. April 1804 zur Schule. 1813 verläßt er die Insel und geht für ein halbes Jahr nach Flensburg zur Schule. Danach wird er dreieinhalb Jahre von Pastor Asmussen auf Osterlandföhr unterrichtet, der ihn auch 1815 konfirmiert. Am 22. September 1817 geht er dann als Primaner nach Husum zur Schule, wo er am 12. März 1818 sein Abitur macht. Er bleibt noch bis zum 13. November 1818 auf Amrum und geht dann nach Kopenhagen, wo er sich ein Jahr später, am 19. Oktober 1819 an der Universität für das Fach Theologie einschreibt. Er schließt sein Studium 1825 ab. Am 26. April 1827 bewirbt sich Mechlenburg um die Pastorenstelle auf Amrum, als Nachfolger seines Vaters. Am 7. Juni 1827 erhält er die Stelle, zwei Tage vorher hat er seine langjährige Braut Matje Tückis (1806-1874) geheiratet. Die Ordination erfolgt am 4. Juli in Ripen. Introduziert wird er durch Bischof Koefoed am 2. August 1827. Mechlenburg bleibt dann bis kurz vor seinem Tod am 13. Oktober 1875 im Amt.

 

 

 

Titelverzeichnis des Teilnachlasses von Lorenz Friedrich Mechlenburg (1799-1875).

 

 

Nr.1

 

Kopie Mechlenburgs eines Briefes, den er am 12. Juli 1860 an das Ministerium für Kirchenwesen geschickt hat.

Das Ministerium hat angefragt, ob die dänische Sprache "als Mitgegenstand des Unterrichts" in die Schule auf Amrum aufgenommen werden solle. Abschrift siehe Anhang S.17.

Auf der selben Seite befindet sich ebenfalls noch eine Briefkopie Mechlenburgs, datiert vom 12. Juli 1860. Sie betrifft die Sache Boy Eduard Brodersen [vgl. NMe Nr.34, bes. 34.9], genauer die Bezahlung von Peter Jensen, der als Begleitperson für Brodersen mitgefahren ist, als jener in die Erziehungsanstalt nach Flakkeby muß. Die Armenkommission hielt die von Jensen geforderte Fahrkostenerstattung für zu hoch.

 

Nr.2

 

Brief von Otto Riese Mechlenburg [od. Jörgen Mechlenburg?] an seinen Bruder Christian Riese Mechlenburg. Datiert vom 18. Juni 1788.

 

Nr.3

 

Brief von L.F. Mechlenburg an seine Eltern Christian Riese und Naemi Dorothea Mechlenburg. Wrixum 1817.

 

Nr.4

 

Brief von Anna Catharina Mechlenburg an ihren Sohn Christian Riese Mechlenburg. Datiert vom 15. Mai 1788.

Nr.5

 

Notiz Mechlenburgs mit folgendem Inhalt: Unterlage des Leuchters auf dem Sarge meiner kleinen, d. 20. Juni 1850 zur Erde bestatteten Tochter, Mathilde Lorenze Friderike.

 

Nr.6

 

Gedicht von Julius Mechlenburg zum Tode seiner Schwester Mathilde Friderike. Oben links auf dem Blatt steht: Copirt f. Julius d. 11. Febr. 1865 abends. Das Gedicht ist daher in Mechlenburgs Handschrift abgefaßt.

 

Nr.7

 

Brief von N.N. an Christian Riese Mechlenburg, datiert vom 20. Dezember 1826, Friedrichstadt.

 

Nr.8

 

Brief von Jörgen Mechlenburg an Christian Riese Mechlenburg; Bevtoft 11. Mai 1803.

 

Nr.9

 

Brief von C.F Heidemann an Christian Riese Mechlenburg, datiert: Kopenhagen d. 8. September 1787.

 

Nr.10

 

Kondolenzschreiben von Johann Martensen an L.F. Mechlenburg zum Tod von dessen Sohn Lorenz Friedrich 1843. Ohne Datum.

 

Nr.11

 

Text der Grabinschrift von L.F. Mechlenburgs Eltern. Mechlenburgs Handschrift. Ohne Datum.

 

Nr.12

 

Grabinschriften von Johanne Christine Riese, Hans Adolf Brorson, Christian Carl Brorson, Nicolai Brorson. In dänischer Sprache. Nicht Mechlenburgs Handschrift.

 

Nr.13

 

Brief der Amrumer Gangfersmänner an den Oberkriegskommissar Nielsen in Nieblum, datiert vom 6. März 1834.

Die Gangfersmänner beschweren sich in diesem Brief darüber, daß sie über die "Ausschreibung von 20 Schilling pro Pfund" nicht informiert worden sind und "verbitten" sich in Zukunft solche derartigen Verfahrensweisen, fordern im Gegenteil, daß sie über alle Beschlüsse mündlich oder schriftlich informiert werden. Es handelt sich um eine von Mechlenburg vorgenommene Abschrift.

Abschrift siehe Anhang S.18

 

Nr.14

 

Kondolenzschreiben von Pastor R.S. Petersen, St. Laurentii/Föhr, an L.F. Mechlenburg zum Tod von dessen Sohn Lorenz Friedrich. Datiert vom 9. Mai 1843. Pastor Petersen hat die Leichenpredigt gehalten.

 

Nr.15

 

Abschrift Mechlenburgs einer Verordnung, die die Beerdigung von Strandleichen und der damit anfallenden Kosten regelt. Datiert vom 25. Februar 1874.

 

Nr.16

 

Brief von Pastor R.S. Petersen, St. Laurentii/Föhr, an Christian Riese Mechlenburg. Datiert vom 13. September 1813.

Es ist ein Echtebrief für Maike Knudten, geboren am 3. Juli 1769 in Dunsum. Sie beabsichtigt den Nebeler Sönk Girris (1744-1827) zu heiraten.

 

Nr.17

 

Einwilligungsschreiben von Knudt Jungbohn Clement (Verfasser) und Peter Nickels Petersen zur Heirat von Edmund Olde Clement und Ida Osine Petersen. Datiert vom 24. Januar 1871. Abschrift siehe Anhang S.18.

 

Nr.18

 

Abschrift [?] eines Erlasses von König Christian VIII, vom 21. Mai 1845.

Fängt an: "Wir, Christian d. 8te, von Gottes Gnaden König zu Schleswig u.s.w. thun kund: daß Wir, auf Veranlassung eines von unsern getreuen Provinzialständen für Nordjütland im Jahre 1840 eingekommenen aller unterthänigsten Anfrage, in Erwägung gezogen haben, welche Veränderungen und nähere Bestimmungen in den geltenden Erbgesetzen als rathsam angesehen werden könnten, [...]."

 

Nr.19

 

Biographische Bemerkungen zu Urban Wellems (geb. 28. Februar 1751).

In Ichform erzählt. Mechlenburgs Handschrift. Ohne Datum.

 

Nr.20

 

Bericht über Legate, infolge Schreibens der Stiftsobrigkeit unterm 17. Sept. 1816, zu St. Clementis auf Amrum pro 1835. [Eintrag Mechlenburgs daneben: Copia Lib. Dat. pag.700].

Es sind Bemerkungen Mechlenburgs zum sog. "Strandlegat" und zum "Friedrich Mechlenburg Legat", d.h. wann sie gegründet worden sind, wer der Nutznießer sein soll sowie Umfang und Verwaltung der Legate. Angefertigt am 2. Januar 1836.

 

Nr.21

 

Inventarverzeichnis der St. Clemenskirche.

Die Liste ist von Mechlenburg angefertigt worden. Ohne Datum.

 

Nr.22

 

Brief von Birkvogt Hildebrandt, Nieblum, an die Gemeinde Amrum, datiert vom 19. März 1802.

Darin wird verfügt, daß die Gemeindemitglieder innerhalb von 14 Tagen ihre rückständigen Beiträge an den Pastor zu leisten haben. Bei Zuwiderhandlung droht die "Auspfändung". Es handelt sich um eine Abschrift, die Christian Riese Mechlenburg angefertigt hat. Abschrift siehe Anhang S.19.

 

Nr.23

 

Vertrag zwischen Rörd Nickelsen und der St. Clemensgemeinde. Datiert vom 15. Oktober 1800.

In dem Vertrag wird bestätigt, daß die St. Clemensgemeinde ein Stück Pastoratsland, das unmittelbar am Haus von Nickelsen liegt, abtritt, da er nach der Landaufteilung nur eine "6 Fuß breite Wagendrift" längs seines Hauses hat. Er erhält außerdem noch mehrere kleinere Stücke, die zum Pastorat gehören. Als Gegenleistung werden Rörd Nickelsen "diese kleinen Anteile in der Gräsung gekürzt" und dem Pastorat, und zwar vor Nickelsens Haus, als Stavenland wiederum vergütet. Der Vertrag trägt neben den Unterschriften von C.R. Mechlenburg und Rörd Nickelsen, die der Juraten Urban Willems und Nickels Rörden sowie auch die vom Landmesser Friedrich Feddersen, der noch einmal extra bestätigt, daß dieser Vertrag in seiner Gegenwart zustande gekommen ist.

 

Nr.24

 

Verschiedene Notizen Mechlenburgs.

 

Nr.25

 

Briefkopie Mechlenburgs an "Die hohen Herren Directoren des Armenwesens". Es geht um Zahlungen aus dem "Friedrich Mechlenburg Legat". Ohne Datum.

 

Nr.26

 

Bemerkungen Mechlenburgs zum "Friedrich Mechlenburg Legat", vor allem die Verteilung und Verzinsung der Gelder betreffend. Datiert vom 3. August 1866.

 

Nr.27

 

Verzeychniß von den Schulländereyen der St. Clemens Gemeine auf Amrum. Aufgestellt von C.R. Mechlenburg, Amrum d. 15. Februar 1805.

 

Nr.28

 

Bericht Mechlenburgs in dänischer Sprache über die Dünenbepflanzung.

 

Nr.29

 

Exemplar des Regulativ für die Vertheilung der Marsch- und Geestländereyen auf Westerlandföhr und Amrum. Gottorf, den 11. August 1800.

 

Nr.30

 

Brief von Landmesser Lund an Knudt Girris, Norddorf. Datiert: Schleswig, 6. Mai 1801.

Abschrift siehe Anhang S.19.

 

Nr.31

 

Notiz von Landmesser A.J. Arfsten v. 24. März 1834.

Betrifft einige Vermessungen, die er auf Amrum durchgeführt hat.

Nr.32

 

"Angelegenheit" Ingke Fink und Keike Erken Fink.

 

Nr.32.1 Echtebrief für Ingke Erck(en) Fink, ausgestellt von L. F. Mechlenburg am 24. März 1834.

Abschrift siehe Anhang S.21.

 

Nr.32.2 Brief des Rantumer Rechnungsführers D. M. Hahn an die Armenkommission auf Amrum, in dem er diese auffordert, einen Vorschuß, den die Rantumer Armenkommission wegen I. Fink geleistet hat, umgehend zurückzubezahlen. Datiert ist der Brief vom 13. August 1854. Abschrift siehe Anhang S.22.

 

Nr.32.3 u. 32.4 Schriftstücke, die die Reisekostenabrechnungen von Hinrich Cornelissen Fink, Bruder von Ingke Fink, der diese in die Anstalt nach Århus gebracht hat, betreffen. Datiert: September/Oktober 1854.

 

Nr.32.5 Begleitschreiben Mechlenburgs für Hinrich Cornelissen Fink, in dem er die Behörden bittet, Fink Beistand und Hilfe während der Reise zu leisten. Datiert vom 29. September 1854. Abschrift siehe Anhang S.22.

 

Nr.32.6 Ein Beleg über die Kleidungsstücke, die Ingke Ercken Fink in die Anstalt mitgenomen hat. Ausgestellt und unterschrieben von Christian Erichsen am 29. September, bestätigt vom dortigen Anstaltsleiter am 3. Oktober 1854.

 

Nr.32.7 Ein Brief von Birkvogt Trojel in dieser Sache vom 26. September 1854 sowie eine Endrechnung, wie teuer der Transport insgesamt geworden ist, nämlich über 76 Rthlr.

 

Nr.32.8 Entwurf eines Briefes der Amrumer Armenkommission (Mechlenburgs Handschrift) an die Birkvogtei in Nieblum, in dem sie nachfragen, wie sie mit der ebenfalls geisteskranken Keike Erken Fink (der Mutter von Ingke Erken Fink) zu verfahren haben. Datiert vom 24. März 1855. Abschrift siehe Anhang S.22.

 

Nr.32.9 Brief von Birkvogt Trojel vom 12. April 1855 zu eben dieser Angelegenheit.

 

Nr.32.10 Begleitschreiben Mechlenburgs für Gerret Cornelissen Fink, der seine geistesschwache Mutter Keike Erken Fink in die Anstalt nach Århus bringen muß. Dieses Begleitschreiben ist datiert vom 15. April 1855 und inhaltlich identisch mit dem Schreiben unter 32.5.

 

Nr.32.11 Einige Notizen Mechlenburg in der Sache Fink.

 

Nr.32.12 Verzeichnis der Bekleidungsstücke, die Keike Erken Fink in die Anstalt mitgenommen hat.

 

Nr.32.13 Kladde einer Eingabe, die Mechlenburg an die Birksrepräsentanten auf Föhr gerichtet hat. Er beschwert sich darin, daß es ganz und gar unüblich sei, daß die Birksrepräsentanten es abgelehnt hätten, das Birk bei den anstehenden Kosten des Aufenthaltes von Ingke Erken Fink zu beteiligen.

Auf der selben Seite befindet sich eine Notiz von Oberkriegskommissar Nielsen, in der dieser klarstellt, daß, wenn der Aufenthalt der Kranken dazu dient, daß sie wieder gesund wird, dann hat die Armenkasse die Kosten zu tragen. Ist es aber so, daß der Aufenthalt einer Sicherungsverwahrung gleichkommt, dann ist die Birkkasse zuständig.

Die Schreiben stammen aus dem Jahr 1862.

 

Nr.33

 

"Angelegenheit" Claus Meier, jun., 23 Jahre alt, Sohn des Kreuzzollschiffers Claus Meier.

 

Nr.33.1 Brief Mechlenburgs an das königliche Amtshaus auf Föhr, in dem er darum bittet, daß das Birk für den Aufenthalt von Claus Meier jun. in der Anstalt bei Århus aufkommt. Datiert vom 22. Februar 1862. Abschrift siehe Anhang S.23.

 

Nr.33.2 Brief (Rundschreiben) von Birkvogt Trojel, in dem er die Repräsentanten von Westerlandföhr und Amrum zu einer Sitzung am 28. Mai 1862 einberuft, um eine Entscheidung in obiger Sache zu treffen. Datiert vom 24. Mai 1862.

 

Nr.33.3 Notiz Mechlenburgs vom 20. März zur selben Sache. Inhaltlich gleich wie 33.1.

 

Nr.34

 

NMe Nr.34

 

"Angelegenheit" Ingwer Godber Brodersen und dessen Sohn Boy Eduard Brodersen.

Es geht dabei um die zerrüttete Ehe Brodersens mit seiner Frau Helena geb. Olufs und die daraus resultierende Verwahrlosung der Kinder.

Der Vorgang umfaßt insgesamt 22 Schriftstücke aus den Jahren 1858 bis 1863. Abschrift Anlage S.

