(c) Öömrang Archiif 1999

Einleitende Bemerkungen zum Titelverzeichnis des Nachlasses von Johannes Ermin Jannen (1871-1950)

 

Der Nachlaß von Johannes Ermin Jannen ist in zwei Teilen in das Öömrang Archiif gelangt. Beide Male aus der Hand von Pastor a.D. Erich Pörksen, Nebel, der diesen Nachlaß 1951 von Jannens Witwe Ida Mathilde bekommen hat. Der erste Teil im Januar 1996 beinhaltet in erster Linie Schriftstücke, die von Jannen selbst erstellt worden sind bzw. ihn oder seine Familie betreffen, d.h. Lebensdokumente und Korrespondenz. Von diesen Materialien ist dann Ende 1996 ein Titelverzeichnis erstellt worden. Nun wurde im März 1997 dem Öömrang Archiif weiteres Material aus dem Nachlaß Jannen übergeben. Dieser zweite Teil umfaßt durchweg Materialien, die der Sammeltätigkeit Jannens entsprungen sind und die als "lose Materialien" geführt werden. Bei diesen Schriftstücken handelt es sich um amtliche Dokumente (entweder als Original oder als beglaubte Abschrift), Tagebücher, Korrespondenzen sowie Materialsammlungen zu verschiedenen Personen. Einige dieser Schriftstücke befinden sich abgeschrieben bzw. teilweise abgeschrieben im ersten Teil des Nachlasses.

Es kommt nun noch ein weiterer Fund hinzu, der für die Bearbeitung des Nachlasses von Jannen mit hinzugezogen werden muß. . Es ist nämlich überraschenderweise noch ein beträchtlicher Teil des Nachlasses von Lorenz Friedrich M. Mechlenburg (1799-1875) aufgetaucht. Dieses Material, wiederum aus der Hand von Pastor Pörksen, muß Jannen bekannt gewesen sein, da sich einige seiner Arbeiten auf dieses Material beziehen (vgl. Nr.7b.3). Es bleibt nun zu klären, wo sich die Materialien, ehe sie in die Hände von Jannen bzw. Pörksen gelangt sind, befunden haben. Einen Hinweis geben die Ausarbeitungen von Heinz Howaldt, die sich im Nachlaß Jannen befinden. So hat er 1937 eine Aufstellung der Materialien gemacht, die sich im "Gemeinde-Archiv Nebel" befunden haben. Darunter hat sich auch das "Dorfprotokoll für Süddorf und Nebel" aus den Jahren 1822 bis 1834 befunden, das sich jetzt im Teilnachlaß Mechlenburg befindet.

Überhaupt ist eine genaue Zuordnung gerade der sog. losen Materialien sehr schwierig, da eine "Vermischung" der Materialien, die fast 50 Jahre zusammen in einem großen Schrank gelagert worden sind und mehrere Umzüge mitgemacht haben, nicht auszuschließen, ja eher wahrscheinlich.

"Wenn noch etwas an alten Materialien auf Amrum vorhanden ist, dann sind sie in der Hand von Johannes E. Jannen." So heißt es immer wieder in der entsprechenden Korrespondenz.

Ziel dieses Titelverzeichnisses ist es, die mit Individualsignaturen versehenen Schriftstücke bzw. Konvolute schriftlich zu fixieren und somit zitierfähig zu machen. Daneben aber auch durch sog. "Enthält"-Vermerke und kurzen Inhaltsangaben dem Leser einen Einblick zu geben, was ihm beim jeweiligen Schriftstück erwartet, um so die Arbeit mit dem Nachlaß zu erleichtern. Dazu dient auch die thematische Gliederung der handschriftlichen Schriftstücke am Ende dieser Einleitung sowie eine Auflistung der Nachlaßstücke, die sich abschriftlich in der Anlage des Titelverzeichnisses befinden. Dem Titelverzeichnis angefügt ist ein Register der in den Titeln und Anmerkungen vorkommenden Personennamen. Das Titelverzeichnis kann allerdings noch nicht alle Details bezüglich des Ursprung der einzelnen Schriftstücke klären.

Johannes Ermin Jannen wird am 31. März 1871 in Norddorf als Sohn des Kapitäns Jan Martin Jannen (1836-1872) und seiner Ehefrau Kresche geb. Cöster (1844-1886) geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern kommt er in Erziehung bei seiner Tante Camilla Therese Quedens geb. Cöster. 1886 wandert er nach Sandusky, Ohio (USA) aus, wo er zunächst auf einer Farm arbeitet, dann aber als Werkstudent die Sandusky High School besucht. 1889 kommt er auf Anraten seines Bruders Hinrich Emil (1868-1897) nach New York. 1893 besucht er die Heimat und verlobt sich dort mit Ida Mathilde Jannen, geb. 1875, Tochter des Schiffkapitäns Friedrich Jannen (1834-1905) und seiner Ehefrau Theodore Georgine geb. Jannen (1837-1923). Er kehrt im selben Jahr wieder nach New York zurück und kauft sich einen Grocery Store in der 47th First Street. Am 21. April 1895 heiratet er seine Braut. 1897 kommt sein Sohn Johannes Christian in New York zur Welt. Ein Jahr zuvor ist ein Sohn gleich nach der Geburt gestorben. Johannes Christian ist ein Zwillingskind, seine Schwester Florentine Theodore stirbt nach einem halben Jahr. 1902 kehrt er nach Amrum zurück, nachdem er sich genug Geld zusammengespart hat, um hier davon leben zu können. Er betätigt sich als Kirchen- und Gemeindevertreter und ist 15 Jahre lang Schiedsmann auf der Insel. 1903 wird sein Sohn Friedrich Theodor geboren. Während des ersten Weltkriegs ist er als Soldat in Kiel, später in Swinemünde stationiert.

Nachdem er durch die Inflation nach dem ersten Weltkrieg sein gesamtes Vermögen verliert, zieht er 1923, schon 52 Jahre alt, wiederum nach New York, wo er sich mit Hilfe von Freunden ein Delikatessen Store in der 483 Court Street in Brooklyn kauft. Seine Frau und der jüngere Sohn bleiben auf Amrum. Johannes Christian lebt zu der Zeit in Hamburg, wandert dann aber ca. 1924 auch nach New York aus. 1927 kehrt Johannes Jannen nach Amrum zurück, und widmet sich sofort wieder den Gemeindeangelegenheiten und führt nebenbei die Geschäfte der Nebeler Niederlassung der Westholsteinischen Bank.

Im 68. Lebensjahr wird er gelähmt an Hand und Füßen, so daß er seitdem an den Rollstuhl gefesselt ist. Schriftliche Arbeiten kann er gleichwohl noch ausführen. Jannen stirbt am 24. Februar 1950 in Nebel, seine Frau Ida am 30. Januar 1952.

 

Eine Biographie über Johannes E. Jannen gibt es bisher nicht, und auch andere Informationen über ihn sind nur sehr dürftig. Einiges über sich selbst sagt er in seinem Nachlaß. So macht Jannen in einem Vortrag, den er 1943 vor "Kameraden" gehalten hat (vgl. Nr.18.3), einige Bemerkungen zu seiner persönlichen Situation, die sich auf seine Behinderung beziehen:

"Nun fragt vielleicht Mancher: Ja, wenn man einen gesunden und nicht behinderten Körper hätte, dann wäre alles viel leichter. Gewiß. Aber wenn ich auch seit 5 Jahren vollständig an Händen und Füßen gelähmt bin, so soll doch keiner glauben, daß ich mich unglücklich oder gar überflüssig fühle. Die 14 Stunden, die ich täglich auf dem Stuhl sitze, sind ausgefüllt mit vielseitigen Arbeiten, und ich bin in der glücklichen Lage, für den Unterhalt der Meinen zu sorgen. - Der Sinn des Lebens ist vielleicht gerade der, sich geduldig durch alle Zweifel und Unbegreiflichkeiten hindurchzukämpfen und niemals abzulassen. So erreicht ein Jeder den Grad von Reife, der seiner Kraft und Fähigkeit entspricht. Und dieser Reifegrad ist dann das Endergebnis eines jeden Lebens. Der Eine kommt weit, der Andre nicht. Entscheidend ist nur, ob man sein Möglichstes gethan hat. In den 73 Lebensjahren habe ich getrachtet, das Leben nach bestimmten Regeln zu formen. - Heute mögen sie Menschen als veraltet erscheinen. Aber dennoch bleiben sie als ewige Wahrheit bestehen, darum zuerst vertrau auf Gott recht fest."

 

Erich Pörksen, Pastor auf Amrum von 1934 bis 1972 und ein enger Freund Jannens, schreibt in seinen unveröffentlichten Lebenserinnerungen zu seinen Begegnungen mit Jannen folgendes:

"Als ich im Herbst 1934 zum ersten Mal sein Haus betrat, begrüßte er mich mit den Worten: 'Sie sind nun der Mann, der uns alle begraben soll'. Johs. Jannen war damals 63 Jahre alt und ich erst 26. So verstand ich seine Worte nicht und war enttäuscht, denn ich war doch nicht als Totengräber zur Insel gekommen. Nach 18 Jahren beginne ich seine Worte zu verstehen, und habe es von ihm gelernt, daß es auch zum Leben gehört, den eigenen Tod immer bei sich zu haben. Johannes Jannen lehrte mich auch die Liebe zu diesem kleinen Land und ließ mich erkennen, daß der Glaube das Herz aller Heimatforschung ist. Mit vielen Wünschen kamen sie aus allen Dörfern in das kleine Haus am Watt, bis er der Lazarus von Amrum wurde."

 

Der Nachlaß von Johannes ("Hantje") Jannen ist umso wichtiger, da er eine Zeit beleuchtet, die bisher, gerade was die amringer Sprache betrifft, ziemlich im Dunkeln liegt, nämlich die Zeit nach der Jahrhundertwende bis zum 2. Weltkrieg. Da Jannen auch alte Materialien gesammelt hat, schließt sich das Nachlaßmaterial fast nahtlos an die durch die Nachlässe bzw. Arbeiten von Lorenz Friedrich Mechlenburg (1799-1875), Knudt Jungbohn Clement (1803-1873) und Christian Johansen (1820-1871) beschriebene Zeit zwischen 1825-1875 an. Als der letzte dieser drei, Mechlenburg, 1875 stirbt, ist Johannes E. Jannen gerade vier Jahre alt. Der alte Mechlenburg hat noch die Grabrede bei der Beerdigung von Jannens Vater, der 1872 gestorben ist, gehalten.

 

Das Nachlaßmaterial läßt sich in verschiedene Gruppen untergliedern. Da ist zum einen seine Bibliothek, bestehend aus ca. 50 Büchern. Diese Bibliothek enthält u.a. Werke zu Nordfriesland, Amrum und zur friesischen Sprache, die heute kaum noch zu bekommen sind und auch überhaupt nur noch in sehr wenigen Exemplaren vorliegen, wie z.B. der "Ferreng an öömreng Allemnack" für die Jahre 1893, 1894 u. 1896 von Otto Bremer und Negels Jirrins, ebenso das Buch "Ferreng an ömreng Stacken üb Rimen" aus dem Jahr 1888, ebenfalls von Otto Bremer. Daneben noch weitere Originalbände der Amrumer Knudt Jungbohn Clement, Christian Johansen und Ida Christine Matzen. Aber auch wer sich für antiquarische Bücher überhaupt interessiert, findet etwas, wie z.B. ein "Allgemeines Gesangbuch" von 1789 oder Nicolaus Helduaders "Chronik der Stadt Schleswig" von 1822. Das älteste Buch ist von 1745 über den "Verrathenen Orden der Freimaurer".

Der größte und wichtigste Teil des Nachlasses sind aber die von Jannen selbst gemachten handschriftlichen Aufzeichnungen. Dabei lassen sich verschiedene thematische Schwerpunkte aufzeigen:

1. Genealogische Aufzeichnungen, in erster Linie von seiner eigenen Familie, aber auch von anderen Familien, z.B. Flor und Quedens.

2. Abschriften von Dokumenten, z.B. aus dem Missale, den Kirchenbüchern, aus dem Liber Daticus und anderen amtlichen Akten. Besonders wichtig sind dabei natürlich die Abschriften von den Vorlagen, die heute nicht mehr existieren bzw. nicht mehr zugänglich sind, wie z.B. die Abschrift der Tagesangelegenheiten. Im Jahre 1831 bis 1839 von der Insel Amrum, von Jürgen Jannen und Christian Johansen. Jürgen Jannen ist der Großvater von J.E. Jannen. Das Original hat er von Pastor Cornelius Ketels in Altona ausgeliehen bekommen.

3. Aufzeichnungen von Vorträgen, Predigten, Andachten etc., die er gehalten hat.

4. Abschriften bzw. Teilabschriften von Büchern, die ihm nur geliehen vorlagen.

 

Dabei ist es erfreulich, daß er viele dieser Aufzeichnungen in friesischer (amringer) Sprache gemacht hat. Es ist dabei nicht nur erstaunlich, daß er überhaupt in Amring geschrieben hat, was ja weder früher noch heute selbstverständlich war bzw. ist, sondern auch was er darin geschrieben hat, nämlich neben Sagen, Märchen und Döntjin auch große Teile seiner genealogischen Abhandlungen sowie viele seiner Vorträge. Dazu hat er umfangreiche Texte übersetzt oder frei übersetzt, wie C. Johansens "Die Seemannswitwe auf der Düneninsel" (1860) und große Teile aus den 'Nordfriesischen Beigaben' aus Clements "Lappenkorb" (1846). Auch eine umfangreiche Übersetzung aus dem Englischen mit dem friesischen Titel "Bridj an Freiers Markes" befindet sich im Nachlaß. Da es sehr wenige amringer Texte gibt, dazu noch aus der Zeit zwischen 1900 und 1945, sind diese Aufzeichnungen um so wichtiger, weil sie Veränderungen in der Sprache gegenüber der verhältnismäßig gut bezeugten Zeit zwischen 1840 und 1870 aufzeigen. Jannen bedient sich eines Sprachstils, der nicht gekünstelt wirkt und den er nicht mit Gewalt altertümlich gemacht hat, sondern er schreibt so, wie er wahrscheinlich auch gesprochen hat.

 

Einen großen Umfang nehmen die Materialien ein, die der Sammeltätigkeit von Jannen erwachsen sind. Besonders wichtig sind die zwei handschriftlichen Fassungen des Lebenslaufes von Hark Olufs, wobei die ältere wahrscheinlich die von Hark Nickelsen 1761 geschriebene Form ist. Auch die Originalurkunde zur Gründung des 'Strandlegats' befindet sich unter diesen Materialien. Neue, bisher weitgehend unbekannte Quellen sind die Materialien, die Dr. Heinz Howaldt 1937 während seines Aufenthaltes auf Amrum gefunden und bearbeitet hat, und von denen Jannen Kopien erhält.

 

Daneben befinden sich im Nachlaß noch einige Briefe, die dem Nachlaß durch spätere Besitzer zugefügt worden sind und als Nachlaßanreicherung besonders behandelt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anordnung des Materials

 

Die einzelnen Nachlaßstücke sind mit durchgehenden Nummern bezeichnet. Die Originaltitel sind kursiv hervorgehoben. Zur besseren Übersicht sind die Oktavhefte, in denen sich der größte Teil des handschriftlichen Materials befindet, vom Bearbeiter paginiert worden. Die Bearbeitung ist nach den allgemeinen Grundsätzen für die Behandlung von Nachlässen in Literaturarchiven erfolgt. Dem Titelverzeichnis liegt folgende inhaltliche Vorordnung des Materials zu Grunde:

 

 

Selbständige Arbeiten Jannens Nr.1-30

 

Korrespondenz Nr.31

 

Lebensdokumente Nr.32

 

Bibliothek Nr.33-84

 

Lose Materialien Nr.85-110

 

Sonstige Sammlungen Nr.110-116

 

Nachlaßanreicherungen Nr.117-120

 

 

 

 

Literatur

 

Clement, Knudt Jungbohn. 1845. Die Lebens- und Leidensgeschichte der Frisen, insbesondere der Frisen nördlich von der Elbe. Kiel.

 

Clement, Knudt Jungbohn. 1846. Lappenkorb von Gabe Schneider aus Westfrisland mit Zuthaten aus Nord-Frisland.

 

Jannen, Johannes Ermin. 1932. Aus den Tagen unserer Väter. Wyk.

 

Pörksen, Erich. 1953. Chronik der Familie Quedens.

 

Quedens, Georg. 1986. Tagebücher aus dem alten Amrum. Norddorf.

 

Quedens, Georg. 1993. Schulen und Lehrer auf Amrum. Norddorf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thematische Gliederung des handschriftlichen Materials aus dem Nachlaß Johannes E. Jannen.

 

 

1. Amringer Texte

 

 

Fan Harten Wellkimmen to altomàl (Ansprache) Nr.5.1

 

An Rais mê a "Frau Margaretha" an Brig fan Glückstead Nr.7a.1

 

A "Orange Boom" kapert a 20. Jüni üüb a Doggersbeenk fan

an türksken Kaper "A trii Hualawmuuner" Nr.7a.2

u.7b.1

 

Flor an Quedens Familie Nr.7b.4

 

At Lunferdialen efter Knütj Jong Bohn Clement Nr.7b.5

 

Min iast Rais efter Greenlun 1855 an hü ik diartu kam. Fertelld

fan Nikels Iarken Nr.9.1

 

Wat Jens Drefsen mi förtelld hê Nr.10.1

 

Mehrere Hexengeschichten in Amring Nr.10.2

 

Sark Hethk Nr.10.3

 

A ferswären Wai Nr.10.4

 

Hallag Anna (Sankt Anna) Nr.10.5

 

A Onerbänkissen Nr.10.6

 

Di Brand Nr.10.7

 

Geschichte der Schwangerschaft eines unverheirateten Mädchens Nr.10.8

 

Hans Jensen fan Boregsham Nr.10.9

 

Arfst Nikkelsen fan Öddersam Nr.10.10

 

Amringer Sprichwörter Nr.11.1

 

Wi gung nogh föl auer't Haaf an stun ans stall för an Likstian Nr.11.2

 

Bridj an Freiars Markas Nr.11.3

 

Zwei Vortragsentwürfe in friesischer Sprache Nr.13a u. 13b

 

Ik hed jinacht ans an apartin Druum Nr.18.2

 

Arammud an Dögganhaid bi'rköödar (Abschrift von

Christian Johansens Prosastück aus dem Jahr 1855) Nr.19

 

Antje Sammen. Arammud an Döggenhaid bianöder. Auersàt êfter

Chr. Johannsens "Die Seemannswittwe auf der Düneninsel

fan Johannes E. Jannen, Neijuar 1912 Nr.22a-22c

 

Hü an Handwerksbursch an Rais efter Aamram maget

man ar ei föll fan hed Nr.27.2

 

Lät üs an Liitje sjong (Daght fan Jürgen Martens,

uunt Ömrang auerdraanj fan J.E.J.) Nr.22c.1

 

An deeg fäst Bollwerk as üüs God (Chr. Johansen) Nr.22c.2

 

Ik witj hokker tu trauen (Bandix Bonken) Nr.22c.3

 

Adjis, min leew Aalern albialen (Namine Witt) Nr.22c.4

 

Hü't toging, diär a nei Liär üüb Aamram ka'm. Nr.30.9

 

Gedichte und Lieder ins Amring übertragen von

Ricklef Volkert Flor. Nr.106

 

 

2. Genealogie

 

Biographische Daten zu Johannes E. Jannen und

seiner vier Kinder Nr.9.2

 

Dr. Knud J. Clements Familiengrab Nr.9.3

 

Lebensdaten von Jannens Großvater Jürgen Jannen, seiner

Großmutter Eiken Jannen, seines Vaters Jan Martin Jannen und

seiner Mutter Kresche Jannen geb. Köster Nr.6.4

 

Auszug aus dem Kirchenbuch der St. Clemens Gemeinde auf

Amrum. Abschrift Jannens datiert vom 1. Januar 1904

(Es sind biographische Daten seiner Familie) Nr.6.11

 

Chronik der Familie Jannen, zusammengestellt von

Johannes E. Jannen, Nebel auf Amrum im Jahre 1946-1947 Nr.14

 

Genealogie der Familie Jannen, angefangen bei

Hark Rörden, geb. 1640 Nr.17.5

 

 

 

 

3. Ansprachen - Reden - Gedichte - Gebete - Artikel

 

 

"Meine lieben jugendlichen Freunde und Freundinnen" Nr.5.3

 

Lebensregeln Nr.6.1

 

Der treuste Führer in der Not... Nr.6.2

 

Über ein kleines, o Seele von Gram... Nr.6.3

 

An meine Mutter. Am Grabe meines Vaters. Leichenpredigt

gehalten am 14. April 1872 von Pastor L.F. Mechlenburg Nr.6.5

 

Am Grabe meiner Mutter. Leichenpredigt gehalten von

Pastor W. Tamsen am 23. November 1883 Nr.6.6

 

O, Jesu heil der Deinen Nr.6.7

 

O, ringe nicht nach eitlen Kränzen... Nr.6.8

 

Die Kraft des heiligen Abendmahls und Die Beichte.

Auszug aus unserm Confirmanden-Unterricht durch Pastor

W. Tamsen im Jahre 1886 Nr.6.9

 

Weitere Gedichte, ob von Jannen selbst verfaßt oder

nur abgeschrieben, ist nicht ersichtlich Nr.6.13

 

Kirchliche Ansprache oder Predigt mit Angaben von

Liedern, die gesungen wurden Nr.18.1

 

Text einer Rede, die Jannen 1943 od. 1944 vor "Kameraden"

gehalten hat Nr.18.3

 

Einige persönliche Bemerkungen Nr.18.4

 

Vortrag von Johannes E. Jannen über Knudt

Jungbohn Clement (1803-1873). Nr.24

 

Rede zur zehnjährigen Wiederkehr des Abstimmungstages 1920 Nr.25.1

 

New York vor 25 Jahren und jetzt Nr.25.2

 

 

4. Erzählungen - Sagen - Sachprosa

 

 

Wie ein Handwerksbursche eine Reise nach Amrum

machte und nicht viel davon hatte Nr.25.3.2

 

Mein erster Ausflug in's gelobte Land Nr.27.6 u.

29.1/30.16.2

 

Anton Schau und der Amtsrichter Nr.27.7

 

Wie die Austernfischer ihre Arbeit abschlugen Nr.27.9

 

Strandgut Nr.27.10

 

Michel Post Nr.29.2/27.11

u. 30.16.1

 

Die Alarmstange Nr.30.4

 

Weihnachtsgebräuche auf der Insel Nr.30.8

 

Friesische Sagen Nr.30.13

 

Das Geheimnis der "Maria Celeste" Nr.3b/5.2

 

 

 

5. Originaldokumente im Nachlaß

 

 

Oktavheft mit der Aufschrift: T. Martinen Nr.85

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Fragmente Tücke Martinen Nr.86

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Meine Reise von Amrum am

15. Okt. 1927 nach dem Harz (Wernigerode) und zurück

am 9. Nov. 1927 abends 7 Uhr Nr.87

 

Konfirmandenheft von Claudius Anton Knudten Nr.88

 

Ein tägliches Abendgebeth. Selbstgewidmet nach einem

schweren Krankenlager im Jahr 1873 von Joh. Ch. P. Jachten [?] Nr.89

 

Philimina Quedens zu Steenodde auf Amrum d. 26. Juny Anno

1828 Nr.90

 

Reiseaufzeichnungen eines Matrosen Drescher in Tagebuchform

verfaßt, während seiner Dienstzeit auf verschiedenen

Schiffen der kaiserlichen Flotte (1895-1897) Nr.91

 

Auszug aus einer Quedens Chronik Nr.92

 

Seehandbuch (ca. 1870), enthält 57 Paragraphen zu jahreszeitlichen

Winden, Wasserströmen und Reiserouten Süd-Ost Asiens Nr.93

 

Confermation auf eine Fundation zu einem Legat zum

Vortheil für St. Clemens Kirchspiel auf Amrum, Nieblum

9. Mai 1825 Nr.94

 

Beglaubigungsschreiben für Broder Johnen, gebürtig in

Nieblum, ausgestellt von Pastor Posselt.

Datiert vom 15. November 1799 Nr.97

 

Repartition der Beiträge zum Unterhalt des Armen-, Schul-

und Kirchenwesens der Sct. Clemens Gemeinde. Umfaßt

die Jahre 1871 bis 1884. Nr.99

 

Lebensgeschichte von Hark Olufs in drei unterschiedlichen

Fassungen Nr.107

 

 

Beglaubigte Abschrift des Testaments von Peter Knudt Wögens

(einschließlich seiner Verfügung zur Gründung eines Legats). Nr.100

 

Kovolut mit Originlmaterialien zu Bandix Friedrich Bonken. Nr.108

 

Konvolut mit Materialien zu Pastor Wilhelm Johannes E. Tamsen. Nr.109

 

Rede gehalten an der Bahre der beiden verunglückten Seeleute

Theodor Flor und Jens Bork in der Kirche zu Vorupör [?]

am 21. November 1890. Nr.102

 

Leichenpredigt über Ketel Christiansen. Nr.103

 

Konvolut mit Papieren über Ländereien und Einkünfte des Pastorats

der St. Clemens Gemeinde aus den Jahren 1879 bis 1895. Nr.104

 

Geschäftsbuch von Friedrich Jannen. Nr.105

 

 

6. Abschriften bzw. Teilabschriften oder Bemerkungen zu Originaldokumenten, die heute z.T. nicht mehr vorhanden bzw. nicht zugänglich sind.

 

 

Peter Knudt Wögens Legat (Peter Bäcker) Nr.7b.2

 

Mechlenburg Legat Nr.7b.3

 

Tagesangelegenheiten. Im Jahre 1831 bis 1839 von der Insel

Amrum, von Jürgen Jannen und Christian Johannsen Nr.16

 

Ein entscheidender Sieg Amrumer Seeleute über englische

Seestreitkräfte Nr.30.7

 

Brief von Marten Knudten Nr.30.17

 

Die Belagerung und Beschiessung Kopenhagens im Jahre 1807 Nr.30.18

 

Nachlass Tadt Quedens Nr.30.20

 

Abschrift eines Briefes von Oluf Bohn, Midlum, an

K.J. Clement vom 20. August 1864 Nr.30.21

 

Das Brieftagebuch des Kapitäns Rauert Cöster 1784-1808 Nr.30.22

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis der Anlage S. 40-76.

 

 

Grabinschriften (Nr.17.2) S. 40

 

Zum Artikel "Strandgut" (Nr.17.2 u. 27.10) S. 43

 

Die Alarmstange (Nr.30.4) S. 44

 

Ein entscheidender Sieg Amrumer Seeleute über englische

Seestreitkräfte (Nr.30.7) S. 46

 

Chronik der Familie Jannen (Nr.30.14) S. 47

 

Flor an Quedens Familie (Nr. 7b.4) S. 53

 

"Fan Harten Wellkimmen" (Nr.5.1) S. 55

 

Ik hed jinacht ans an apartin Druum (Nr.18.2) S. 56

 

Wi gung nogh föl auer't Haaf (Nr.11.2) S. 57

 

Hü an Handwerksbursch an Rais efter Aamram maget

man ar ei föll fan hed (Nr.27.3) S. 58

 

Anton Schau und der Amtsrichter (Nr.27.7) S. 59

 

Wie die Austernfischer ihre Tagesarbeit abschlugen (Nr.27.9) S. 60

 

Michel Post (Nr.30.16.1) S. 61

 

Mein erster Ausflug ins gelobte Land (Nr.30.16.2) S. 62

 

Brief von Marten Knudten an K.J. Clement (Nr.30.17) S. 66

 

Brief von Oluf Bohn an K.J. Clement vom 24. August

1864, Midlum (Nr.30.21) S. 68

 

Das Brieftagebuch des Kapitäns Rauert Cöster

1784-1808 (Nr.30.22, S.79-84) S. 70

 

Tagesangelegenheiten. Im Jahre 1831 bis 1839 von der Insel

Amrum, von Jürgen Jannen und Christian Johannsen. (Nr.16)

 

Titelverzeichnis des Nachlasses von Johannes Ermin Jannen (1871-1950)

 

 

Nr.1:

 

Johannes E. Jannen: Aus den Tagen unserer Väter. Wyk, 1932.