 

Nr.34.1 Brief von Mechlenburg an Birkvogt Trojel, in dem er dem Scheidungswillen von Ingwer Godber Brodersen und seiner Frau Helena geb. Olufs, zustimmt. Datiert: 28. Oktober 1858.

 

Nr.34.2 Brief von Birkvogt Trojel an das St. Clemens Pastorat, in dem er mitteilt, daß sich das Ehepaar Brodersen zunächst auf der Birkvogtei einzufinden habe, ehe es ein Scheidungsgesuch stellen könne. Datiert: 30. Oktober 1858.

 

Nr.34.3.1 Persönliche Bemerkung Mechlenburgs zur Person Boy Eduard Brodersen. Datiert: 3. September 1859.

 

Nr.34.3.2 Persönliche Bemerkung Mechlenburgs zur Person Göntje Peter Rauerts.

Sie ist angeklagt, Boy Eduard Brodersen u.a. zum Stehlen verleitet zu haben. Datiert: 3. September 1859.

 

Nr.34.4 Mitteilung Mechlenburgs, daß Boy Eduard Brodersen wieder einmal als Dieb erwischt worden ist. Datiert: ?

 

Nr.34.5.1 Antwort Mechlenburgs auf eine Anfrage des Stiftsamtshauses zu Ripen. Diese wollte wissen, wieviel der Vater von Boy Eduard Brodersen zur Unterstützung seines Sohnes bei einer Heimeinlieferung mit beitragen könne. Datiert: ?

 

Nr.34.5.2 Persönliches Urteil Mechlenburgs über Boy Eduard Brodersen. Datiert: 6. Juli 1860.

 

Nr.34.6.1 Entspricht inhaltlich Nr.34.5.1.

 

Nr.34.6.2 Gehört inhaltlich nicht zur Sache Brodersen. Es ist ein Brief Mechlenburgs an die Birkrepräsentanten, in dem er beantragt, eine Unterstützung für die Unterbringung des schwachsinnigen Carl Jacob Jensen zu gewähren. Datiert: 24. November 1859.

 

Nr.34.7 Bericht Mechlenburgs über die kriminellen Umtriebe des Boy Eduard Brodersen. Datiert: 22. Februar 1860.

 

Nr.34.8 Weiterer Bericht Mechlenburgs über die kriminellen Aktivitäten des Boy Eduard Brodersen, adressiert an das "Königliche Westerlandföhrer und Amrumer Birkgericht" in Nieblum. Datiert: 22. März 1860.

 

Nr.34.9 Bemerkungen Mechlenburgs zur Reisekostenabrechnung von Peter Jensen. Dieser ist die Begleitperson bei Boy Eduard Brodersens Transport in die Erziehungsanstalt gewesen. Mechlenburg ist mit der Abrechnung nicht einverstanden. Datiert: Juni 1860.

 

Nr.34.10-34.14 Belege (Rechnungen, Fahrkosten etc.), die die Überstellung von Boy Eduard Brodersen in das Erziehungsheim in Flakkeby betreffen.

 

Nr.34.15.1 Brief Mechlenburgs an Direktor Möller, Leiter des Erziehungsheims in Flakkeby. Datiert: 20. Dezember 1861.

Möller hatte sich beschwert, daß für die Unterbringung von Boy Eduard Brodersen noch nicht alles bezahlt sei. Mechlenburg entschuldigt das damit, daß die Armenkommission dachte, das Birk wäre dafür zuständig.

 

Nr.34.15.2 Antwort Mechlenburgs an den Bischof, betreffend der Konservierung alter Bücher. Ohne Datum.

 

Nr.34.15.3 Einige persönliche Mitteilungen Mechlenburgs an den Bischof. Ohne Datum.

 

Nr.34.16 Brief der Birkvogtei in Nieblum an die Armenkommission auf Amrum, in dem es diese auffordert sich zu äußern, inwieweit sie bereit ist, sich an den anfallenden Kosten für die Unterbringung von Boy Eduard Brodersen im Erziehungsheim zu beteiligen. Datiert: 16. August 1861.

 

Nr.34.17.1 Beschreibung Mechlenburgs der Zustände in der Familie Brodersen. Datiert: 24. Mai 1862.

 

Nr.34.17.2 Bewilligungsschreiben für Engeline Brodersen, daß sie während des Sommers von der Schulpflicht befreit ist. Datiert: 24. Mai 1862.

 

Nr.34.17.3 Aufruf Mechlenburgs an die Gemeinde, für die benötigte Kur von Göntje Erk Fink zu spenden. Ohne Datum.

 

Nr.34.18 Inhaltlich identisch mit Nr.34.17.1.

 

Nr.34.19 Brief von Birkvogt Trojel in der "Angelegenheit" Brodersen. Datiert: 13. Januar 1863.

 

Nr.34.20 Anweisung Mechlenburgs an Ingwer Godber Brodersen, daß er seiner Frau Obdach zu gewähren habe und es ihm strikt untersagt sei, sie "hart" zu behandeln. Datiert: 13. Januar 1863.

 

Nr.34.21.1 Brief Mechlenburgs an "unsere Obrigkeit", in dem er mitteilt, daß nun auch der zweite Sohn von Ingwer Godber Brodersen, Cornelis Brodersen, straffällig geworden ist. Mechlenburg schlägt vor, diesen ebenfalls in die Erziehungsanstalt zu schicken. Datiert: 1. März 1864.

 

Nr.34.21.2 Inhaltlich identisch mit Nr.34.1.

 

Nr.35

 

NMe Nr.35

 

"Angelegenheit" Nickels Jannen. Dieser wird verschiedene Male auf dem Festland vagabundierend aufgegriffen und auf Kosten des Birks jeweils an seinen Geburtsort Amrum zurücktransportiert. Es sind insgesamt vier Schriftstücke aus den Jahren 1860 bis 1863

 

Nr.35.1 Bei diesem Schriftstück handelt es sich um den Transportpaß für Nickels Jannen, ausgestellt von der Polizeikammer in Odense, mit Datum vom 31. März 1860. Die Reise geht dann u.a. über Middelfart, Kolding, Hadersleben, Apenrade, Flensburg, Husum, von wo er am 4. April 1860 nach Amrum abreist.

 

Nr.35.2 Notizen Mechlenburgs zu den anfallenden Kosten beim Heimtransport von Nickels Jannen. Datiert: 6. April 1860.

 

Nr.35.3 Brief der Polizei Altona an die "Königliche Birkschreiberei auf Westerlandföhr und Amrum" in Nieblum. Datiert: 8. Mai 1863.

Die Polizei teilt mit, daß sie Nickels Jannen aufgegriffen habe und gedenkt, ihn in seine Heimatgemeinde Amrum abzuschieben.

 

Nr.35.4 Antwort Mechlenburg auf obiges Schreiben (Nr.35.3). Ohne Datum.

Er erkennt darin an, daß Nickels Jannen hier heimatberechtigt ist, und die Kommune somit die Kosten des Transports übernimmt.

 

Nr.36

 

NMe Nr.36

 

"Angelegeheit" Peter Broder Petersen.

Petersen, gebürtig in Emmelsbüll, hinterläßt nach seinem Tod 1862 eine Witwe und sechs Kinder. Da Brodersen auf Amrum kein Heimatrecht besitzt, wäre im Falle einer Anspruchnahme des Armengeldes durch seine Witwe, sein Geburtsort Emmelsbüll zuständig. Es sind ingesamt zwölf Schriftstücke.

Siehe Anhang S.

 

Nr.36.1 Persönliche Daten zu Peter Broder Petersen, ausgestellt von Pastor Lorenzen aus Emmelsbüll, der Heimatgemeinde von Petersen. Datiert: 5. März 1844.

 

Nr.36.2 Ehebewilligungsschreiben für Peter Broder Petersen, ausgestellt vom Emmelsbüller Pastor Jacobsen. Datiert: 6. Dezember 1849.

 

Nr.36.3 Beigefügtes Schreiben von Pastor Jacobsen, in dem er die Gebühren (zus. 3 Mark und 7 Schilling) für den Echtebrief begründet und die Überweisungsformalitäten anzeigt.

 

Nr.36.4 Briefkopie Mechlenburgs an das Armenkollegium in Emmelsbüll, dem er mitteilt, daß Peter Broder Petersen im Sterben liegt und wenn dies geschieht, seine Witwe und die sechs Kinder auf die Armenkasse angewiesen sein werden. Da Brodersen auf Amrum aber kein Heimatrecht besitzt, weil er noch nicht fünfzehn Jahre hier gelebt hat, wäre dann die Emmelsbüller Armenkommission für diese zuständig. Mechlenburg teilt weiter mit, daß Brodersen hier wohl ein Haus besitzt, seine Schulden aber höher seien als der Wert desselben. Datiert ist der Brief vom 3. März 1863.

 

Nr.36.5 Antwort von Pastor Jacobsen auf einen Brief der Amrumerkommission, in dem er bestätigt, daß die Emmelsbüller Gemeinde die Kosten für eine etwaige Versorgung der Familie Petersen übernehmen würde.

 

Nr.36.7 u. 36.8 Diese beiden Schriftstücke sind Aufzeichnungen Mechlenburgs, die die Aufenthalte Petersens auf Föhr und Amrum betreffen. Er weist darin nach, daß Petersen weder auf Föhr noch auf Amrum sich ein Heimatrecht erworben hat. Weiterhin beschreibt er die ärmliche Lage der Witwe und ihrer sechs Kinder. Die Armenkommission auf Amrum macht dann verschiedene Vorschläge, wie mit der Familie verfahren werden soll, so u.a., daß die ganze Familie nach Emmelsbüll zieht oder aber daß die Mutter mit den jüngsten Kindern hierbleibt und versucht, sich durch kleine Arbeiten über Wasser zu halten. Allerdings hatte die Familie bisher noch kein Armengeld beantragt, wahrscheinlich aus Angst, dann nach Emmelsbüll abgeschoben zu werden. Datiert sind die Schreiben vom 17. April 1863.

 

Nr.36.9 Brief vom Emmelsbüller Pastor Jacobsen an die Amrumer Armenkommission, in dem er mitteilt, daß die Gemeinde bereit sei, die gesamte Familie aufzunehmen, wenn diese Armengeld beantragt. Datiert: 29. April 1863.

 

Nr.36.10 Brief der Amrumer Armenkommission an die Gemeinde Emmelsbüll, in dem sie vorschlägt, das diese die gesamte Familie Petersen aufnimmt, auch wenn bisher von der Witwe noch kein Armengeld beantragt worden ist. Datiert: 24. Mai 1864.

 

Nr.36.11 Antwort vom Emmelbüller Pastor Jacobsen auf den Brief der Amrumer Armenkommission vom 24. Mai 1864 [Nr.36.10]. Er bekräftigt darin die Meinung der dortigen Armenkommission, daß ein Transport nach Emmelsbüll erst dann in Frage kommt, wenn die Familie Armenunterstützung beantragt habe. Datiert: 1. Juni 1864.

 

NMe Nr.Nr.36.12

 

Krankenbericht von Dr. Hitscher auf den Namen Petersen. Welcher gemeint ist, ob Peter Broder Petersen selbst oder eines seiner Kinder ist nicht ersichtlich, da der Brief nicht datiert ist.

 

[Ob die Familie nun wirklich nach Emmelsbüll mußte, ist noch nicht geklärt. Den Eintragungen aus dem Kirchbuch ist aber zu entnehmen, daß zwei der Kinder Anfang 1865 auf Amrum gestorben sind. Bei den restlichen Kindern fehlen außer den Geburtsdaten weitere Eintragungen, so daß es immerhin möglich ist, daß sie nach Emmelsbüll gekommen sind. Die Mutter stirbt 1875 auf Amrum. Die älteste Tochter verheiratet sich auf Föhr].

 

Nr.37

 

Fortegnelse over de i St. Clemens Sogn paa Amrum i aaret 1862. Dode og Jordede.

Tabellarische Übersicht. Angefertigt von L.F. Mechlenburg. Auf der Rückseite befindet sich eine Kopie Mechlenburgs eines Briefes, in dem es um die Ehescheidung von Cornelius Bendixen und seiner Frau Margarethe geb. Junge, geht. Ohne Datum.

 

Nr.38

 

Attest für Philimine Colditz und Sohn Tücke Simon, datiert vom 1. März 1858.

Das Attest brauchen sie für eine Reise nach Bendigo in Neuholland. Auf der Rückseite des Blattes befinden sich biographische Daten von beiden sowie des Ehemannes Simon Colditz. Daneben noch Daten von Nickels Jannen und dessen Vater Jan Mangelsen.

 

Nr.39

 

Verschiedene Notizen Mechlenburgs, datiert vom 26. September 1861.

 

 

 

 

 

 

 

Nr.40

 

Mehrere Schreiben aus den Jahren 1861/62, in denen die Schiffer Nils Nielsen und Roluf Wilhelm Peters beim Birkvogten um eine Prämie für die Errettung mehrerer Personen aus Seenot nachsuchen.

 

Nr.41

 

Mitteilung von Paul Ahrens an L.F. Mechlenburg betreffend der Zollvergütung. Datiert vom 4. Juli 1862.

 

Nr.42

 

Konvolut mit Schreiben betreffend einer Verbesserung der Postbeförderung nach Amrum. Zeitraum der Schriftstücke: 1860-1863.

 

Nr.42.1-42.3 Verschiedene Fassungen einer Eingabe Mechlenburgs an die "Königl. General. Post Direction in Dänemark" bzw. der "Königlichen Oberbehörde des Postwesens in Dänemark", in der er, auf Ersuchen der Amrumer Bürger, fordert, daß Amrum eine regelmäßge, d.h. mehrmalige wöchentliche Postverbindung erhält. Begründen tut er dies unter anderem damit, daß Seefahrer oft nur verspätet Anheuerungsangebote bekämen und sie so nicht wahrnehmen könnten.

Diese Kladden enthalten kein Datum, müssen aber 1860 bzw. 1861 abgefaßt sein, wie aus den folgenden Schriftstücken zu ersehen ist.

 

Nr.42.4 Briefkopie Mechlenburgs an das "Königliche Postcomtoir" in Wyk, in der er praktische Vorschläge macht, wie Amrum in die regelmäßige Postverbindung auf Föhr mit einbezogen werden kann. So schlägt er vor, daß sich der Föhrer und der Amrumer Postbote beim Föhrer-Tief treffen und der Föhrer dem Amrumer die Posttasche übergibt, und zwar jeden zweiten Tag.

 

Nr.42.5 Kladde zu 42.4.

 

Nr.42.6 Aufstellung über die zu erwartenden Kosten dieser Verbindung sowie eine Aufstellung, welche Pflichten diese Postboten haben.

 

Nr.42.7 Antwort des "Generalpostdirectors" vom 13. November 1861 auf diese Eingabe. Er schreibt darin, daß die Mittel im laufenden Jahr für diese zusätzliche Verbindung erschöpft seien. Er stellt aber in Aussicht, daß die Finanzierung im folgenden Jahr gelingen könnte.

 

Nr.42.8 Brief von Daniel Goos Hansen, Postkontor Wyk, an Mechlenburg vom 1. Februar 1863.

 

Nr.42.9 Brief von Daniel Goos Hansen, Postkontor Wyk, an Mechlenburg. Ohne Datum.

 

 

 

Nr.43

 

Beglaubigte Abschrift des Friedrich Mechlenburg Legats, mit Dienstsiegel. Ausgestellt in Flensburg, den 21. April 1829.

 

Friedrich Mechlenburg, geboren am 28. November 1751 in Norddorf, gest. am 10. April 1829 in Flensburg. Er ist ein Sohn des Amrumer Pastors Friedrich Marstrand Mechlenburg (1710-1778), studiert Pharmazie in Kopenhagen und macht am 17. September 1781 das Staatsexamen. 1781 wird er Provisor in der 1718 gegründeten Löwenapotheke in Flensburg. Als sein Chef, der Apotheker Martin Rübner 1783 stirbt, heiratet er dessen Witwe Margaretha Nummesen und übernimmt die Apotheke. Als seine Frau 1810 im Alter von 69 Jahren stirbt, heiratet er Maria Cäcilia Outzen, eine Tochter von Nicolay Outzen, Prediger in Breklum. 1816 übergibt er die Apotheke seinem Neffen Martin Rübner Mechlenburg.

Das Testament, in dem die Bestimmungen des Legats stehen, ist am 15. Juni 1807 von Friedrich Mechlenburg und seiner Ehefrau Margaretha errichtet worden. Bestätigt wird dieses Testament von König Friedrich VI in einer Urkunde vom 17. Juli 1810.

In diesem Testament verfügen die Eheleute unter Punkt 3 (die Punkte 1 und 2 sind in der hier vorliegenden beglaubigten Abschrift nicht mitangeführt, weil sie wahrscheinlich Bestimmungen enthalten, die für die Armenvorsteher auf Amrum, an die diese Abschrift geschickt worden ist, nicht relevant sind), daß aus dem Nachlaß 500 Reichstaler S.H.Cour. genommen werden sollen, deren jährliche Zinsen an notleidende Witwen und Waisen auf Amrum zu verteilen sind.

Als Friedrich Mechlenburg nach dem Tod seiner ersten Frau ein zweites Mal heiratet, werden die testamentarischen Verfügungen noch einmal, jetzt von seiner zweiten Ehefrau Maria Cäcilia unterschrieben, bestätigt. Dies geschieht per Urkunde am 20. November 1810. Nach dieser Bestätigung macht Mechlenburg dann noch zwei "Testamentsschedulen", d.h. Änderungen bzw. Ergänzungen, und zwar datiert am 25. Mai 1812 und am 28. April 1827. Diese ganzen Vorgänge werden wiederum vom dänischen König per Urkunde am 28. Oktober 1828 bestätigt.

Abschriftlich befindet sich in dieser beglaubigten Abschrift nur die Verfügung vom 28. April 1827, weil wahrscheinlich nur diese wiederum für die Bestimmungen, die Amrum betreffen, relevant ist. So verfügt Mechlenburg, daß, wenn Anna Catharina Gerrits, die älteste Tochter seines Bruders Christian Riese Mechlenburg, ihn überlebt, sie die fälligen Zinsen erhalten solle (also nicht mehr allgemein an bedürftige Amrumer Witwen und Waisen). Nach ihrem Tode dann, sollten zunächst die Witwen und Waisen berücksichtigt werden, die mit ihm verwandt seien. Abschrift siehe Anhang S.37-40.

 

Nr.44

 

Genealogischer Stammbaum der Familie Brorson.

 

Nr.45

 

Buch auf dessen Umschlag steht: Nr.2 darunter: Bauerschaftsprotocoll für Nebel und Süddorf. Auf dem Titelblatt dann: Nr.2 Dorfs Protocuol für Nebel und Süddorff 1822.

Das ganze Buch umfaßt 108 Seiten und stellt die Ein- und Ausgaben der Gemeinde aus den Jahren 1822 bis 1834 gegenüber. Geführt hat das Buch der Bauervogt Jan Peters.

 

Nr.46

 

Landverschreibung an die St. Clemens Gemeinde durch die Witwe von Urban Wögens (auch Urban Wellems genannt). Datiert vom 6. November 1840.

 

Nr.47

 

Übertragung von Ländereien an die Armenkasse der St. Clemensgemeinde durch Jacob Henningsen, datiert vom 8. November [?] 1841.

Henningsen muß sein Land überschreiben, da er die Armenkasse um Unterstützung gebeten hat, als er und seine Frau durch Krankheit hilfsbedürftig werden.

 

Nr.48

 

Kaufbrief zwischen Hannie Jacobs und dem Austernfischer Hans Breckwoldt. Datiert vom 18. November 1864.

Jacobs bestätigt den Verkauf ihres in der Süddorfer Feldmark gelegenen Stück Landes an Breckwoldt.

 

Nr.49

 

Bestätigung für Hans Breckwoldt, daß er ein Stück Land der Witwe Wehn Simons, gelegen in der Osterheide, auf der Auktion rechtmäßig ersteigert hat. Unterzeichnet von Birkvogt Trojel. Datiert vom 16. November 1858.

 

Nr.50

 

Bestätigung von Boh Erken, daß er ein Stück Heideland an Martien [sic] Arfsten verkauft hat. Datiert: 24. Februar 1821.

 

Nr.51

 

Echtebrief für Michel Lauritsen. Datiert: Vester-Westedt, 28. November 1831.

 

Nr.52

 

Echtebrief für Christian Winterhoff, ausgestellt am 21. Oktober 1825 von Pastor Bahne Asmussen, St. Nicolai.

Winterhoff beabsichtigt eine Ehe mit Juliana Schau einzugehen.

 

Nr.53

 

Bestätigung von Pastor Carstens, St. Johannis/Föhr, "daß Albert Jacobs, Jakob Jensens Sohn, und Poppe Nahmens, Nahmen Peters Tochter, aus Norddorf, hier auf Föhr proklamiert seien". Datiert vom 2. Dezember 1833.

 

Nr.54

 

Echtebrief für Peter Olufs, geboren am 3. Juli 1800 in Alkersum. Ausgestellt von Pastor Carstens, St. Johannis/Föhr, im Januar 1831.

 

Nr.55

 

Nr.55.1 Echtebrief für Hans Peter Hansen, geb. am 25. Dezember 1800 in Stedesand. Ausgestellt von Pastor Lützen aus Stedesand am 3. Mai 1827.

Nr.55.2 Echtebrief für Hans Peter Hansen (Stedesand) und Dorothea Sass. Ausgestellt von C.R. Mechlenburg am 19. Mai 1827.

 

Nr.56

 

Echtebrief für Peter Hansen, geb. 1770 in Süderstapel. Ausgestellt vom dortigen Pastor H.D. Clausen am 6. August 1814.

 

Nr.57

 

Nr.57.1 Echtebrief für Boy Siegfried Clausen, geboren am 21. September 1842 auf Pellworm. Bestätigt vom dortigen Pastor Wiedemann. Datiert vom 14. März 1872.

 

Nr.57.2 Brief von K. A. Frerks an L.F. Mechlenburg vom 2. April 1872. Der Brief enthält die Nachricht, daß Boy Siegried Clausen aus Boldixum sich mit Henriette Amalie Martens aus Goting, wohnhaft in Norddorf, verlobt habe.

 

Nr.58

 

Echtebrief des Brautpaares Johannes Krückenberg, Kreuzzollmatrose, geb. am 5. September 1850, Sohn des Schiffers Johann Krückenberg aus Husum, und Gesine Juliane Petersen von Amrum, Tochter von Nickels Petersen und dessen Ehefrau Ingke N. Petersen geb. Jannen. Ausgestellt vom Husumer Pastor Caspers am 27. April 1872.

 

Nr.59

 

Echtebrief für Jung Kriske Jensen, geb. am 11. August 1772 in Wrixum. Sie beabsichtigt sich mit Nickels Bendixen von Amrum zu verloben. Ausgestellt von Pastor Richard Simon Petersen, St. Nicolai/Föhr, am 25. Juni 1805.

 

Nr.60

 

Echtebrief für Peter Ricklefs von Amrum und seiner Braut Ingke Peters aus Goting. Ausgestellt von Pastor M. Carstens, St. Johannis/Föhr, am 9. Januar 1815.

 

Nr.61

 

Echtebrief für Inkge Peters aus Goting, ausgestellt von Diakonus Friederici, St. Johannis/Föhr, am 30. Dezember 1814.

 

 

 

Nr.62

 

 

Nr.62.1 Proklamationsschreiben für Wilhelm Otto Schmidt, ausgestellt vom Husumer Pastor Caspers am 26. November 1866. Schmidt beabsichtigt, Karen Ovens [?] zu heiraten.

 

Nr.62.2 Bescheinigung für Wilhelm Otto Schmidt, daß er in Husum keine Unterstützung vom Armenverein erhalten hat. Ausgestellt ist dieser Attest von A. J. Arfsten, Schrift- und Rechnungsführer des Husumer Armenvereins, am 26. November 1866.

 

Nr.62.3 "Vaccinations-Attest für Otto Wilhelm Schmidt, daß er am 2. Juli 1850 vaccinirt sey, und die ächten Schutzblattern regelmäßig überstanden habe".

 

Nr.63

 

Echtebrief für Hendrika Burgarde aus Oevenum, geb. am 22. August 1783. Sie ist die Braut von Erich Bohn von Amrum. Ausgestellt von Pastor Carstens, St. Johannis/Föhr, am 4. August 1819.

 

Nr.64

 

Auflistung der Kirchenländereien der St. Clemens Kirche in den einzelnen Dörfern Amrums. In dänischer Sprache abgefaßt Datiert vom 15. Mai 1832. Nicht Mechlenburgs Handschrift.

 

Nr.65

 

Nr.65.1 Extract aus dem Norddorfer Vertheilungs-Register.

Auf den beiden Innenseiten ist eine Tabelle, die überschrieben ist mit: "Die auf dem Norddorfer Felde zu No.58 dem Pastorate gehörig, liegenden Ländereyen". Die Ländereien (Längsspalte) sind von A bis N unterteilt. In der Querspalte ist die Art der Länderei angegeben, d.h. Wiesenland, Ackerland, Weide oder Heide. Darunter jeweils die Wertigkeit in Quantität und in Bonität. Unter der Liste steht: "Extrahirt den 11. Octbr. 1800 Lund".

 

Nr.65.2 Inhaltlich mit 65.1 identisch. Es ist sehr wahrscheinlich eine Abschrift Mechlenburgs.

 

Nr.66

 

Manuskript bestehend aus acht Seiten (von Mechlenburg selbst oben rechts paginiert). Auf Seite eins steht: Pastoratländereien auf dem Nebeler- u. Süddorfer-Feldmark u. Norddorfer dt nach Dem. Quant. u. Bonit. u. Ammersaat so wie deren Werth u. Ertrag. Keine Datumsangabe.

 

Nr.67

 

Nr.67.1 Manuskript mit der Aufschrift: Nebels Vertheilungs Register. Auf den Seiten 2 bis 5 befinden sich Tabellen, die überschrieben sind: "No.58 Pastorat Ländereien". Auf Seite 6 steht: "Extrahirt, Borgsum auf Föhr, den 15t January 1801 Fr. Feddersen".

 

Nr.67.2 Dieselbe Liste, in der aber die in 67.1 gemachten Korrekturen in Reinschrift stehen.

 

Nr.67.3 Dieselbe Liste, aber mit anderen Zahlen in der Spalte "General Summa". Mechlenburgs Handschrift.

 

Nr.68

 

Konvolut mit verschiedenen Aufstellungen und Tabellen über das Schul- und Kirchenland.

 

Nr.68.1 Es ist ein Heft, in dem Christian Riese Mechlenburg eingetragen hat, welches Kirchenland er wann, an wen und für wieviel "verhäuert" hat. Die Eintragungen fangen 1801 an (also nach der sog. Landaufteilung). Auf den Seiten 3 bis 17 (von Mechlenburg selbst paginiert) befinden sich die "Nahmen der Landverhäurer" (S.3) und "Nahmen der Landhäurer als Debitores" (S.4), wobei die Namen von A bis K alphabetisch nach dem Vornamen geordnet sind. Hinter dem Namen wird darauf hingewiesen, auf welcher Seite ("vide pag.") sie sich befinden. Die Seiten 5 bis 8 fehlen (daher geht die Namensliste auch nur bis zum Buchstaben K). Auf den Seiten 9 bis 17 dann Notizen über die Verheuerungen von 1805 bis 1810, z.B. derart: "1805 an Booi D. Urbans verheuert das Stück Marsch Land beym Koog für 21 Rthlr.". Auf Seite 17 erfolgt dann ein Bruch in den Eintragungen. Die folgenden Seiten sind nicht mehr paginiert und enthalten Eintragungen über verheuertes Land aus den Jahren 1820 bis 1821, das Jahr 1822 fehlt. Es folgen dann die Jahre 1823 bis 1827 jeweils mit der Überschrift hinter der Jahreszahl "Unter der Hand ist verheuert".

Obwohl das Schriftstück also nicht vollständig ist, bietet es gleichwohl einen guten Einblick über die Summen, die für gepachtetes Land bezahlt werden mußten, aber auch wieviel Land die Kirche besessen hat. Daneben findet man wertvolle Hinweise auf die alten Flurnamen.

 

Nr.68.2 Verschiedene Aufzeichnungen bzw. Kladden Mechlenburgs zu Pastoratsländereien, Besteuerungen, Schulsachen etc. Diese Aufzeichnungen sind ungeordnet und befinden sich in einem Umschlag auf dem mit schwarzer Tinte geschrieben steht: L F M.

 

Nr.68.3 Aufzeichnungen Mechlenburgs über Größe und Qualität verschiedener Kirchenländereien. Die Notizen stammen aus den Jahren 1861 bis 1869. 24 Seiten.

 

Nr.69

 

Norddorfer Feldmarkvertheilung 1801. In der ersten Spalte ist die Nummer des 'Bauplatzes', in den beiden nächsten Spalten Angaben zur Quantität und zur Bonität.

 

Nr.70

 

Landverteilungsplan für Nebel und Süddorf aus dem Jahr 1801. In der ersten Spalte die laufende Nummer, danach die Spalten 'Ackerland', 'Heideland' und 'Weideland'. Als fünfte Spalte 'General Summa der Quantität'.

 

Nr.71

 

Eine Aufstellung von Christian Riese Mechlenburg über die Pastoratländereien nach der Landvermessung. Datiert vom 15. Februar 1805. Unten auf dem Blatt steht: "An S.T. den Herrn Probsten Cramer in Mögeltöndern".

 

Nr.72

 

Sterbeurkunde von Matje Mechlenburg geb. Tückes. Ausgestellt am 18. Dezember 1874.

 

Nr.73

 

Konvolut mit losen, noch nicht identifizierten Schriftstücken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anhang

 

 

 

NMe Nr.1

 

 

July 1860

 

Erwiedrung [sic] auf das Schreib. d. Minist. f. Kirchenwesen dat. 12. Juny d.J. betreffend die dänische Sprache als Mitgegenstand des Unterrichts in die Schule hieselbst aufzunehmen.