 

Inhalt des Buches:

 

Fitje Iarken. S. 1-36.

Friedrich Erichsen beschreibt darin seine Erlebnisse bei der Grönlandfahrt und seine Abenteuer als Goldgräber in Australien.

 

Meine erste Reise nach Grönland 1855 und wie es dazu kam, erzählt von Nickels G. Ricklefs. S. 36-40.

 

1856, erzählt von Nickels G. Ricklefs. S. 41-42.

 

Der Untergang der dänischen Bark "Bernhardt" aus Altona bei Cap Horn im Jahre 1858, erzählt von Nickels G. Ricklefs. S. 42-46.

 

1868. Eine Reise von Valdeparaiso nach Rio de Janeiro mit der Hamburger Bark "Ricardo", Kapitän Diedrichsen von Hooge, und zurück nach dort, erzählt von Nickels G. Ricklefs. S. 46-49.

 

Der Regierungspräsident und die zwölf Apostel in der Nebeler Kirche. S. 49.

 

Der Sklavenhandel. S. 49-60.

 

Das von Nordfriesen geführte Schiff "Orange Boom" von dem türkischen Kaper "Die drei halben Monde" gefangen genommen am 20. Juni 1687 auf Doggersbank. S. 60-73.

 

Der Friese Nis Ipsen aus Klanxbüll. S. 73.

 

Aus dem Leben des nordfriesischen Helden Hark Olufs. S. 74-93.

 

Nr.2a:

 

Johannes E. Jannen: Aus der Geschichte Amrums. Wyk, o.J.

 

Aus dem Inhalt und den einleitenden Bemerkungen geht hervor, daß es sich um die Niederschrift eines Vortrages von Jannen handelt. Der erste Teil ist ein Abriß der Geschichte Amrums, wobei Jannen sich in erster Linie auf K.J. Clements "Lebens- und Leidensgeschichte der Frisen", stützt. Er macht außerdem einige interessante Bemerkungen zur Entwicklung des Amrumer Schulwesens und zitiert einige Stellen aus den "Tagesangelegenheiten" [NJA Nr.16], die sein Großvater Jürgen Jannen und Christian Johansen für die Zeit zwischen 1831 u. 1839 aufgezeichnet haben.

 

Nr.2b:

 

'Antje Sammen. Arammud an Döggenhaid biarköder'. Auersat efter Christian Johannsen's "Die Seemannswitwe auf der Düneninsel" fan Johannes E. Jannen. Neijuar 1908 (auerhaalet 1933).

 

Es ist eine unvollständige gedruckte Ausgabe, die auf der Seite sechzehn abbricht. Form und Inhalt ist nicht in allen Einzelheiten identisch mit der handschriftlichen Form der Nachlaßnummer 22a-c.

 

Nr.3a:

 

Sammen Dring, Jan: Dr. Knut Jungbohn Clement. In: Amrumer Zeitung v. 4. Dezember 1920.

 

Unter dem Artikel steht das Datum: 4. November 1920. Seine Angaben hat er vor allem aus der von Clement selbst verfaßten Biographie entnommen [siehe NJA Nr.80].

 

 

 

Nr.3b:

 

Aus den Tagen unserer Väter. Das Geheimnis der "Maria Celeste". In: Föhrer-Lokal-Anzeiger [?].

 

Bericht über den Untergang der "Maria Celeste" 1873. Auf dem Schiff haben sich unter anderen die Föhrer Volkert und B. Lorenzen und der Amrumer Arian Martens befunden. Jannen zitiert in diesem Artikel einen Bericht von K. Roden, nautischer Experte aus New York, der plausibel schildert, wie es zu diesem Unglück gekommen ist und so der ganzen Geschichte etwas von seiner Unheimlichkeit nimmt. Roden beschreibt den Vorgang so: Die "Maria Celeste" hat Alkohol geladen, der schlecht verstaut ist. Beim ersten Sturm tritt dieser aus, dehnt sich bei den warmen Temperaturen und droht so das Schiff in die Luft zu sprengen. Die gesamte Besatzung einschließlich des Kapitäns und seiner Familie, haben dann das Schiff im Beiboot in aller Eile verlassen und wollen in sicherer Entfernung die weitere Entwicklung abwarten. Aber da das Schiff noch unter vollen Segeln gestanden hat, ist es weggetrieben, wahrscheinlich nachts, und zwar schneller als die Mannschaft rudern kann. Die "Maria Celeste" ist dann neun Tage später von einem anderen Schiff aufgeholt worden, in voller Takelage und völlig unbeschädigt, was natürlich Anlaß für die wildesten Spekulationen gegeben hat, zumal die Schiffbrüchigen verschwunden bleiben.

Die handschriftliche Vorlage zu dieser gedruckten Form befindet sich in der Nachlaßnummer 25.5. Eine andere erweiterte Fassung dieser Schilderung befindet sich in der Nachlaßnummer 5.2.

 

Nr.4

 

Oktavhaft mit der Aufschrift: Anno 1777/ Notizen im Missale 1486 Monrad u. andere Pastoren/ Königsbesuch 1824.

 

Enthält:

 

4.1 Anno 1777 geschrieben (dänisch). S. 1-7.

 

4.2 Ohne Titel. Fängt an: Dorns Kirke heder St. Clement Kirke efter...

S. 9 bis 10 (oben).

 

4.3 Messebuch.

Jannen fügt an: "Nur im Amrumer Pastorat und der Kopenhagener Bibliothek. Wertvoll." S. 11-41. Es handelt sich um die Abschrift der Randbemerkungen von Pastor Monrad in dieses Meßbuch.

 

4.4 1824 Königsbesuch. S. 42-44.

 

4.5 Dän. Agitation 1869. S. 44.

 

 

4.6 Pastorat. S. 45-63.

 

S. 64-76 frei.

 

Nr.5

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Ansprache/ Geheimnis der Maria Celeste/ Sklavenhandel.

 

Enthält:

 

5.1 Ansprache, fängt an: Fan Harten Wellkimmen to altomàl...S. 1-4. Vgl. Anlage S. 55-56.

 

5.2 Die wahre Geschichte des Geheimnisses der Brigg Maria Celeste und damit eine unwahrscheinliche Geschichte im "Strand Magazine" widerlegt von Capt. K. Roden. S. 5-15.

Diese handschriftliche Fassung unterscheidet sich von der veröffentlichten Form [NJA Nr.3b] vor allem in ihrem ersten Teil, wo ein phantastischer Erklärungsversuch dieses Unglücks durch einen angeblich Überlebenden geschildert wird. Dieser Erklärungsversuch basiert auf ein angebliches Schriftstück eines gewissen Abel Fosdyk, der darin schreibt, daß der Kapitän der "Maria Celeste", Briggs, verrückt geworden sei wegen des schlechten Wetters. Der zweite Teil entspricht der Schilderung wie sie auch gedruckt vorliegt.

 

5.3 "Meine lieben jugendlichen Freunde und Freundinnen". Ansprache. S. 16-20.

 

5.4 Sklavenhandel. S. 21-48.

Es ist eine handschriftliche Vorlage zur gedruckten Form "Der Sklavenhandel" Jannen (1932:49-60).

 

Nr.6

 

Oktavheft ohne Titel

 

Enthält:

 

6.1 Lebensregeln. S. 1-3.

In Versform. Ob von Jannen selbst verfaßt oder nur abgeschrieben, ist nicht ersichtlich.

 

6.2 Gedicht von Johannes E. Jannen, datiert vom Januar 1908. Fängt an: Der treuste Führer in der Not...S. 3.

 

6.3 Ein weiteres Gedicht, ob von Jannen ist nicht ersichtlich, fängt an: Über ein kleines, o Seele von Gram,...S. 3.

 

6.4 Lebensdaten von Jannens Großvater Jürgen Jannen, seiner Großmutter Eiken Jannen, seines Vaters Jan Martin Jannen und seiner Mutter Kresche Jannen geb. Cöster. S. 4.

 

6.5 An meine Mutter. Am Grabe meines Vaters. Leichenpredigt gehalten am 14. April 1872 von Pastor L.F. Mechlenburg. S. 5-6.

 

6.6 Am Grabe meiner Mutter. Leichenpredigt gehalten von Pastor W. Tamsen am 23. November 1883. S. 6-7.

 

6.7 O, Jesu heil der Deinen. Gedicht. Datiert: Wittdün d. 15. Sept. 1893. S. 7.

 

6.8 O, ringe nicht nach eitlen Kränzen. Gedicht Jannens vom Januar 1903. S. 8.

 

6.9 Die Kraft des heiligen Abendmahls und Die Beichte. Unter den Texten steht: "Auszug aus unserm Confirmanden-Unterricht durch Pastor W. Tamsen im Jahre 1886. Johannes E. Jannen." S. 9-14. [Vgl. Nr.109].

 

6.10 Weiter biblische Sprüche nach Bandix Friedrich Bonken. S. 15. [Vgl. Nr.108].

 

6.11 Auszug aus dem Kirchenbuch der St. Clemens Gemeinde auf Amrum. Abschrift Jannens datiert vom 1. Januar 1904. Es handelt sich um biographische Daten seiner Familie. S. 16-17.

 

6.12 Aus den Verhandlungen des königl. Seeamts in Tönning über den Unfall meines Bruders Hinrich Emil Jannen mit seinem Fischkutter "Florentine". Tönning, 30. Sept. 1898. S. 18-19.

 

6.13 Weitere kleine Gedichte von Jannen aus den Jahren 1905 u. 1909. S. 20.

 

6.14 Form einer General und Spezial Vollmacht. S. 21-23.

 

6.15 Weitere Gedichte, ob von Jannen selbst verfaßt oder nur abgeschrieben, ist nicht ersichtlich. S. 24-34.

 

S. 35 leer.

 

6.16 Eine Liste der Pastoren, die in den letzten Jahrhunderten auf Amrum gewirkt haben. S. 36-37.

 

S. 38-75 leer.

 

6.17 Kürbis in Essig und Zucker. (Kochrezept). S. 76.

 

S. 77 frei.

 

6.18 Grundbesitz. Liste von Grundstücken, die Jannen [?] gehörten. S. 78.

 

S. 79 frei.

 

6.19 Adressen einiger Amrumer [?] in New York. S. 80.

 

 

 

 

Nr.7a

 

Oktavheft mit der Aufschrift: A Onergung fan a "Frau Margaretha" an Brigg fan Glückstead, Comandeur Georg H. Simons, mebilewwet fan Jan Martinen ütj Nebel./ 'Oranje Boom' fan a Türken kapert a 20. Jüni 1687.

 

Enthält:

 

7a.1 An Rais mê a "Frau Margaretha" an Brig fan Glückstead feerd fan Comandeur Georg Hinrich Simons fan Aamram, diar üüb a Selag an Walfaskfang uun Greenlun unt Is totrakt wurd a 8. April 1821 mêbilewwat fan Jan Martinen ütj Nebel. S. 1-27.

 

7a.2 A "Orange Boom" kapert a 20. Jüni 1687 üüb a Doggersbeenk fan an türksken Kaper "A trii Hualawmuuner". S. 28-44.

 

Nr.7b

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Fuusatang: Orange Boom fan a Türken kapert/ Peter Knudt Wögens Legat/ Mechlenburg Legat/ Familie Flor/ Lunapdialen.

 

Enthält:

 

7b.1 Fortsetzung der Amringer Übersetzung "Das von Nordfriesen geführte Schiff 'Orange Boom' von dem türkischen Kaper 'Die drei halben Monde' gefangen genommen am 20. Juni 1667 auf der Doggersbank". S. 1-13.

 

7b.2 Peter Knudt Wögens Legat (Peter Bäcker). Es ist eine Teilabschrift der beglaubigten Abschrift. [Siehe Nr.100]. S. 14-17.

 

7b.3 Mechlenburg Legat. Es ist eine Teilabschrift der beglaubigten Abschrift aus dem Jahr 1829, die sich in der Nachlaßnummer 94.1 befindet. S. 18-23.

 

7b.4 Flor an Quedens Familie. S. 23-30. Vgl. Anlage S. 53-55.

 

7b.5 At Lunferdialen efter Knütj Jong Bohn Clement. S. 32-49.

Es ist eine auszugsweise Übertragung der Seiten 120-129 von Clements Buch "Die Lebens- und Leidensgeschichte der Friesen" [Vgl. Lit.] ins Amring.

 

 

Nr.8

 

Oktavhaft mit der Aufschrift: Strandungsverordnung.

 

8.1 Es ist eine Abschrift der Strandungsverordnung vom 17. Mai 1874. S. 1-29.

 

 

Fängt an: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden deutscher Kaiser, König von Preußen verordnen im Namen des deutschen Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesrats und des Reichstages, was folgt: [...]. Es endet: Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 1875 in Kraft.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel.

 

Gegeben Wiesbaden dem 17. Mai 1874

 

(L.S.) Wilhelm

Fürst von Bismarck

 

No. 1004 Reichsgesetzbl. 1874 No.17 S. 73

 

 

Es schließt sich an:

 

Altona den 14. Febr. 1882

 

Über das Verhalten der Aufsichtsbeamten bei Strandungen wird im Anschluß an die Strandungsverordnung vom 17. Mai 1874 (Reichsgesetzblatt Seite 73ff) folgende Anweisung erteilt: [...]. S. 30-34.

 

Noch immer zu den Strandungen:

 

8.2 Bekanntmachung vom 28. Dec. 1869 (Regierungs-Amtsblatt für 1870 Seite 14). S. 35-38.

 

8.3 Abschrift eines Briefes vom königlichen Landrat in Tondern an das königliche Strandamt in Nebel. Datiert v. 9. Mai 1911.

Es geht in diesem Brief darum, daß ein Strandvogt auf seiner eigenen Auktion mitgeboten hat und so ein Schiff erwirbt, was nach den Gesetzen nicht zulässig ist. S. 39-40.

 

8.4 Allgemeines nützliches Strand- und Bergungslegat für die St. Clement [sic] Gemeinde auf Amrum. Datiert am Ende mit 30. November 1825. S. 41-53. Es ist eine Abschrift Jannens, bei der wahrscheinlich die beglaubigte Abschrift des Originals bzw. eine Teilabschrift dieses Originals als Vorlage gedient hat. [Vgl. Nr.94.1 u. 94.2 sowie die Ausarbeitungen Howaldts zum Strandlegat in Nr.30.26].

 

Nr.9

 

Oktavhaft mit der Aufschrift: Ütj üssens Förfeeder Tidjen.

 

Enthält:

 

9.1 Min iast Rais efter Greenlun 1855 an hü ik diartu kam. Fertelld fan Nikels Iarken [sic]. S. 1-9.

Es ist eine Übersetzung von "Meine erste Reise nach Grönland 1855 und wie ich dazu kam". Erzählt von Nickels G. Ricklefs. (vgl. Jannen 1932:36-49). Die Übersetzung ist unvollständig und geht bis S. 41 des deutschen Textes.

 

9.2 Biographische Daten zu Johannes E. Jannen und seiner vier Kinder. S. 10.

 

S. 11-29 frei.

 

9.3 Dr. Knud J. Clements Familiengrab.

Enthält die Grabinschriften seiner Frau Hulda Louise geb. Fries und zwei seiner früh verstorbenen Kinder. Der Grabstein hat auf einem Friedhof in Hamburg gestanden, ist dann aber 1934 auf den Friedhof der St. Clemens Kirche in Nebel gebracht worden. S. 30.

 

Nr.10

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Onnerbänkissen, Traalin an ööder Stakken.

 

Enthält:

 

S. 1-2 frei.

 

10.1 Wat Jens Drefsen mi förtelld hê.

Abschrift, mit leicht veränderter Orthographie, aus: Christian Johansen "Die nordfriesische Sprache nach der Föhringer und Amrumer Mundart". Kiel. 1862. S. 3-19.

 

10.2 Mehrere Hexengeschichten in Amrumer Friesisch. S. 20-31.

 

10.3 Sark Hethk. S. 31.

 

10.4 A ferswären Wai. S. 31-32.

 

10.5 Hallag Anna (Sankt Anna). S. 32-34.

 

10.6 A Onerbänkissen. S. 34-37

 

10.7 Di Brand. S. 38-39.

 

10.8 Geschichte um die Schwangerschaft eines unverheirateten Mädchens. S. 40-42.

 

10.9 Hans Jensen fan Boregsham. S. 42-44.

 

10.10 Arfst Nikkelsen faan Öddersam. S. 44.

 

Nr.11

 

Oktavheft mit der Aufschrift: 1915/ Sprökwurden/ Ual Likstianer/ Bridj an Freiers Markas, Jannen fügt an: ütj at Ingals.

 

Enthält:

 

11.1 Üüs ual Förfàren hed föl Sprökwurden, diar nü eg föl muar brükt wurd, man am's ans wedder aptuwarmin, ha ik enkelten tupsàmelt. S. 1-13.

 

11.2 Wi gung nogh föl auer't Haaf an stun ans stall för an Likstian, [...].

Es sind Bemerkungen über die Grabsteine von Ulaw Jensen, Hark Nickelsen und Hark Ulaws. S. 14-19. Vgl. Anlage S. 57-58.

 

11.3 Bridj an Freiars Markas. S. 20-75.

Übertragung eines Stückes aus dem Englischen ins Amring.

 

Nr.12

 

4 lose Zettel (acht Seiten) mit verschieden kurzen Notizen u.a. zur Landaufteilung 1799-1800/ Sturmfluten im Jahre 1825/ Einwohnerzahlen Amrums 1833/ Richtlinien zur Dünenbepflanzung/ Eigentumsverhältnisse an den Dünen/ Währungen, Maße/ Namen von Grabhügel und umliegendes Gelände/ Namen von Dünentälern/ Namen von Landflächen.

Es scheint sich um einen Teil eines Oktavheftes zu handeln.

 

Nr.13a

 

Vortrag bzw. Vortragsentwurf auf Friesisch, den Jannen Ende der Zwanziger Jahre vor jungen Zuhörern gehalten hat. 2 Seiten.

Er beschreibt darin seine Auswanderung als junger Konfirmand nach Amerika und seine Heimkehr nach Amrum.

 

Nr.13b

 

Derselbe Vortrag bzw. Vortragentwurf wie unter 13a, lediglich mit geringfügigen Änderungen. 2 Seiten.

 

Nr.14

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Chronik der Familie Jannen.

 

Enthält:

 

Chronik der Familie Jannen, zusammengestellt von Johannes E. Jannen, Nebel auf Amrum im Jahre 1946-1947. 63 Seiten.

 

Es ist keine eigentliche Chronik, sondern ein Stammbaum seiner Familie, den er für seinen Sohn Johannes Christian und dessen Frau Melitta angefertigt hat. Zu einigen Personen befinden sich neben den Geburts- und Sterbedaten noch weitere biographische Bemerkungen. Die Daten hat Jannen aus den Kirchenbüchern sowie den Tauf- und Sterberegister der St. Clemens Kirche.

 

Nr.15

 

Oktavheft ohne Aufschrift.

 

Enthält:

 

Arbeitsordnung für Loge "Amrums Freiheit" gegründet den 2. Nov. 1919. 61 Seiten.

 

Die Loge "Amrums Freiheit" ist ein Enthaltsamkeitsverein, dessen erster Vorsitzender und Begründer Johannes E. Jannen ist. In der Satzung heißt es unter Artikel I: "Der Zweck der unter dem Namen Loge 'Amrums Freiheit' am 2. November 1919 gebildeten Vereinigung ist, den Einwohnern Amrums die Vorzüge einer enthaltsamen Lebensweise zu beweisen auf Grund vollständiger Enthaltsamkeit von allen berauschenden Getränken, sowie durch edle Geselligkeit auf christlicher Grundlage das allgemeine Wohl zu fördern. Gegründet auf der Überzeugung von der Gotteskindschaft und der Bruderschaft aller Menschen, verlangt die Vereinigung von ihren Mitgliedern einen ehrenhaften, sittlichen Lebenswandel."

 

Nr.16

 

Oktavheft mit der Überschrift: Tagesangelegenheiten. Im Jahre 1831 bis 1839 von der Insel Amrum, von Jürgen Jannen und Christian Johannsen. 35 Seiten.

 

Nähere Angaben macht Jannen auf Seite 1: Tagesangelegenheiten. Im Jahre 1831, 1832, 1833, 1834, 1835, 1836, 1837, 1838, 1839 von der Insel Amrum, von Jürgen Jannen und Chr. Johannsen.

 

NB. Von 1831 bis Mitte 1837 ist nach einem Buche des Schullehrers J. Jannen abgeschrieben worden.

 

"Das Original, aufgezeichnet von Chr. Johannsen, und im Besitze Pastor Cornelius Ketels in Altona wurde mir von ihm freundlichst zur Abschrift überlassen."

 

Nebel, 5. August 1933

 

Johannes E. Jannen

 

 

Nr.17

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Carsten Her Tage - Boy Carstens - Harke Rörden - Knud Köster - Joh. E. Jannen/ Inschriften in der St. Clemens Kirche.

 

Enthält:

 

17.1 Auf einem losen Blatt Inschriften aus der St. Clemens Kirche [sind wahrscheinlich die Kladden für Nr.17.4].

 

17.2 Grabinschriften und einige Bemerkungen zur späten Entdeckung des Grabsteins von Carsten Her Tage und Biographisches zu dessen Sohn Boy Carstens sowie Sagen zu dessen Leben. S. 1-7. Vgl. Anlage S. 41-43.

 

17.3 Zum Artikel "Strandgut". S. 8-9. Vgl. Anlage S. 43.

 

17.4 Inschriften in der St. Clemens Kirche:

 

17.4.1 Schalldeckel in der St. Clemens Kirche. S. 10.

 

17.4.2 Zwei Kronleuchter. S. 10.

 

17.4.3 Lutherbild. S. 11.

 

17.4.4 Opferbüchse für Seeleute. S. 11.

 

17.4.5 Epitaph (Nachruf auf Christian Riese Mechlenburg). S. 11.

 

17.5 Genealogie der Familie Jannen, angefangen bei Hark Rörden, geb. 1640. S. 12-14.

 

S. 15-28 leer

 

Nr.18

 

Oktavheft ohne Aufschrift.

 

Enthält:

 

18.1 Gebete bzw. kurze Predigten mit Liedangaben. S. 1-13.

Jannen hält während der Zeit, als der damalige Pastor Pörksen im Krieg ist, Bibelstunden in seinem Haus ab.

 

18.2 Ik hed jinacht ans an apartin Druum. Datiert: 7. April 1943. S. 14-15. Vgl. Anlage S. 56.

 

18.3 Text einer Rede, die Jannen 1943 od. 1944 vor "Kameraden" gehalten hat. Der erste Teil der Rede trägt autobiographische Züge, der zweite befaßt sich mit den christlichen Leben (in Versform). S. 16-24.

 

S. 25 frei

 

 

18.4 Einige persönliche Bemerkungen. S. 26-28.

 

Beispiel: Ewiges Deutschland?? Ach, wir Menschen sprechen oft von Ewig, und wissen nicht, daß oft eine kleine Spanne Zeit alles ändert. Nach einem dänischen Gesetz von 1780 sind die Inselfriesen von Amrum für ewige Zeiten vom Militärdienst befreit. Ewig??

 

Nr.19

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Arammud an Döggenhaid bi'rköder.

 

Enthält:

 

Abschrift von Christian Johansens Prosastück "Arammud an Dögganhaid bi'rköödar", 1855. S. 1-35.

Am Ende des Stückes (S. 35) bemerkt Jannen: Flaak Juaren leeder üüs det hirram Buk hä Chr. Johannsen detsalew Stak uun an ufannert Form an üüb tjiisk skrewwen onner di Nöm: "Die Seemannswittwe von der Düneninsel". Auer hi diar ütjfeerelker skraft an ham salew ferbeedert hä, ha ik mi di Möit nimmen, an det Buk uun't ömrang auersat, so dat detsallew Stak uun tau ünlik Ütjfeerangen skrewwen as.

 

Neijuar 1912. Johannes E. Jannen, Nebel üüb Aamram.

 

Nr.20a

 

Oktavheft mit der Aufschrift: I Aus der Geschichte der Friesen - nach K.J. Clement Lebens- und Leidensgeschichte der Friesen 1845. 32 Seiten.

 

Enthält die Abschrift der Seiten 87-102 des Buches [Vgl. Lit.]

 

Nr.20b

 

Oktavheft mit der Aufschrift: II Aus der Geschichte der Friesen - nach K.J. Clement Lebens- und Leidensgeschichte der Friesen 1845. 32 Seiten.

 

Enthält Auszüge von den Seiten 102-128.

 

Nr.20c

 

Oktavheft mit der Aufschrift: III Aus der Geschichte der Friesen - nach K.J. Clement Lebens- und Leidensgeschichte der Friesen 1845. 12 Seiten.

 

Enthält Auszüge von den Seiten 128-156.

 

Nr.21

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Aus der Geschichte der Friesen von K.J. Clement. 42 Seiten.

 

Es handelt sich um Auszüge aus dem gesamten Buch. Es ist eine Bleistiftkladde und wahrscheinlich Vorarbeit zu den Nummern 20a-c.

 

Nr.22a

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Antje Sammen I.

 

Der vollständige Titel steht auf Seite 1: Antje Sammen. Arammud an Döggenhaid bianöder. Auersàt êfter Chr. Johannsens "Die Seemannswitwe auf der Düneninsel" fan Johannes E. Jannen, Neijuar 1912.

 

Unter der Überschrift 'Förriad', gibt Jannen einige einleitende Bemerkungen sowie Hinweise auf seine benutzte Orthographie. S. 2-3.

 

Spruch in Reimform von C. Johansen (1855). S. 4.

 

Übersetzung der Seiten 1 bis 29 (Mitte) der deutschen Vorlage. S. 5-52.

 

Nr.22b

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Antje Sammen II.

 

Enthält die Übersetzung der Seiten 29 (Mitte) bis 59 (Mitte) der deutschen Vorlage. S. 1-51

 

Nr.22c

 

Oktavhaft mit der Aufschrift: Antje Sammen III.

 

Enthält:

 

Übersetzung der Seiten 59 (Mitte) bis 93 (Ende) der deutschen Vorlage. S. 1-50.

 

22c.1 Lät üs an Liitje sjong, darunter steht: 'Daght fan Jürgen Martens, uunt Ömrang auerdraanj fan J.E.J'. Sechs Strophen. S. 50-53.

 

22c.2 An deeg fäst Bollwerk as üüs God, darunter steht: 'Chr. Johannsen efter Luther'. Vier Strophen. S. 53-55.

 

22c.3 Ik witj hokker tu trauen, darunter steht: 'B. Bonken efter ?' Drei Strophen. S. 55-57.

 

22c.4 Adjis, min leew Aalern albialen, darunter steht: 'Fan Namine Witt'. Acht Strophen. S. 57-60.

 

Nr.23a-23c

 

Oktavhefte mit der Aufschrift: Antje Sammen I (23a), Antje Sammen II (23b) u. Antje Sammen III (23c). Es sind die Bleistiftkladden zur Reinschrift der Übersetzung von "Die Seemannswitwe auf der Düneninsel", siehe NJA Nr.22a-c.

 

Nr.24

 

Oktavheft ohne Aufschrift

 

Enthält:

 

Vortrag von Johannes E. Jannen über Knudt Jungbohn Clement (1803-1873). S. 1-13 (der Rest ist frei). Eine maschinengeschriebene Form befindet sich in der Nachlaßnummer 30.12.

 

Nr.25

 

Konvolute mit Briefen und Zeitschriften- bzw. Buchartikel von J.E. Jannen an Volkert Hinrichsen vom Föhrer-Lokal-Anzeiger.