Es hätte der Unterricht in d. d[änischen] Spr. hier schon längst stattgefunden und würden unsre beiden Lehrer auch zu dessen Ertheilung wol nicht unfähig seyn, wenn nur dem Unterrichte in den Hauptlehrgegenständen in auf beiden so stark besetzten Schulen nicht zu sehr Abbruch geschähe. -

An Verdrängung der friesisch. Volkssprache ist nicht zu denken, wäre auch höchst unverzeihlich, da diese nicht nur das Band der Nationalit. u. zugleich das an das dänische Königreich, sondern auch der Art ist, daß, wie die Erfahrung lehrt, friesisch Sprechende sich besonders leicht die Aussprache anderer Sprachen aneignen, u. da in diesem Volksdialecte die deutsche Satzbildung obwaltet, so ist die deutsche Sprache in Schulen u. Kirche, unpartheiisch gesprochen, die angemessendste in unsrem Kirchspiele, auch aus dem Grunde, weil alle Jünglinge sich dem Seeberufe widmen und keine Aussichten zur Benutzung dieser Erwerbsquelle haben als nur im Süden u. besonders in Hamburg u. z. Theil Altona und somit ist ihnen die hoch- und plattdeutsche Sprache eine Nothwendigkeit, besonders da an ihr An- und Fortkommen im Norden u. Osten von hier durchaus nicht zu denken ist. -

Je vollkommener sie sich in der deutsch. Spr. auszudrücken lernen, desto sicherer ist ihr Fortkommen in ihrem Berufe.

Gegenwärtig ist die dänische Sprache den Bewohnern (da durchaus kein Verkehr mit Oertern, wo dänisch gesprochen wird, stattfindet) so fremd, daß sie und selbst Sprechende, die hier ansäßig aus Jüttland u. Nordschleswig sind) eine dänische Predigt nicht verstehen. -

Doch davon abgesehen wäre es nicht weniger als gebührend, u. in vorkommenden Fällen manchmal etwa vortheilhaft, als dänische Unterthanen durch Unterricht u. Uebung mit der dänisch. Sprache bekannt zu werden und wünschenswerth, wenn auf höheren Befehl, unsre p.t. Lehrer ein paar Stunden wöchentlich von ihren Unterrichtsstunden, nach ihrem Vermögen auf Ertheilung des Unterrichts in der quäst. Spr. verwendeten.

 

St. Clemens Schulcom. auf Amrum d. 12. July 1860

 

L. F. M. H. G. Q.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NMe Nr.13

 

 

Unterthänigstes Promemerda [?]

 

Das am verwichenen Montage durch Laufzettel stattgefundene Publicandum in Betreff der Ausschreibung von 20S pr. Pfund hat nicht uns Nebeler und Süddorfer Repräsentanten auf eine unangenehme Weise überrascht, sondern hat die gesamten Bewohner der Insel in üble Stimmung gesetzt.

Da wir, indem der Zweck der Ausschreibung uns nicht angesagt war, keine Auskunft ertheilen konnten, so waren die Meisten abgeneigt ihre Zahlung zu leisten.

Durch diesen Umstand finden wir sämtliche Repräsentanten uns veranlaßt uns für die Zukunft von Ew. Wohlgeboren eine so willkührliche [sic] und gleichgültige Verfahrungsweise wie die, welche hinsichtlich der Nichtmittheilung des Beschlußes in der Gangfersversammlung, wozu keine [sic] von uns berufen sind, statt gefunden hat, zu verbitten und verlangen, daß uns hinführo entweder eine schriftliche oder mündliche Mittheilung des Beschlußes durch Ew. Wohlgeboren zugehe, falls die Umstände es so veranlaßt hätten, daß Keine von uns so schnell einberufen werden oder erscheinen könnten, um bey der Versammlung gegenwärtig zu seyn. -

 

Amrum d. 6. März 1834

N.N. Schmidt

Johannes Quedens

Pet. Rolufs

Hinr. Quedens

Georg Hinr. Simons

Christian Jensen

 

Se. Wohlgeboren

dem Herrn Oberkriegscommissar

Nieblum auf Föhr

 

 

NMe Nr.17

 

 

[Oben auf dem Briefkopf von Mechlenburg vermerkt: Edmund Olde Clement 1848 20/4 Eppendorf Hamburg].

 

Daß mein und meiner in Hamburg am 29. März 1855 verstorbenen Ehefrau Hulda Louise Clement, geborene Fries aus Heidelberg Sohn

Edmund Clement

am 20. April 1848 in Eppendorf (Hamburg) geboren, daselbst von Pastor Vaas getauft, von Dr. van der Smissen in Altona vaccinirt, von Pastor Staudt in Kornthal (Württemberg) am 12. April 1863 confirmirt, darnach 5 1/2 Jahre lange Seemann auf der großen Fahrt gewesen, im Jahre 1870 zurückgekehrt, auf der Session desselben Jahres zu Wik auf Föhr für ganz frei von jedem Militärdienst zu Lande und zu Wasser erkannt worden, dann nach Boston, wo er sich im Augustus (1870) etablirt hat, gereist und kürzlich von da hierhergekommen ist, um sich mit

Ida Osine Petersen

hieselbst, und zwar wegen dringlicher und unaufschiebbarer Rückreise aber jetzt, zu verehelichen, wozu ich als Vater von Edmund und Peter Nickels Petersen dahier in Nebel auf Amrum als Vater von Ida, da er bisher in kein anderes eheliches Versprechen sich eingelassen hat, beide unsre Einwilligung hiemit ertheilen, endlich noch, daß er, Edmund Olde Clement, nirgends eine öffentliche Unterstützung von irgendeiner Commüne bekommen, noch in Rückstand daher ist, dieß Alles bezeuge ich bei Verlust von Ehre und gutem Leumund.

 

Insel Amrum d. 24. Jan. 1871 Dr. K.J. Clement

 

[In anderer Handschrift]:

 

Producirt [?] und genehmigt von Peter Nickels Petersen.

 

 

NMe Nr.22

 

 

Da vermöge eingegangenen Schreibens des Herrn Kammerherrn und Stiftamtmanns von Moltke und des Herrn Bischofs Middelboe dem Herrn Pastor Mechlenburg diejenigen 3 1/2 S [Schilling?], die der Prediger zu Sct. Clemens seit 60 Jahren von jedem Hauße auf Amrum genossen, den befundenen Umständen auch mit Grund nicht entzogen werden können und daher verfügt worden, daß diese rückständige Abgift ihm von den Mitgliedern der Gemeine binnen 14 Tagen bey Vermeidung der Auspfändung zu bezahlen sey; so wird solches der Gemeine hiemit bekannt gemacht, und werden die Einwohner auf Amrum hiedurch angewiesen, beregte rückständige Abgabe in den nächsten 14 Tagen unfehlbar zu entrichten, oder zu gewärtigen, daß wider die Säumigen mit der Auspfändung werde verfahren werden.

 

Westerlandföhrer und Amrumer Birkvogtey d. 19. März 1802

 

Hildebrandt

 

 

NMe Nr.30

 

 

[Oben auf dem Brief befindet sich eine Eintragung Mechleburgs: Landmesser Lund an Knudt Girres].

 

Schleswig 6. Mai 1801

 

Ihre Fragen, lieber Freund Girris, bin ich recht gern bereit zu beantworten. Was Ihre erste Frage, nämlich: wie viel Land aus den Wegen zu den anliegenden Befriedigungen genommen werden dürfe? betrifft, so dient folgendes aus § 4 der Auftheilungs-Acte zur Beantwortung derselben.

"Aus den Wegen, welche 14 und 16 Ellen breit sind, können 2 Ellen, aus denen, welche 12 Ellen, können aber nur 1 1/2 Ellen und denen, welche nur 10 Ellen breit sind, nur 1 Elle an jeder Seite zu den Einfriedigungen genommen werden. Hiervon sind jedoch alle Wege im Dorfe und der Weg an Marsch und Binedendörp so weit als er längs dem Dorfe geht ausgenommen, welche schon so abgepfahlt werden, daß zu Einhegungen aus den Wegen im Dorfe nichts, und aus dem Wege zwischen den Staven und Marsch nebst Binedendörp nur an der Vorderseite zwey Ellen, an der Rückseite aber nächst dem Dorfe aber gleichfalls nichts genommen werden darf."

Uebrigens haben alle Interessenten und zwar nach Verhältniß der Größe ihres Landbesitzes die Befriedigungen an den Wegen, besonders an den Hauptwegen, gemeinschaftlich miteinander in gehörigen Stand zu setzen.

In Betreff Ihrer zweiten Frage: ob Sie auch die Charte bald erhalten würden? muß ich erwidern, daß ich schon vorigen Herbst dieselbe nebst Vertheilungsacte und Erdbuch an die Landcommission übergeben habe, aber nicht weiß, wann man Sie Ihnen zustellen wird.

Zur Beantwortung Ihrer dritten Frage versichere ich Sie [sic], daß die Landvertheilung auf Föhr keineswegs noch 4 Jahre ausgesetzt ist, sondern vielmehr ich sogleich nach Pfingsten daselbst eintreffen und meine dortigen [?] Geschäfte noch diesen Sommer vollenden werde. Landinspector Feddersen wird noch etwas früher daselbst lommen, weil er Deichsvergütungsland an mich abzugeben hat. Sie können also gerne die Föhrer in Hinsicht ihrer desfallsigen Besorgniß beruhigen.

Was den Punct unter No.4 in Ihrem Briefe betrifft, so verspreche ich Ihnen, das ich, wann [sic] ich bey den Hrn. Officialen auf Föhr komme, recht gerne alles was ich kann dazu beytragen werde, daß Sie von der Anstellung zum Aufsichtsmanne befreyt bleiben mögen.

Jens Drefsen und Peter Nahmens Wittwe, deren Sie in dem fünften Puncte erwähnen, streiten sich nur um des Kaysers Bart, indem weder dem einen noch dem anderen ausschließungsweise das Recht auf dem von dem Staven der Peter Nahmens Wittwe genommenen Wege zu tüdern gehört. Das Land, welches Peter Nahmens Wittwe da verloren hat, ist ihr ja anderswo wieder vergütet worden, und übrigens ist dieser Weg, sowol als alle übrigen Wege, ja eigentlich aus der ganzen Landmasse genommen, weshalb auch alles, was auf diesem, so wie das was auf den übrigen Wegen wächst, der ganzen Interessenschaft zugehört.

Jeder Interessent hat also in dieser Hinsicht ein gleiches Recht, und da das was auf diesem Wege wächst nichtsbedeutend ist, so dürfen sie sich um so viel weniger darüber streiten.

Zur bequemeren Einrichtung der Abschrift des Erdbuchs rathe ich, bey einer jeden Nummer, nachdem alle derselben zugehörigen Ländereyen aufgeführt sind, einen ziemlich großen Platz offen zu lassen, und auf diesem jedesmal alle Veränderungen, die in Hinsicht des Landbesitzers jener Nummern vorfallen, anzumerken, dann steht immer und überall alles was zu einer und derselben Nummer gehört beyeinander. Erstlich steht dann nämlich alles Land, was die Nummer bey der Vertheilung erhalten hat, so wie im Original-Erdbuche aufgeführt, und sind dann Veränderungen vorgefallen, so wird es auf dem offenen Platze hinzugefügt:

von No. - N.N. zugekauft auf (wies [sic] denn ist) -- (so viel a Demath) Summe Demath Ruthen

oder: an No. - N.N. verkauft auf (wo es ist) -- (so viel) Demath Rth. bleibt -- Demath Ruthen.

 

Dieses müßte bey einer jeden Nummer so gemacht werden. Ob dem H. Heines [?] das Abschreiben des Erdbuchs zukömmt oder nicht weiß ich nicht. Auf dem festen Lande ist es wenigstens der Fall, daß der Hardesvogt des Orts das Erdbuch abschreibt und die Abschreibegebühr zu seinen Sporteln rechnet. Auf jeden Fall aber lassen Sie das Erdbuch so abschreiben als ich Ihnen gerathen habe. Ueber Verbesserung des Landbaues werden wir wol diesen Sommer mit unter Gelegenheit haben manches miteinander zu besprechen, und was ich Ihnen dann zu rathen weiß will Ihnen gerne mittheilen.

Einigemal habe ich wegen der Ausbezahlung meiner Amrumer Rechnung an den Hr. Hebungsbeamten Petersen geschrieben. Endlich erhielt ich vor 3 bis 4 Wochen 245 Rthl. von ihm. Er schrieb mir dabey, daß er diese 245 Rthlr. aus seiner eigenen Kasse vorgeschossen habe und Amrum in der gegenwärtigen Zeit durchaus unvermögend sey meine Rechnung auszuzahlen. Und als ich ihn darauf bat auch dafür zu sorgen, daß auch der Rest den Amrumern sogleich vorgeschossen werden möge, so erhielt ich die Antwort, daß er mir vor der Hand nicht mehr Geld senden könnte. Ich fand mich aber in Verlegenheit, weil ich auf den damaligen Einlauf des Geldes gerechnet hatte und sehe mich daher genöthigt mich deshalb an die Landcommission zu wenden. Gern vermeide ich solche Umstände, wenn nur der Aufschub der Auszahlung dessen, was ich mühsam und treulich verdient habe mich nicht in Verlegenheit setzt.

Ihre Grüße an Ott, Paulsen und Petersen werde ich mit Vergnügen bey Gelegenheit besorgen. Empfangen Sie, lieber Knud Girris, die besten Grüße von mir für Sie und Ihre liebe Frau und Kinder.

Franzen freut sich recht sehr über den Amrumschen Brief von Ihnen und bittet mich, Sie, Ihre liebe Frau und Ihre guten Kinder aufs allerherzlichste von ihm zu grüßen und Allen eine unendliche Zahl von glücklichen, angenehmen, schönen und süßen Stunden zu wünschen.

Wenn nächsten Sommer einmal Gelegenheit seyn wird, so will er zugleich auch eine Reise mit Ihnen zum Vergnügen und Nutzen nach dem Monde [?] machen. Ja wol, es lebe der Däne, der so brav gefochten hat! Das dachten wir aber nicht, daß man auch auf Amrum so auf Vertheidigungsanstalten bedacht gewesen wäre und sogar auch das weibliche Geschlecht nicht verschont geblieben ist.

Wir bitten alle dortigen Freunde zu grüßen. Nochmals wünsche ich beständiges Wohlseyn und verbleibe

 

Ihr wahrer Freund

 

Lund

 

 

NMe Nr.32

 

 

Nr.32.1

 

Ingke Erck Fink, Erck Nickelsen Fink und Keike Finks eheliche Tochter, ist d. 26. May 1818 (den Sechs und Zwanzigsten May Ein Tausend Achthundert und Achtzehn) in Süddorf geboren, den 1sten Juny ejuodem [sic] getauft und laut Attest No. 38 -1826- vom D C. Brandes den 5 Aug 1826 vaccinirt.

Bey ihrer Ausschreibung aus der Schule sind ihr folgende Prädicate ertheilt: Lesen: mässig; Schreiben: mässig; Religion: mässig; Fleiß: recht gut; Aufführung: recht gut.

Während ihrer Vorbereitung zur Confirmation ist ihr Betragen des Lobes werth gewesen; - am Palmarum Sonntage, d 23sten März öffentlich confirmirt nahm sie auch Theil an dem Mahle Jesu.

 

St. Clemens auf Amrum den 24sten März 1834.