 

Enthält:

 

25.1 Rede zur zehnjährigen Wiederkehr des Abstimmungstages 1920. 5 DIN A4 Seiten.

 

25.2 New York vor 25 Jahren und jetzt. Von Joh. E. Jannen. 16 DIN A4 Seiten (nicht vollständig).

Zu diesem Text schreibt Jannen in einem Brief (ebenfalls in dem Konvolut) vom Februar 1928 an Hinrichsen: "Einliegend übersende ich Ihnen eine kleine Arbeit von der Sie, wenn Sie es der Veröffentlichung im unterhaltenden Teil für wert befinden, Gebrauch machen können. Es sind Eindrücke, die ich auf meinen Reisen und in Amerika erhalten habe und müßten wohl in Fortsetzungen erscheinen, da das Ganze für einmal zuviel ist. Da viele Amrumer und Föhrer Verbindungen in Amerika haben, wird es vielleicht manchen hier interessieren, etwas von drüben aus alter und neuer Zeit zu erfahren...."

 

25.3 Konvolut mit verschiedenen Aufsätzen, zu denen Jannen in einem Brief vom 2. Oktober 1928 an Hinrichsen bemerkt: "Einliegend übersende ich Dir einen Teil der in diesem Winter beabsichtigten Arbeit "Aus den Tagen unserer Väter". Als weitere Abschnitte werden folgen:

'Meine erste Reise nach Grönland 1855 und wie ich dazu kam', erzählt von Nickels G. Ricklefs.

'Der Untergang der dänischen Bark "Bernhardt" aus Altona bei Cap Horn 1858', von demselben.

Doch habe ich diese noch in einer unvollkommenen Kladde. Sollte sich Interesse für solche Erzählungen finden, dann könnten wir noch hinzufügen: 'Die Landaufteilung der Westerharde, d.i. Westerlandföhr und Amrum im Jahre 1800'. 'Alte Grabsteine', der Untergang der 'Frau Margarethe' einer Brigg aus Glückstadt, 'Orange Boom' von den Türken gekapert usw."

 

Es befinden sich in diesem Konvolut folgende Erzählungen:

 

25.3.1 Meine erste Reise nach Grönland 1855 und wie ich dazu kam. Erzählt von Nickels G. Ricklefs. (Vgl. Jannen 1932:36-42).

 

25.3.2 Wie ein Handwerksbursche eine Reise nach Amrum machte und nicht viel davon hatte.

 

25.3.3 Der Untergang der dänischen Bark "Bernhardt" aus Altona bei Cap Horn im Jahre 1858. Erzählt von Nickels G. Ricklefs. (Vgl. Jannen 1932:42-46).

 

24.3.4 Beschreibung einer Reise von Valdeparaiso nach Rio de Janeiro 1868 mit der Hamb. Bark "Ricardo" Capt. Diedrichsen von Hooge und zurück nach dort. Erzählt von Nickels G. Ricklefs. (Vgl. Jannen 1932:46-49).

 

25.4 Zur Geschichte des auf dem Nebeler Kirchhof ausgegrabenen alten Grabdenkmals.

 

25.5 Das Geheimniß der "Maria Celeste". 4 Seiten.

 

Nr.26a

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Fitje Iarken I. 32 Seiten.

 

Es ist die handschriftliche Vorlage für die gedruckte Form in Jannen (1932:1-20).

 

Nr.26b

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Fitje Iarken II. 32 Seiten.

 

Es ist die handschriftliche Vorlage für die gedruckte Form in Jannen (1932:20-36).

 

Nr.27

 

Oktavheft ohne Originalaufschrift (die vorhandene Aufschrift ist nachträglich von Pastor Pörksen vorgenommen worden). 52 Seiten.

 

Enthält:

 

27.1 Abschrift eines Briefes von Jannens Sohn Friedrich Theodor vom 5. März 1925 an ihn, als er in Amerika war. S. 3-4.

 

27.2 Meine erste Reise nach Grönland 1855 und wie ich dazu kam. - Erzählt von Nickels G. Ricklefs. S. 5-18.

Es ist eine handschriftliche Vorlage zur gedruckten Form in Jannen (1932:36-42).

 

27.3 Hü an Handwerksbursch an Rais efter Aamram maget man ar ei föll fan hed. S. 18-20. Vgl. Anlage S. 58-59.

 

27.4 Der Untergang der dänischen Bark "Bernhardt" aus Altona bei Cap Horn im Jahre 1858. S. 21-27.

 

27.5 1868. Beschreibung einer Reise von Valparaiso nach Rio de Janeiro mit der Hamb. Bark "Ricardo" Capt. Diedrichsen von Hooge und zurück nach dort. S. 28-34.

 

27.6 Mein erster Ausflug in's gelobte Land. S. 35-41.

 

27.7 Anton Schau und der Amtsrichter. S. 41-44. Vgl. Anlage S. 59-60.

 

27.8 Der Regierungspräsident und die 12 Apostel in der Kirche. S. 44-45.

 

27.9 Wie die Austernfischer ihre Tagesarbeit abschlugen. S. 45-46. Vgl. Anlage S. 60.

 

27.10 Strandgut. S. 46-47. Vgl. Anlage S. 43

 

27.11 Michel Post.

Die Geschichte fängt auf Seite 52 an, auf den Seiten 50 und 51 steht ein anderer geschriebener Text, nicht von Jannen, der sich mit allgemeinen Bestimmungen zur Postbeförderung befaßt. Die Geschichte von Michel Post wird dann auf den Seiten 49, 48 und 47 fortgesetzt.

 

Nr.28

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Arische Abstammung. 32 Seiten.

 

Enthält: Genealogische Daten verschiedener Personen aus den Jahren 1800 bis 1852. S. 1-9, der Rest ist frei.

 

Nr.29

 

Sammelband, ohne Aufschrift, 100 Seiten, maschinengeschrieben.

 

Enthält:

 

29.1 Mein erster Ausflug in's gelobte Land. S. 1-3.

 

29.2 Michel Post. S. 4-5.

 

29.3 Fitje Iarken (Friedrich Erichsen). S. 6-41.

 

29.4 Meine erste Reise nach Grönland 1855 und wie ich dazu kam. Erzählt von Nickels G. Ricklefs. S. 42-48.

 

29.5 Der Untergang der dänischen Bark "Bernhardt" aus Altona bei Cap Horn im Jahre 1858. S. 49-52.

 

29.6 1868. Eine Reise von Valdeparaiso nach Rio de Janeiro mit der Hamb. Bark "Ricardo" Capt. Diedrichsen v. Hooge und zurück nach dort. S. 52-55.

 

29.7 Der Regierungspräsident und die 12 Apostel in der Nebeler Kirche. S. 55.

 

29.8 Der Sklavenhandel. S. 56-66.

 

29.9 Das von den Nordfriesen geführte Schiff "Orange Boom" von dem türkischen Kaper "Die drei halben Monde" gefangen genommen am 20. Juni 1687 auf Doggersbank. S. 67-80.

 

29.10 Der Friese Nis Ipsen aus Klanxbüll. S. 80.

 

29.11 Aus dem Leben des nordfriesischen Helden Hark Olufs. S. 81-100.

 

Nr.30

 

Sammelband in blauem Umschlag, 107 Seiten 4°, z.T. maschinengeschrieben, z.T. handschriftlich. Nur die Seiten 1 bis 71 sind Arbeiten Jannens. Die Seiten 72 bis 106 sind Ausarbeitungen von Heinz Howaldt, die dieser 1937 auf Amrum gemacht hat. Wahrscheinlich hat Jannen Kopien von ihm bekommen. Einige sind mit 'H. Howaldt' unterschrieben. Auf der letzten Seite dieses Sammelbandes befindet sich ein Gedicht von Bernhard Tönissen.

Auf der dritten Seite (nicht paginiert) befindet sich ein Inhaltsverzeichnis, das aber nicht in allen Einzelheiten mit dem tatsächlichen Inhalt übereinstimmt. Unter dem Inhaltsverzeichnis steht: 'Zusammengestellt, gesammelt und aufgezeichnet von Johannes E. Jannen, Nebel auf Amrum 1937'.

 

Enthält:

 

30.1 Zur goldenen Konfirmation, welche am 30. August 1936 zum ersten Male in unserer St. Clemens Gemeinde gefeiert wurde. S. 1-5.

Jannen gibt darin einen Überblick der einzelnen Konfirmandenjahrgänge, angefangen beim ältesten von 1862, und gibt Informationen darüber, wer davon noch lebt, was aus ihnen geworden und wer gestorben ist. Die älteste noch lebende Konfirmandin ist Camilla Therese Quedens geb. Cöster. Von den Konfirmandenjahrgängen 1863 bis 1866 ist keiner mehr am Leben. Jannen geht die Jahrgänge bis 1886 durch.

 

30.2 Im Jahre 1937 auf Amrum lebende Hark Olufs Nachkommen (Aufgeführt nur die selbständigen bzw. Haushaltsvorstände. Angeführt die jeweiligen Nachkommen, also auch Frauen, wenn sie in einer Ehe die eigentlichen Nachkommen sind. Ferner Überlebende Angeheiratete). S. 6-7.

Jannen (selbst ein Nachkomme) teilt die Namen, 73 an der Zahl, nach ihren Wohnsitzen Norddorf, Nebel (wo die meisten wohnen), Steenodde, Süddorf und Wittdün ein.

 

30.3 Lutherische Pastoren in der St. Clemens Gemeinde auf Amrum seit der Reformation. S. 8.

Es ist eine Aufzählung der Pastoren, die auf Amrum zwischen 1524 und 1935 amtierten. Zu jedem Namen fügt er kurze biographische Daten an. Insgesamt umfaßt die Liste 23 Namen.

 

30.4 Die Alarmstange. S. 9-10.

Jannen beschreibt Sinn und Funktion einer Alarmstange. Die Informationen stammen von Lorenz Friedrich Mechlenburg, der diese auf einen kleinen Zettel geschrieben hat, den Jannen auf dem Boden des Pastorats findet. Diese Alarmstange dient dazu, Schiffsstrandungen zu entdecken sowie in den Kriegsjahren auch als Warnmast. In der Quarantänezeit 1831-1835 ist diese Alarmstange ständig besetzt. In der Aufzeichnung Mechlenburgs findet sich auch eine graphische Darstellung der verschiedenen Warnzeichen für den Fall, daß sich ein Schiff nähert. Die Alarmstange hat auf einer Düne westlich des Seehospizes II gestanden, die daher zu Jannens Zeiten auch noch 'Alarmdüne' geheißen hat.

Vgl. Anlage S. 44-46.

 

30.5 Aus der Geschichte Amrums. S. 11-19.

Es ist identisch mit der veröffentlichten Form, die unter demselben Titel erschienen ist (siehe NJA Nr.2).

 

30.6 Auszug aus dem "Sonntagsboten" v. 22. März 1936. S. 20.

Es geht um die Pflichten und Forderungen, die an "kirchliche Gemeindekörperschaften" gestellt werden. Darin heißt es, daß sie neben der kirchlichen und religiösen Eignung auch ihre "Pflichten gegenüber Führer, Volk und Vaterland, gegenüber Beruf und Familie mit besonderem Ernst und mit besonderer Treue zu erfüllen haben".

 

30.7 Ein entscheidender Sieg Amrumer Seeleute über englische Seestreitkräfte. S. 21-22.

Jannen hat dieses Stück aus einer "alten vergilbten Handschrift", die der Kapitän Julius Schmidt aufgeschrieben und hinterlassen hat. Es geht um den sog. "Kaffeekrieg" im Jahre 1805.

Vgl. Anlage S. 46-47.

 

30.8 Weihnachtsgebräuche auf der Insel. S. 23-25.

Weihnachten ist auf den Inseln zur Zeit der "Grönlandfahrt" auch deshalb ein großes Fest, weil da die Familie zusammen kommt. Und kein Seefahrer, so Jannen, unterläßt es, "nach der Heimkehr beim nächsten Gottesdienst für die glücklich vollbrachte Reise öffentlich von der Kanzel danken zu lassen". Die Kinder stellen am Weihnachtsabend ihren Teller auf. Es brennen an diesem Abend statt der gewöhnlichen Tranlampe (kwiak) drei Talglichter, die extra für diesen Tag gegossen worden sind. Einen Tannenbaum gibt es noch nicht, man behilft sich mit einem Holzstiel, an dem man Seitenhölzer befestigt und diese werden mit Heidelbeersträuchern (beiruter) umwickelt. Um 1878 bringt Lehrer Bonken den ersten richtigen Tannenbaum nach Amrum, der in der Nebeler Schule aufgestellt wird, wo Alt und Jung dann zusammen feiern. Am Altjahrsabend verkleiden sich die jungen Leute und gehen von Haus zu Haus. Am Neujahrsmorgen gehen die Kinder ebenfalls von Haus zu Haus und wünschen ein gesegnetes Neujahr. Diese Sitte ist nach dem ersten Weltkrieg verlorengegangen.

 

 

30.9 Hü't toging, diär a nei Liär üüb Amram ka'm. Efterföörteld fan'n Freskfrinj! 1849. S. 26-36 (handschriftlich).

Neben diesem Titel steht mit rotem Buntstift geschrieben: "Wörtlich abgeschrieben nach Original im [sic] Hamb. Universitätsbibliothek, wahrscheinlich geschrieben von Christian Johannsen [sic]." Am Ende der Abschrift (S. 36) steht in Klammern: "Diese Abschrift der Erzählung von Chr. Johannsen, welche sich handschriftlich unter dem Nachlass Pastor Lorenz Fr. Mechlenburgs im Altonaer Museum befindet, copiert im Juni 1930 von Joh. E. Jannen. Nebel." [Vgl. 30.24].

 

30.10 Programmabfolge bei der Einweihungsfeier des Parteiheimes in Nebel, am 23. März 1934. S. 37.

Links oben auf dem Blatt steht: "Zelle Nebel der NSDAP". Redner auf dieser Veranstaltung waren Johannes E. Jannen [siehe unten], Ortsgruppenleiter Dr. Ide und Frau Dr. Ide als Mitglied der NS Frauenschaft Nebel.

 

30.11 Zur Einweihung des Heim's der NSDAP am 23. März 1934 [Programmablauf siehe NJA Nr.30.10]. S. 38 (doppelseitig mit Maschine beschrieben).

Jannen führt in seiner Rede zwölf Punkte auf, die der inneren Organisation eines Volkes zu Grunde liegen sollten, wobei er sich auf "unsere Väter" beruft, die folgende Regeln nennen: 1. Strebsamkeit, 2. Ehrgefühl, 3. Wahrheitsliebe, 4. Keuschheit, 5. Wißbegierde, 6. Offenheit, 7. Mut gegen Wind und Wetter, 8. Unternehmungsgeist, 9. Gerechtigkeitsliebe, 10. Freigiebigkeit, 11. Kirchlichkeit, 12. "Die herzinnige Heimatliebe, die aus der prachtvollen und genußreichen Welt unsere Väter immer wieder zu ihren kleinen dürftigen Eilanden hinzog".

Auf Seite 39 verfügt er, "daß nach meinem Tode das 'Missionshaus' für immer zu religiösen, sozialsittlichen und wohltätigen Zwecken zur freien und unentgeldlichen [sic] Verfügung stehen soll, und nicht bei einer ev. Erbteilung meines Nachlasses mit aufgeteilt werden soll".

 

30.12 Knudt Jungbohn Clement von Amrum. S. 39-46.

Es ist die Niederschrift eines Vortrages, den Jannen über diese für Amrum wichtige Persönlichkeit gehalten hat. Eine identische, handschriftliche Form befindet sich in der Nachlaßnummer 24. Am Ende dieses Vortrages druckt Jannen den Wortlaut der Grabinschrift von Clements Frau Hulda Louise Clement geb. Fries. Der Grabstein ist nach Jannens Angaben vom Hamburger Friedhof, wo er ursprünglich gestanden hat, auf den Friedhof der St. Clemens Kirche auf Amrum gebracht worden. Eine Bleistiftaufzeichnung des Textes befindet sich in der Nachlaßnummer 9.3.

 

30.13 Friesische Sagen. S. 46-55.

Es ist die schriftliche Form eines Vortrages, den Jannen am 30. Mai 1935 in Nebel gehalten hat [eigene Angabe auf Seite 55].

Er macht in diesem Vortrag eine "Reise" durch die verschiedenen bekannten friesischen Sagen und Märchen, so vom Verschworenen Weg, wo noch immer, laut Jannen, gelbe Streifen in den Kornfeldern zwischen Harwai und Boike's Dik zu sehen sind. Eine Bemerkung Jannens in der Geschichte zu den Zauberwesen ("trooler") ist interessant, weil sie einen Hinweis darauf geben könnte, ob die Ständerhäuser auf Amrum alle ursprünglich oder importiert worden sind. So heißt es auf S. 47: "Der alte Schiffer Gerret Jacobs, der in Chr. Gliesmann's Haus wohnte, erzählte mir einmal, wie auch er beinahe unter die 'Trooler' geraten wäre. Er kaufte ein Haus auf einer untergehenden Werft auf Langeness, liess es niederlegen um es an der Stelle, wo es jetzt in Nebel steht, wieder aufzubauen. Jedesmal wenn er mit seinem Schiffe kam, um Baumaterial zu holen, war vieles verschwunden...."

Eine längere Passage behandelt die Geschichte mit der Hexe Gonnel Knütjen, daneben Episoden von übernatürlichen Erscheinungen, u.a. eine Begebenheit, erzählt von David Monrad aus dem Meßbuch von 1683 und vom "Wiedergänger" Hark Olufs, nach seiner Rückkehr aus der türkischen Gefangenschaft.

Den Abschluß des Vortrages bilden "Lebensregeln", die er in Versform verpackt vorträgt. Diese "Lebensregeln" befinden sich handschriftlich in Nachlaßnummer 13a, datiert v. Januar 1908.

 

30.14 Das Geheimniß der "Maria Celeste". S. 56-58 (handschriftlich).

Diese Fassung ist im Wortlaut nicht identisch mit den anderen Artikeln zu diesem Schiffsunglück, die sich ebenfalls im Nachlaß befinden [vgl. Nr. 3b u. Nr.5.2] . Es geht hieraus hervor, daß Jannen mit dem nautischen Experten Roden, auf den sich seine Geschichte stützt, bei seinem letzten New York-Aufenthalt, persönlich gesprochen hat.

 

30.15 Chronik der Familie Jannen. S. 59-65.

Es ist eine Art tabellarischer Extrakt seiner umfassenderen Chronik, die sich in der Nachlaßnummer 14 befindet. Die einzelnen Namen sind durchnumeriert und z.T. nach Elternpaaren geordnet.

Vgl. Anlage S. 47-53.

 

30.16 Allerlei von bekannten und unbekannten Amrumer Persönlichkeiten. S. 66-71 (handschriftlich).

 

Erzählt werden folgende Geschichten:

 

30.16.1 Michel Post. S. 66-68. Vgl. Anlage S. 61-62.

 

30.16.2 Mein erster Ausflug in's gelobte Land. S. 68-71.

Jannen erzählt darin über seine erste Auswanderung nach Amerika im Jahr 1886.

Vgl. Anlage S. 62-64.

 

 

Die Seiten 72 bis 106 dieser Nachlaßnummer sind Arbeiten und Abschriften, die Dr. Heinz Howaldt verfaßt hat, wahrscheinlich als Recherchen für ein geplantes Buch. Es beschreibt darin Quellen, die ihm zur Verfügung gestanden haben. Aus Zeitgründen konnte er von den meisten keine Abschrift machen, was sehr bedauerlich ist, da einige dieser Quellen nicht mehr vorhanden bzw. nicht mehr zugänglich sind.

 

30.17 Brief von Marten Knudten an K.J. Clement. S. 72 (beidseitig mit Maschine beschrieben).

Die Abschrift des Briefes hat Howaldt mit den einleitenden Worten versehen: "Marten Knudten schreibt nun auf einem leider abgeschnittenen und ohne Datum versehenen Bogen, den ich bei Durchsicht des Nachlasses von K.J. Clement im April 1937 im Hause des Herrn Jens, Norddorf, der jetzt diesen Nachlass besitzt, fand, wie folgt: [...]." Clement hat Marten Knudten sein Buch Die Lebens- und Leidensgeschichte der Frisen (1845) gewidmet.

Vgl. Anlage S. 66-67.

 

30.18 Die Belagerung und Beschiessung Kopenhagens im Jahre 1807. S. 73.

Howaldt schreibt dazu: "Im Besitze der Familie Meinerts - Petersen befand sich im April 1937 ein kleines selbstgebundenes Heft, das sehr anschauliche Schilderungen von der Belagerung und Beschießung Kopenhagens im Jahre 1807 durch die Engländer enthält. Das Heft ist, in den einzelnen Seiten unregelmäßig geschnitten, 11 cm x 16 cm groß und 45 Seiten stark. Es enthält in Tagebuchform Aufzeichnungen beginnend am 19. August 1807 und endet am 12. September 1807. Das Papier entstammt aus der damaligen Zeit. Leider ist in keiner Weise ersichtlich, von wem die Aufzeichnungen stammen und wie sie nach Amrum gekommen sind. Sie sind, im allgemeinen ganz gut leserlich geschrieben, einheitlich von einer Handschrift geschrieben, jedoch nicht von Rauert Cöster, von dem wir in gleichem Besitz ein Brieftagebuch haben, in das dieses kleine Heft gelegt war. Man sieht zunächst den Sinn des ganzen und den Zusammenhang nicht ganz klar. Offenbar hat jemand aus Interesse an der ja schließlich damals sehr aufregenden Sache aus Briefen alles über die Belagerung bzw. Beschießung gesammelt und abgeschrieben. Dabei ist nicht sicher, ob es sich um die Briefe einer bestimmten Person handelt. Der Inhalt ist aber außerordentlich lebendig geschrieben, so daß diese äußeren Fragen ganz dahinter zurücktreten. Aus Zeitmangel kann jetzt leider keine Abschrift vorgenommen werden, doch darf das vorbehalten bleiben. Jedenfalls wird die Hoffnung und Bitte ausgesprochen, daß das wertvolle kleine Heft mit derselben Sorgfalt wie bisher aufbewahrt werden möchte!

Zum Schluß des Heftes sind noch Eintragungen von anderer Handschrift gemacht, die eine Episode aus der fraglichen Zeit schildert. Auch Zusammenstellungen über die Verluste bei der Beschießung sowie eine Stellung Rußlands, die sogar als "Kriegserklärung" an England bezeichnet wird, fehlen nicht. Nach alledem wird es verständlich, daß es mir sehr schmerzlich ist, daß ich im Augenblick von einer Abschrift Abstand nehmen muß."

 

Norddorf/Amrum d. 27. April 1937 Dr. H. Howaldt

 

 

 

 

30.19 Nachlass K.J. Clement. S. 74.

Howaldt schreibt mit Datum vom 10. April 1937: "Im Besitz des Herrn Jens, Norddorf, befand sich April 1937 aus dem Nachlass des Gelehrten Dr. K.J. Clement ausser Büchern, die noch nicht durchgesehen wurden, drei Pakete mit Briefen und Manuscripten.

Eine sehr flüchtige Durchsicht ergab, daß es sich hierbei um an Clement gerichtete Briefe handelt. Es ist Verschiedenes für Amrum Wichtiges und Interessantes darunter. Herr Jens will auch im Winter während seiner Abwesenheit alles zur genauen Durchprüfung zugänglich machen. Herr Lützen hat die Schlüssel zur Wohnung."

 

30.20 Nachlass Tadt Quedens. S. 75.

Zu seiner Quelle bemerkt Howaldt: "Im Besitz von Joh. Alfred Quedens sen., Nebel, befand sich im April 1937 eine Inventaraufnahme und Nachlaßregulierung von Tadt, Boy Quedens Witwe aus dem Jahre 1822. Die Aufzeichnungen sind auf amtlichen Papier in der Größe 34 x 20 cm gemacht, zusammengeheftet und zusammengerollt. Leider hat die Rolle sehr gelitten und ist stellenweise stark eingerissen, auch sind die Ränder stark mitgenommen. Die Rolle umfaßt 40 Seiten und enthält auf der letzten Seite die Bemerkung, daß die Erbregulierung in das Schuld- und Pfandprotokoll aufgenommen sind. Nach Angabe des Amtsgerichtsrates Brinkmann sollen nun die geschlossenen Schuld- und Pfandprotokolle auf dem Amtsgericht in Wyk aufbewahrt sein. Ich beabsichtige, sie mir nach meiner bevorstehenden Abreise von Amrum eingehend durchzusehen und hoffe dabei noch besser erhaltene als das hier vorliegende, übrigens bisher mir als einziges in Amrum selbst zu Gesicht gekommene, anzutreffen. Aus diesem Grunde und aus Zeitmangel stelle ich zunächst eine an sich sicher lohnende Auswertung zurück. Außer für die Familie Quedens selbst ist selbstverständlich auch überhaupt für die Erfassung alt Amrumer Verhältnisse diese Akte von großer Bedeutung und solange ich nicht sicher bin, daß ich in Wyk besseres finde, hoffe ich sehr auch später noch eine eingehendere Auswertung vornehmen zu können, zumal doch sicher wie bisher dieses alte Familienstück sorgfältig aufbewahrt werden wird.

Aus dem Inhalt nur kurz: Die eigenartige Form der Erbauseinandersetzung mit Vertrauensleuten als Taxatoren usw. Dann überhaupt nähere Beschreibung des ganzen Vorganges mit amtlichem Papier, Bandsiegel (grün-rot) usw. Haus selbst mit Angabe der Fächer usw. Scheune, Ländereien, besonders interessant wegen der alten Flurnamen. Ferner Inventar eines Kramladens und dann die sehr knifflige aber doch aufgehende Ausrechnung. Manche heute ungebräuchlichen Ausdrücke und Gegenstände. Besonders interessant ein Posten Christiansfelder Tuch. Christiansfeld ist eine Herrnhutersiedlung nördlich Hadersleben. Es war das letzte deutsche Dorf der alten deutsch-dänischen Grenze. Offenbar haben die Herrnhuter aus Schlesien ihre Leineweberkunst mitgebracht und ihr dort gewebtes Tuch dann bis nach Amrum vertrieben. usw. usw."

 

Norddorf/Amrum, d. 28. April 1937 Dr. H. Howaldt

 

 

30.21 Abschrift. S. 76.

Es ist die Abschrift Howaldts eines Briefes von Oluf Bohn, Midlum auf Föhr, datiert v. 20. August 1864, an K.J. Clement, Hamburg. Howaldt bemerkt zu dieser Abschrift: "Der nachstehende Brief wurde von mir im April 1937 im Hause des Herrn Jens, Norddorf/Amrum, in dem bisher nur flüchtig durchgesehenen Nachlaß des Dr. K.J. Clement gefunden."

In dem Brief beschreibt Bohn die Jubelfeiern, die die Osterlandföhrer und Wyker anstimmen, als sie vom "Dänenjoch" befreit werden und statt des Danebrogs die deutsche und schlesw.-holst. Fahne gehißt wird. Daß von dieser Euphorie auf Amrum und Westerlandföhr nichts zu spüren ist, schreibt Bohn am Ende des Briefes: "Westerlandföhr und Amrum können sich nicht fügen, sind noch der festen Zuversicht, der Däne läßt sich solche Demüthigung nicht gefallen, er steht noch wieder auf und erobert Schleswig. Auch zwischen uns haben wir solche, theils Dänen von Geburt und theils Renegaden [sic]."

Vgl. Anlage S. 68-70.

 

30.22 Das Brieftagebuch des Kapitäns Rauert Cöster 1784-1808. S. 79-106.

Howaldt schreibt dazu: "Im Besitz der Frau Clara Gerhardine Petersen befand sich im April 1937 ein für die alten Amrumer Verhältnisse höchst aufschlußreiches und wichtiges Buch, das hoffentlich mit derselben Sorgfalt wie bisher auch für die weitere Zukunft aufbewahrt wird.

Es handelt sich um ein Brieftagebuch des 'Capitäns von Copenhagen' Rauert (Riwert) Cöster (Harken), geb. 22. März 1740 in Nebel, gest. am 9. September 1820 in Nebel.

Rauert Cöster war der Sohn von Hark Knudten Küster und Matje, Rauert Fröddens Tochter und führt also als zweiter Sohn nach seinem älteren Bruder 'Knudt' seinen Vornamen 'Rauert' nach seinem mütterlichen Großvater.

Sein Großvater väterlicherseits war der Ratsmann des Westerlandföhrer Landthings Hark Rörden, der 1640 auf Amrum geboren und 1704 in Nebel gestorben, der Ahnherr der heutigen Familie Köster ist. Für ihn wurde der prächtige große Grabstein errichtet, der heute an der Rückwand der Gefallenenehrung auf dem Nebeler Kirchhof steht.

Rauert Cöster heiratete im Jahre 1766 Marret Harken, das dritte Kind und die zweite Tochter von Hark Olufs. Da auch Hark Olufs Mutter eine Tochter von Hark Rörden war, so war das Ehepaar ziemlich nahe miteinander verwandt. Aus der Ehe stammen zwei Söhne. Knudt Rauerts, geb. 1767, als Untersteuermann nach 1788 [?] in Ostindien über Bord geschlagen und Hark Rauerts, geb. 1770, nur 10 Wochen alt geworden. Als im Mai 1808 die Ehefrau Marret ihrem Mann im Tode voranging, war Rauert Cöster tatsächlich ohne unmittelbare Erben.

Bevor wir uns mit dem Buche selbst beschäftigen, wollen wir versuchen, aufzuklären, wie es in den Besitz der Frau Petersen gekommen sein mag. Rauert Cöster war offenbar von 1802 bis 1808 Austerncommissionär. Diese Tätigkeit gibt er 1808 nach dem Tode seiner Frau auf. Da das Buch nun genaue Aufzeichnungen über die Austernfischerei enthält, liegt es sehr nahe, daß er das Buch seinem Nachfolger übergeben hat.

Aller Wahrscheinlichkeit war Volkert Quedens sen. (1769-1853), Schiffer und Strandvogt in Steenodde, einer seiner Nachfolger. Eine Tochter von Volkert Quedens, Keike (1802-1883), heiratete 1823 Gerret Ricklefs. Aus dieser Ehe stammt Kresche Ricklefs (1828-1917), die 1852 Meinert Martinen heiratete und die Großmutter väterlicherseits der Frau Petersen geb. Meinerts, war. Wenn diese Vermutung richtig ist, so hat sich nach der Übergabe des Buches an den Nachfolger Volkert Quedens das Buch jetzt bereits vier Generationen vererbt, davon dreimal auf der Frauenseite.

Das Buch, 31 cm lang und 20 cm breit, ist in Schweinsleder gebunden. Das Papier aus dem zeitentsprechenden guten Material ist weiß. Das Buch enthält 78 doppelt beschriebene Seiten, die so geteilt sind, daß zunächst 61 Doppelseiten Briefe aus der Zeit vom 13. Oktober 1784 bis 25. Mai 1808 kommen. Dann sind umgekehrt 17 Doppelseiten mit einem Contocorrent ausgefüllt.

Das Buch ist nicht vollständig. Der Einband ist zur Hälfte durchgerissen und nicht mehr vorhanden. Man gewinnt dadurch übrigens einen guten Einblick in die damalige Bindetechnik. Dann fehlen sowohl bei den Briefen als auch bei dem Contocorrent einzelne Seiten, endlich sind vermutlich unbeschriebene Seiten zwischen dem Contocorrent und den Briefen herausgeschnitten worden.

Der Inhalt ist außerordentlich interessant und wichtig, zeigt er uns doch in aufschlußreichster Weise den ganzen Geschäftsbetrieb eines damaligen 'Capitäns von Kopenhagen'. Wenn man die schlechten damaligen Schulverhältnisse kennt, - in Norddorf war damals ein Schneider Lehrer, damit soll nichts gegen den Mann und seine Fähigkeiten gesagt werden, aber niemand kann zwei Herren dienen - muß man immer wieder staunen über die saubere gewandte Feder des alten Rauert Cöster, noch mehr aber über die Bildung, die er sich selbst angeeignet haben muß. Denn die Briefe sind nicht etwa nur deutsch geschrieben, nein der größte Teil ist dänisch geschrieben. Das mag noch angehen, da ja Amrum damals zu Dänemark gehörte, daneben befinden sich aber etliche in holländischer Sprache geschriebene."

 

Auf den Seiten 80 bis 84 gibt Howaldt dann einen Überblick dessen, was ihm bei der Durchsicht besonders in Auge gefallen ist. Bei diesem Überblick ausgelassen hat Howaldt die Briefe, die sich mit dem Austernfang befassen, weil er diese ausführlich unter der Überschrift: Die Leiden und Freuden der Amrumer Austernfischerei auf den Seiten 85 bis 104 behandelt.

Auf den Seiten 105 bis 106 macht Howaldt eine Zusammenfassung, wobei er sich in erster Linie darüber Gedanken macht, warum die Austernfischerei auf Amrum zu Grunde gegangen ist, und ob es sich nicht lohnen würde, sie neu ins Leben zu rufen, auch um weitere Auswanderungen zu verhindern.

Vgl. Anlage S. 70-76.

 

30.23 Nach 40-jähriger Abwesenheit. S. 107.

Ein Gedicht von Bernhard Tönissen, San Francisco. 7 Strophen á 4 Zeilen.

 

30.24 Abschriften, Bemerkungen und Kopien, die Jannen zu Christian Johansens Stück "Hü a nei liar tu Oomram kaam" gemacht hat. [Vgl. 30.9].

 

30.25 Aufstellung über die Materialien, die sich im Jahr 1938 im Gemeindearchiv von Nebel befanden. Angefertigt von Heinz Howaldt am 27. April 1938.

 

30.26 Bemerkungen und kurzgefaßter Inhalt zum "Allgemein nützlichen Strand- und Bergungslegat für die St. Clemens Gemeine auf Amrum", von Heinz Howaldt im November 1937. 24 DIN A4 Seiten (maschinengeschrieben). Fängt an: "In Verwahrung bei dem derzeitigen Amtsvorsteher Leonhard Mechlenburg befand sich im November 1937 ein brauner Lederband, der die Geschichte und teilweisen Eintragungen über das "Strandlegat" enthält.

 

 

Nr.31

 

Konvolute mit Briefen der Familie Jannen.

 

Enthält:

 

31.1 Briefe von Johannes E. Jannen an seine Frau Ida und Sohn Freddy aus dem Jahr 1916, als er Soldat in Kiel ist.

 

31.2 Brief von Johannes E. Jannen an seine Frau Ida v. 24. Oktober 1925 aus New York.

 

31.3 Briefe von Johannes Christian Jannen an seine Mutter Ida und Bruder Freddy aus den Jahren 1920 bis 1924 aus Hamburg.

 

31.4 Briefe von Johannes Christian Jannen und seiner Frau Melitta Silwine geb. Hansen an seine Mutter Ida und Bruder Freddy aus New York aus den Jahren 1925 bis 1927.

 

31.5 Briefe an Johannes E. Jannen, u.a. zwei Briefe von Boy Julius Flor aus New York aus den Jahren 1905 und 1908 und ein Brief von Siegfried Knudten aus Altona von 1920.

 

31.6 Brief von Johannes E. Jannen an Carl und Piene Quedens, Wittdün, aus dem Jahr 1937, als Jannen zu einem Besuch in der USA weilt.

 

31.7 Brief von Jan Martin Jannen an seine Frau Kresche geb. Cöster, v. 22. Juni 1871, Husum.

 

31.8 Zwei Briefe aus den Jahren 1876 u. 1894 von unterschiedlichen Absendern, die bisher noch nicht identifiziert werden konnten.

 

Nr.32

 

Konvolute mit Lebensdokumenten

 

Enthält:

 

32.1 Verzichtserklärung Ida Jannens auf ein beantragtes Visum zur Reise in die USA.

 

32.2 Erbschaftsangelegenheiten

32.2.1. Verzicht der Halbbrüder von Johannes E. Jannen auf das Erbe ihres Vaters Martin Simon Jannen, zu Gunsten ihrer Halbgeschwister. Datiert: 1915.

32.2.2. "Kresche Jannen Legat" 1920.

 

32.3 Diverse Grundbuchblätter von ihm selbst erworbener Grundstücke sowie von anderen, wo er als Bevollmächtigter fungiert hat.

 

32.4 Eine Bescheinigung des Department of Health in New York v. 9. Juli 1908, ausgestellt für Johannes Christian Jannen.

 

32.5 Quittung unterschrieben von G.M. Helene Jannen geb. Voss, datiert v. 1. August 1905, daß sie Geld aus dem Witwen-Unterstützungsfond erhalten hat. Der Onkel ihres Vaters [Erich Broder Jannen] ist am 9. Dez. 1863 bei der Rettungsfahrt zur "Horus" umgekommen.

 

32.6 Vollmachten für J.E. Jannen betreffs Erbschafts- und Geschäftsangelegenheiten.

 

32.7 Abschrift Jannens [?] eines Artikels der Allgemeinen Evang. Luth. Kirchenzeitung aus dem Jahre 1937.

 

32.8 Testamentsabschriften

 

32.9 Konvolut mit amtlichen Schreiben und andere Papiere.

 

Nr.33

 

Andresen, H./Wolff, Robert

Die Nordseebäder auf Amrum. Wittdün - Satteldüne. Zur Orientierung der Badegäste. Wittdün. 1906.

 

Nr.34

 

Beermann, F.H.A.

Anviisning til Skov- og Hegnplantning; ifær for Landmænd; skovlöse Egne. Kopenhagen. 1852.

 

Nr.35

 

Biernatzki, J.C.

Gesammelte Schriften. Erste vollständige Gesammtausgabe in acht Bänden. Dritter Band. Altona. 1844.

 

Nr.36

 

Bode

Fünfzig Jahre Christliches Seehospiz auf Amrum. Bielefeld. 1940.

 

Nr.37

 

Braren, Johann

Nahmen Tjiddels sin Döntje. Wyk. o.J.

 

Nr.38

 

Bremer, Otto/Jirrins, Negels

Ferreng an ömreng Allemnack för't Juar 1893. Halle. 1893.

 

Nr.39

 

Bremer, Otto/Jirrins, Negels

Ferreng an öömreng Allemnack för't Juar 1894. Halle. 1894.

 

Nr.40

 

Bremer, Otto/Jirrins, Negels

Ferreng an öömreng Allemnack för't Skreggeljuar 1896. Halle. 1896.

 

Nr.41

 

Bremer, Otto

Ferreng an ömreng Stacken. I. Ferreng an ömreng Stacken üb Rimen. Halle. 1888.

 

Nr.42

 

Clement, Edmund (Hrsg.)

Die Deutsche Namenswelt. Nachgelassenes Werk von Dr. K.J. Clement aus Nordfriesland. Hamburg. 1887.

 

Nr.43a

 

Clement, Knut Jungbohn

Die nordgermanische Welt oder unsere geschichtlichen Anfänge. - Eine Einleitung zur Universalgeschichte von Dr. Clement von der Insel Amrum im dänischen Frisland. Kopenhagen. 1840.

 

Nr.43b

 

Clement, Knut Jungbohn

Ueber die dänischen Reichssymbole, Elephant u. Danebrog, ein paar bisher zwar unbekannte, aber nothwendige Materialien zu einer gründlichen Nachweisung des Ursprungs der dänischen Staats-Orden. Kopenhagen. 1840 (befindet sich zusammengebunden mit obiger Schrift).

 

Nr.44

 

Clement, Knut Jungbohn

Die Lebens- und Leidensgeschichte der Frisen, insbesondere der Frisen nördlich von der Elbe. Kiel. 1845.

 

Nr.45

 

Clement, Knut Jungbohn

Die schleswig-holsteinischen Seekanalprojekte. Hamburg. 1865. Selbstverlag.

 

Nr.46

 

Clontarf

Poem. Dublin. 1822.

 

Nr.47

 

Deckmann, Otto (Hrsg.)

Unser Schleswig. 1935. Der Kalender der deutschen Nordmark. Flensburg. 1935.

 

Nr.48

 

Deutscher Seefischerei-Verein

Deutscher Seefischerei-Almanach für 1910. Hannover/Leipzig. 1909.

 

Nr.49

 

Eckermann, Christian

As ik so'n Jung weer. Soltau. 1906.

 

Nr.50

 

Eschels, Jens Jacob

Lebensbeschreibung eines alten Seemanns (verkürzte Ausgabe). Hamburg. 1928.

 

Nr.51

 

Eskildsen, Claus

Die Schleswigsche Frage. Tondern. 1945.

 

Nr.52

 

Häberlin, Carl

Chronik des Seebades Wyk-Föhr 1819-1919. Wyk. 1919.

 

Nr.53

 

Hansen, Christian Peter

Beiträge zu den Sagen, Sittenregeln, Rechten und der Geschichte der Nordfriesen. Deezbüll. 1880.

 

Nr.54

 

Hansen, E. (Hrsg)

Die Insel Amrum und ihr Nordseebad Wittdün. Albersdorf. o.J.

 

Nr.55

 

55.1 Jensen, Christian

Bestrebungen zur Erhaltung des Nordfriesischen Volkstums im 19. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der Nordfriesen. Schleswig. 1909. Selbstverlag.

 

55.2 Jensen, Christian

Vom Dünenstrand der Nordsee und vom Wattenmeer. Schleswig. O.J.

 

Nr.56

 

Johansen, Christian

Beschreibung der nordfriesischen Insel Amrum. Schleswig. 1862.

 

Nr.57

 

Johansen, Christian

Halligenbuch. Schleswig. 1889. (Neudruck der Ausgabe von 1866).

 

Nr.58

 

Johansen, Christian

Die Seemannswitwe auf der Düneninsel. Innerhalb der Reihe "Erzählungen und Skizzen aus Nordfriesland", herausgegeben von Christian Jensen. Schleswig. 1930.

 

Nr.59

 

Jörgensen, Peter

Über die Herkunft der Nordfriesen. In: Det Kgl. Danske Videnskabernes Selskab. Historisk-Filologiske Meddelelser, Bind XXX, Nr.5. Kopenhagen. 1946.

 

Nr.60

 

Jürgensen, Joh. Chr.

Nicolaus Helduader's Chronik der Stadt Schleswig, vom Jahre 1602 bis zum Jahre 1822, fortgeführt und mit Anmerkungen und Ergänzungen begleitet von Joh. Chr. Jürgensen, Mechanikus und Dannebrogsmann in Schleswig. Schleswig. 1822. [?]

 

Nr.61

 

Kockegey, Gustav

Am Strand und auf der Heide. Berlin. 1930.

 

Nr.62

 

62.1 Koehn, Henry

Nordfriesland in der Geschichtswende der Gegenwart. In: Nordfriesland-Hefte, Heft 3. Kampen. o.J.

 

62.2 Krause, August

Die Insel Amrum. Eine Landeskunde. Stuttgart. 1913.

 

Nr.63

 

Lindemann, B./ Muschler, R./ Floericke, R./ Kuhlmann, W.

Strandbüchlein. Stuttgart. 1928.

 

Nr.64

 

Lobsien, Wilhelm

Letzte Fahrt und andere Novellen. In: Aus deutschem Schrifttum und deutscher Kultur. 31. Band. Langensalza. o.J.

 

Nr.65

 

Matthiesen, Th.

Erweckung und Separation in Nordfriesland (Bordelumer Rotte). In: Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte. 1. Reihe (größere Publikationen). 16. Heft. Kiel. 1927.

 

Nr.66

 

Matzen, Ida Christine

Die Grönlandreise meines lieben Vaters auf Seehundjagd und Walfischfang. Wyk. o.J.

 

Nr.67

 

67.1 Matzen, Ida Christine

Kinder Frieslands. Nebel. 1914.

 

67.2 Matzen, Ida Christine

An Grötnis a Frinjar, An Wällkämm a Främan! Band I (braun), Band II (grau). Ohne Orts- und Jahreszahlangabe.

 

Nr.68

 

Matzen, Ida Christine

Hark Ollefs und seine Nachkommen auf der Frieseninsel Amrum. 1934.

 

Nr.69

 

Mercator, Bertha

Das Glöcklein von Klarenbach. Zwickau. o.J.

 

Nr.70

 

Möller, Theodor

Der Kirchhof in Nebel auf Amrum und seine alten Grabsteine. Kiel. 1928 (Vorwort).

 

Nr.71

 

Muuß, Rudolf

Nordfriesische Sagen. Flensburg. 1933.

 

Nr.72

 

Muuß, Rudolf

Rungholt - Ruinen unter der Friesenhallig. Lübeck. o.J.

 

Nr.73

 

N.N.

Der verrathene Orden der Freymaurer, Und das offenbarte Geheimniß der Mopsgesellschaft. Aus dem Französischen. Leipzig. 1745.

 

Nr.74

 

N.N.

Allgemeines Gesangsbuch auf Königlichen Allergnädigsten Befehl zum öffentlichen und häuslichen Gebrauche in den Gemeinen des Herzogthums Schleswig, des Herzogthums Holstein, der Herrschaft Pinneberg, der Stadt Altona, und der Grafschaft Ranzau, gewidmet und mit Königlichem Allerhöchsten Privilegio herausgegeben. Kiel. 1789.

 

Nr.75

 

N.N.

Die Lebensgeschichte des Reformators und Märthyrers Heinrich von Zütphen, gest. d. 10. Dez. 1524. Zur 400. Wiederkehr seines Todestages. Heide. [1924].

 

Nr.76

 

N.N.

Nordseebad Wittdün auf Amrum. 1929.

 

Nr.77

 

Oesau, Wanda

Deutsche Grönlandfahrerfrauen. Wyk. 1949.

 

Nr.78

 

Peters, Lorenz Conrad

Omi Petji ütj Amerika. Husum. 1923.

 

Nr.79

 

Petersen, Egon/Hinrichsen, Hugo

300 Jahre Wyker Geschichte. 1638-1938. Wyk. 1938.

 

Nr.80

 

Petersen, Ingwer

Dr. Clement - Ein Friese. Ohne Orts- und Jahresangabe.

 

Nr.81

 

Prieß, P.H.

Halligbilder. Westerland. O.J.

 

Nr.82

 

Schmidt, Hermann

Vom Fischfang der Sylter in vergangenen Tagen. Flensburg. 1942.

 

Nr.83

 

Woebcken, Carl

Wanderfahrten durchs Friesenland. Wilhelmshaven. 1921.

 

Nr.84

 

Wuttke, Heinrich

Ueber Erdkunde und Karten des Mittelalters. Leipzig. 1853.

 

Nr.85

 

Oktavheft mit der Aufschrift: T. Martinen.

 

Es handelt sich um Abschriften aus dem Missale. Es ist inhaltlich dasselbe wie in Nr.1. Wahrscheinlich also die Vorlage für Jannens Abschrift.

 

Nr.86

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Fragmente Tücke Martinen.

 

Enthält:

 

S. 1: Spruch: Ein Mann saugt seine beste Kraft aus seiner Heimat, wie der Baum aus tiefster Wurzel seine Kraft. Treibt dort es ihn zu Taten nicht, dann fort mit solchem feigen Wicht.

 

Seite 2: frei

 

Seite 3: Sprüche: Nur dem Ernst, dem keine Mühe bleichet, rauscht der Wahrheit tiefversteckter Born.

 

Die Treue ist der Ehre Wark [?], wankt nicht, wenn Stürme schnauben.

 

Auf Seite 5 und 6 erfolgt eine kurze Einführung von Hark Nickelsen über die Entstehung und den Wahrheitsgehalt der Erzählung von Hark Olufs:

 

"Hark Oluf's besondere Aventüren oder wunderbares Schicksal in der Türkey u. seine glückliche Zuhausekunft davon nach seinem Vaterlande der Insel Amram, nach seiner mündlichen Aussage u. Merkwürdigkeiten halber aufgezeichnet.

 

Avertissement

 

Dasjenige so von erwähntem Gasnadal Hark Olufs in dieser kleinen Schrift angeführet ist, hat nicht allein seine vollkommene Richtigkeit, sondern könnte auch viel besser aufgezeichnet sein. Welches für diejenigen, so unkundig sind in den weitentlegenen Nationen, Sitten u. Zuständen unglaublich scheinen sollte, dieses kann dennoch von denjenigen, so mit ihm gefangen worden sind, bezeuget werden, insbesondere aber von seinem Landsmann, so selbigesmal mit ihm gefangen worden u. in 3 Jahren als Sklave bei dem Bey in Algier mit Namen Abdi als Kaffeeschenk gedienet u. hernach von den Portugiesen ausgelöset worden, zuletzt nach seinen verschiedenen Fata zur See Captain in der dänisch-westindischen Compagnie gewesen. Solches wird attestiret.

 

Hark Nickelsen

 

Amram den 2. August 1761"

 

 

Es folgt dann auf den Seiten 7 bis 75 die Aufzeichnung der Abenteuer von Hark Olufs, von ihm selbst erzählt und von Hark Nickelsen aufgezeichnet. Es ist die Abschrift der Fassung, die Clement (1847:237-261) veröffentlicht hat. [Vgl. auch Jannen (1932:74-92)]. Wann Tücke Martinen seine Abschrift gemacht hat ist nicht bekannt.

 

Nr.87

 

Oktavheft mit der Aufschrift: Meine Reise von Amrum am 15. Okt. 1927 nach dem Harz (Wernigerode) und zurück am 9. Nov. 1927 abends 7 Uhr. 65 Seiten.

Auf der Innenseite des Deckblattes steht: "Zur frdl. Erinnerung an meine Harzreise, gewidmet meinem lieben Jungen Simon-Wilhelm." Nebel/Amrum, d. 18. Nov. 1927.

 

Pörksen verzeichnet Quedens als Autorin, allerdings mit Fragezeichen. Nach Mitteilung von Helmut Martinen handelt es sich bei der Autorin mit ziemlicher Sicherheit um Ilma Wögens geb. Quedens. Sie wird am 30. Juni 1891 in Brunsbüttelkoog als Tochter des Lotsen Bernhard Quedens geboren. Sie heiratet 1920 Gustav Dose Wögens aus Utersum. Der Sohn Simon Wilhelm wird am 18. Juli 1921 in Nebel geboren.

 

Nr.88

 

Oktavheft ohne Aufschrift.

 

Enthält: Konfirmandenheft von Claudius Anton Knudten.

 

Nr.89

 

Ein tägliches Abendgebeth. Selbstgewidmet nach einem schweren Krankenlager im Jahr 1873 von Joh. Ch. P. Jachten [?]

 

Nr.90

 

Heft mit der Aufschrift Philimina Quedens zu Steenodde auf Amrum d. 26. Juny Anno 1828.

65 Seiten 8°

 

Es ist eine Art Schulheft, das sie während ihrer Zeit auf dem Taubstummen-Institut in Schleswig geführt hat. Philimina Quedens, geb. am 3. April 1814, gest. am 29. November 1853, ist die Tochter von Volkert Quedens (geb. 29.10.1769, gest. 28. Febr. 1853). Die Mutter hieß Jung Kresche Phillippen, einer Tochter von Phillip Ernst Quedens und Kerrin Nickels Nahmens. Sie heiraten am 22.1.1794. V. Quedens schreibt in seiner 'Quedens Chronik' (NJA Nr.95): "Anno 1814 d. 3. April wurden wir erfreut mit einem wohlgebildeten Töchterlein, welche zu unserem Leidwesen taubstumm war und in der heiligen Taufe Philimina Quedens genannt wurde."

 

Nr.91

 

Reiseaufzeichnungen eines Matrosen Drescher in Tagebuchform verfaßt, während seiner Dienstzeit auf verschiedenen Schiffen der kaiserlichen Flotte (1895-1897).

 

Nr.92

 

DIN A4 Mappe mit 7 Seiten, auf dessen Umschlag steht: Auszug aus einer Quedens Chronik.

 

Die Überschrift auf Seite 1 lautet: "Aus der Quedens Familie" - Nach Angaben von Jannen hat sich das Original 1928 im Besitz von Mina Quedens, Norddorf, befunden.

 

Nr.93

 

Oktavheft ohne Aufschrift.

 

Es ist eine Art Seehandbuch, enthält 57 Paragraphen zu jahreszeitlichen Winden, Wasserströmen und Reiserouten Süd-Ost Asiens. Der Autor ist nicht bekannt. Datierung ca. 1870. 105 Seiten.

 

Nr.94

 

 

94.1 Original des sog. Strandlegats. Unterschrieben von C.R. Mechlenburg, P. Feddersen, Peter Brodersen, Volkert Quedens und Jacob Wögens. Datiert: 15. Juni 1825. Davor befindet sich die amtliche Bestätigung des dänischen Königs (mit Siegel), datiert: 30. November 1825.

Daneben befindet sich noch eine Kopie (Abschrift) der Einverständniserklärung der Amrumer (ingesamt 61 Namen). Datiert: 15. Dezember 1821.

 

94.2 Confermation auf eine Fundation zu einem Legat zum Vortheil für St. Clemens Kirchspiel auf Amrum, Nieblum 9. Mai 1825.

 

Es handelt sich um eine Teilabschrift von 94.1. Wer diese Abschrift gemacht hat ist nicht ersichtlich. Unter dieser Abschrift hat Jannen vermerkt: "Das Original der vorstehenden Abschrift wurde mir aus dem Nachlasse des Herrn Georg Hansen, Nebel, welcher lange Jahre hindurch Mitgl. der Commission des Legats gewesen, übergeben und auf vorstehenden Blättern wortgetreu abgeschrieben." Diese Fassung scheint die Vorlage für Jannens Abschrift (vgl. 8.4) zu sein.

 

Nr.95

 

Extract aus d. Erbtheilung nach d. verstorbenen Ehlen Sammen in Norddorf auf Amrum. - b. Mattje Jannen, datiert: 1832.

 

Es ist eine Aufstellung von dem, was Mattje Jannen von Ehlen Sammen an Land, Mobilar, Bücher, lebendige Habe, Steinzeug und Kirchenstellen geerbt hat.

 

Nr.96

 

Vollmacht, die Klara Helene Luth, Maria Dorothea Perido geb. Tückis, Gerret Arian Tückis und Charles Peter Tückis, alle wohnhaft im Colorado (USA), dem Gemeindevorsteher Martin Mechlenburg, Nebel, erteilen, damit er ihre Interessen auf der Insel vertreten kann. Datiert: 24. Juni 1904, St. Louis.

 

Nr.97

 

Beglaubigungsschreiben für Broder Johnen, gebürtig in Nieblum, ausgestellt von Pastor Posselt. Datiert vom 15. November 1799.

Es wird Broder Johnen bescheinigt, daß auf Föhr nichts Nachteiliges gegen ihn vorliegt, so daß "einer Verehelichung auf Amrum nichts im Wege steht".

 

Nr.98

 

Konvolut mit Briefen verschiedener Absender. Enthält:

 

98.1 Brief von Richard Friedrich Mechlenburg an Martin Gottlieb M. Mechlenburg vom 11. Juli 1901.

 

98.2 Brief von Carl J. Matzen an den Gemeindevorsteher Martin Mechlenburg v. 10. September 1900, Norddorf.

 

98.3 Brief (als Rundschreiben) des Kreisauschuß-Vorsitzenden Hanse [?], Tondern, an die Gemeinden, datiert v. 3. November 1894.

Das amtliche Schreiben gibt bekannt, daß die "Amtskosten-Entschädigung" für den Amtsvorsteher erhöht werden soll. Am Ende des Briefes steht unten rechts: An den stellvertretenden Gemeindevorsteher Herrn Rickleffs zu Amrum.

 

98.4 Brief von Martin Mechlenburg in seiner Funktion als Amtsvorsteher an den "Königlichen Hr. Landrat" in derselben Sache [siehe 94.3]. Datiert: 17. Dezember 1903.

 

98.5 Brief des "Königlichen Landrates" an Martin Mechlenburg. Datiert: 28. Dezember 1903. Es ist die Antwort auf den Brief Mechlenburgs vom 17. Dezember 1903 [siehe 94.4].

 

Nr.99

 

Nr.99

"Repartition der Beiträge zum Unterhalt des Armen-, Schul- und Kirchenwesens der Sct. Clemens Gemeinde" für die Jahre 1871 bis 1884.