 

Lor. Fr. Mechlenburg pastor

 

 

 

 

Nr.32.2

 

Sylt den 13. August 1854

 

Das Armen-Colegio auf Amrum

 

Unter den 30ten Juny d.J. sandte ich Ihnen die quitirten Rechnungen für die bey den Strandvogt Thaken in Rantum in Dienst gewesene Inke E. Fink eingeschloßen in ein Brief, worin ich den Wunsch aussprach, daß Sie mich das im Vorschuß ausbezahlte Geld die Summa von 17 M. 2 S ihren versprechen nach widerzustellen möchten. Da mich darauf nun weder Erwiederung noch Geld bis jetz zugekommen ist, bringe ich Ihnen dieses hiermit aufs Neue in Erinnerung, da es sich nicht um privat, sondern Lndschafts-Angelegenheit handelt, kann ich die Sache nicht länger anstehen lassen. Wird mich hierauf umgehend kein Antwort und Anweisung auf das Geld von Ihnen, sehe ich mich genöthigt dieses das hiesige Gericht zu übergeben damit die Sache beendigt wird. Ich habe bereits ohnehin Bemühung genug über diese unglückliche Ereigniß gehabt.

 

Ergebenst

 

D.M. Hahn

 

p.t. Rechnungsführer des Rantumer Armenwesens

 

 

Nr.32.5

 

Dem Seefahrer, Hinrich Cornelissen Fink von Amrum, der seine geisteskranke Schwester von hier in die Irrenanstalt bey Århus zu führen aus brüderlicher Liebe übernommen hat, ist zwar ein Empfehlungsschreiben von unsrer Birksobrigkeit, Hr. Trojel, auf Föhr, unterm 26sten d.M. ertheilt, doch desungeachtet wiederhole auch ich noch die Bitte an die Königl. Post- und Policey-Behörden gütigst dem Obengenannten Anweisung und Beystand, im nöthigen Falle, zu ertheilen, damit seine Reise ohne Aufenthalt, aufs Schnellste und wo möglich billigste, unternommen und fortgesetzt werde. -

 

St. Clemenspastorat auf Amrum den 29sten September 1854

 

Lor. Fr. Mechlenburg

 

 

Nr. 32.8

 

Amrum d. 24. März 1855

 

Da wir bis jetzt in Bezug auf die gemüthskranke Keike Erken Fink in Süddorf vergeblich eine Resolution von Seiten der Föhringer Repräsentantenschaft durch die Birkvogtey erwartet haben und da der Zustand der genannten Person seit uns. [.?.] so schlimm geworden, daß eine umgangsweise Bewachung unabwendbar und auch unausführbar ist und bestimmte Wachen nur schwer oder nur für einen hohen Preis zu bekommen sind, so sehen wir Unterzeichnete uns genöthigt die Birkvogtey hiedurch zu ersuchen, daß die Repräsentanten auf Föhr baldmöglichst Gelegenheit gegeben werde, Maaßregeln für uns hinsichtlich des Verfahrens mit der Unglücklichen zu verabreden und uns mitzutheilen. [...]

 

 

 

NMe Nr.33

 

Nr.33.1

 

An d. K. Amtshaus

 

Auf das mir huldreichst von Ew. Hoch- u. Wohlgeboren ertheilte Anerbieten mir mit Rath und That beyzustehen, erlaube ich mir für einen Andern vertrauungsvoll eine Bitte [.?.].

Der p.t. Kreuzzollschiffer Claus Meier sen. (stationirt an der Eider), alt 58 1/2 Jahre, Familienvater, hier seit 24 Jahren verheirathet mit e. Tochter des weiland Strandvogts Volk. Quedens D.M., ein in s. Seeberufe und Wandel unbescholtener und allgemein geachteter Mann, ist nemlich der durch mich unterthänigst um Rathfragende und Bittende, veranlaßt durch den traurigen Umstand, daß er samt seinem ältesten Sohn nothgedrungen seinen dritten Sohn, Claus Meier jun., alt 23 1/2 J. Angangs Octbr. auf Veranstaltung der Birkvogtei, der Irrenanstalt in Århus überliefern mußte. Dieser Sohn, von einer Seereise in Hamburg zurückgekehrt, wurde nemlich in einem so hohen Grade von Geistesverrücktheit befallen, daß seine Eltern ihn nicht zu bändigen vermochten. In der Erwartung, daß dessen Aufenthalt für Rechnung des Birks bestritten werden würde, ist der Vater, dessen Vermögensumstände der Art sind, daß er die Kosten selber nicht zu leisten vermag, jetzt ungewiß geworden, indem die föhringer Repräsentanten nicht wissen, ob das Birk dazu gesetzmäßig verpflichtet sey oder nicht; namentlich ob etwa ein Gesetz existire, nach welchem Eltern selbst für mündige Kinder zahlen sollen.

C. Meier hat vom Advocaten Storm in Husum sich sagen lassen, daß er seinen geringen Vermögensumständen nach es nicht nöthig hätte, für seinen Sohn zu zahlen, und hat mit dem Repräsentanten Roluffs vor einigen Tagen darüber Rücksprache genommen, worauf dieser ihm gerathen, bey Hochgeboren sich unterthänigst darüber zu erkundigen.

Da ich überzeugt bin, daß C.M. Verhältnisse der Art sind, daß er selber die Last nicht tragen könne und da es die Billigkeit und Nächstenliebe erfordert, daß das Birk sie übernehme, so erachte ich es für meine Pflicht, Ew. Hochwohlgeboren zuversichtlichst zu bitten, daß - sofern es geschehen könne - den Herrn Repräsentanten des Westerlandföhrer u. Amrumer Birk - aufgelegt werde, die bisherigen und künftigen Ausgaben für den quästionirt. geistesverwirrten Claus Meier in der Irrenanstalt Århus für Rechnung des Birks zu bestreiten.

Der Vater besitzt nur 1 kleines, 5 Fach großes Haus (500 Rtlr.) und Land (2 Kühe) [.?.]. Als Kreuzzollschiffer ca. 300 Rtlr. + Zulage [.?.].

Da er aber 59 J. alt, seine Frau schwächlich und seine einzige Tochter (bey ihm) auch nicht gesund ist, so hat er p.t. nur sein spärliches Auskommen und mit dem anrückenden Alter ein noch spärlicheres zu gegenwärtigen.

Eine indem [?] nach für ihn günstige Gewährung seiner Bitte erwartet Ew. Wohlgeboren unterthänigster

 

L. F. M.

 

22. Febr. 1862

 

 

NMe Nr.34

 

 

Nr.34.1

 

Die Eheleute Ingwer Godber Brodersen, Arbeitsmann und Bootsschiffer und Helena Brodersen geb. Olufs, in Nebel copoliert [sic] d. 21. May 1845 mit 5 Kinder, sind beiderseits willens, sich von einander zu trennen, weil die Disharmonie ihrer Gemüther so groß, daß sie in solchem Streite nicht miteinander leben [sic], daß sich Unglück befürchten läßt. Da meine zweimalige Vermittlung nur auf kurze Zeit fruchtete und meine dritte (am gestrigen Tage) vergebens war, so trage ich, Namens Jener, hierdurch bey Se. Wohlgeboren, dem Herrn Birkvogten auf Westerlandföhr und Amrum, darauf dienstlich, das Fernere zu veranstalten, daß das Anliegen Jener zu Stande komme.

 

St. Cl. Past. auf Am. d. 28. Octbr. 1858

 

L. F. M.

 

Nr.34.2

 

Die Eheleute Ingwer Godber Brodersen und Helena Brodersen aus Nebel haben, bevor sie Seperationsgesuch eingeben können, sich zuerst auf die Birkvogtey einzufinden, und können sie mit Rücksicht auf den schwierigen Weg einen jeden beliebigen Tag in der zukommenden Woche, dazu wählen, mit Ausnahme von Mittwoch und Sonnabend.

 

Königliche Westerlandföhrer Birkvogtey zu Nieblum 30. Octbr. 1858

Troiel

 

Nr.34.3 [Seite 1]

 

Boy Eduard Brodersen, Sohn des Arbeitsmannes Ingwer Godber Brodersen aus Emmelsbüll in Widingharde gebürtig und der Helena Brodersen geb. Olufs, ist 1845 d. 3. Aug. im Dorfe Nebel geboren, d. 10. getauft, hat den Schulunterricht nur mäßig und stets mit Schläfrigkeit und Trägheit zum Lernen, ohngeachtet aller Bemühungen des Lehrers, benutzt. Durch das obwaltende Misverhältniß zwischen seinen Eltern, indem die Mutter, durch Unreinlichkeit nicht nur, sondern auch durch trotzende Worte ihren Mann zum Zorne erregt und dieser dann gewöhnlich sich berauscht und sie hart behandelt, so entarten die Kinder und die Erziehung jenes Sohnes ist demnach fehlgeschlagen. Zu spät und zu hart begann der Vater mit der körperl. Züchtigung, welche in den letzten Jahren statt Besserung, die Verschlimmerung oder vielmehr Verstockung zur Folge gehabt hat.

Auch ist es nicht unwahrscheinlich, daß der Junge, so wie nun an Göntje P. Rauerts, früher an anderen Verführer gehabt hat. Der Vater hat, wie die Mutter, wenig Schulunterricht genossen. Der Knabe scheint offenbar so verstockt, daß der Schulunterricht hieselbst an ihm vergeblich seyn wird, besonders da die Eltern zur Mithülfe etwas zu leisten durchaus unvermögend sind und da er auch hier bey Niemanden Aufnahme finden möchte, demnach wäre es wünschenswerth, wenn der Junge Aufnahme in ein Asyl für Verwahrloste bekommen könnte.

 

St. Cl. Past. Amr. 3. Sept. 59

 

L. F. M.

 

 

 

 

 

Nr.34.3 [Seite 2]

 

3. Sept. 1859

Göntje Pet. Rauerts des Unterschleifens entwendeter Sachen p.t. angeklagt, ist als eheliche Tochter des am 3. Febr. 1831 verstorbenen 76jährigen Peter Rauerts und der 1833 d. 9. April gestorbenen 76jährigen Tadt Pet. Rauerts, 1798 d. 5. Juny im Dorfe Nebel geboren u. 1815 d. 2. März hieselbst confirmirt.

So sehr sie Unfähigkeit zum Erlernen der in der Schule durch Unterricht ertheilten Gegenstände zeigte, so auffallend ist es, daß sie später u. bishero an Weltklugheit sich auszeichnete. Obschon sie nicht in Dürftigkeit erzogen worden und sich später durch unverdrossene Arbeitsamkeit durch Tagelohn und Hausarbeit ihr Brod ohne Mangel erwarb, hatte man sie öfter in Verdacht, daß sie andre bevortheilte. Nach wol nicht ungegründeter Vermuthung, hat die Erziehung von Seiten ihrer Mutter Einfluß auf ihren sträflichen Sinn fürs Entwenden geringfügiger Sachen gehabt, welcher denn durch glückliches Gelingen [und] aus Mangel an geistiger Nahrung ihn zu bekämpfen mit ihrem zunehmenden Alter immer stärker geworden.

 

Nr.34.4 [Seite 1]

 

Vom B. K. S. [?] werde ich ersucht die Anzeige zu machen, daß Boy Eduard wieder als Dieb ertappt worden u. zu bitten unsre hohe Gerichtsbehörde wolle geruhen, Veranstaltung treffen zu lassen oder Maaßregeln vorzuschreiben, damit dem ferneren Stehlen des Jungen und etwaiger Brandstiftung vorgebeugt werden.

Das Nähere über das Vorgefallene ist folgendes: [kein Eintrag!].

 

Nr.34.5 [Seite 1]

 

 

Auf die vom Königlichen Stiftsamthause zu Ripen durch unsre Birkvogtei vor einiger Zeit an uns gerichtete Frage: "Wie viel der Vater oder die Commune jährlich dazu beytragen könne, wenn der entartete Knabe, Boy Eduard Brodersen, ein Aufenthalt in einer Verbesserungsanstalt gewährt werde", sind wir genöthigt zu erwidern, daß der Vater, Ingwer Godber Brodersen, als Arbeitsmann und Ernährer einer fast arbeitsunfähigen Frau und 5 unerzogener Kinder, so wie leider dazu dem Trunke ergeben, durchaus nichts her zu geben vermöge; und daß wir Unterzeichnete p.t. Armenvorsteher keine Summe aus der Armenkasse bestimmen dürfen weil die allgemeine Bestimmung der Contribuenten dawider ist, theils aus Befürchtung, daß Andre, dem Genannten Ähnliche hinsichtlich ihrer Kinder auf eine solche Unterstützung zur Erziehung derselben antragen werden und theils weil ihnen, wegen der gewöhnlichen, sie schon so drückenden Communalabgaben, jede extraordinäre desto lästiger und unleistbar für sie werden würde. Einen anderen Ausweg zur Berechnung [?] eines Beytrags von hieraus wüßten wir nicht als etwa den, mittelst freywilliger Beyträge, wenn es erlaubt wird dazu aufzufordern.

Auch steht ja noch zu hoffen, daß der Knabe ohne einen Aufenthalt in einem Asyl, auch hier zur Besserung gelangt, wenn er, wie er angezeigt hat, den Unterricht in der Schule hinfort fleißig benutzt.

 

St. Clemens Kirchspiel auf Amrum d. 24. Nov. 1859

 

L. F. M. Pet. Rolufs

 

 

 

 

Nr.34.5 [Seite 2]

 

Boy Eduard Brodersen, ehelicher Sohn des Arbeitsmannes Ingwer Godber Brodersen, und der Helena Brodersen geb. Olufs, ist d. 3. Aug. 1845 in Nebel geboren u. d. 26. d. M. das. getauft. Vaccinirt d. 29. July 1852 v. Dr. Bohm in Nieblum (Attest 66.1852).

6 Jahr alt, kam er in die Schule, welche er einigermaßen fleißig besuchte, jedoch träge und faul, mit schlechtem Erfolge.

Allmählich begann er mit der Veruntreuung im Hause seiner Eltern u. darnach in den letzten Jahren auch außerhalb Hauses bey andern.

Vernachlässigung der Zucht von Seiten seiner unordentlichen und unwissenden Mutter und zu starke Züchtigung von Seiten seines arbeitsamen, aber mitunter dem Trunk ergebenen Vaters, machten ihn so verstockt u. lügnerisch, daß seiner Lehrer u. obrigkeitlicher Vermahnung u. Züchtigung nichts auf seine Besserung wirkten, und auch keine Lernbegierde bey ihm zu erwecken vermochten. Wegen seiner geringen Kenntnisse und seiner wiederholten Diebstähle, ist er des Confirmirtwerdens bis jetzt für unfähig und unwürdig erachtet.

An körperlichen Schwachheiten hat er nie gelitten.

 

Obige data attestirt Lor. F. M. d. 6. July 1860

 

St. Clem. Pastor. Amrum

Loe u. Mogeltondern

 

 

Nr.34.6 [Seite 1, entspricht inhaltlich 34.5]

 

 

Nr.34.6 [Seite 2]

 

24. Nov. 1859

 

An d. Königl. Birkvogtey auf Föhr

 

Alberts Sohn

 

Der Wittwer Albert Jacob Jensen, Arbeitsmann in Norddorf (aus Borgsum gebürtig) hat uns, nach dem Tode seiner 2 Frau (diese in Borgsum geboren) erklärt, daß er seinen blödsinnigen 15 Jahre alten Sohn Carl Jacob Jensen, nicht ernähren könne, weil er nicht nur 61 [sic] Jahre alt, sondern auch, wie er äußert, dergestalt krank und schwach sey, daß er sich selber kaum ernähren könne.