Das Buch enthält tabellarisch aufgeführt das, was jeder einzelne an Abgaben zu entrichten hatte. Geordnet sind die Personen dorfweise und innerhalb des Dorfes nach Hausnummern. So hat Pastor Mechlenburg die Nr.58, die Nummer des Nebeler Pastorats. Am Ende der Tabelle für das Jahr 1871 steht: "Vorstehender Vertheilungsplan der im Jahre 1871 in der Stc. Clemens Gemeine auf Amrum zu zahlenden Schul-, Armen- und Kirchengelder, ist von der Ortscommission und den von ihr hinzugezogenen Männern nach besten Wissen entworfen, welches Selbige durch ihre Unterschrift beglaubigen. Amrum, d. 14ten März 1871". Es folgen die Unterschriften von:

Lor. Fr. Mechlenburg, Christian Erichsen, Johann Martensen, C. Bendixen, N.J. Schmidt, P.K. Woegens, B. Diedrichsen, S. Knudten, Tho. J. Christensen und H.T. Ricklefs.

 

Nach dieser Tabelle folgt noch eine Liste überschrieben: "Junge Leute", auch aus den verschiedenen Dörfern, die ebenfalls ihren Obulus zu leisten hatten.

Es handelt sich bei diesem umfangreichen Buch nicht um eine Abschrift, sondern um das Original, wie an den eigenhändigen Unterschriften der Unterzeichner zu erkennen ist.

Die Eintragungen erfassen ingesamt die Jahre 1871 bis 1884, wobei sich die Jahrgänge 1872 und 1873 am Ende des Buches befinden.

 

Nr.100

 

Beglaubigte Abschrift des des Testaments von Peter Knudt Wögens, Gerichtsvogt, und seiner am 11. April 1879 verstorbenen Ehefrau Kresche geb. Peters. Das Testament haben die beiden 1849 fixiert. Nach dem Tod seiner Frau errichtet Wögens ein Legat, das gemeinnützigen Einrichtungen auf Amrum zugute kommen soll. Der Name des Legats soll lauten: "Eheleute Woegens Legate für die Gemeinde Amrum". Erstellt ist das Dokument 1881, beglaubigt am 26. Mai 1883. [Vgl. Nr.7b.2].

 

Nr.101

 

Amtliche Dokumente.

 

101.1 "Pachtcontract" zwischen Martin Gottlieb Mechlenburg und Wilhelm Hinz. Datiert: 19. April 1892.

 

101.2 Geburtsurkunde von Charles Peter Tückis, Sohn von Gerret Arian Tückis, wohnhaft in Utersum, und seiner Ehefrau Elisabeth Margaretha Tückis geb. John. Ausgestellt: Toftum, 17. Dezember 1875.

 

101.3 Geburtsschein für Maria Dorothea Tückis, Tochter Sohn von Gerret Arian Tückis, wohnhaft in Utersum, und seiner Ehefrau Elisabeth Margaretha Tückis geb. John. Maria Dorothea ist geboren am 27. März 1874. Der Schein ist ausgestellt am 25. Januar 1904 von Pastor Lucht, St. Laurentii.

 

101.4 Exemplar eines "Einheitswertbescheides, Vermögensfeststellungs- und Vermögenssteuerbescheid für 1925 und 1926". Adressiert an Pauline Mechlenburg v. 21. Februar 1926.

 

Nr.102

 

"Rede gehalten an der Bahre der beiden verunglückten Seeleute Theodor Flor und Jens Bork in der Kirche zu Vorupör [?] am 21. November 1890." Wer die Predigt verfaßt hat, ist nicht ersichtlich. Auch ist der Text nicht vollständig.

 

Nr.103

 

"Leichenpredigt über Ketel Christiansen." Von wem und wann abgefaßt ist nicht ersichtlich. Ketel Christiansen wird 1818 auf Südfall geboren, und stirbt 1870 in Boldixum.

 

Nr.104

 

Konvolut mit Papieren über die Ländereien und Einkünfte des Pastorats der St. Clemens Gemeinde. Die Materialien umfassen den Zeitraum von 1879 bis 1895.

 

Nr.105

 

Eine Art Geschäftsbuch von Friedrich Jannen (1835-1905). Er ist der Vater von Johannes E. Jannens Frau Ida Mathilde. Er ist zunächst Kapitän, später Austernfischer und Seehundsjäger. So handeln auf viele Einträge die Seehundsjagd, d.h. mit wem er zur Jagd gewesen ist (vor allem mit Kurgästen) sowie die Anzahl der geschossenen Tiere. Daneben auch ausführliche Eintragungen über den Ertrag aus der Vogelkoje, die nach Eintragungen Jannens seinen Eltern Jan und Ingke Martinen (mit)gehörte. Nach seinem Tod 1905 hat Gustav Jannen das Buch noch bis 1914 weitergeführt (allerdings nicht mehr so ausführlich).

 

Nr.106

 

Amringer und Föhringer Gedichte.

 

106.1 Kirchlieder Lieder und Gebete, z.T. von deutschen Vorlagen übertragen, von Richard Volkert Flor aus den Jahren 1907 bis 1910. Enthält:

Diar man üs lewa Godd lät wuge (Wer nur den lieben Gott läßt walten). 14. März 1909.

A besta Frinj as un a Hemmal (Der beste Freund ist in dem Himmel). 23. März 1909.

Diar wi üs allhirr nü tup befinj (Die wir uns allhier beisammenfinden).

Gebet vör at Idjan.

Hemmalun gongt üsans Bahn. 24. März 1909.

 

106.2 Weitere kirchliche Texte von Richard Volkert Flor. Enthält:

Jesus lewet, mä ham ik.

Üb Jesu Hemmalfahrd allian. 18. März 1909.

Wann ik u Skäber din gratt Mächt.

Hü gratt as üsans Godd sin Gudhaid! 5. August 1907.

At Juar gongt stall tu Anj! 19. Dezember 1910.

Herr din Wurd, jü edal Gaw.

Ik sann üb dann Nöm krassand wel.

Bosalgebet vört Idjan.

 

106.3 Abschriften Flors von Föhrer Gedichten und weitere Texte von ihm. Abschriften:

Lew Eilun Fer (Knud Broder Knudsen).

Üs Frinjskapp (Knud Broder Knudsen).

A fjawer Juarstidjen (Simon Reinhard Bohn).

Sälskapp an Punsliat (Simon Reinhard Bohn).

Min Eilun Fer (Rewert Knudsen, Utersum 1880).

 

Dann von R.V. Flor selbst:

An Huck üb Oomram (Mel.: Schleswig-Holstein meerumschlungen), Danzig 1904.

Siamaans Taachter (Mel.: Treu und herzinniglich [?]), Vigo (Spanien) 1904.

Omram, Omram auer allas (Mel.: Deutschland, Deutschland über alles), Kiel 1903.

Ich bin ein freier Friese (Mel.: Ich bin ein Schweizer Knabe), Amrum 1912.

 

106.4 Unvollständiges, vierseitiges Manuskript mit Abschriften Flors von Föhrer Gedichten und Liedern. Enthält:

Teil der sechsten Strophe sowie die Strophen 7 und 8 eines Gedichtes/Liedes von E. Rolufs, Goting.

Di Fresk sin Feederlun. (Ohne Verfasserangabe).

A ferreng Spriak. (Nickels Jürgens, Schleswig 1886).

Die beiden ersten Strophen sowie die erste Zeile der dritten Strophe von An hiamelken Braddgung.

 

Nr.107

 

Konvolut mit verschiedenen Materialien zu Hark Olufs

 

107.1 Wahrscheinlich die älteste Fassung des Lebenslaufes von Hark Olufs. 56 Seiten 8°.

Ob es sich um die von Hark Nickelsen 1861 niedergeschriebene Form handelt, muß noch geklärt werden. Es ist allem Anschein nach die Vorlage für Clements Veröffentlichung im Lappenkorb (S. 237-261). Clement hat zwar den deutschen Text "modernisiert", aber die arabischen Textteile wörtlich abgeschrieben. Clement hat seinen Text von Theodor Olshausen durchsehen lassen, und dessen Deutungen und Übersetzungen der arabischen Texte in Fußnoten gesetzt. Zu seiner Vorlage schreibt Clement (1847:222): "Die kleine ärmliche Biographie ward erst mehrere Jahre später, nemlich nach dem Tode des Königs Christ. 6, also nach dem 6. aug. 1746, abgefaßt. Wie viel war dann nicht schon dem unsicheren Gedächtnis entfallen, und die Leute, die das Wenige oder die Bruchstücke erfragten, wußten nichts zu fragen und das Wichtige von dem Unwesentlichen zu unterscheiden." Weiter sagt Clement (1947:223): "Hier auf Amram [sic] ist ein dickes geschriebenes Buch über H.U. gewesen. Des alten Volkert Quedens Schwiegervater Philipp Quedens hat es einem Halligmann geliehen und nie wiederbekommen. Man kümmerte sich hier auch wol wenig um den Verlust, denn man hatte ja das gedruckte Büchlein und kannte dessen Armselikeit nicht."

 

107.2 Eine weitere Fassung der Biographie Hark Olufs'.

Es wird nicht deutlich, wer der Verfasser ist. Auf Seite 1 steht der Eintrag: Ricklef Tückes in Nebel auf amrum Anno 1823. Auf Seite 8 noch einmal: Ricklef Tückes in Nebel auf Amrum 1823. Aber die ersten neun Seiten sind quasi nur ein Schutzumschlag. Auf Seite zehn steht: Hark Olufs Lebensgeschichte in der Türkey in Europa. Aber am Ende der Biographie (S. 42) findet man den Eintrag: Johanna Jensen in Nebel auf Amrum den 31sten Jan. 1836.

 

 

107.3 Zusammenfassende Beschreibung des Lebens von Hark Olufs , geschrieben von seinem Urenkel Hinrich Jürgens im Jahr 1886. Er erwähnt darin, daß die meisten Gegenstände, die Olufs aus seiner sklavenzeit mitgenommen hatte verschwunden sind, "nur seine Beschreibung seiner Gefangenschaft hat sich erhalten".

 

107.4 Prospekt von Heinz Howaldt als Ankündigung seines Buches über Hark Olufs. Der Prospekt stammt ca. aus dem Jahr 1938 und enthält einen Bestellcoupon. Das Buch ist übrigens nie erschienen.

 

107.5 Zwei Artikel von Julius Tedsen über Hark Olufs: a. "Die Abenteuer des Amrumer Seemannes Hark Olufs in algerischer Sklaverei", erschienen in Schwarzbrot - Niederdeutsche Hausblätter Nr.43, Jg.1932. b. "Aus unserer meerumschlungenen Heimat - Die Abenteuer des Amrumer Seemannes Hark Olufs." Es ist nur der Artikel ausgeschnitten, so daß keine Angaben zur Quelle und zum Datum gemacht werden können.

 

Nr.108

 

Konvolut mit Materialien zu Böle Bonken.

 

108.1 Selbstbiographie von Böle Bonken, niedergeschrieben in fünf Oktavheften. Es scheint sich um die Vorlage für eine beabsichtigte Veröffentlichung zu handeln, da die Form Korrekturgelesen worden ist, vor allem hinsichtlich des Layouts.

 

108.2 Oktavheft mit der Aufschrift "Friesenlieder". Auf der ersten Seite steht "Tagebuch für Nora Schmidt". Es sind Abschriften von deutschen und friesischen Gedichten, die Nordfriesland zum Thema haben (u.a. amringer Gedichte von N.M. Schmidt).

 

108.3 Briefe Bonkens an verschiedene (vor allen an seine Schüler) aus den Jahren 1891/92.

 

108.4 Zwei Briefe von Pastor Georg Leonhard Beck an Bonken. a. Abschrift (maschinengeschrieben) eines Briefes vom 10. März 1901. Wer die Abschrift gemacht hat ist nicht ersichtlich. b. Originalbrief v. 14. März 1901.

 

108.5 Aufzeichnungen Bonkens zur friesischen Sprache. Überschrieben mit: "Ömreng Spriak" und derselbe Text in Halligfriesisch, übertitelt "Hallef Fresk".

 

108.6 Niederschrift einer Ansprache Bonkens an einen Konfirmandenjahrgang. Ohne Datum.

 

108.7 Glückwunschschreiben Bonkens an ein Hochzeitspaar. Ohne Datum.

 

108.8 Niederschrift eines Vortrages Bonkens an "seine" Sonntagsschüler, abgefaßt Pfingsten 1909. Hier eine maschinengeschriebene Abschrift, die Johannes E. Jannen am 20. November 1942 angefertigt hat. Das Original soll sich laut Jannen im Besitz von Theodor Köster in Norddorf befinden.

 

108.9 Aufstellung Bonkens über die Schülerzahl in der Nebeler Schule für die Jahre 1856 bis 1880. angefertigt am 11. November 1876. die Jahrgänge 1877 bis 1880 hat er nach eigenen Angaben geschätzt.

 

108.10 Verschiedene Materialien zu Bonken, z.b. Nekrologe, Todesanzeigen, Bilder , Gedichte zum Ableben Bonkens. Diese Materialien sind z.T. von Pastor Pörksen nach dem Tod von Jannen dem Nachlaß zugefügt worden.

 

Nr.109

 

Konvolut mit Materialien zu Pastor Wilhelm Johannes Emil Tamsen.

 

109.1 Originaldokumnte zu Tamsen. Enthält u.a. seine Geburtsurkunde, sein Abiturzeugnis, Studienbescheinigungen, das Abschlußzeugnis der Uni Kiel, Bewerbungen u.v.m.

 

109.2 Vier Predigten von Tamsen aus den Jahren 1887 bis 1891, nach den Originalen übertragen von dessen Sohn Dr. Martin Tamsen (Stockholm). Daneben noch ein Brief von Martin Tamsen an Pastor Pörksen vom 24. Oktober 1964.

 

Nr.110

 

Tagebuch von Nickels G. Ricklefs

 

Nr.111

 

Für unsere Jugend. - Unterhaltungsbeilage zum Leerer Anzeigenblatt. Nr.7. 23. Juni 1928.

 

Nr.112

 

Gedicht von K.J. Clement "Die deutschen Auswanderer und die neue Welt" abgedruckt im Zweiten Blatt der Föhrer Zeitung, Nr. 44 v. 15. April 1931. Die Redaktion bemerkt zu diesem Abdruck: "Das bisher nicht gedruckte Gedicht von Dr. Knut Jungbohn Clement von Amrum, das unsere Leser interessieren dürfte, wird uns von einem Leser aus Altona freundlichst zur Verfügung gestellt. Es ist die Abschrift eines Manuskriptes, das sich früher in Händen seines verstorbenen Sohnes Edmund [Clement] befand und vor 60 Jahren in Jersey City, USA, gedichtet ist. Man sieht, daß Dr. Clement nicht sonderlich gut auf das gelobte Land zu sprechen ist."

 

Nr.113

 

Mappe betitelt mit: Von Amrum in die weite Welt. Keine Autorenangabe. Auf der ersten Seite (nicht paginiert) befindet sich neben dem Inhaltsverzeichnis der Eintrag: 'Herrn Pastor Weber zum Geburtstag 1947 vom Hauptarchiv'. Auf den Seiten 1 bis 4 beschreibt der Autor, wie er Johannes E. Jannen kennengelernt hat und fügt biographische Daten von diesem an. Auf den Seiten 5 bis 21 befinden sich Stücke, die Jannen ihm mitgeteilt hat und die zum größten Teil schon in Jannens "Aus den Tagen unserer Väter" gedruckt worden sind.

 

Nr.114

 

Amrumer Lokalblatt Nr.67, 12. Jahrgang, Freitag, 25. August 1899.

 

Amrumer Lokalblatt Nr.68, 12. Jahrgang, Dienstag, 29. August 1899.

 

Nr.115

 

Konvolut mit verschiedenen Materialien von J. E. Jannen. Enthält u.a. ein Brief von Jannen an Pastor Erich Pörksen, datiert vom 25. Mai 1937; einige Zeitungsauschnitte von Veröffentlichungen Jannens; ein Bild von Jannen in seinem Store in New York.

 

Nr.116

 

Konvolut mit Materialien zur Auswanderung nach Amerika. Enthält:

 

116.1 Zwei Exemplare von Heinz Howaldts "Die Auswanderung von der Frieseninsel Amrum nach Amerika". 7 Seiten. Ohne Orts- und Jahresangabe.

 

116.2 Bild der Mitglieder des Föhrer Krankenunterstützungsvereins anläßlich ihres fünfzehnjährigen Bestehens 1899.

 

116.3 Festschrift anläßlich des 45jährigen Stiftungsfestes des Föhrer K.U. Vereins 1929.

 

116.4 Festschrift anläßlich des 50jährigen Stiftungsfestes des Föhrer K.U. Vereins 1934.

 

 

Anlage: Abschriften einzelner Nachlaßstücke

 

 

NJA Nr. 17.2

 

Eine interessante Ausgrabung fand vor einigen Tagen auf dem Nebeler Kirchhofe statt. Es war dies ein alter Grabstein ca. 1 m breit, 2 m lang und 30 cm dick, der mit der Zeit mit Erde und Gras bedeckt und nun durch Zufall wieder an die Oberfläche befördert wurde.

Es ist ein Denkmal friesischer Steinhauerkunst, trägt in der Mitte das friesische Wappen, auf deren linken Felde ein Pflug und Wagenrad, während auf dem rechten ein Dreimaster Kauffahrteischiff vorm Winde segelnd ausgehauen ist.

Die Urschrift, die gut erhalten, ist in vorstehenden Buchstaben gehauen und lautet oberhalb des Wappens:

HIERUNTER RUHEN VATTER UND Sohn, Vater ein Hausmann auf Ammerum hat geheissen carsten her tage, ist den 29 January 1678 seelig im herren entschlafen, alt 79 jahr. der Sohn boy Carstensen ein schiffer auf ammerum hat von hamburgh 12 jahr für commandeur gefahren, ist den 24 february 1681 seelig im herrn entschlafen alt 47 jahr - gott verleihe ihnen eine fröhliche Auferstehung zum ewigen leben.

Und unterhalb desselben:

wo weniger gott wirt geacht dan irdisch gut, weltlich pracht, deme ist schwer unglück zugedacht. ich aber bin zur Ruhe gebracht/ war ich vorhin gewesen/. das bistu itzundt noch auf Erden/ was ich dem leibe nach nun bin/ das mustu baldt auch werden.

Das Denkmal muß schon während verschiedener Generationen verschwunden gewesen sein, denn mein mehrfaches Suchen danach war immer ergebnislos. Nun da es wieder zum Vorschein kommt, erinnern sich ältere Einwohner, daß ein großer Stein an der Stelle gefunden wurde, gelegen, und daß sich in dessen Mitte ein kleines Becken Wasser (im Wappen) angesammelt hätte und wenn man Warzen oder sonstige Störenfriede auf den Händen gehabt hätte, brauchte man diese nur in das Wasser einzutauchen, dann wären sie in kurzer Zeit verschwunden.

In einer in meinem Besitze befindlichen Abschrift über Prediger der vor- und nachreformatorischen Zeit, daß in dänischer Sprache abgefaßt und wahrscheinlich von dem ersten Pastor Mechlenburg (Friedrich 1739-1778) im Original geschrieben worden ist [und] aus dem Jahre 1777 stammt, bemerkt bei dem Namen Pastor Tycho Frödden, der hier 1574-1629 amtierte und den die Amrumer nach damaliger Sitte Herr Thage nannten: Ein Sohn von ihm, Carsten Herr Tage [sic], Landmann, ist dem Namen nach durch ein Denkmal auf dem Kirchhof für ihn und seinen Sohn Boy Carstens, Commandeur, bekannt.

In einem Verzeichnis sämtlicher Einwohner Amrums im Jahre 1716 steht in einem Anhang dazu: "Der [sic] Mannspersonen, die vor 1716 gelebt haben" a. Pastor Tage Frödsen v. Silt, b. Karsten Hr. Tago, geb. 1599, gest. 29. Jan 1678 alt 79, c. Boy Carstens, geb. 1634, gest. 1681 alt 47 Jahr war verheiratet mit a. Gesche M. Flor [Tochter von Pastor Martin Flor], b. Marret, Capt. Boh Nahmens Peters Tochter.

Clement schreibt hierzu im Lappenkorb: Des alten Jungbuh Tückis Vaterbruder Boh Carstens, auf dessen Veranlassung die Amrumer ihren Prediger, der in starken Verdacht eines Ehebruchs stand, im Jahre 1692 verjagten, wovon die Folge war, daß ihnen von nun an dänische Prediger in ihren deutschen Kirchen aufgebürdet wurden, heiratete Boh Nahmens Tochter, ein stolzes Weib. Boh Carstens kam von einer Reise nach seiner Heimat Amrum und als sein stolzes Weib ihm nicht gehorchen wollte, spannte er die Pferde vor den Wagen und fuhr dieselbe wieder zurück zu ihrem Vater und sprach: Züchtige nur erst deine Tochter und erziehe sie recht, alsdann hole ich sie wieder. Das war ein wirksames Mittel, die Frau ward bald besser und Buh Carstens kam und holte sie wieder. -

In der Jahreszahl 1692 muß Clement sich geirrt haben, denn in der zuerst erwähnten Schrift von Mechlenburg steht bei dem Namen Martin Flor 1629-1685. Sein Hilfsprediger war Jacobus Boetius für 5 Jahre. Er wurde abgesetzt, weil er in der Kirche zuerst für die Fürsten von Holstein gebetet und alsdann für den König von Dänemark. Aber durch seiner Feinde Schuld, die einen großen Haß gegen ihn hegten, wurde er abgesetzt. Ihm folgte aber schon am Dom [?] 2 Trin Anno 1681 Pastor David Monrad, zuerst als Hilfsprediger, 1685 als Nachfoger von Martin Flor. Und nach sämtlichen Dokumenten und dem neugefundenen Denkmal ist Boh Carstens schon im Jahre 1681 gestorben.

Auch der Chroniker Chr. Johannsen [sic] befaßt sich hiermit, indem er in seiner "Nordfriesischen Sprache" schreibt: Pastor Jacob Boethius war gut Freund mit Boh Carstens seiner Frau, sie war bildhübsch. Da kam das Dorf (Norddorf) zusammen und beschloß einstimmig, den Pastor wegzujagen. Und er wurde von Amrum verbannt. In seinen Abschiedsworten in seines Nachbars Haus wünschte er, so heißt es in der Sage, daß seine verdächtigte [?] Unschuld gerettet würde, daß von nun an keine Krähe mehr auf Amrum nächtigen solle. Und seit der Zeit bleibt keine Krähe mehr über Nacht auf Amrum. Hierzu habe ich folgenden Zusatz geschrieben: Dieses hat sich jetzt geändert und die erste Krähe ist wieder im Pastoratsgarten über Nacht geblieben, weil das die erste Stelle auf Amrum war, wo Bäume gepflanzt wurden.

Früher gab es auf Amrum keine Bäume. Pastor Monradius schreibt in seinen Randbemerkungen des der St. Clementsgemeinde gehörigen alten (übrigens einzigen noch vorhandenen) lateinischen Meßbuchs:

1682 - habe ich einen Garten allhier angelegt, befinde, allerhand Kräuter, Blumen etc. hier wohl wachsen, sodaß ich mein großes Vergnügen daran habe, allein die Bäume gedeihen nicht. Alles was höher ist als der Wall, verdorrt wegen der salzigen Nordwinde.

Erst viel später gelang es Pastor Bartholomäus Wedel (1715-1728) Bäume zum Wachsen zu bringen und durch ihn angeregt, fingen einzelne Nebeler Einwohner ebenfalls das Baumpflanzen an. Ricklef Volkerts, dessen ursprünglicher Fruchtbaum noch in Julius Schmidt'schen Garten hinter der Kirche steht, ist der Ursprung der Amrumer Ricklef Volkerts Birnen (sogenannte Muultreckers), während Bendix die sogenannten Bendixbirnen einführte, dessen Originalbaum auch noch in Jan Carstens Garten mitten im Dorfe steht. Seit aber unser Tannenwäldchen so gut gedeiht, nisten und brüten die Krähen auch auf Amrum.

Auffällig ist, daß der Name Boh Carstensen zu verschiedenen Zeiten verschieden geschrieben ist. So steht in den Tauf- und Copulationsregistern einmal Boh Karsens [sic] und ein andermal Boy Carstens, während auf dem Denkmal Boy Carstensen geschrieben steht. In ihrer Namenbezeichnung waren unsere Vorväter überhaupt sehr liberal und wenn nicht Geburts- und Sterbedatum genau stimmen würden, könnte man auf den Gedanken kommen, daß es verschiedene Personen gewesen seien. So nimmt z.B. Carsten Her Tage die allgemeine Anrede für seinen Vater zum Stamm, ebenso wie Hark Knudten, der viele Jahre Küster in der Gemeinde gewesen und auf dessen Denkmal der schöne Spruch steht: "Ich habe mein lebenlang gesungen von der Gnade des Herrn", seinen Kindern den Stammnamen Cöster zugelegt, woher die Cösters auf Amrum stammen. Boh Carstens war zum ersten Mal verheiratet mit Geeske Flor, einer Tochter des Pastors Martin Flor, Stammvater der Florenfamilie auf Amrum, Föhr und Sylt. In dieser Zeit hat er der Kirche einen der beiden Kronleuchter geschenkt, der die Inschrift trägt: [kein Eintrag!].

Der zweite Kronleuchter stammt von Jacob Flor, Commandeur, einem Sohn von Pastor Martin Flor. Auffallend ist ferner, daß der Stein, den Boh Carstens seinen beiden Frauen gesetzt, die beide im Kindbett gestorben, nachdem erstere (Geeske) 45 Wochen und letztere (Wen [sic]) 94 Wochen mit ihm zusammengelebt, in einem altertümlichen Plattdeutsch ist, während sein eigener 11 Jahre später (1681) in Hochdeutsch geschrieben ist. (Anno 1670 di 21 Augusti. Hir ruwen 2 Husfruwen von Boy Karsens. Geeske un Ween. Al bei der Erstgebort er Ogen thogedan er Older al beid by 2...(hier ist ein Stück aus dem Stein gebrochen). Gelewet in Estant mit Gesk 45 Weken met Ween 94 Weken. Hesekel 24.)

Hir ligt Boy Boy Karstens Ogenlust, genamen dorch eine Plag und klagt mit Yeremia 20 worum bin yck doch udt Moderlive gekamen dat yck sulcke Jammer undt Hertleyt sen mut.

 

 

 

 

 

NJA Nr. 17.3 u. 27.10

 

Zum Artikel "Strandgut"

 

Im Jahre 1871 strandete hier ein Schiff mit Stückgüter, daß wegen der vielen wollenen Tücher, die hier am Strande ankamen, das Tuchschiff genannt wurde. An Kleidungsstücken war damals auf Amrum kein Überfluß, und jeder suchte für sich zu bergen so viel er konnte. Mit Strandgut ist es übrigens eine eigene Sache auf unseren Insel. Sind die Friesen auch überall auf der Welt als ehrliche und aufrichtige Menschen angesehen, und selten wird dieses Vertrauen getäuscht, so verhält es sich mit Strandgut doch ganz anders. Es wird angesehen als herrenloses Gut, wie die Fische im Wasser und der Bernstein an den Meeresküsten. Der wirkliche Eigentümer läßt sich nicht immer finden. Der Strandvogt nimmt es, und er hat kein größeres Anrecht darauf als wir, darum wollen wir ihm zuvorkommen. Das ist allgemeine Ansicht.

Es mag auch wohl Strandvögte gegeben haben, die es verstanden, lieber ihre eigenen Taschen zu füllen und der Behörde ein X für ein U zu machen, als den Bergern, die ihr Leben aufs Spiel setzten, einen rechtlichen Anteil zu berechnen, die ihrer Mühe und Gefahr entsprach. Darum machten sie sich ihre eigenen Gesetze und Rechte, die wohl, wie alle Gesetze, die von Menschen gemacht werden, große Buchten hatten, und es ging und geht - wie's eben geht.

Von diesem Stückgutschiff, daß vollständig zerschlug, kamen nun viele Kisten auf unsere Sandbänke und an der Küste an. Tönis und Martin fanden auf Jappsand eine Kiste mit Anzügen. Sogleich warfen sie ihre alten Kleider weg und zogen 2-3 neue Anzüge an - es kam ja nicht auf einen mehr oder weniger an, denn es waren genug da-.

Auf Kniepsand war das ganze Völkchen beim Bergen. Piano's, Spielzeug, Kisten mit wollenen Tüchern, Demijahn [sic] mit Getränke und alles mögliche lag zur Auswahl da. Ditje, der gern einen Punsch mochte, schleppte sich mit einem Demijahn "Geneva" ab und kam glücklich über Kniepsand hinweg in die Dünen hinein, so daß der Strandvogt es nicht gewahr wurde. Einige Süddorfer Frauen waren eben beschäftigt gewesen eine große Kiste mit wollenen Tüchern auszupacken und jede ging mit ihrem Bündel im Tau ab, soviel sie eben tragen konnten, als der Strandvogt mit seinem Fuhrwerk aus den Dünen kam. Alle bis auf Ehlken konnten die Dünen unerkannt erreichen. Ehlken aber mußte ihre Tücher dem Strandvogt überlassen und aus Ärger darüber, verriet sie auch die Namen der Kameradinnen. Diese bekamen dann Befehl, auch ihre Beute dem Strandvogt zu bringen, aber ein Teil davon blieb doch im Hause versteckt. Wohl gab es nachher Haussuchungen, aber gewöhnlich fielen auch die ergebnislos aus.

 

 

 

 

Nachlaß Nr. 30.4

 

Die Alarmstange

 

Beim Suchen nach alten Kirchenbüchern und Dokumenten auf dem Boden des Nebeler Pastorats, fand ich einen kleinen unscheinbaren Zettel von der Grösse einer Postkarte, von Pastor Lorenz Friedrich Mechlenburg, hiesiger Pastor von 1833 bis 1875, beschrieben, der mir durch die darauf befindlichen Zeichnungen auffiel, welche aussahen, als ob es Sturmwarnungssignale sein sollten. Aus dem Text aber erfuhr ich, daß es mit der Alarmstange etwas zu tun hatte. Noch heute nennt man die Düne westlich des Seehospizes II die Alarmdüne, und wohl wenige wissen, warum sie so heisst.

Vom 17. Jahrhundert bis ca. 1884 stand auf der damals höchsten Düne in der Nähe Norddorfs eine Alarmstange, bestehend aus einem Großschiffsmast, mit einer langen Stenge, welche heruntergelassen werden konnte. In meinen Kinderjahren fehlte die Stenge (ca. 1882), aber im Top des Mastes war eine Plattform eingebaut worden, und wir Jungens machten uns oft das Vergnügen, bis auf die Plattform zu klettern, von wo aus man Aussicht über die ganze Insel Amrum, die Sandbänke und die Nordsee hatte.

Der Letzte, der den Mast errichtet, Hans P. Hansen, Zimmermann aus Norddorf, hatte in die Plattform eingeschnitten: "Wer diese Stang' ersteigen kann, der denke an Hans Timmermann". Obwohl wir Hans Timmermann nicht gekannt hatten, bewunderten wir doch sein Werk. Diese Alarmstange diente zur Feststellung von Schiffstrandungen, die vom 17. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts häufig vorkamen, und in Kriegszeiten als Warnungssignalmast. Auch in der Quarantainezeit 1831 bis 1835 war ständig ein Posten da, der verdächtige Schiffe meldete, wegen der Cholera-Einschleppungsgefahr aus St. Petersburg. Manche werden nun vielleicht denken, was hat St. Petersburg mit Amrum zu tun? - Wenn wir uns aber in den älteren Kirchenbüchern umschauen, so finden wir nicht wenige Kapitäne von Amrum, die auf St. Petersburg oder von St. Petersburg aus fuhren, ja, verschiedentlich findet man in den alten Kirchenbüchern eingetragen, daß Amrumer Konfirmanden in St. Petersburg konfirmiert wurden, z.B. folgende Eintragung (Abschrift):

L:B:S: Am 14 Sont. p. Trinitatis des Jahres 1805 ist Gerret Tönis Urbans, fünfzehnjähriger Sohn des Führers vom Schiffe 'Alexander Nevsky' Hr. Booj Diederich Urbans, nach vorhergegangener Prüfung in der christlichen Glaubens-Lehre, dem hiesigen evangelisch-lutherischen Kirchengebrauche gemäss eingesegnet, und zum ersten Male zum heiligen Abendmahle angenommen worden, welches ich hierdurch unter Anwünschung des göttlichen Segens von Amtswegen eigenhändig bescheinige.

St. Petersburg, am 16/28. Sept. 1805

Heinrich Busse

Consistorialrath und Prediger der evangel, Lutherischen Catharinen Gemeine

 

Mit 12 bis 14 kamen die Jungens zur See, und waren manchmal mehrere Jahre unterwegs, ehe sie die Heimat wiedersahen.

 

Von 1831 bis 1834 waren Wachthäuschen bei Wittdün, Satteldüne, Flegum und Odde aufgestellt und mit je 2 Wachen besetzt, zur Verhinderung der Einschleppung der Cholera. An der Alarmstange wurden folgende Zeichen bei Annäherung eines Schiffes gesetzt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.1: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug

 

Nr.2: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug steuert hier dem Lande zu.

 

Nr.3: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug steuert vom Lande ab.

 

Nr.4: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug scheint ein bewaffnetes zu sein.

 

Nr.5: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug scheint hier Versuch zum Landen zu

machen.

 

Nr.6: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug legt bei, oder geht zu Anker.

 

Nr.7: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug schickt kleine Fahrzeuge von ihm ab.

 

Nr.8: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug macht Jagd auf ein Fahrzeug.

 

Nr.9: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug ist eine Fregatte.

 

Nr.10: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug ist eine Brigg.

 

Nr.11: Verdächtiges Schiff oder Fahrzeug ist ein unverdächtiges Schiff.

 

Nr.12: Man begehrt Assistence von Föhr von der dortigen Küstenmiliz.

 

 

NJA Nr. 30.7

 

Ein entscheidender Sieg Amrumer Seeleute über englische Seestreitkräfte.

 

Unter alten vergilbten Handschriften findet man mitunter merkwürdige und oft interessante Berichte, so auch folgende Begebenheit über die uns der frühere Kapitän Julius Schmidt in Nebel berichtet:

 

Es war um das Jahr 1805, Napoleon hatte 1803 die Kontinentalsperre gegen England und alle europäischen Länder verhängt, um die Einfuhr sämtlicher englischer Waren zu unterbinden. Dänemark (zu dem Amrum damals gehörte) stand mit Frankreich im Bunde, und die Engländer nahmen ohne vorhergegangene Kriegserklärung die dänische Flotte von Kopenhagen weg und brachten sie nach Portsmouth, England. Auch wurden die Küsten der Nord- und Ostsee von ihnen blockiert. Alle auslaufenden Schiffe wurden von den Engländern gekapert und beschlagnahmt. Auch die Schmackschiffahrt von Amrum, die damals in Blüthe stand, die Schiffer fuhren meistens mit ihren eigenen Schiffen zwischen Petersburg, Kopenhagen, Stockholm bis herunter nach der spanischen Küste, wurde sehr behindert und grösstenteils ruiniert.

Kurz vor Ausbruch der Feindseligkeiten strandete auf Seesand eine Brigg, welche mit Kaffee beladen war. Die Amrumer Seeleute brachten das Schiff wieder flott, löschten die Ladung und brachten den Kaffee nach Stenodde auf Amrum und verwahrten ihn daselbst in einem Güterschuppen. Einige Tage später gewahrten die Amrumer einen englischen Kreuzer, der fortwährend die Küste innerhalb der Hoheitsgrenze absuchte, verschwand wieder einige Tage um bald wieder zurückzukehren.

Ob er nun durch Spionage Nachricht bekommen hatte, daß hier ein Schiff gestrandet war, der Kreuzer sandte zwei bewaffnete Fahrzeuge nach Amrum und fuhren in den Hafen von Stenodde. Die paar damals dort wohnenden Einwohner flüchteten panikartig nach Nebel. Da kein Widerstand geleistet wurde, zerbrachen die Engländer die Türen des Schuppens, wo der Kaffee lagerte, und schleppten die ganze Ladung auf die dort verankerten Fahrzeuge und ließen sie aus dem Hafen treiben.

Infolge des niedrigen Wasserstandes blieben sie aber alle auf der Stenodde vorgelagerten Sandbank Hoopsand sitzen, auch die zwei englischen Fahrzeuge konnten nicht weiter kommen, da das Wasser inzwischen weiter gefallen war. Die Amrumer waren völlig ratlos, was sie tun sollten. Da faßte ein Amrumer Seemann, namens Sönk Girres, ein früherer Comandeur auf Grönland und später Kapitän auf Kauffahrteischiffen, aus Nebel den Mut, den Engländern die Beute wieder abzunehmen. Mit einigen beherzten Männern brachte er die zwei Kanonen, die noch aus der Schwedenzeit beim Pastorat in Nebel standen, nach Stenodde. Zuvor signalisierte er an die Engländer, daß sie sich ergeben sollten. Dieselben antworteten mit Flintenschüssen in mehreren Salven und heisten die englische Kriegsflagge auf ihren Fahrzeugen. Sönk Girres gab daraufhin den Befehl, die Fahrzeuge in den Grund zu schießen. Beim zweiten Schuß wurde die englische Flagge heruntergeholt und die weiße Parlamentärflagge gesetzt, weil ihre Fahrzeuge stark beschädigt und ein Entkommen unmöglich war. Er fuhr dann mit einigen Leuten nach der Sandbank und nahm die aus 20 Mann bestehende englische Marinemannschaft gefangen. Auch den von den Engländern auf die Fahrzeuge gebrachten Kaffee nahm er wieder nach Stenodde zurück.

Die gefangenen Engländer wurden im Schulhause in Norddorf eingesperrt, und am andern Tage übers Watt nach Föhr geführt, und von dort der dänischen Militärbehörde übergeben, und weiter nach Rendsburg gebracht.

 

 

NJA Nr.30.14

 

Chronik der Familie Jannen

 

1. John Christian Jannen, geboren den 12. März 1897 in 47 First Street, New York. Sohn des Kaufmanns Johannes E. Jannen und seiner Ehefrau Ida Mathilde, geb. Jannen. Er verheiratete sich am 15. Sept. 1922 mit Melitta Silwine Hansen aus Nebel.

 

2. Johannes Ermin Jannen [Vater zu 1], geboren den 31. März 1871 in Norddorf auf Amrum, getauft den 23. April in der Kirche. Sohn der Kapitäns Jan Martin Jannen und seiner Ehefrau Kresche geb. Cöster. Er verheiratete sich am 21. April 1895 mit Ida Mathilde Jannen aus Nebel.

 

3. Ida Mathilde Jannen geb. Jannen [Mutter von 1, Ehefrau von 2], geboren den 13. Februar 1875 in Nebel auf Amrum, getauft den 30. März im Pastorat in Nebel. Tochter des Kapitäns Friedrich Jannen und seiner Ehefrau Theodore Georgine geb. Jannen.

 

4. Jan Martin Jannen [Vater von 2 u. 6], geboren den 14. März 1836 in Norddorf auf Amrum, getauft den 16. März in der Kirche. Sohn des Schullehrers Jürgen Jannen und seiner Ehefrau Eick geb. Broders. Er verheiratete sich am 12. Februar 1862 mit Kresche Cöster aus Süddorf und starb am 11. April 1873, nach Beendigung einer Seereise als Schiffsführer, und 3 Tage in der Heimat.

 

5. Kresche Jannen geb. Cöster [Mutter von 2 u. 6, Ehefrau von 4], geboren den 23. März 1841 in Süddorf, getauft den 8. April in der Kirche. Tochter des Tischlers und Landbauers Knud Harken Cöster und seiner Ehefrau Thutje geb. Martinen. Sie starb den 20. November 1883.

 

6. Hinrich Emil Jannen [Sohn von 4 u. 5], geboren den 12. April 1868 in Norddorf auf Amrum, getauft den 21. Mai in der Kirche. Sohn des Steuermanns Jan Martin Jannen und seiner Ehefrau Kresche geb. Cöster. Er verheiratete sich zum ersten Mal mit Florentine Juliane Jannen aus Nebel (geb. d. 21. Dez. 1867, gest. d. 22. April 1893). Zum zweiten Mal mit Gesche Helene Voss aus Brunsbüttelkoog, verunglückte mit seinem Fischerkutter 'S.A.5 Florentine' (nach dem Bericht der Seeamtsverwaltung am 30. Sept. 1898 in Tönning) Ende November 1897 in der Nordsee.

 

7. Friedrich Jannen [Vater von 3], geboren den 23. April 1834 in Nebel auf Amrum, getauft den 27. April in der Kirche. Sohn des Bootsschiffers Jan Martinen und seiner Ehefrau Ingke geb. Feders. Er verheiratete sich am 23. März 1855 mit Theodore Georgine Jannen und starb den 20. Dezember 1905.

 

8. Theodore Georgine Jannen geb. Jannen [Mutter von 3, Ehefrau von 7], geboren den 25. Januar 1837 in Nebel auf Amrum, getauft den 5. Februar in der Kirche. Tochter des Tischlers und Schiffszimmermanns Gerret Jannen und seiner Ehefrau Göntje geb. Quedens. Sie starb den 27. Februar 1923.

 

9. Jürgen Jannen [Vater von 4], geboren den 20. September 1800 in Norddorf, getauft den Tag darauf in der Kirche. Sohn des Seefahrers Jan Sammen und seiner Ehefrau Ehlen geb. Peters. Er verheiratete sich den 11. Juli 1832 mit Eick Broders aus Norddorf und starb den 3. Mai 1837 als Schullehrer in Norddorf.

 

10. Eick Jannen geb. Broders [Mutter von 4, Ehefrau von 9], geboren den 2. August 1800 in Nebel, getauft den Tag darauf in der Kirche. Tochter des Seefahrers Broder Johnen und seiner Ehefrau Metta geb. Hansen. Sie starb den 12. Oktober 1864 in Norddorf auf Amrum.

 

11. Knud Harken Cöster [Vater von 5], geboren den 30. September 1802 in Nebel, getauft den Tag darauf in der Kirche. Sohn des Landbauers Hark (Hinrich) Cöster und seiner Ehefrau Ehlen geb. Erken. Er verheiratete sich den 6. Februar 1828 mit Thutje Martinen aus Norddorf und starb den 23. August 1878 in Süddorf.

 

12. Thutje Cöster geb. Martinen [Mutter von 5, Ehefrau von 11], geboren den 27. April 1808 in Norddorf, getauft den 1. Mai in der Kirche. Tochter des Zimmermanns Martin Peters und seiner Ehefrau Marret geb. Nickelsen. Sie starb den 5. November 1878 in Süddorf auf Amrum.

 

13. Jan Martinen [Vater von 7], geboren den 25. Oktober 1801 in Norddorf, getauft den 28. Oktober in der Kirche. Sohn des Zimmermannes Martin Peters und seiner Ehefrau Marret geb. Nickelsen. Er verheiratete sich am 28. November 1821 mit Ingke Feders aus Norddorf und starb den 14. Mai 1885 in Nebel.

 

14. Ingke Jannen geb. Feders [Mutter von 7, Ehefrau von 13], geboren den 17. Oktober 1803 in Norddorf, getauft den 23. darauf. Tochter des Müllers Feder Girris und seiner Ehefrau Sieke geb. Erken. Sie starb den 11. November 1883 in Nebel.

 

15. Gerret Jannen [Vater von 8], geboren den 30. Dezember 1803 in Nebel, getauft den 1. Januar 1804 in der Kirche. Sohn des Tischlers und Grabsteinhauers Jan Peters und seiner Ehefrau Ehlken geb. Sönken. Er verheiratete sich am 29. Februar 1834 mit Göntje Schau geb. Quedens aus Nebel und starb den 20. November 1876 in Nebel.

 

16. Göntje Jannen geb. Quedens [Mutter von 8, Ehefrau von 15], geboren den 22. Oktober 1804 in Norddorf, getauft den 24. darauf in der Kirche. Tochter des Comandeurs Georg Hinrich Quedens Zoon und seiner Ehefrau Thur geb. Nahmens. Sie starb den 25. Januar 1896 in Nebel.

 

17. Jan Sammen [Vater von 9], geboren den 21. September 1768 in Norddorf, getauft den Tag darauf. Sohn des Seefahrers Sam Bohn und seiner Ehefrau Antje Sammen. Er verheiratete sich am 19. April 1794 mit Ehlen Peters aus Nebel. Gestorben den 12. Dezember 1844, 76 Jahre alt.

 

18. Ehlen Jannen geb. Peters [Mutter von 9, Ehefrau von 17], geboren den 23. November 1764 in Nebel, getauft den Tag darauf. Tochter des Seefahrers Peter Jürgens und seiner Ehefrau Göntje geb. Broders. Sie starb den 23. Mai 1831 in Norddorf, 66 1/2 Jahre alt.

 

19. Broder Johnen [Vater von 10], gebürtig in Nieblum auf Föhr, verheiratete sich am 4. Dezember 1799 mit Metta Hansen aus Jütland in der Kirche zu Nebel. Er verunglückte im Jahre 1801 auf der See. Sie starb am 31. Oktober 1836 in Nebel.

 

20. Hark (Hinrich) Cöster [Vater von 11], geboren den 9. Oktober in Süddorf, Sohn des Comadeurs Knudt Herken (Cöster) und seiner Ehefrau Krasten geb. Hark Olufs. Er verheiratete sich den 30. November 1785 mit Ehlen Erken aus Nebel und starb den 11. Juli 1836.

 

21. Ehlen Harken geb. Erken [Mutter von 11, Ehefrau von 20], geboren den 29. Juli 1764 in Nebel, Tochter des Kapitäns und späteren Müllers Erk Knudten und seiner Ehefrau Inge Erken. Sie starb den 16. Januar 1844.

 

22. Martin Peters [Vater zu 12 u. 13], geboren am 8. Juni 1765 in Norddorf. Sohn des Arbeiters Peter Martinen und seiner Ehefrau Mantje Peters. Er verheiratete sich am 19. Februar 1783 mit Marret Nickelsen und starb den 12. März 1822. Von Beruf Zimmermann, erbaute er die alte Schule in Norddorf (Hüttmann).

 

23. Marret Martinen geb. Nickelsen [Mutter von 12 u. 13, Ehefrau von 22], geboren im September 1764 in Norddorf. Tochter des Kapitäns Nickels Nahmens und seiner Ehefrau Matje Nickelsen. Sie war viele Jahre Postläuferin zwischen Föhr und Amrum und starb den 13. September 1831.

 

24. Feder Girris [Vater von 14], geboren den 19. Mai 1759 in Nebel. Sohn des Comandeurs Girri Sönken und seiner Ehefrau Ing, geb. Flor. Er verheiratete sich den 27. November 1782 mit Sieke Erken, fuhr erst zur See, kaufte dann die Bockmühle in Norddorf und war die letzten 10 Jahre blind. Er starb den 9. Mai 1840.

 

25. Sieke Feders geb Erken [Mutter zu 14, Ehefrau von 24], geboren den 1. Oktober 1759 in Nebel. Tochter des Kapitäns und späteren Müllers Erk Knudten und seiner Ehefrau Inge Erken (vergl. 21). Sie starb d. 18. Okt. 1853 in Nebel, 94 Jahre alt.

 

26. Jan Peters [Vater von 15], geboren den 24. August 1769 in Nebel. Sohn des Zimmermanns Peter Tayen und seiner Frau Pop geb. Richards. Er verheiratete sich am 14. Januar 1795 mit Ehlken Sönken und starb den 30. November 1855, 87 1/2 Jahre alt. Er war Zimmermann, eignete sich aber die Steinhaukunst an und hat die meisten älteren Denkmäler auf dem St. Clemens Friedhof, die einen hohen Kunstwert besitzen, angefertigt.

 

27. Ehlken Jannen geb, Sönken [Mutter von 15, Ehefrau von 26], geboren den 10. September 1770 in Norddorf. Tochter von Sönk Girris. Sie starb den 29. Januar 1845.

 

28. Georg Hinrich Quedens Zoon [Vater von 16], geboren den 14. Dezember 1775 in Norddorf. Sohn des Kapitäns Hark Quedens. Er verheiratete sich am 7. März 1799 mit Thur Nahmens und starb den 14. Dezember 1837. Früher Comandeur auf Grönland.

 

29. Thur Quedens geb. Nahmens [Mutter von 16, Ehefrau von 28], geboren den 11. Dezember 1778. Tochter des Kapitäns Nahmen Rauerts in Norddorf. Sie starb den 15. Januar 1853 in Nebel.

 

30. Sam Bohn [Vater von 17], geboren den 14. August 1738 in Norddorf. Sohn des Seefahrers Boh Sammen und seiner Ehefrau Ehlen geb. Jung Severins. Er verheiratete sich 1762 mit Antje Sammen aus Norddorf und starb den 4. September 1811.

 

31. Antje Sammen [Mutter von 17, Ehefrau von 30], geboren den 24. August 1741 in Norddorf, starb den 24. Oktober 1817 in Norddorf.

 

32. Knudt Harken (Cöster) [Vater von 20], geboren 1732 als Sohn des Küsters Hark Knudten und seiner Ehefrau Matje Harken. Er verheiratete sich mit Krasten (Kreske) Harken, einer Tochter von Hark Olufs, welche den 20. September 1737 geboren war und nach der Entbindung von ihrem ersten Kinde, Hark Knudten Cöster, starb.

 

33. Erk Knudten [Vater von 21 u. 25], geboren im Jahre 1734, gewesener Müller, war in seinen jungen Jahren Seemann und hat die drei letzten Jahre als Kapitän gefahren. Er verheiratete sich 1755 mit Inge Erken. Anno 1771 ließ er eine Graupenmühle bauen, welcher er 21 Jahre vorstand. Es starb den 24. April 1801, und sie starb den 4. April 1824 als als die älteste Person im Birk Westerlandföhr und Amrum. Sie hinterließ eine Nachkommenschaft an Kinder, Enkel und Urenkel von 49 Seelen.

 

34. Nickels Nahmen [Vater von 23], geboren 1726 in Norddorf, verheiratete sich den 22. Januar 1744 mit Matje Nickelsen aus Süddorf. Er hatte das seltene Glück, vier Reisen als Kapitän nach Bahia, China und Ostindien zu fahren. Er starb unverhofft am 29. März 1785 auf dem Wege zwischen Nebel und Süddorf. Sie starb den 11. Dezember 1803.

 

35. Girri Sönken [Vater von 24], geboren den 17. März 1705 in Nebel. Sohn von Sönk Braren und seiner Ehefrau Metje Sönken. Er verheiratete sich zum ersten Mal mit Ing Flor 1729. Mit seiner 3 Ehefrau lebte er 50 Jahre im Ehestande und starb den 27. Dezember 1787, 82 Jahre alt.

 

36. Peter Tayen [Vater von 26], geboren Johanni 1720. Sohn des Schiffers Tay Girris und seiner Ehefrau Gesche Tayen. Er verheiratete sich den 21. Nov. 1764 mit Pop Richard Peters, fuhr zuerst auf Grönland, erlernte später das Zimmermannshandwerk. Als im Jahre 1734 [?] der Schiffer Ahners Nickelsen von hier mit seiner Smack die Grönlandsfahrer von Sylt, Föhr und Amrum, 84 Mann, nach vollbrachter Reise von Amsterdam nach hier bringen sollte, strandete er vor Kniepsand, und alle ertranken. Viele Leichen trieben auf Kniepsand an und wurden nach dem Platz vor der Nebeler Kirche gebracht, wo die Angehörigen die Ihrigen abholten. Auch die Seemannskiste von Peter Tayen trieb auf Kniepsand an, aber nicht seine Leiche. Er wurde mit den Anderen betrauert. Als im Frühjahr die Seefahrer nach Amsterdam kamen, fanden sie ihn in der Zimmermannslehre. Er hatte die Grönlandsfahrt bedankt, war in Amsterdam geblieben und so dem Unglück entronnen. Den 14. März 1804 wurden sie zugleich an einem Tage beerdigt. Er wurde 83 Jahre, 8 Monate und 14 Tage alt. Sie wurde alt 67 Jahre, 5 Monate u. 22. Tage.

 

37. Boh Sammen [Vater zu 37], geboren im Jahre 1698 in Norddorf, war ein Sohn des Seefahrers Sam Peters, welcher 1657 geboren und im Jahre 1743, 86 Jahre alt, starb. Er verheiratete sich 1721 mit Ehlen Jung Severins. Er starb im Jahre 1762.

 

38. Sönk Girris [Vater von 27], geboren den 24. Juli 1744 in Nebel, verheiratete sich zum ersten Mal 1768 mit Anna geb. Quedens, welche nach 45jähriger Ehe am 15. Februar 1813 starb, 69 Jahre alt. Zum zweiten Mal verheiratete er sich 1814 mit Maike geb. Knudten, aus Dunsum auf Föhr, welche am 3. Juli 1769 geboren war. Sie starb den 4. Juni 1852. Er war Schiffskapitän und starb den 11. November 1827.

 

39. Hark (Hinrich) Quedensen [Vater zu 28], geboren 1733 in Oldsum auf Föhr. Sohn des Schiffers Georg Hinrich Quedensen und seiner Ehefrau Elin geb. Harken aus Oldsum, welche Ao. 1734 ein Haus auf Amrum kauften und dort hin zogen und die Stammeltern sämtlicher "Quedens" auf Amrum sind. Er verheiratete sich 1763 mit Inge Quedens, welche am 3. September 1738 geboren war, und hat viele Jahre als Schiffer gefahren. Ao. 1799 den 19. August verunglückte er zwischen Föhr und Amrum, zugleich mit Knudt Willems Frau aus Nebel und des Kammerath Fabers Sohn aus Wyk. Seine Leiche trieb auf Amrum an und wurde am 25. August bestattet. Sie starb im Jahre 1792 in einem Alter von 54 Jahren und 25 Tagen.

 

40. Hark Knudten [Vater von 32], geboren den 22. November 1709 in Norddorf. Sohn des Kapitäns Knudt Harken und seiner Ehefrau Kerrin geb. Knudten, welche eine Tochter des Seefahrers Knudt Frödden aus Nebel war.

Er verheiratete sich mit Matje Harken, welche am 10. November 1712 geboren war. Seit 1736 war er allhier Küster und gab seinen Kindern den Namen "Cöster" als Familiennamen. Er starb den 4. März 1775. Auf seinem Grabstein steht der schöne Spruch: "Ich habe gesungen von der Gnade des Herrn mein Lebenlang". Sie starb den 7. Januar 1791.

 

41. Sönk Braren [Vater von 35], geboren 1679 in Nebel. Sohn von Brar Nickelsen und seiner Ehefrau Gundel Braren. Er verheiratete sich zum ersten Mal 1704 mit Metje Sönken. Zum zweiten Mal mit Jung Ehlen Oldis und starb 1767, alt 89 Jahre.

 

42. Knudt Harken [Vater von 40?], geboren 1677. Kapitän. Sohn des Rathmannes Hark Rörden und seiner Ehefrau Jung Marret aus Goting auf Föhr. Er verheiratete sich mit Kerrin Knudten, welche 1677 geboren als Tochter des Schiffers Knudt Frödden und seiner Ehefrau An Knudten. Er starb 1730. 52 Jahre alt. Sie starb 1756. 79 Jahre alt.

 

 

NJA Nr. 7b.4

 

Flor an Quedens Familie

 

Martinus Florus 1596 bären uun Bredstedt an fan 1629 to 1686 Präster üüb Aamram as a Stamfeeder fan di tálrik Floren an uk fan a Quedens Familie.

To sin Tidj as uun a ömrang Sark föl den worden: at Schalllad auer a Kanzel, Krünloghtern, jo ual mäsang Lághtstonners üüb Altar san uun sin Amtstidj a Sark skeenkt worden. Hi sallew skeenkt 1655 me sin iast Wüf Poppke a Sark an Altarlághtstonner. Efter a Duas fan sin iast Wüf Poppke bifreid hi ham wedder to a öder Taagh me Anna fan Hüsem, diar uk 1686 storew an toglik me ham beerdaght wurd.