Da er nun die hiesige Armencommission um die Aufnahme seines Sohnes ihn zu verpflegen ersucht u. dieser Sohn in dem Grade schwachsinnig ist, daß er nicht einmal Vieh zu hüten Fähigkeit hat und durch den Unterricht in der Schule nichts hat lernen können, so ersuchen wir hiedurch Ew. Wohlgeboren die Birksrepräsentanten ersuchen und bewegen zu wollen, daß v. denselben resolvirt werde, einen Beytrag zu Rechnung des Birks zu leisten, der hinreiche, den bedauernswerten Jungen in einem den Befordernissen angemessenen Hause unterzubringen, mit der Andeutung, daß derselbe wohl nach am fähigsten wäre Strohseile (Tegen) zu verfertigen, freilich nur unter Aufsicht und Anleitung, und durch diese Arbeit selber etwas zur Verminderung der Auslagen für ihn beytragen würde.

 

St. Clemens auf Amrum d. 24. Nov. 1859

 

L. F. M.

 

Nr.34.7

 

22. Februar 1860

 

Se. Wohlg. d. H. Birkvogt

 

Nachdem Boy Eduard Brodersen sich bishero bloß geringer Veruntreuungen im Hause seiner Eltern schuldig gemacht hatte, kam dessen Vater Ingwer Godber Brodersen vorgestern Nachmittag mit ihm zu mir und machte mir die Anzeige, daß sein Sohn letzten Sonntag, abends, bei Göntje Peter Rauerts ins Haus sich eingeschlichen und während sie im Stalle war, 4 Rt. 6 rs von ihrem Küchentische gestohlen, wodenn der Vater, als Jener ihm den Diebstahl anzeigte, beym Jungen etwas noch vorhanden fand, Einiges hatte er ausgelegt [sic], aber für 2 Rt. [?], die noch vermißt werden, wollte er keine Auskunft geben; auch hätte er ein Lammsfell [sic] bey Gerret Jannen gestohlen und es vergeblich Pet. Rol. u. Joh. Pet. S. zum Kauf angeboten. Nachdem der Vater ihn, als sie von mir weggingen, zur Schule (die er fleißig besuchte) schickte und er, von dort zurückgekehrt, am Abend den Auftrag bekam Wasser zu kochen, entfernte er sich, ehe die Eltern sich dessen versahen und blieb die ganze Nacht nicht nur, sondern bis gestern abend, also 2 Nächte u. 2. Tage weg, bis man ihn zufällig ertappte. Als er am Montag abend sich entfernte hat er sich zuerst in Georg H. Simons Haus eingeschlichen. Als die Magd ihn da im Stalle antraf, das [sic] Reißaus genommen. Darnach geht er zum Haus des Nachbarn bey S. Urbans, der mit Frau sowie [.?.] ausgegangen war, nimmt den Hausschlüssel, schließt auf die Thür, geht in die Küche, von da in die Stube, wird von dem 12jährigen Sohne, der im Bett lag bey Namen angeredet (es war gegen 9 Uhr) und wird später um 11 Uhr von L.G. U. im Schaafstalle bemerkt, allein entflieht demselben und wird bis gestern abend vermißt und soll er seinen Aufenthalt im Schaafstall bei H. Knudtens Wittwe in Nebel gehabt haben. Der Vater läßt Ew. Wohlgeboren durch mich die Anzeige machen und fragen, was mit seinem Jungen unter so bewandten Umständen vorzunehmen sey.

Weder körperl. Züchtigung des Vaters noch Vermahnung anderer haben Einfluß auf sein Schaamgefühl und seiner Besserung.

Es scheint fast, als wenn er durch den guten Aufenthalt im Arrest veranlaßt wird, willkührlich [sic] darnach zu trachten, dessen wieder theilhaftig zu werden.

 

d. 22. Febr. 1860 L.

 

 

Nr.34.8

 

22. März 1860

 

An das Königliche Westerlandföhrer und Amrumer Birkgericht in Nieblum

 

Wiederum werde ich ersucht und zwar zuletzt vom p.t. Bauervogten Knudt Sönken, nachstehenden Bericht und Klage über den Knaben Boy Eduard Brodersen an unsre Gerichtsbehörde eingehen zu lassen. Gestern Nachmittag machte der Vater, Ingwer Godber Brodersen, die Anzeige, daß er seinen Sohn seit dem vorigen Abend vermisse und ihm nicht habe auf die Spur kommen können.

Vorgestern nemlich, als der Vater abwesend (zum Austernfischen) war, hätte sein Sohn heimlich in ihrem Stalle Feuer angemacht, Speck gebraten, und beym Verzehren desselben, Weiß- oder Feinbrod dazu genossen, welches die Brodsaamen verriethen; und daß er beides gestohlen, erachte er daraus, daß er von ihrem Speck dem Anscheine nach nichts genommen und daß sie kein Feinbrod im Hause gehabt. -

Als der Vater zu Hause gekommen, sagte die Frau ihm bloß, daß Boy (wahrscheinlich aus Furcht vor der Bestrafung) desertirt sey, seine kleine Tochter aber erzählte ihm, daß er das Vorerwähnte betrieben hätte.

Am folgenden Tage (gestern) erfuhr er, daß sein Sohn die Nacht im Schaafstalle bey Jürgen Quedens sein Nachtquartier gehabt, von da gestern morgen hinüber nach Hinrich Georg Quedens gegangen sey und um Brod gebeten habe, welches ihm ohne Argwohn gegeben wurde. Seitdem habe aber Niemand den Jungen gesehen. Der Vater äußerte dabey, er wolle, sofort er des Jungens habhaft würde, ihn hinführo während seiner Abwesenheit vom Hause in seinem Keller einsperren und bey passender Arbeit ihn mit sich nehmen.

Heute kommt der obengenannte Bauervogt mit der Anzeige, daß der Dieb in der letzten (2ten) Nacht im Schaafstall des Jac. Jac. junior sein Nachtlager gehabt, an seinen Vater ausgeliefert worden sey, und erbittet sich jener hiedurch zu erfahren, welche Maaßregeln er hinsichtlich des in dem Diebstahl zu beobachten habe.

Auch noch habe ich hinzufügen [sic], daß der Junge Hand an seine Mutter gelegt und über diese und über seine Geschwister, während des Vaters Abwesenheit, eine Gewaltherrschaft ausübt.

[Unten auf dem Blatt:] Während Jac. Jac. Frau gewahr wird, daß ihr Stück Speck für den Preis zu klein, läuft sie nach der Verkäuferin, dieselbe zur Rede zu stellen, und als sie in ihr Haus zurückkehrt, trifft sie den Dieb in der Küche da an, der sich aus dem Topfe Erbsen geschöpft und sich 3 Stücke Brod abgeschnitten, um sich damit in sein Versteck zurückzuziehen.

Pet. Frödd. Wittwe in Nebel läßt die Anzeige machen, daß er gestern Abend in ihrem Schaafstall gewesen und mit einem halben Schweinskopf darin entflohen; das Gestohlene fand man nun in Jac. Jac. Stall, von dem er das Speck gestohlen, welches er sich vorgestern briet.

 

 

Nr.34.9

 

Juny 1860

 

Als ein Begleiter für den Boy E. Brodersen nach dem Asyl in Flakkebjerg erforderlich, wurde weiland Birksrepräsent. Peter Jensen vom Birkvogt sowie uns Unterzeichnete ersucht, sich dazu herzugeben für bloße Rückstattung der Beförderungs- und Verzehrungskosten.

Unter der Voraussetzung, daß es ihm sehr lieb und genehm seyn würde, wie so manchem andern in der Sommerzeit eine solche Tour und zwar unendgeldlich [sic] zu machen und ihm besonders, da er in Nyburg alsdann auf eine wohlfeile Weise seine Mutter, Geschwister und Verwandte, nachdem er sie seit mehreren [Jahren] nicht gesprochen, besuchen könne. Nach einigen Tagen Bedenkzeit nahm er das Anerbieten an mit der Erklärung, daß er für 35 Rthlr. die Beförderung des Knaben nach Flensburg bewerkstelligen wolle, lieber als daß er specielle Quittungen für Transport und Zehrung producirte. Doch da man ihm auf Föhr gesagt, er könne unter 50 Rthlr. die Reise nicht machen, so wurden ihm 50 Rthlr. aus der Armenkasse vorgeschossen und ihm gesagt, daß er davon Gebrauch machen könne, allein specificirte Rechnungen an uns mitsamt dem Überschuß an uns abzugeben hätte.

Jene hat er nicht producirt und statt Überschuß ist nach seiner unbilligen, unrichtigen und zu verwerfenden Rechenschaft, noch ein Deficit von 8 rs!

Nach dieser seiner eingelieferten Rechnung hat er verausgabt: [es folgt eine detaillierte Aufstellung].

 

Nr.34.10 bis Nr.34.14 sind Dokumente (Rechnungen, Fahrkarten etc.), die die Überstellung von Boy Eduard Brodersen in das Heim in Flakkebjerg betreffen.

 

 

Nr.34.15 [Seite 1]

 

1861 d. 20. December

 

S.T. Hr. Moller Flakkebjerg Instit.

 

Nachdem der Amtsrath uns mitgetheilt, daß die Auslage für B. aus der Amtsarmenkasse bestritten werden solle, wähnten wir, daß wir aus unsrer Armenkasse directe nichts an das Institut einzusenden hätten und war uns die beyfolgende Nota daher befremdend, bis wir nun zur Ansicht gekommen, daß die St. Clemens Armenkasse wahrscheinlich zuerst den Vorschuß zu machen habe, und danach Vergütung aus der Amtsarmenkasse bekommen werde. So folgen denn hiermit die 13 Rthlr. 2 rs fürs Jan. Quartal 1862. Da nun diese Ausgabe sich an die letzte (im Sept. v. J. f. Octbr. [.?.]) anschließt, so restiriren demnach p.t. die April - July und Octbr. Quartale pro 1861, wofür wir Ihre Notas entgegen nehmen werden.

Da wir bishero aus dem gedruckten Berichte [kaum] etwas über Boy Brodersen erfahren haben, so würde es sehr interessiren, wenn Sie gefälligst, sofern Sie Zeit dazu hätten, uns in einigen Zeilen berichten, wie es mit jenem seit der Zeit gehe.

Dessen Eltern führen noch immer ihr unsittliches Leben und es steht zu befürchten, daß andre ihrer Kinder, da schon deutliche Spuren vorhanden sind, derselben Zucht bedürftig werden.

Um Beyträge für Ihre Anstalt habe ich mich noch nicht bemüht, mit Einigen bloß Rücksprache darüber genommen, hoffe jedoch etwas bewirken zu können, bitte Sie zugleich um Nachsicht, daß es in die Länge gezogen wird.

Der liebe Gott segne Ihren mühevollen, aber wichtigen Wirkungskreis und gewähre Ihnen und Ihren Angehörigen geistiges und leibliches Wohlergehen in dem bevorstehenden Jahre.

 

 

Nr.34.15 [Seite 2]

 

In Erwiderung auf Se. Hochwürden des Hr. Bischofs Schreiben v. 29. Nov., betrff. die Conservirung der ältesten Minist. [sic] Bücher, ermangle ich nicht hiedurch anzuzeigen, daß ich das unt. 21. Juny anempfohlene Einbinden derselben unterlassen, weil sie dadurch eher Nachtheil als Vortheil erleiden würden, da nach innen und den Rändern hinaus zu weitgeschrieben worden, auch das Papier so mürbe ist, daß es keine Stiche vertragen kann und hoffe ich (als das Bewährteste) sie gut emballirt und im Archive aufgehoben, wo sie, da sie nicht mehr benutzt werden, sich wol werden halten können.

 

In erfreulicher Erinnerung der, freilich zu kurzen, Anwesenheit Ew. Hochwürden auf Amrum [..?..], da der Jahresschluß sich naht, meinen heißesten Wunsch und meine Bitte zu Gott zu äußern, daß der Allergütigste Höchstdemselben am Geiste und Leibe Wohlseyn und in dem Wirken des bischöfl. Amtes und in allen häuslichen und sonstigen Verhältnissen Freude in dem bevorstehenden neuen Jahre gewähren wolle! Was mich (der ich von körperl. Schwäche beständig belästigt werde und daher mit mehr Mühe mein Amt zu verwalten habe) und den Meinigen betrifft, so fühle ich mich verpflichtet gegen den Allerhöchsten dankbar zu seyn. Meine 4 Söhne sind p.t. nahe und fern: der weiland Schiffsbauer auf Föhr treibt als solcher sein Geschäft in Amoi (China) seit 1 1/2 Jahren. Ein andrer wird wol bald in Calcutta seyn können. Ein dritter hat sich in Lydum etablirt und der vierte frequentirt die Lateinschule in Flensburg. Unser Hausstand besteht demnach nur aus 4 Pers.: Meiner Frau, mir, Tochter nebst Dienstmagd. Mit dem Unterricht in der dänischen Sprache ist seit 4 Wochen (da wir dann erst Hallegers [?] Laesbog bekamen) den Anfang gemacht. Die Kinder scheinen sich dafür zu interessiren.

 

 

Nr.34.16

 

16. Aug. 1861

 

An das Armencollegium zu St. Clemens

 

Bevor die Birkvogtei einliegenden Brief beantwortet, wird das Armencollegium zu St. Clemens auf Amrum hiermittelst ersucht, sich fördersamst schriftlich darüber zu äußern, ob und inwiefern die Kommüne sich verpflichtet hält die in dem Schreiben erwähnte etwaige Versorgung zu übernehmen.

Der einliegende Brief wird mit der Erklärung des Armencollegiums zurück erbeten.

 

Westerlandföhrer und Amrumer Birkvogtei, d. 12. August 1861

 

Im Auftrage des const. Birkvogten

 

J.[?] B. Jacobsen

 

 

Nr.34.17 [S.1]

 

24. May 1862

 

So wie schön öfter in den letzten 3-4 Jahren, fragten die Eheleute, I.G. Brodersen, ein sehr tüchtiger u. fleißiger Arbeiter u. Helena Brodersen auf Ehetrennung an, so wie sie es auch d. 2. März that, da sie unter dem Vorgeben, daß er sie geprügelt und aus dem Haus gejagt habe, darauf antrug, indem sie erklärte, wenn sie nur Obdach hätte (welches ihr, um sie mittlerweile vor des Mannes Wuth, den stets durch ihr böse Maul, ihrem Eigensinn und ihr schlechtes Haushalten fast fortwährend zu reitzen nicht unterlassen kann, im hiesigen Hause für Obdachlose von der Armencommission eingeräumt wurde) sie könne sich selber wol das tägl. Brod verschaffen.

Seit der Zeit ist sie denn auch da geblieben und hat durch erbettelte Gaben und in der letzten Zeit durch Heideschlagen sich denn auch selber geholfen, während ihr Mann die Haushaltung in bessere Ordnung gesetzt, seine 4 Kinder von Ungeziefer und Schmutz gereinigt, deren von der Mutter vernachlässigte Kleider hergestellt, für deren Unterhalt gesorgt hat und sich besser dabey befindet, als wenn sie, die ihm stets Verdruß macht und ihre Kinder zum Betteln, Lügen etc. (weshalb der älteste Sohn nach Flakkebjerg mußte) verleitet, und darum ist es natürlich, daß er von ihr geschieden zu werden wünscht, auch sie will es, wenn sie ihren Aufenthalt im Hause für Obdachlose behalten und von ihrem Manne etwas zur Unterstützung bekommen könne. Das Erstere könnte die Armencommission ihr wol gewähren, wenn nur nicht zu befürchten wäre, daß andre Unglückliche denselben Weg einschlügen und das Andre wird ihr Ehegatte ihr wol nicht leisten können, weil sein Tagelohn wol nur dazu hinreicht, [für] sich und seine 4 Kinder Kost und Kleidung zu schaffen.