David Monrad, san Adjunct an Nahfolger, skraft diarauer: "Anno 1686, 15. Sept. ist der wegl. [?] Martin Florus im 90 Jahre gestorben, zugleich mit seiner Frau Anna von mir zur Erde bestattet (bestätigt). Nachdem er allhie in 57 Jahren Prediger gewesen u. auf Nordmarsch 3 Jahre. 2 Jahre war er stets bettlägrig. Nun aber hat endlich der liebe Gott alles wohlgemacht."

Skraftalk as fan ham nant muar efter üüs an letj Notiz faan sin Unstellang, diar fan di ual Mechlenburg unt Sarkenbuk iinklewwet as.

Martin Flor hed 7 Dringer an 2 Faamnen. Bütjen san Dring Paul, diar Präster wurd an Urban, diar äder storew, san sin Dringer wahrskiinalk Sialidj, dialwis Kopteins weesen, an uuntonemmen as't, dat Martin Flor, liküs di Präster Richardus Petri fan Fer, ei alianang sin Dringer, man uk öder Ömrangan a Sjüürmanskonst liard hä. Fan sin Dringer wennet 3 üüb Fer. Paul üüs Präster (Diakonus) uun Södderanj an Jacob an Johann uun Ollersem üüs Comadeurs. Fan jo stamme a Floren üüb Fer an Sal uf. Sin öder 3 Dringer Mathias Peter an Volkert wennet üüb Aamram an hed an tálrik Familie, man hat skinjt, üüs wan hör Efterkemmen a Floren Stamm ei altomal bihellen ha. Sin Faamen Lucia wiar me Riklef Rörden ütj Nebel bifreid an wiar Mam fan muar Jongen. Uun an ual Fertiaknis fan alla Ömrangen uun 1716 san Ricklef Rördens Sohn Jacob Ricklefs an nogh muar Riklefs fertiakend. Bi Jacob san Nöm stänt do nogh Jung Krasten Jacobs, diar waarskiinalk sin Wüf weesen as an 85 Juar ual wurd. Wi sê, a Nöömer wurd uun ianen weg wakselt. Sin öder Faamen Geeske wiar me Komandeur Buh Karstens ütj Northarep bifreid an wurd man 26 Juar ual. Of det hör wiar huar't fan hêt: Buh Karstens hed an smok Wüf, an diar wurd sad, a Präster hêl ar tup mê, diaram jaget a Ömrangen ham Anno 1682 wêg, witj ik ei.

Man Martin Flor hêl ham an Adjunkt, Jacob Boethius, diar 5 Juar ham holep, an efter ham David Monradius, diar uk san Nahfolger wurd. Fan Buh Karstens hêt at nogh widjer: Comandeur Buh Karstens kam fan a Rais tüs, an üüs sin stolt Wüf ham ei harki wull, spänd hi a Hingster för a Wanj, keerd hör wedder tüs to hör Atj an sad: "Tji din Faamen man iast ans roght ap, do kêm ik wedder an hali's." Det holep, jü Wüf wurd beeder, an Buh Karstens kam, an hálets wedder.

Man hat as mögelk, dat Buh Karstens ham för a öder Taagh bifreid hä, skrewwen kaan ik ar nant auer finj.

Jacob Flor wiar toiast bifreid me an Faamen fan Girre Nikkelsen bi Nurd, eftert me an Jong Ehlen ütj Ollersem, an wennet sant di Tidj üüb Fer. Man hi as üüb Aamram bigreewen. Auer ham stänt üüb an Krünloghter uun Höw skrewwen: "Disse Krone heft de ehrsame Jacob Flor tho Gades Ehre und disser Kerken thom Zyradt verehret, sines Olders 38 Jahre, by der See gefahren 22 Jahr, Schipper und Komandeur gewest 9 Jahr. Gott allein die Ehre. Ao 1671."

Hi storew kurt hirüüb, sin Denkmal leit uun a Sark an as uuntonemmen, dat hi diar uk raut. Üüb die Stian stänt di smok Sprügh, diar nogh gud to leesen as, ütj Psalm 109: "Stah mi bi, Herr min Gott, help mi na dinne [?] Gnade, datt se inne werden, datt ditt dine [?] Hand, datt du, Herr, sockes deist."

Paul Flor wiar fan 1660-1709 Diakonus uun St. Laurentii. Sin Wüf hêt Marina an wiar ütj Bredtstedt [sic]. Fan sin Jongen ha 3 a Theologie studiaret. 1 storew üüs Student 29 Juar ual. Urban wurd Präster uun Muarsem üüb Sal. Fan ham skraft di Chronist C.P. Hansen, dat hi ar an trauen Sialsorger wiar an am at Muarsumer [sic] Sarken- an Skuulweesen föll den hä, an dat am ham üüs di egentlik Gründer fan at salrang Skuulweesen uunsê mut. Uk hê hi uun a Sjüürmanskonst onerraght, an ödern diarto apmuntert.

Martin as Präster uun St. Laurentii üüb Fer weesen.

Johann Flor wiar liküs san Brudder Jacob, Comandeur. Hi storew uk uun a best Juaren an raut uun a St. Laurentii Sark üüb Fer. 7 faan sin Dringer mut äder stürwen wees, hörrens Nöm waart ei uundrapt uun a Copulationsregisters. Sin tau Jongen Martin an Marret wiar bialen üüb Fer bifreid. Martin as waarskinelk disallew, diar uun an ual Fertiaknis binämd Comandeur Maarte Flore de Wit, as, diar fan 1715 to 46 üüs Comandeur fären, an uunt Gehial 147 1/2 Walfasker fangd hä.

Fan ham stamme uk a Slomans uun Hamboreg uf, egentlik rightager fan sin Faamens-Faamen. Martin Flor bifreid ham me Ing, Oluf Rördens Faamen ütj Dunsem, an hed 6 Jongen, diarfan wiar Gundel Flor bifreid me Fröd Jung Frödden ütj Ollersem 1741. Hör Faamen Thur Frödden, bären 1751, bifreid hör wedder me Comandeur Hinrich Braren, eftert Navigations Examinator an Luatsencomandeur uun Tönnang. Hi as bikänd dör sin so nämd Schazkammer [sic] of "Hunbuk för a Sjürmanskonst". An 2 fan hör Jongen, jung Göntje wiar Skapsreeder Rob. M. Slomans uun Hamboreg sin Wüf, an Göntje wiar Wüf fan John Slomann [sic].

Johann Flor sin Daghter [sic] bifreid hör 1690 för a iast Taagh me Nickels Jensen ütj Ödersam (2 Jongen), diar 1693 uun Greenlun storew. 1697 bifreid jü hör wedder me Hark Bohn ütj Ollersam (3 Jongen). Hör Faamen Elin Harken bifreid hör 1728 me Georg Hinrich Quedensen ütj Broaker. Det as waarskinalk an Brudder fan Philipp Quedensen, Präster to St. Laurentii üüb Fer weesen, an wennet toiast uun Ollersam. 1734 taagh jo ütj to Aamram. Hi as Stammfeder fan a ömrang "Quedensens" an wiar Skapper, jo hed tup 9 Jongen. Hark of Hinrich Quedensen, bären 1733, wurd Atj fan Georg Hinrich Quedensen an Volkert Quedensen. Bütjen ham san nogh bikänd Johann Casper Quedensen, Phillip Ernst Quedensen, bären 1734, an Boy Quedensen, bären 1738.

 

 

NJA Nr.5.1

 

Fan Harten Wellkimmen to altomál diar üüb üüs Nuadigin hen kimmen san am das Inj mê üs to ferlewwin. Ik nêm un dat jam altomal ömrang ferstun kön, an wal fäsjük [?], ütjanöder to sáten, huaram wi üs förnimmen ha niks muar to dranken, diar üs to tidjen at Wat nêm küd.

Wi ha likso gud üüs jam maneg Fisit, Ütjbringan, Bradlep an öder Fesalkhaiden mêmaget an do't nogh, huar di ual Drank Maniar (of Mudi) aproght healen wurd, an ha föl sên. Do san wi uun Selskap weesen huar di Mudi ütjfiiret wiar, an auer wi nü bial Sidjen mêbelewwet ha liaw ik, dat wi wêl uunstád san an Ordial oftodon, wat fan jo tau Waier a Beeder as. San am al ans wan [sic] mad an Selskap weesen huar at Anj ean di öder wat ufraaset - ja sogar ofkloppet? - Hêd jo det uk den wan jo niks unt Haad füngen hed? Wan jo hör fol Wat bianöder healen hed? An as't do uk nogh net? Ik liawt ei. - An hüfölsis ha wi sên, dat Lidj, diar öders gudardag wiar, goreg [sic] ammetogungen wiar wans wat uunt Hod hêd. - An huar komt at miast (ik sai ei altomal) man at miast Arammud an Ünlok hir üüb üs letj Omram fandan, lukki'm man an's an betj am jam, ham kaan me a Wiard sai: Bluas fan det Süp. Man nü to di öder Sidj: Ha'm al ans wan sên dat an Man fan Koffi dranken Wüf an Jongen slanj of uun Arammud kimmen as? Ik liawt ei - man föllen sai: hat dê dagh ei nuadag at dranken geliks gans aptojiwwen arken mut wed, Miat tu hualen. Ja wan arken det man wost. Ik liaw ei dat at föl Minskan jaft, diar to Wiartshüs gung am jo dronken to süppen an dagh sjogt am fölsis Lidj diar, diar ei nüghtern san, an uun Selskap ast jüst so. Managsis küd am wel sai: A Hünj as me't Miat wegleppen. - At miast Ünlock pasiarat ei dör sokken diar üüs "Notorisch Süppers" bikänd san, man dör sokken diar efter hör anj Meenang Miat hual kön. Eân goden Dai, of bi an bisannerlik Gilegenhaid ha jo ans altföl füngan an ha [?] hör foll Wat ei so bianöder, dat jo Straafdaaden bigung, diar jo öders gor ei am theenk. Un Tjiisklun alianang ferünlocke ar juaralks bluat dör dranken 1300 to duas. Un Dronkenhaid of un a Folgen ar fan nêm ar auer 1600 jo sallew at Leewant. 30000 faal [Vorl. fall] dör ean of öder sin Dranken a Aramkass to Läst. Auer 32000 kêm dör't dranken gans fan't Wat an uun't Dollhüs, an gerichtalk bistroofet wurd ar bluas dör a folgen fan an letjen altföl jähralks 130000 Minsken uun Tjiisklun. Det san Tálen diar "statistisch" efterwisset, man hü föllen san ar nogh, diar gor ei unmeldet wurd. As ar ian uunstegen Krankas of ööders allgemian an Ünlok diar soföl Ünheil to't Lun brangt üüs dör di Drank Maniar? Kaan am ean diaram nogh wonnere dat ar Eankelten unt Lun apstun an sai: Ik wall ei muar? - Hü widj det Miat hualen at brangt, ha wi al so fölsis sên, hat jaft bluat tau Waier, an det san: Mêmage of niks drank. God hê üs Fresken miast bütjen ööder Lidj me an klár Wat biskeenkt. Lêt üs sê, dat wi't uk roght brük. - An di roght Wai as uk bal fünjen. -

An nü lêt üs ans No. 28 ütj üüs Liitjebuk sjong.

 

NJA Nr.18.2

 

 

7. April 1943

 

Ik hed jinacht ans an apartin Druum. Ik drämd ik lep auert Haaf an mät diar un a Gank an jongen Präster un Talar, hi wiar lung an slank hat kam mi miast för üüs wan hi gratter üüs Pörksen wiar an üüs ik ham unt Gesicht lukket mend ik iast, hat wiar Beck. Hi träd hen för mi nam mi hard bi Hun an sad: "Von nun an wird das Evangelium rein und lauter gepredigt werden. Eure Väter haben mit viel Mühe und Freude dieses Haus dem Herrn geweiht, an Euch liegt es Euch Eurer Väter würdig zu erweisen."

Ik lukket mi am, lukket efter a Türn an eftert Thag, diar ei gud ütjsiig, an so föll Raid an Queggen trinj am Hüüs, an skömet mi. Do sad hi üb an maal to mi: "As det ei Niemöller, diar diar bowen stänt, kommt hi föll bi jam?" Ik swaaret: "Hi komt hir alewen unt Bad." "Hual am jam to ham, hi as üüb a rocht Wai", sád ar an Stem. Ik lukket am, to sä'n hokker det sád, an siig an buul Minsken a Sprankel iinkemmen, Máner an Wüffen, an fraget an äler Wüff: "Wat as hir luas?" "Har Thago as apstennen an stänt för't Altár, hi wall pretje auer Jesaia 9 v.6", sad's, "wi mut sä, dat wi noch an Steed un Hööw fu." (Har Thago an Martin Flor lei üüb Sidj fan anöder för't Altár un a Sark bigreewen). Ik wull uk mä iin, man wräkend un't sallew ap, min Bian ded mi siar, min Wüff maast mi amlei, man ik thaagt noch long am di merkwürdag Druum.

 

 

 

NJA Nr.11.2

 

Wi gung nogh föl auer't Haaf an stun an's stall för an Likstian, huar ean fan Üüsen oner raut of huar an Frinj of Bikänden leit, uk üüs Föörfáren ferjid wi ei, an so kem wi bi maneg Stian, diar üs fan ferleppen Tidjen fertellt.

Iar stêd tri smok Stianer bianöder to a Söder Eg, diar a Möit wiar ar üüb to letten. Di ean wiar Ulaw Jensen, di öder Hark Nikkelsen, di trád Hark Ulaws san. Nü san's uun öder Steeden henkimmen, man jo stun ar nogh. Ulaw Jensen san as aparte konstalk ütjwerket, bowen am steant fein ütjhauen: 'Gottes Hand die Alles regieret, hat mich in sichern Hafen geführt.' An oner an follen Trimêster steant skrêwen, dat Ulaw 1672 bären, 1705 ham för a iast taagh bifreid me Marret Harken, dat jo 2 Dringer mêanöder hed, dat jü 1708 storew, an dat hi ham för a öder Taagh bifreid me Marret Olufs. Do steant ar nogh, dat 1724 sin Skap, a "Hoffnung" nämd, huar Rikert Flor Fizeskapper üüb wiar, metsamt san Dring an tau fan san Brudders Dringer, fan a Türken nimmen wurd an to Algier apbraaght. Man jo siig efter an 12 järag Gifangenschaft hör Feederlun wedder. 1750 storew Ulaw.

Üüb di öder Sidj steant skrewwen: Mein Leben war ein Wechsel/ Von Freud und Herzeleid./ Mein Glücke blühte schon in meiner Jugendzeit. Drauf hemmte eine trübe Wolke/ des Glückes heitern Schein./ Der Himmel lies mich eine Weile/ betrübt und traurig sein./ Die Hoffnung ward mir zwar geraubt,/ Und gleichwohl hofft ich doch/ Und dachte bei mir selbst: Getrost, Gott lebet noch./ O ja, er lebet noch, und ließ mich daß erfahren,/ Warum ich ihn gebeten in ganzen 12 Jahren./ Gepriesen sei sein Name in alle Ewigkeit/ für diese theure Gnade und große Gütigkeit.

Wan am so'n Stian sjogt, do kaan am ean nogh so roght torag sat, uun jü Tidj, üüs jo uun Sötharap lêwet. - Hark Ulews san stänt nü bi a Gank, hi as uk konstalk maget, man ei so gud biskrewwen. Knütj Jong Bohn nämt at an arammuddag, fehlerhaft an ünsinnag Inskraft, diar wahrskiinalk fan di damalag Skulmêster maget as. Hark as öwerhaupt fan a Ömrangan ei roght bihandelt worden. Föllen wiar uun di Gluuw, dat Hark to a Mohameds Gluuw auergingen wiar, an det wiar naagh för a miasten am ham to managhtin. Hark salew bitjüügd, dat hi nimmer fan a christelk Gluuw ofgingen wiar. 1736, detsalaw Juar üüs hi tüskimmen wiar, wurd hi uun Sark freimaget. Hi wurd uun sin türkisk Uniform freimaget, an a Sark wiar breegen foll. A Prêster lêt di Salam ütj at ual Salambuk sjong: "Du sagst ich bin ein Christ", wat föllen stêt. Hark salew skal't uk uso [?] nai gingen wees. Ham kaan't ean seenk, hü ergreifend di Handlung wiar, noghmuar uun jü Tidj, an wat för an Iindruk: di Held fan a Türkei uun son huugh Uniform för't Altar to sên an do di Salem to sjongen "Du sagst ich bin ein Christ". San Atj Ulew Jensen ging uk gelik efter a Mas ap to a Prêster un Hüüs, an ded ham an skarapen Verwis. Di Salem wiar roght ar to ütjsaaght am Hark to ärgrin. Me a Prêster as ar uk nên gaaden Frinj muar wurden, ja, sogar [?] bi't Grêf füng Hark nogh san Klaps. Un't Grêf ha's ham uk nian Rau lêt, bal het at, hi ging wedder, an auer at Lidj uun jü Tidj uun sowat nogh föl liawd, siigs ham suart üüs an Diwal, man uun ömrang Tjüg an me salwern Sponger üüb a Skur leed am Injam an am Marlam fan't Haaf kemmen an to Haaf gungen.

Sok Staken drugh föl ar to bi, dat san Ruhm bal forjidden wurd. An arammuddag Beskriiwang fan sin Leewant as üüb san Likstian to finjen.

Hark Nikkelsen san Stian ha's to a söder Eg fan a Gank apsat. Diar steant üüb skrewen, dat ar 1706 bären an me 12 Juar to Sia kam, 1724 fan türksk Siaruwers gifangen an to Algier ferkäft, huar ar 3 Juar siinet an dör a Portugiesen frei käft wurd, eftert uun Hollun an Kopenhagen sin Lok fersaaght an faan di leetst Plats üüs Coptein an Skap üüb Westinje an a Küst fan Guinea faar. An üüb a bêft Sidj steant, dat ar bifreid wiar me jü tugendhaft Matje Harken an dat God ham seegent hê uun san Beruf, dat hi uun sin best Juaren al an gaaden Förriad för a Tokunft bianöder füng an uun an fergnöögt Ehe me an christalk an stallen Wandel me Sinnne to Nat maget an 1770 to sin Federn ufreppen wurd. An do steant ar nogh: [...].

Fölsis gung wi an Stian forbi, huar bêft üüb skrewen steant: Dieser Stein bleibt hier zum Andenken stehen. Ham uk al ans a Försidj leesen? Diar steant to leesen, dat Urban Willems, diar 45 Juar in einer vergnügten aber kinderlosen Ehe me Poppe Urbans tuplewwet, an ham eftert wedder bifreid me Bertha, diar fan Alkersum wiar. Ik füng leetst an Seedel to Hun, diar Urban skrewwen hê [hier endet die Aufzeichnung!].

 

 

 

NJA Nr.27.3

 

Hü an Handwerksbursch an Rais efter Aamram maget man ar ei föll fan hed

 

Hat wiar so am 1869 äder unt Juar, a Wás noch foll Is, üs ar an Handwerksbursch bi Ruluf Ulke Wögens, diar Büürfögas un Öddersem wiar, inkam, sin Wanderbuk förlai an Ferlof füng, to Aamram to raisin an ham diar 24 Stünj aptohualen. Auer'n Wás üb't Is verwiljegt hi ham an kam iast unt Jonken bi Bütj Flät un Äg. Auer hi nix sä küd wanert hi bi Lun's Kánt am a Nuurd, an thaaght at leetsten dach well an Hüs untodrápen. Hi läp an läp, kam am Aad Huk, forbi [sic] Fleegam an drápt bi a Hörn at leetsten an Hüs, man a Dörren wiar slöden an nian Minsken ar un. Hat wiar at ual Rettungshüs. Do maast hi jo man widjer wanere an kam uk am an Stünj bi an Wanjspuur, diar hi fullagt, det maast dach well hen tu Minsken feer. Troch Dünem ging't gud, man do kam hi bi an Krüswai, an auer hi ar man än Wai fan nem küd, wanert hi widjer an kam uk at leetsten bi an "Festung" me an gratten Wál am un. Hi luket auer a Dik an siig diar an Hüs, ging hen, kloppet un a Dör, man diar wennet uk nian Minsken. Hat wiar a Föggelkoje [sic].

Do maast hi jo man widjer lup an kám efter an letj Stünjs Tidj wedder bi an Hüs un, det wiar ual Mantje Hüs üb Deggelk, man jü wiar för hög Dár stürwen. Hi sat at üb a Lup [sic], an kam uk bal bi Ruluf an Christina hör Hüs, man Ruluf wiar al äder Máren am to Stianaad gingen, an Christina ferfiard hör ei letjet üs diar an gratten främen Mán un hör Dör städ. Sai küd's nix, uk ei üs hi hör fraget am an Kruchhüs, man porret hen efter Wellem Ulefs, diar do un Northarep Krucher an uk Bürfögas wiar.

Nü städ ar twesk Rulef an Wellem Ulefs hör Hüseng at ual Skuulhüs, diar well flaak Wöneger, man nian Minsken un wiar, det küd ar bal sä. So raghet ar do deel to Iarken. Diar wennet uk man an ual Wüf an jü wisset ham auer a Stich to Wellem. Nü wurd at uk so bi letjen Dai. Wellem ded an wat to iidjen an lukket sin Wandersbuk efter. Jo 24 Stünj wiar nü bal am, an hi rät ham, man ei a Tidj to ferpásin, auer Michel gelik me a Post auer'n Wás lup skull. An so füng di Handwerksbursch an wonnerbaren Begrip fan Aamram.

 

 

NJA Nr.27.7

 

Anton Schau und der Amtsrichter

 

Zur Zeit als Forchhammer Amtsrichter in Wyk war, wurde ein Gesetz erlassen, daß kein Schiffer Seesand, eine Sandbank außerhalb Amrums, betreten durfte, außer in Rettungsfällen aus Seenot. Seesand war damals eine große Sandbank, auf der sich mit Halm bewachsene Dünen befanden, und eine Rettungsbake mit einem Unterkunftsraum, in der Schiffbrüchige Schiffscakes, frisches Wasser, einen Ofen und Brennmaterial vorfanden, befinden. Wasser und Lebensmittel wurden in bestimmten Abständen erneuert. Nun kam es mitunter vor, daß dieses von den Beauftragten vergessen wurde, und wenn zufällig Revision stattfand, daß das Wasser stinkend und die Schiffscakes entweder verschwunden oder in einem schlechten Zustand waren. Die Schuld wurde dann den Schiffern zugeschoben, die oft an Seesand anlegten, entweder auf Seehundsjagd oder um Strandgut zu suchen. Ein Rudel von ca. 200 Seehunden lag fast immer auf der Sandbank bei Ebbe. Der Zollkreuzer war beauftragt, darauf zu achten, daß keiner die Sandbank betrat.

Nun gab es einige unter den Amrumer Fischern, die sich ausschließlich mit der Seehundsjagd beschäftigten, unter diesen der alte Seehundsjäger Friedrich Jannen. Für sie war das neue Gesetz sehr unbequem, da Seesand gerade die günstigste und ergiebigste Seehundsbank war. Dem Zollkreuzer paßte es natürlich sehr in seinen Kram, denn wenn kein anderer die Sandbank betreten durfte, hatte dessen Mannschaft noch einen schönen Nebenverdienst im Verkauf von Tran und Seehundsfellen.

Es war darum nicht zu verwundern, daß die Seehundsjäger jede Gelegenheit wahrnahmen, wenn der Kreuzer nicht in Sicht, auf Beute zu pirschen. Oft glückte es, oft wurden sie auch plötzlich überrascht und sahen zu, daß sie wegkamen. Seehundsjäger Jannen hatte den früheren Capitain Anton Schau mit als Kollegen, der sehr redegewandt war und eine seltene Geistesgegenwart besaß. Auch sie wurden einmal vom Zollkreuzer überrascht und beim Gericht angeklagt.

Das Wetter war neblig gewesen, und Schau verließ sich darauf, daß der Zollkreuzer nicht genau hätte beobachten können. Bei Gericht fragte Forchhammer die beiden Angeklagten, ob sie die Sandbank betreten hätten. Schau nahm das Wort und bejahte mit der Erklärung, daß es neblig gewesen sei, und als sie die Sandbank passiert, hätte es ausgesehen, als ob eine schiffbrüchige Mannschaft dort herumwanderte. Schnell wären sie ins Boot gestiegen und an Land gerudert. Dort hätten sie ihren Irrtum bald eingesehen. Im Nebel tut sich alles bekanntlich so groß auf, und es wären Möwen gewesen, die sie als Menschen angesehen hätten. "Aber", meinte Forchhammer, "der Herr Zollassistent Gerrets behauptet, er hätte Blutspuren auf der Sandbank gesehen, und sie hätten Seehunde dort gejagt." "Ja", erwiderte Schau, "das habe ich auch gesehen. Aber, Herr Amtsrichter, - mit einem Schmunzeln sprach er es - gewundert habe ich mich auch, sollten die Seehunde vielleicht es so haben, ähnlich wie unsere Frauen?"

Das war zuviel für Forchhammer. "Na, na, Schau. Nun ist es gut!" sprachs, und die beiden Jäger waren entlassen.

 

 

NJA Nr.27.9

 

Wie die Austernfischer ihre Tagesarbeit abschlugen.

 

Das Austernfischen war früher ein Haupterwerbszweig für unsere Väter. Eine Flotte von ca. 20 Fahrzeugen war dabei beschäftigt, die später auf fünf herabsank und im Jahre 1904 ganz eingestellt wurde. In ihrer Blüte wurde sehr auf Ordnung und Respekt unter den Mannschaften gehalten. Ein Fischer rief dem anderen zu und gemeinschaftlich wanderten sie wie ihre Vorfahren nach Steenodde oder A Hörn, wo die Fahrzeuge jeweilig vor Anker lagen. Der Vorfischer ging voraus, und nach ihrem Alter folgten die anderen im Gänsemarsch. Kein Jüngerer durfte es wagen, vor einem Älteren zu gehen, welches einen schweren Verweis eingebracht hätte. War das Wetter nun zweifelhaft, so wurde bei einem Stein in der Nähe des Tonnenhauses in Steenodde halt gemacht und beratschlagt, und falls die Ausfahrt wegen schlechten Wetters aussichtslos war, wurde dieses vom Vorschiffer durch einen Schlag mit seinem Stock auf diesen Stein bekanntgegeben und die Fischer gingen wieder nach Hause. Wurde das Wetter auch nachher günstig, so fuhren sie trotzdem nicht aus, es war eben abgeschlagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

NJA Nr.30.16.1

 

Michel Post

 

Eine der originellsten Persönlichkeiten des vorigen Jahrhunderts war Michel aus Nebel. Wie so viele seiner Landsleute, war er mit dem Dreschflegel und kräftigen Armen in jungen Jahren aus Dänemark eingewandert, hatte sich hier verheiratet, und machte sein Leben, so gut es ging.

Den Text: "Die Füchse haben ihre Gruben, die Vögel unter dem Himmel haben ihre Nester, ihr aber habt nichts wo ihr euer Haupt hinlegen könnt", den ein hiesiger Pastor einst einem jungen Brautpaare mitgab, hätte auch auf Michel und seine Geliebte gepaßt. Dreschmaschinen kannte man damals nicht, aber immerhin blieb das Dreschen mit dem Flegel nur ein Saisongeschäft, und so mußte sich auch Michel zu Zeiten nach anderer Arbeit umsehen. Jahrelang hat er die Post übers Watt von und nach Föhr getragen, bis ein Segelschiff ihn ablöste. Das war aber erst, als Michel schon anfing grau zu werden.

Die Post richtete sich damals viel nach Peter Bäckers Hefe. Peter Bäcker war Bauernvogt und Bäcker zu gleicher Zeit. Wenn es nun an der Zeit war, daß er frische Hefe gebrauchte, wanderte Michel nach Föhr und brachte Post und Hefe mit zurück.