 

 

 

 

 

Nr.34.17 [Seite 2]

 

24. May 1862

 

Da Engeline Mariane [sic] Brodersen, Tochter des Arbeitsmannes Ingwer Godber Brodersen und der Helena Brodersen geb. Olufs, geb. 6. Apr. 1849 in Nebel 13 Jahre alt ist und ihre Eltern dürftig sind, so wird ihr von der Schulcommission erlaubt im Sommersemester die Schule unbesucht lassen zu dürfen, obgleich wir es jedoch gerne sähen, wenn ihre p.t. Hauswirthin es ihr verstatten könnte, daß sie [.?.] u. einen halben Tag in der Woche die dortige Schule besucht.

 

St. Cl. Past. L. Fr. M.

 

Namens der Schulcommission

 

 

Da die für Göntje And. Pet. Fr. neulich gesammelten Beyträge zu ihrer Cur nicht ausreichen, so werden mitleidsvolle [.?.] Herzen in dieser Gemeinde hiedurch wieder in Anspruch genommen, doch so daß diejenigen, welche wieder ein Schärflein geben könnten und wollten, dasselbe in den nächsten Tagen an den Herrn Küster, Schullehrer und Armenvorsteher Stuck, weil H. u. S. [?] Abgaben. Alle, bitte ich, haben sich dabey nach ihrem Vermögen u. Gutdünken, ohne Einfluß andrer zu richten und diese Ansprüche als keine zudringliche und gebotene zu betrachten.

 

 

Nr.34.18 [Inhaltlich dasselbe wie 34.17, Seite 1]

 

Nr.34.19 [Brief von Birkvogt Trojel in der "Sache Brodersen"].

 

Nr.34.20

 

Ingwer Godber Brodersen wird hiedurch ersucht, daß er seiner Frau Obdach einräumen, sie nicht hart behandle, bis morgen Etwas Näheres abgemacht und beschlossen werde.

Dies zur Anzeige gemäß obrigkeitlicher Verfügung.

 

Nebel d. 13. Jan. 1863 Lor. Fr. Mechlenburg

 

 

Nr.34.21

 

1. März 1864

 

Gleichwie im Febr. 1860 der älteste Sohn des p.t. Wittwers Ingwer Godber Brodersen, in Nebel, u. d. v. J. ertrunkenen Helena Brodersen, Boy Eduard Brodersen, in seiner Erziehung und durch die gottlose Ehe seiner Eltern verwahrloset, des Diebstahls überführt und bestraft wurde und darauf im Flakkebyer Asyl Aufnahme fand, also ist nunmehro auch der zweite Sohn, Urban Cornelis Brodersen, nachdem er sich des Bettelns, Desertierens u. Unterschleifens u. Schulversäumnissen die letzten Jahre schuldig gemacht, des Diebstahls überführt und in Anklagestand versetzt worden und da der Vater, wie im Ehestande vordem, also auch noch in seinem jetzigen Ehestande, sich öfter dem Trunke ergibt und seine 5 Kinder bisweilen unmenschlich behandelt, so daß sie ganz entarten, bisweilen hungern, so ist um deswillen durchaus keine Aussicht, daß sein Sohn, Urban, im Hause des Vaters, sich bessre und zu einem ordentlichen Leben gebracht werden könne, mithin wäre es die größte Wohlthat für ihn, wenn er durch wohlgeneigteste Vermittelung unsrer hohen Obrigkeit in einem Asyl - theils für Rechnung der Commune u. theils - da diese dürftig - für Rechnung der allgemeinen Unterstützungskasse - seinen Aufenthalt bekommen und da zur Sinnesänderung und Besserung gebracht werden könnte.

Möge diesem Antrage der Amrummer gnädigst Genüge geleistet werden!

 

St. Clem. Past. Amrum, d. 20. März 1864

 

L. F. M.

 

 

NMe Nr.35

 

Nr.35.1

 

Bei diesem Schriftstück handelt es sich um den Transportpaß für Nickels Jannen, ausgestellt von der Polizeikammer in Odense, mit Datum vom 31. März 1860. Die Reise geht dann u.a. über Middelfart, Kolding, Hadersleben, Apenrade, Flensburg, Husum, von wo er am 4. April 1860 nach Amrum abreist.

 

Nr.35.2

 

[Notiz Mechlenburgs]:

 

Nickels Jannen hat seinen Transportpaß (dat. Odense Politikammer d. 31. Marts 1860) an mich abgeliefert. Producirt war derselbe:

Middelfort d. 1. April

Kolding d. 2. April

Hadersleben, Aabenraa u. Flensburg d. 3. April u. Husum d. 4. April, wo er den Schiffer Jacob Jacobs junior antraf und mit demselben hieher kam.

Jac. Jacobs Rechnung für Transport und Beköstigung wird diesem angelegt und ist ja wol aus der Birkscasse zu berichtigen. Da Nickels Jannen auf die Versorgung für Rechnung der Armenkasse Verzicht leistet und willens ist in der künftigen Woche von hier nach Hamburg zu gehen um eine Heuer zu suchen und bloß ein wenig Reisegeld dazu verlangt, so läßt sich dawider wol nichts einwenden.

Ew. Wohlgeboren werden zugleich auch ersucht, ihm zu dem Behuf gefälligst einen Vorzeiger anfertigen zu lassen.

Falls nach deiner Ansicht die Policeibehörde in Husum die Rechnung von Jacob Jacobs verpflichtet [sic] ist, so wünscht dieser dieselbe samt meiner des Arrestanten Ankunft betreffende Attestirung (von dir fidimirt) zurück, damit er sie selbst in Husum abliefere. - Soll die Zahlung aber aus der Birkscasse geleistet werden, bist du wol so gut meine von dir fidimirte Attestation per Post an die Königliche Policeykammer abzusenden.

Mit Nickels Jannens Aufenthalt in Hamburg möchte man wol Bedenken haben, weil er da zu zweienmalen in Verhaft genommen und ausgewiesen ist? - Daher wird nicht geeilt werden mit seiner Entlassung.

 

Achtungsvoll

 

Lor. Fr. Mechlenburg

 

Amrum d. 6. April 1860

 

 

 

 

 

 

Nr.35.3

 

Oben links in Mechlenburgs Handschrift: Policei Amt Altona 8. Mai 1863.

[Der Brief ist adressiert die Königliche Birkschreiberei auf Westerlandföhr und Amrum zu Nieblum/Föhr.]

 

Der Seemann Nickels Jannen, geboren am 10. Januar 1818 auf Amrum, ein ehelicher Sohn des Schiffers Jan Mangelsen ebendaselbst, ist, nachdem er schon seit einigen Wochen in hiesiger Gegend umhergetrieben, heute in gänzlich zerlumptem Zustande und ohne Legitimationspapiere wegen Bettelei aufgegriffen, und in [sic] 4tägige Gefängnisstrafe bei Wasser und Brod verurtheilt worden.

Nickels Jannen giebt an, daß er bis zu seiner Confirmation auf Amrum geblieben, darauf zur See gegangen sei und stets gefahren habe, nunmehr aber, nachdem er Schiffbruch erlitten und mit einem englischen Schiffe im vorigen Monat nach Hamburg gebracht worden, weder Subsistenzmittel noch Papiere besitze. Da nach Vorstehendem die Heimathsberechtigung des N. Jannen auf Amrum nicht zweifelhaft sein kann, auch sein Transport in die Heimath wegen gänzlicher Verarmung erforderlich ist, so erlaube ich mir die Königliche Birkschreiberei dienstergebenst um eine gefällige Nachricht zu ersuchen, ob die Geburtsheimathrechte des Nickels Jannen auf Amrum anerkannt werden und seine Annahme daselbst auf dem Wege des Transports zu gewärtigen, so wie ob in Gemäßheit der Armenordnung vom 29. December 1841 die Erstattung der nach abgebüßter Strafe durch Nickels Jannen hieselbst entstandenen Kosten erfolgen wird.

 

Königlich. Policeiamt Altona am 8. Mai 1863

 

[unles. Unterschrift]

 

 

Nr.35.4

 

[Mechlenburgs Handschrift]

 

In Erwiderung auf das Schreiben d. K. Pol. in Altona am 8. May, müssen Unterzeichnete den quästionirt. Vagabunden N. Jannen als hier heimathberechtigt anerkennen, fühlen sich daher verpflichtet, die in Altona veranlaßten Kosten zu erstatten und zu bitten, daß er auf gesetzlichem Wege hieher transport. werde, sofern er dort nicht etwa auf einem Schiffe zu engagiren wäre, geneigtest veranstalten zu wollen.

 

 

 

NMe Nr.36

 

Nr.36.1

 

Peter Broder Petersen, ehel. Sohn des Carsten Petersen auf dem Kleinenkogs-Deiche, und der Christina gebn. (Broder) Momsen von dem Oster-Deiche, ist geboren d. 11. Jul. 1825 (den elften Juli Ein Tausend acht hundert fünf und zwanzig) und am 24sten ejusd. a. ct. m. getauft worden.

Vorstehendes wird in Uebereinstimmung mit dem Taufregister, sub fide pastorali, attestiret.

 

Emmelsbüll im Pastorat den 5. März 1844

 

(gratis) H. P. Lorenzen p. l.

 

 

Nr.36.2

 

Peter Broder Petersen, aus dem hiesigen Kirchspiele gebürtig, hat, zum Behuf seiner Verehelichung testimoniales verlangt.

Derselbe, ein ehelicher Sohn des (weil.) Arbeitsmannes Carsten Petersen, (damals) auf dem kleinen Koogs Deiche, und der (weiland) Christina geb. (Broder) Mommsen vom Osterdeiche

ist geboren d. 11ten (elften) July 1825 (tausend achthundert fünf und zwanzig):

getauft d. 24sten (vier und zwanzig) July desselben Jahres; confirmirt und zum heil. Abendmahl zugelassen am Samstage Lätare d. 6ten März 1842 (tausend achthundert zwey und vierzig),

vaccinirt d. 21sten April 1834 Dr. Dircks Physikus in Tondern. Indem ich vorstehende Angaben, als übereinstimmend mit dem hiesigen Tauf-Confirmations- und Beicht-Register sub fide pastorali hiedurch attestire, füge ich hinzu, daß derselbe während seines Aufenthaltes in hiesiger Gemeinde weder verehelicht war, noch sich, soweit bekannt, in eine Eheberedung eingelassen; daß er seit seinem 18ten Jahre keine Unterstützung aus der hiesigen Armencasse genossen; - daß, wie oben angedeutet, seine beiden Eltern verstorben sind und bey seiner Mündigkeit keine Einwilligung von Vormündern erforderlich ist; und daß also überhaupt seiner Verehelichung von hier aus nichts im Wege steht.

 

Emmelbüll, im Pastorate d. 6ten Decemb. 1849

 

G. F. Jacobsen Pastor

 

 

Nr.36.3

 

Beigefügtes Schreiben von Pastor Jacobsen, in dem er die Gebühren (zus. 3 Mark und 7 Schilling) für den Echtebrief begründet und die Überweisungsformalitäten anzeigt.

 

 

Nr.36.4

 

Briefkopie Mechlenburgs an das Armenkollegium in Emmelsbüll, dem er mitteilt, daß Peter Broder Petersen im Sterben liegt und wenn dies geschieht, seine Witwe und die sechs Kinder auf die Armenkasse angewiesen sein werden. Da Brodersen auf Amrum aber kein Heimatrecht besitzt, weil er noch nicht fünfzehn Jahre hier gelebt hat, wäre dann die Emmelsbüller Armenkommission für diese zuständig. Mechlenburg teilt weiter mit, daß Brodersen hier wohl ein Haus besitzt, seine Schulden aber höher seien als der Wert desselben. Datiert ist der Brief vom 3. März 1863.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.36.5

 

[Darauf antwortet Pastor Jacobsen]:

 

Auf das Schreiben der verehrt. Armencommission auf Amrum vom 3. März d.J., betreffend den daselbst erkrankten Peter Broder Petersen, verfehlen wir nicht zu erwiedern: daß, falls derselbe die vermuthete Unterstützung aus der dortigen Armencasse in Anspruch nehmen, und ihm solche nach Bedürfniß dort gewährt werden sollte, wir, neben der Rechnung über dieselbe, ein amtliches Protokoll gesandt wünschen, woraus hervorgeht, daß er sich nirgends anderswo Heimathrechte erworben habe, worauf alsdann die Erstattung von hier aus erfolgen wird.

 

Emmelsbüll per Tondern d. 15. März 1863

 

Namens des Armencolleg.

 

G. F. Jacobsen Pastor

 

Nr.36.6

 

Brief Mechlenburgs in dem er anfragt, wie lange Brodersen auf Föhr war und was er dort gemacht hat. Die Anfrage geht wahrscheinlich an eine offiziellen Stelle auf Föhr. Auf der Rückseite des Briefes befinden sich die Geburtsdaten der sechs Kinder von Brodersen.

 

 

Nr.36.7 u. 36.8

 

Diese beiden Schriftstücke sind Aufzeichnungen Mechlenburgs, die die Aufenthalte Petersens auf Föhr und Amrum betreffen. Er weist darin nach, daß Petersen weder auf Föhr noch auf Amrum sich ein Heimatrecht erworben hat. Weiterhin beschreibt er die ärmliche Lage der Witwe und ihrer sechs Kinder. Die Armenkommission auf Amrum macht dann verschiedene Vorschläge, wie mit der Familie verfahren werden soll, so u.a., daß die ganze Familie nach Emmelsbüll zieht oder aber daß die Mutter mit den jüngsten Kindern hierbleibt und versucht, sich durch kleine Arbeiten über Wasser zu halten. Allerdings hatte die Familie bisher noch kein Armengeld beantragt, wahrscheinlich aus Angst, dann nach Emmelsbüll abgeschoben zu werden. Datiert sind die Schreiben vom 17. April 1863.

 

Nr.36.9

 

Auf das Schreiben des verehrt. Amrumer Armencollegii [sic] vom 17. April 1863 betreffend die hinterlassene Familie des verstorbenen Peter Broder Petersen daselbst, verfehle ich nicht nach Berathung mit dem hiesigen Armencollegio u. im Namen derselben zu erwidern: daß, sobald die hinterlassene Familie die Unterstützung der dortigen Armencasse in Anspruch nehmen wird, wir mit Anerkennung ihrer hiesigen Heimatrechte bereit sind, die Kosten zu erstatten und die ganze Familie hieselbst entgegenzunehmen, in welchem Falle wol alsdann das verehrt. Armencolleg. den Transport derselben auf verordnungsgemäße Weise beschaffen wird.

 

Emmelsbüll d. 29sten April 1863

 

Namens des Armencolleg.

 

G. F. Jacobsen Pastor

 

 

Nr.36.10

 

Obschon Pet[er] B[roder] Pet[ersens] Wittwe bis jetzt keine directe[n] Ansprüche auf Unterstützung aus unsrer Armencasse gemacht hat, so doch da sie dennoch gesetzwidrig durch Bettelei den Unwillen der Gemeindeglieder erregt u. deren billige Rüge bewirkt hat u. da sie ferner ihre Kinder unverantwortlich die Schule versäumen läßt, so halten wir es für unsre Pflicht, daß wir sie mit 5 Kind. der Emmelsbüller Commune ehestens zusenden, wo im Armenhause besser für ihr Wohl gesorgt werden wird. Die Forderungen der Creditoren sind auf der Birkvogtei abgegeben; es übersteigen diese den Werth der Hütte. Wenn diese Angelegenheit beendigt worden, werden wir nicht ermangeln darüber einen Bericht mitzutheilen u. erbitten uns durch Ueberbringer Nachricht, daß es Ihnen genehm sey, die quäst. Personen (die älteste Tochter dient auf Föhr und wird der Hülfe wol nicht bedürftig werden, kommt also nicht mit).

 

St. Cl. Armencommission d. 24. May 64

 

 

Nr.36.11

 

Auf das heute empfangene Schreiben des verehrt. Amrumer Armencollegiums vom 24. May d.J. betreffend den beabsichtigten Transport der Wittwe des Peter Broder Petersen u. Familie, verfehlen wir nicht zu erwiedern: daß wir dem dortigen Armencollegium nicht das Recht einräumen können diese Hausbesitzerin von da zu vertreiben, weil sie etwa durch Betteln beschwerlich fällt, ihre Kinder nicht zur Schule hält, oder Schulden hat; auch wir werden hier manchmal durch fremde Heuersleute auf ähnliche Weise belästigt, ohne daß wir sie ihrer Heimathscommune zusenden dürfen. Der Transport kann vielmehr dann erst in Frage kommen, wenn sie directe und wirkliche Armenunterstützung aus der öffentlichen Armencasse in Anspruch genommen hat, bis zu welcher Zeit wir also jedensfalls die Entgegennahme verweigern müssen. Wir haben hier auch keine größere Macht einen regelmäßigeren Schulbesuch der Kinder zu bewirken, als sie dort stattfindet, wir halten uns gar nicht einmal befähigt, sie in die hiesige Arbeitsanstalt zu versetzen, so lange sie weder dort noch hier die Armencasse in Anspruch genommen hat.

 

Emmelsbüll d. 1. Juny 1864

 

Namens der hiesig. Armencolleg.

 

G. F. Jacobsen Pastor

 

 

Nr.36.12

 

Krankenbericht von Dr. Hitscher auf den Namen Petersen. Welcher gemeint ist, ob Peter Broder Petersen selbst oder eines seiner Kinder ist nicht ersichtlich, da der Brief nicht datiert ist.

 

[Ob die Familie nun wirklich nach Emmelsbüll mußte, ist noch nicht geklärt. Den Eintragungen aus dem Kirchbuch ist aber zu entnehmen, daß zwei der Kinder Anfang 1865 auf Amrum gestorben sind. Bei den restlichen Kindern fehlen außer den Geburtsdaten weitere Eintragungen, so daß es immerhin möglich ist, daß sie nach Emmelsbüll gekommen sind. Die Mutter stirbt 1875 auf Amrum. Die älteste Tochter verheiratet sich auf Föhr].

 

 

 

NMe Nr.43

 

 

[S.1]

 

Extract

 

 

Wir Frederik der Sechste

von Gottes Gnaden König zu Dännemark, Norwegen, der Wenden und Gothen, Herzog zu Schleswig, Holstein, Stormarn und der Dithmarschen, wie auch zu Oldenburg etc.

Thun kund hiemit, daß bey Uns allerunterthänigst angesuchet worden, Wir geruheten über das von dem Apotheker Friedrich Mechlenburg in Flensburg und seiner nunmehr verstorbenen Ehefrau Margaretha Mechlenburg, unterm 15ten Jun. 1807 errichteten, hiebey in Originali angeheftete und bey Unserer Schleswig-Holsteinischen Kanzeley abschriftlich aufbewahrte Testament Unsere Königl. Confirmation zu ertheilen. Wann [sic] Wir nun diesem Gesuch, jedoch mit Vorbehalt der Rechte des Pflichttheils in Gnaden statt gegeben haben, als [sic] confirmiren und bestätigen Wir solches Testament unter ebenerwehntem Vorbehalt hiemit und Kraft dieses wörtlichen Inhalts in allen Puncten und Clauseln und wollen allergnädigst, daß demselben jederzeit fest und unverbrüchlich nachgelebet und dagegen zu keinen Zeiten weder in noch außerhalb Gerichts etwas vorgenommen oder verhänget werden solle noch möge.

Vornach [sic] sich männiglich allerunterthänigst zu achten.

 

 

Urkundlich unter Unserm vorgedruckten Königl. Insiegel. Gegeben in Unserer Königl. Residenzstadt Copenhagen d. 17. Jul. 1810.

 

 

[L.S.]

 

 

Auf Se. Königl. Majestät allergnädigsten Befehl.

 

Mössing [?] Eggers Jensen Rothe Hammerich Spies Ketelsen

 

 

 

Confirmatio Testamenti des Apothekers Friedrich Mechlenburg in Flensburg und seiner nunmehr verstorbenen Ehefrau Margaretha Mechlenburg.

 

In Hinsicht, daß unsere bis hierzu geführte vergnügte Ehe gänzlich unbeerbt geblieben, sowie sonst aus darzu veranlaßenden bewegenden Ursachen, verfügen wir indesunterschriebenen Disponenten, ich Friedrich Mechlenburg, Königl. priviligirter Apotheker hieselbst, und ich die Ehefrau Margaretha Mechlenburgen [sic], und zwar unter Assistenz eines desfälligen Hr. Curatoris, Beyde aber bey guten und vollkommenen Leibes- und Verstandeskräften, und nach reifer Ueberlegung, daß in denen einer- oder anderseits sich beygebenden Sterb- und Erbfällen folgendes genau beobachtet und ins Werk gesetzet werden solle.

 

 

 

3

 

Annoch verordne ich, der Testator, besonders, daß nach meinem Ableben, ich mag nun der Erst- oder Letztverstorbene seyn, aus meinem Nachlaße Fünf Hundert Reichsthaler S. H. Cour. genommen, und an die Armenvorsteher auf der Insel Amrum abgegeben werden sollen, von welchen 500 Rthlr. die jährlich zu erhebenden Zinsen unter nothdürftigen Wittwen und Waysen besagter Insel, nach bester Einsicht jedes Jahr zu vertheilen sind. -

Urkundlich ist solches von uns, resp. cum Curatore, in zweener Zeugen Gegenwart eigenhändig unterschrieben und besiegelt, auch weiter vollzogen worden. Geschehen in Flensburg den 15. Juny 1807.

 

Friedrich Mechlenburg Margaretha Mechlenburg

 

[L.S.] [L.S.]

 

 

Hans Peter Petersen M. Jürgensen als Curator

[L.S.]

als Zeuge [L.S.]

 

Paul Möller

als Zeuge [L.S.]

 

Beyde Disponenten, unter dem resp. von [sic] Beystande eines Hr. Curatoris, haben mit guter Ueberlegung dieses Testament errichtet, nach geschehener Erwägung in Allem genehmiget, auch bey heutiger Vollziehung, in meiner und der beyden Herren Gezeugen Gegenwart öffentlich erkläret, wie darin ihr wahrer beharrlicher Wille enthalten sey, worauf sie solchesmit eigener Hand unterschrieben und besiegelt haben, gleich solches zugleich und eigenhändig vom Hr. Curatore wie auch den beyden Gezeugen geschehen ist; welches Alles, und besonders, daß Alles und Jedes bey guten und vollkommenen Leibes-, Gemüts- und Verstandeskräften beyder Disponenten bewerkstelliget worden, hiermit pflichtmäßig attestirt, auch eigenhändig beglaubiget wird. - So geschehen uno actu et eodem ut supra.

 

F. C.[?] Hammerich

 

Notarius Reg. et inratus

 

[L.S.]

 

 

Wir Frederik der Sechste, von Gottes Gnaden König zu Dännemark, der Wenden und Gothen, Herzog zu Schleswig, Holstein, Stormarn, der Dithmarschen und zu Lauenburg, wie auch zu Oldenburg etc.

Thun kund hiemit, daß bey uns allerunterhänigst angesucht worden, Wir geruheten über das von dem Apotheker Friedrich Mecklenburg [sic] in Flensburg und seiner Ehefrau Maria Caecilia Mecklenburg unterm 20. Novbr. 1810. errichtete Testament, nebst zeweyen Testamentsscheduln vom 25. May 1812. und 28. April 1827., welche Documente hiebey in Originali angeheftet und bey Unserer Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Kanzeley abschriftlich aufbewahrt werden, Unsere Königliche Confirmation zu ertheilen.

Wann [sic] Wir nun diesem Gesuche in Gnaden statt gegeben haben, als [sic] confirmiren und bestätigen Wir solches Testament nebst beigefügten Scheduln hiemit und kraft dieses wörtlichen Inhalts in allen Puncten und Clauseln, und wollen allergnädigst, daß demselben jederzeit fest und unverbrüchlich nachgelebt und dagegen zu keinen Zeiten, weder inn- noch außerhalb Gerichts, etwas vorgenommen oder verhängt werden solle und möge. Wornach [sic] sich männiglich allerunterthänigst zu achten. Urkundlich unter Unserem vorgedruckten Königlichen Insiegel. Gegeben in Unserer Königlichen Residenzstadt Kopenhagen, den 25. Octbr. 1828.

 

[L.S.]

 

Auf Se. Königlichen Majestät allergnädigsten Befehl

 

Moltke. Rothe. Hammerich. Jensen. Höpp. Langheim. v. Prangen.

 

 

Confirmatio Testamenti des Apothekers Friedrich Mecklenburg in Flensburg und seiner Ehefrau Maria Caecilia Mecklenburg vom 20. Novbr. 1810. nebst zweyen Scheduln vom 25. May 1812. und 28. April 1827.

 

Durch diese, resp. mit Zuziehung eines Hr. Curatoris errichtete, testamentarische Anordnung verfügen wir beide Endesunterschriebene Eheleute, ich Friedrich Mechlenburg, Königl. priviligirter Apotheker allhier, und ich, die Ehefrau Maria Caecilia gebohrne Outzens [sic], und zwar mit reifer Ueberlegung und bey guten und vollkommenen Leibes-, Gemüths- und Verstandeskräften, daß bey künftig eintretenden tödlichen Hintritt des Einen von uns beiden Eheleuten, sodann Folgendes der Succession [?] und Erbnahme wegen statt finden und zur Anwendung kommen solle.

 

1.

 

Vorgängig und zuvörderst wird hierbey vorausgesetzt, angenommen, und von mir, der Ehefrau, cum Curatore besonders agnoscirt, daß die in dem von mir, dem Ehemanne, und meiner verstorbenen Ehefrau den 15. Juny 1807. errichteten, und den 17. July d. J. Allerhöchst confirmirten Testament, und dessen §2., in Hinsicht meiner, des Testatoris, im Testamente benannten 3 Stiefkinder, so wie deren eventuelle Leibeserben, und in Bezug auf den nach meinem Tode vorhandenen und zu constituirenden Nachlaß, enthaltenen Anordnungen und Bestimmungen, so wie auch die in §3. in Betreff der allda angeordneten beide [sic] Legaten [sic] gemachten Verfügungen, ferner und stets in Kraft bleiben, mithin keine Veränderung leiden, sondern nach wie vor in beikommenden Fällen ihre Anwendung finden.

 

Flensburg den 20. November 1810.

 

Friedrich Mechlenburg Maria Cäcilia Mechlenburg

 

Nicolaus Outzen Hans Boysen als Curator

Pastor zu Brecklum

 

Peter Henningsen Friedrich Wilhelm Funke

als Zeuge als Zeuge

 

Bey der heutigen Testamentsvollziehung haben beide Disponenten, resp. cum Curatore, und in Gegenwart der beiden Herren Gezeugen, dieses vorher auf Ihr Verlangen in die Feder gefaßtes, von Ihnen wohlerwogenes und völlig genehmigtes Testament für ihre wahre beharrliche Willensmeinung erklärt, und darauf solchergestalt mit eigener Hand unterschrieben und besiegelt. Auch hat der gegenwärtige Herr Vater der Frau Disponentin seine genehmigende völlige Zufriedenheit mit dem Inhalt der Disposition zu erkennen gegeben, und in solcher Hinsicht selbige eigenhändig unterschrieben und besiegelt; welchem nächst die beiden Herren Zeugen ihre eigenhändige[n] Unterschriften und Pettschaften beigefügt haben. Welches Alles, und besonders, daß alles bey guten und vollkommenen Leibes-, Gemüts- und Verstandeskräften beider Disponenten, wie auch des Hrn. Vaters geschehen ist, hiedurch pflichtmäßig attestirt und eigenhändig beglaubiget wird. Geschehen uno actu, eodem ut supra.

 

Hammerich

 

Notar. Reg. et inratus

 

 

Zweite Testaments-Schedul

 

In Hinsicht des in dem von mir und meiner verstorbenen ersten Ehefrau am 15. Juny 1807. errichteten und den 17. July 1810. allerhöchstbestätigten Testamente von mir angeordneten, auch im §1. des von mir und meiner jetzigen Ehefrau am 20. November 1810. errichteten Testaments wiederholten Legats, des Inhalts, daß nach meinem Ableben aus meinem Nachlasse 500 Reichstaler S. H. Cour., jetzt 800 rbthlr. in Silber, genommen und an die Armen-Vorsteher auf der Insel Amrum abgegeben werden sollen, von welchen, von welchen die jährlich zu ergebenden Zinsen unter die nothdürftigen Wittwen und Waysen besagter Insel nach bester Einsicht jedes Jahr zu vertheilen seyn, verfüge ich wegen eingetretener Umstände und nach reiflicher Erwägung noch folgendes zur näheren Bestimmung, daß, wenn die älteste Tochter meines Bruders, des Predigers Christian Riese Mechlenburg auf Amrum, Namens Anna Catharina Gerritz [sic], geborne Mechlenburg, deren Ehemann Janne Gerritz daselbst vor ungefehr zwei Jahren auf einer Seereise weggeblieben ist, mich überlebt, selbige während ihres Lebens die Zinsen von jenem Legaten-Capitale genießen soll, und daß sonst oder nach ihrem Tode die auf der Insel vorhandenen nothdürftigen Wittwen und Waysen, welche mit mir verwandt sind, die zum Genuße jener Zinsen zunächst berechtigten Personen seyn und vor anderen nicht mit mir verwandten Wittwen und Waysen auf jener Insel stets den Vorzug haben sollen.

Zur Bekräftigung habe ich dieses eigenhändig unterschrieben und besiegelt. Geschehen in Flensburg, den 28ten April 1827.

 

Friedrich Mechlenburg

 

[L.S.]

 

 

Daß vorstehender Extract aus den testamentarischen Anordnungen und Verfügungen des verstorbenen Herrn Apothekers Friedrich Mechlenburg hieselbst richtig und in Betreff des darin für die Armen auf Amrum mit vorzugsweiser Berechtigung einer Brudertochter und nach deren Ableben, sonstiger Verwandten des Testators angeordneten Legats vollständig sey, solches wird unter dem beygedruckten Stadtsiegel und des Stadtsecretairs [?] Unterschrift obrigkeitlich attestiret.

 

Flensburg den 21st. April 1829.

 

In fidem

J. Jensen