Briefe waren keine Alltäglichkeit damals, und jedesmal wenn Michel vom Watt herauf kam, stand das halbe Dorf am Wege, um ihn und die Neuigkeiten von der Nachbarinsel in Empfang zu nehmen. War ein Brief dabei, so lief die Nachricht wie ein Lauffeuer übers ganze Land und für Michel fielen dann gewöhnlich ein Klumpen Butter und einige Pünsche, die er sehr liebte, dabei ab.

Aber nicht alle Briefe, die Michel mitbrachte, waren so einträglich. Es gab eine Sorte, die den Stempel "K.D.S." trugen und ihm nichts einbrachten, die er darum auch: "Komm du Satan" titulierte. Eigentlich sollte es heißen: "Königl. Dienst Sache".

Obwohl Dänemark den Krieg 1864 verlor, war die Bevölkerung Amrums noch lange dänisch gesonnen. Daß sie unter dem preußischen Regiment Militärdienst verrichten mußten, während unter dänischem Gesetz die Inselfriesen für ewige Zeiten davon befreit waren, mag viel dazu beigetragen haben. Militärdienst war für sie gleichbedeutend mit Totschießen. Als darum 1866 die Bevölkerung zur Reichstagswahl schritt, war noch eine starke dänische Stimmung vorhanden. Die Wahlhandlung sollte im alten Schulhause zu Nebel vor sich gehen. Michel als guter Däne will natürlich auch wählen. Als Kandidaten für den hiesigen Bezirk waren der Däne Max Hanerau und sein deutscher Gegner Krüger Beftoft aufgestellt. Michel geht zu seinem Nachbar Nickels Schmidt in die Schmiede und fragt ihn, ob er nicht wählen wolle. Nickels verneint und fragt ob Michel wähle. Gewiß, aber ich habe noch keinen Stimmzettel. Das macht nichts, sagt Nickels, ich habe noch einen ganzen Haufen im Hause, geht ein [sic] und holt ein ganzes Pack für Michel, welcher sich dafür bedankt und nicht weiter auf den Text derselben achtet. Nun hatte der Schmidt die deutschen Zettel, während der Müller Thomas die dänischen auszuteilen hatte. Michel geht mit seinen Stimmzetteln auf [sic] in die Schule, wo er schon viele Wahlberechtigte vorfindet und bietet jedem aus Gefälligkeit einen Stimmzettel an. Da er von Michel kommt, schöpft keiner Verdacht und wirft seinen Zettel in die Urne. Eine Viertelstunde später kommt Thomas Müller mit den dänischen Wahlzetteln, aber die meisten haben schon gewählt. Bei der Zählung der Stimmen wundert Thomas sich, wo all die deutschen Stimmen herkommen, und fragt einige Wähler, wo sie ihren Stimmzettel her hätten. Von Michel. Da erst geht Michel ein Licht auf. Er als Däne hat dem deutschen Kandidaten zum Siege verholfen.

 

 

NJA Nr.30.16.2

 

Mein erster Ausflug ins gelobte Land.

 

Durch den frühen Tod meiner Eltern kam ich in Erziehung bei nahen Verwandten und gleich nach der Konfirmation Palmarum 1886 sollte ich, wie die meisten meiner Schulkollegen, die die Schule hinter sich hatten, mein Heil in Amerika suchen. Nur zwei von neunzehn meiner Mitkonfirmanden blieben zu Hause. Die Reiseverbindungen waren damals noch nicht so wie heute. Der Schiffer M. Quedens aus Nebel, der neben Segelfahrzeugen auch einen Hamburger Schlepper gechartert hatte, lag am 17. April 1886 fertig auf der Reise nach Hamburg und so konnten einige Bekannte, die schon vorher in Amerika gewesen und mich mitnehmen sollten, die gute Gelegenheit nicht vorübergehen lassen. Unser Reiseziel war Sandusky, Ohio, und wir sollten mit dem Bremer Dampfer "Main" nach drüben fahren.

Nach kleinen Widerwärtigkeiten kamen wir in Hamburg und einen Tag später in Bremen an. Nachdem wir unsere Fahrkarten, einen Strohsack, eine Decke, Eßgeschirr und was man sonst alles damals zu einer Überseereise benötigte, eingekauft hatten, ging die Reise nach Bremerhaven, wo unser Dampfer, der segel- und dampffertig dalag, los. Damals führten sämtliche Dampfer noch Segel. In Bremerhaven vermehrten sich unsere Widerwärtigkeiten. Als wir dort aus dem Zug stiegen, merkte mein Freund, der mit seiner kürzlich angetrauten Frau reiste, und auch meine sämtlichen Habseligkeiten in Verwahrung hatte, daß uns die Fahrkarten, seine amerikanischen Bürgerpapiere, Bargeld, Uhr, und auch meine wenigen Wertsachen fehlten.

Die Passagiere, die mit uns im Waggon von Bremen abgefahren, wurden aufs peinlichste untersucht, aber es war nichts zu finden. Da standen wir nun und weinten, weinten alle drei zum Erbarmen. Schließlich kam der Zahlmeister mit seiner Passagierliste, auf der unsere Namen eingetragen, und erlaubte uns an Bord zu gehen. Unsere Traurigkeit war aber hiermit nicht zu Ende. Woher sollten wir das Geld nehmen, um von New York nach dem Westen zu kommen. Es war ein Weinen und Traurigkeit die halbe Reise, bis ein mitreisender Farmer aus Iowa, der unser Unglück mitangehört hatte, uns beruhigte, und uns das nötige Geld lieh, um ans Reiseziel zu gelangen. Dort angekommen, sollten wir es ihm wieder zuschicken, was wir auch hoch und heilig versprachen und sofort nach Ankunft am Bestimmungsort ausgeführt haben. - Glücklich waren wir. Fast am Ende unserer Ozeanreise erinnerte sich mein Freund, daß er unsere Habseligkeiten unterm Kopfkissen in einem Hotel in Bremen vergessen hatte. Gleich nach der Landung wurde dorthin telegraphiert. Wir aber fuhren mit einem Zug - einen ähnlichen habe ich nie wieder in Amerika gesehen - nach Sandusky ab. Wahrscheinlich haben wir die billigste Emigrantenbeförderung benutzt. Es war ein gewöhnlicher Viehwagen, mit Brettern als Sitze an den Wänden entlang benagelt, ähnlich wie im Kriege die Soldaten von Ost nach West befördert wurden. Ab und zu wurde unser Waggon an größeren Stationen abgehakt und auf ein Nebengleis gestellt, bis ein vorbeifahrender Güterzug uns wieder mitnahm. An einzelnen Stationen blieben wir einen halben Tag stehen. So kam es denn auch, daß wir für die Reise von New York nach Sandusky, die gewöhnlich 12 Stunden in Anspruch nimmt, fast vier Tage brauchten. Dort angekommen, stand uns wieder eine Hiobsbotschaft bevor. Der Schwager meines Freundes, dem er seine Ersparnisse von 1200 Dollar geliehen, war ausgerückt, und hatte Weib und Kinde in Stich gelassen. Wieder Grund zum Weinen - ich weinte mit.

Ein wohlhabender Freund in Sandusky aber nahm die Sache nicht so kritisch und half uns bald aus allen Schwierigkeiten.

Was sollten wir aber mit dem kleinen Jungen machen? - das war ich -, der Junge muß erst arbeiten lernen. Mein Freund wurde also mit mir über Land geschickt. Dörfer gibts dort nicht, alle halbe oder ganze Stunde eine Farm. So wanderten wir beide denn, abwechselnd meinen Kleidersack, der Namen und Herkunft in großen deutlichen Buchstaben trug, von Farmhaus zu Farmhaus, bis auf einer Wanderung von ca. 10 Meilen endlich ein Farmer einen solchen Jungen gebrauchen konnte. Mit vielen guten Ratschlägen, und daß ich mich treu und ehrlich zu verhalten habe, setzte er meinen Kleidersack neben die Haustür und nahm von mir Abschied. Das war der schwerste Augenblick meines Lebens! In eine unbekannte Welt hineingestellt, Menschen um mich, die ich nicht verstand, und wie es mir schien, von Gott und Menschen verlassen. Ich weinte.

Nach einer Weile kam der Farmer und machte sich mit mir bekannt. Es wurde mir bedeutet, daß ich jetzt nicht mehr Johannes, sondern "Schan" (John) heißen, und für den Tag, der bald zu Ende, auf mein Zimmer, das mir angewiesen wurde, bleiben könne.

Am nächsten Morgen in aller Frühe wurde ich geweckt, und der erste Befehl war: 'Schan geh' naus un fitter di Hinkel un di Geiel'. Ich verstand nicht recht, nahm auch an, daß es englisch sei, und fragte nochmals. Aber klar wurde mir die Sache doch nicht. Es mußte ja etwas in der Scheune sein, und so wiederholte ich im Hingehen vor mir: 'Hinkel, Geiel, Hinkel, Geiel'. Da ging mir ein Licht auf. Unser Lehrer Bonken hatte uns etwas gelehrt von einem Geier, das war ein Vogel.

Dem Farmer muß es wohl etwas lange gedauert haben bis ich wiederkam. Als er die Scheune betritt, findet er mich auf dem Heuboden am Suchen. "Was machst denn da huba, Schan?" "Ich such die Geiel!" Nun wurde ich ordentlich ausgelacht und lernte, daß Geiel = Pferde (Gaul) und Hinkel = Hühner seien und glaubte, mein englisches Wissen bereichert zu haben. Erst später erfuhr ich durch einen eingewanderten Irländer, daß es gar kein englisch, sondern deutsch sei, freilich ein deutsch, wie ich es noch nie gehört hatte.

Das Bibelwort: "Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten", bewahrheitete sich auch an mir, und bald ging es aufwärts.

 

 

NJA Nr. 30.17

 

Brief von Marten Knudten an K.J. Clement

 

Mit Bedauern an unserm verdorbenem Geschmack an schönem Geschlecht durch Tatsachen zu beweisen. Durch meine wenige Erfahrungen habe gesehen wie unsere an der Nordsee und Ostsee - das heißt blos bis Rostock - habe bemerkt, daß das frisische in der Reinigkeit der Grundsätze in ihrer Kleidertracht wo ich gewesen immer einen Vorzug geliefert, weil aber jetzt durch die gantze Umgestaltung des gantzen Landes der Welt, eine Änderung durch die Gottheit in allen seinen Geschöpfen mir zeigt, so werde Dir melden, daß ich durch die Reinlichkeit der Friesen überall meine Bemerkungen und die mir wichtigsten hervorheben, die Amrumer, gantz Gröningen und Westfriesland bis Holland das vorzüglichste einen Theil des Oldenburgischen welches Delmenhorst im gantzen bis Osnabrück. Die Amrumer alte schöne Tracht erstlich das Haupt in weißes Leinen nur weil dies die göttliche Couleur, zweitens weil die Ausdünstungen des Hauptes auf einem weißen Tüche besser zu bemerken wie auf einer andern Couleur und die Geistreichheit abbildet. Zweitens die große weiße Schürtze was will dies antzeigen anders als die Grundsäule der Zucht, die in zweien Theilen gemachten Beinkleider welchen Vorzug gewährt dieses nicht alle Vortheile aber das thierische gewinnt die Oberhand. Der untere Theil welches den zartesten Theil des gantzen Cörpers, die Füße, mit dem wärmsten Stoffe, der Schafskleidung bedeckt, und weil der gantze Cörper auf dem irdischen auf diesem Theil steht und jeden Augenblick alles unangenehme ihm zugeführt wird, wie schön war es nicht ausgedacht von der Vernumft um das Übel durch eine kleine Bemühung es vom Cörper zu entfernen, und weil die Gesundheit als das erste des Anspruches werthe Gut für eine vernünftige Seele ist. Nun noch die Haube, das Zeichen vor den Augen von zwey verschiedenen Couleuren, wahrscheinlich von Blut und Erde; weil es roth und schwartz ist. Nun das silberne für der Brust, erstlich ein Abbild auch der weiblichen Sorgfalt, wenn niedrige Stutzer sollten das Geschlecht durch Lieblosigkeit in Umstände setzen, zweitens eine Erinnerung an unsre Großmutter Hagar welches der Gute Gott welcher es uns bis jetzt noch erhalten, und wir an die güldenen Stirnbänder bemerken können, und rein geschaffen, außer Leidenschaft wenn wir die Wahrheit nicht in Zweifel ziehen wollen, wie Abraham seine treue Magd um Hausfriedens willen ausstieß so wird seine Güte an seinen Handlungen welche wir von ihm noch haben, es nicht unterlassen haben, Sie [sic] mit Gold zu unterstützen, und sie im Gegentheil, es in ihrer Tracht vorne an der Stirn die lebenden Menschen zu zeigen, und eine Weise geworden ist.

 

Hierüber

 

Marten Knudten

 

N.S. Wie geistreich ist nicht die friesische Nation unsrer Vorwelt gegen die unsrige zu betrachten, welche der phantastischen sehr nahe kömmt. Die Sprache überliefert uns ihre gründliche Denkart auf diese kleine Insel in allerbesten in allem. Den gründlichen Nahmen welche wir haben.

 

 

 

 

 

 

 

NJA Nr. 30.21

 

Brief von Oluf Bohn, Midlum, an K.J. Clement, Hamburg, v. 24. August 1864.

 

Herrn Dr. Clement, Schäfer-Camps-Allee Nr. 19 in Hamburg

 

Lieber Freund!

P.P.

 

Es wird Ihnen nicht wenig wundern, von unbekannter Hand diesen Brief zu erhalten. Ich habe nicht die Ehre Ihnen zu kennen, jedoch ist mir Ihre Gesinnung und Denkungsart zur Genüge bekannt. Und das habe ich durch Lesen Ihrer Bücher und sonstiger Schreiben, welche zu erhalten und zu lesen mir immer große Freude macht. Aber Ihre Familie auf Amrum kenne ich besser, Schwestern, Schwager, p.p.p.

So war eben Ihr Schwager Peter hier bei uns, er war nämlich in Nieblum gewesen, im Gerichte, eine Streitsache zu bereden, es war aber nicht entschieden, denn nächsten Montag sollte ein Zeugenverhör stattfinden. Die Sache kennen Sie.

Indem er eine große Eile hatte, um wieder nach Hause zu kommen, bat er mich, an Ihnen diesen Brief zu schreiben und in dem seinigen einen Irrthum zu berichtigen. In seinem Briefe hatte er Ihnen berichtet, daß der Amtmann in Tondern war ein gewisser Forchhammer, dem ist nicht so! Unser Amtmann in Tondern heißt Fonteney, ein Sohn des früheren Branddirektors gleichen Namens. Gewiß werden Sie ihn kennen. Forchhammer ist Landvogt für Westerlandföhr, ein junger Mann von 32 Jahren.

Was unsere Umstände betrifft, kann ich Ihnen melden, daß wir Gottlob vom Dänenjoch befreit sind. Hannemann hat seine Rolle ausgespielt, wie herzlich wir Patrioten uns freuen können Sie leicht denken. Ich sage (wir Patrioten), denn leider giebt es hier sehr viele Dänen und dänischgesinnte, denen es nicht in den Kopf will, daß sie jetzt deutsch werden sollen.

Es ist für uns herzerhebend, wenn wir jetzt statt des Danebrogs die deutsche und schles.-holst. Flagge sehen. Als die Kunde zu uns gelangte, es waren 4 deutsche Kriegsschiffe in der Schmaltiefe, da war alles gleich auf die Beine, Kirchtürme, Mühlen und alle sonstigen Höhen waren mit Menschen überfüllt, sogar auf manchen Dächern sah man Leute mit Fernrohren bewaffnet. Anfangs meinten noch die Dänen, es war der Danebrog, aber bald stellte sich das Gegentheil heraus, denn es waren Seefahrer, welche die deutsche Flagge kannten. Groß war dann der Jubel, alles strömte nach Wyk. Jedoch geschah an dem Tage nichts, die Kriegsschiffe legten sich unweit Mittelberg vor Anker. (Die nächsten Ausführungen sind an den Rand geschrieben und mit einem Zeichen als hierhergehörig bezeichnet. Ho.). Daß die 4 Schiffe sich vor Anker legten, geschah aus dem Grunde, unser Admiral - nein nicht so hoch, nur Capt. Hammer fuhr dem Schiffen [sic] mit seinem Dampfer unter Parlimenterflagge (Parlamentärflagge!) und erklärte, es war Waffenstillstand, was die Befehlshaber nicht wußten, gleich schickten sie ein Dampfschiff nach Dagebüll, nähere Kunde einzuholen. Und es ergab sich, er war eine dänische Lüge und des nächsten Morgen kamen sie nach Wyk. Hammer nahm mit seiner Flotille die Flucht nach Norden. Aber als es Ernst wurde, war Hammer bald umzingelt und in Gefangenschaft (Nun wieder im Brief). Am nächsten Morgen, es war ein Montag, wurden wir um 3 Uhr allamiert, die Truppen waren in Wyk. Um 4 Uhr war Wick mit Menschen angefüllt, jedoch passierte in der Sache wenig oder Nichts. Der Wick prangte im vollen Flaggenschmuck, sowie an den Ufern auch manche die Flagge aufzogen.

8 Tage später kamen hier der Zivilkommissar Freih. v. Sedlitz und unser Amtmann Fonteney von Tondern und brachten unsern Landvogt Forchhammer mit. Sie kamen nachmittags 4 Uhr von Dagebüll, der Flecken Wyk war voll von Menschen. An der Treppe anlegend, war von jungen Mägdchen [sic] Spalier gebildet und bestreuten ihren Pfad mit Blumen, Reden wurden nicht gehalten, aber der Jubel wollte kein Ende nehmen, Hurah auf Hurah schallte durch die Lüfte, abends war Wick glänzend illimonirt und wurde den erwähnten Herren ein Fackelzug gebracht. Küster Heinsen in Boldixum fungirte als Redner.

2 österreichische Soldaten sind hier gestorben und auf dem St. Nicolay Kirchhof beerdigt. Der Herr Pastor Frerks hielt die Grabreden. Sie waren beide male herzergreifend, indem er die Befreiung vom Dänenjoch rühmlichst erwähnte. Beide Beerdigungen fanden um 4 Uhr nachmittags statt. Etwas hier nie Erlebtes, rauschende Musik mit Gewehrsalven beendeten die Feier. Hunderte von Menschen waren gegenwärtig.

Noch mehr, Herr Br.(uder?). Vorgestern feierten wir hier das Geburtsfest des Keisers von Österreich. Vormittags Gottesdienst in St. Nicol. und St. Johannes, in der Kirche St. Nicolay war ich und meine Frau, die österreichische Musik spielte anstatt der Orgel. Dann betrat Pastor Frerks die Kanzel und hielt eine herzergreifende Predigt vor einer gedrängten Zuhörerzahl. Dann nach beendigter Predigt erschallten 21 Salutschüsse vermittels aufgefahrener Kanonen und zuletzt wurde das Militäir aufgestellt und nun wurde abwechselnd mit Musik und Gewehrsalven die Feier beendigt.

Es war Mittag. Abends strömte alles wieder nach Wick. Glänzende Elmination [sic] strahlte uns entgegen, Feuerwerk vom Kriegsschiffe Wall fesselte die Aufmerksamkeit aller. Salutschüsse vom Kriegsschiffe Wall beantwortet vom Lande erschütterten gleichsam den Boden, bis spät in die Nacht gings munter her.

Soweit heute, den 20ten und ich war im Begriff meinen Brief zu schließen, Hr. Dr. wurde bekannt gemacht Morgen Sonntag d. 21ten kommt hier nachm. 2 Uhr die beiden Oberbefehlshaber Prinz Friedrich Karl und Gablonz, und nun lasse ich meinen Brief offen, Ihnen Hr. Dr. auch den Verlauf zu berichten.

Gestern denn kam der Oberbefehlshaber Prinz Friedrich Karl von Cuxhaven hier mit dem Dampfschiff Elisabeth. Alles war in Wick versammelt. Er landete mit einer großen Barkasse an der Dampferbrücke, woselbst Pastor Frerks eine Empfangsrede hielt, welche aber wegen Kanonendonner sehr wenige hören konnten. Dann ging es zu Fuß nach Redleffsens Hotel, wo er vielleicht eine Erfrischung einnahm. Dann fuhr er nach den Vogelkoyen.

Abends 9 1/2 Uhr brachten die Wicker ihm zu Ehren einen Fackelzug, auch war Wick glänzend illimonirt. So weit ist es hier jetzt.

Westerlandföhr und Amrum können sich nicht fügen, sind noch der festen Zuversicht, der Däne läßt sich solche Demütigung nicht gefallen, er steht noch wieder auf und erobert Schleswig.

Auch zwischen uns haben wir solche, theils Dänen von Geburt und theils RENEGADEN.

Mit einem herzlichen Gruß schließe ich freundschaftlich

 

Oluf Bohn

 

 

NJA Nr.30.22 (Abschrift der Seiten 79-84).

 

Das Brieftagebuch des Kapitäns Rauert Cöster 1784-1808.

 

Im Besitz der Frau Clara Gerhardine Petersen befand sich im April 1937 ein für die alten Amrumer Verhältnisse höchst aufschlußreiches und wichtiges Buch, das hoffentlich mit derselben Sorgfalt wie bisher auch für die weitere Zukunft aufbewahrt wird.

Es handelt sich um ein Brieftagebuch des 'Capitäns von Copenhagen' Rauert (Riwert) Cöster (Harken), geb. 22. März 1740 in Nebel, gest. am 9. September 1820 in Nebel.

Rauert Cöster war der Sohn von Hark Knudten Küster und Matje, Rauert Fröddens Tochter und führt also als zweiter Sohn nach seinem älteren Bruder 'Knudt' seinen Vornamen 'Rauert' nach seinem mütterlichen Großvater.

Sein Großvater väterlicherseits war der Ratsmann des Westerlandföhrer Landthings Hark Rörden, der 1640 auf Amrum geboren und 1704 in Nebel gestorben, der Ahnherr der heutigen Familie Köster ist. Für ihn wurde der prächtige große Grabstein errichtet, der heute an der Rückwand der Gefallenenehrung auf dem Nebeler Kirchhof steht.

Rauert Cöster heiratete im Jahre 1766 Marret Harken, das dritte Kind und die zweite Tochter von Hark Olufs. Da auch Hark Olufs Mutter eine Tochter von Hark Rörden war, so war das Ehepaar ziemlich nahe miteinander verwandt. Aus der Ehe stammen zwei Söhne. Knudt Rauerts, geb. 1767, als Untersteuermann nach 1788 [?] in Ostindien über Bord geschlagen und Hark Rauerts, geb. 1770, nur 10 Wochen alt geworden. Als im Mai 1808 die Ehefrau Marret ihrem Mann im Tode voranging, war Rauert Cöster tatsächlich ohne unmittelbare Erben.

Bevor wir uns mit dem Buche selbst beschäftigen, wollen wir versuchen, aufzuklären, wie es in den Besitz der Frau Petersen gekommen sein mag. Rauert Cöster war offenbar von 1802 bis 1808 Austerncommissionär. Diese Tätigkeit gibt er 1808 nach dem Tode seiner Frau auf. Da das Buch nun genaue Aufzeichnungen über die Austernfischerei enthält, liegt es sehr nahe, daß er das Buch seinem Nachfolger übergeben hat.

Aller Wahrscheinlichkeit war Volkert Quedens sen. (1769-1853), Schiffer und Strandvogt in Steenodde, einer seiner Nachfolger. Eine Tochter von Volkert Quedens, Keike (1802-1883), heiratete 1823 Gerret Ricklefs. Aus dieser Ehe stammt Kresche Ricklefs (1828-1917), die 1852 Meinert Martinen heiratete und die Großmutter väterlicherseits der Frau Petersen geb. Meinerts, war. Wenn diese Vermutung richtig ist, so hat sich nach der Übergabe des Buches an den Nachfolger Volkert Quedens das Buch jetzt bereits vier Generationen vererbt, davon dreimal auf der Frauenseite.

Das Buch, 31 cm lang und 20 cm breit, ist in Schweinsleder gebunden. Das Papier aus dem zeitentsprechendem guten Material ist weiß. Das Buch enthält 78 doppelt beschriebene Seiten, die so geteilt sind, daß zunächst 61 Doppelseiten Briefe aus der Zeit vom 13. Oktober 1784 bis 25. Mai 1808 kommen. Dann sind umgekehrt 17 Doppelseiten mit einem Contocorrent ausgefüllt.

Das Buch ist nicht vollständig. Der Einband ist zur Hälfte durchgerissen und nicht mehr vorhanden. Man gewinnt dadurch übrigens einen guten Einblick in die damalige Bindetechnik. Dann fehlen sowohl bei den Briefen als auch bei dem Contocorrent einzelne Seiten, endlich sind vermutlich unbeschriebene Seiten zwischen dem Contocorrent und den Briefen herausgeschnitten worden.

Der Inhalt ist außerordentlich interessant und wichtig, zeigt er uns doch in aufschlußreichster Weise den ganzen Geschäftsbetrieb eines damaligen 'Capitäns von Kopenhagen'. Wenn man die schlechten damaligen Schulverhältnisse kennt, - in Norddorf war damals ein Schneider Lehrer, damit soll nichts gegen den Mann und seine Fähigkeiten gesagt werden, aber niemand kann zwei Herren dienen - muß man immer wieder staunen über die saubere gewandte Feder des alten Rauert Cöster, noch mehr aber über die Bildung, die er sich selbst angeeignet haben muß. Denn die Briefe sind nicht etwa nur deutsch geschrieben, nein der größte Teil ist dänisch geschrieben. Das mag noch angehen, da ja Amrum damals zu Dänemark gehörte, daneben befinden sich aber etliche in holländischer Sprache geschriebene.

Abgesehen davon, daß ich dänisch und holländisch nicht genügend beherrsche, um die Briefe einwandfrei übersetzen zu können, ist es natürlich auch aus Zeitmangel nicht möglich alle Briefe zu übersetzen. Ich möchte jedoch versuchen, einen kleinen Überblick zu geben. Vielleicht ist es dann immer noch einmal möglich später eine genaue Übersetzung anzuschließen, die, wenn es sich auch um Geschäftsbriefe handelt, doch deshalb wichtig ist, weil ja bekanntlich nichts so geeignet ist wie Brief, uns Aufklärung über vergangene Zeiten zu geben.

Ich werde also unter Übergehung etlicher Briefe zunächst das herausheben, was mir besonders in die Augen fällt.

Der erste aus dem im Atlas nicht auffindbaren Ort Briggen, bei Kammher [?] Castenskiold am 13. Oktober 1784 geschriebene ist an den Reeder des Capitäns nach Kopenhagen gerichtet: Höyedle og Welboorne Her Justitzraad Behagen - Gunstige Her Patron!

 

Er enthält einen Fahrtbericht. Die Fahrt scheint nicht ohne Zwischenfälle verlaufen zu sein. Es ist die Rede von Sturm und Beschädigungen an Backbord. Der nächste Brief ist vom 13. Dezember aus Mandal in Norwegen, an der Südküste in der Nähe von Kristiansand gelegen. Hier scheint Winterquatier gewesen zu sein, denn die folgenden Briefe bis zum 9. Mai 1785 stammen alle aus Mandal. Der Kapitän scheint sich monatelang um eine ordentliche Ladung bemüht zu haben. Es ist die Rede von öffentlichen Auktionen von Salpeter und von Reisen nach Bergen und nach Livorno in Italien. Die Briefe sind gerichtet außer an den Reeder nach Kopenhagen, an Kapitäne und verschiedene Makler, meist in Stavanger. Daneben setzt dann aber auch im Januar/Februar 1785 ein Briefwechsel mit Firmen auf St. Thomas in Dänisch Westindien ein. Anscheinend ist dann endlich im März 1785 eine Ladung Salpeter in Bergen eingekauft, die dann dem Laderaum entsprechend ausgerechnet wird. Aber es dauert noch lange, ehe uns ein Brief vom 28. Mai anzeigt, daß die Fahrt nach Bergen gemacht ist. Auch diese Fahrt ist stürmisch gewesen. Aus Bergen wird nun auch der erste deutsch geschriebene Brief an Jacob Willems, dem Schwager von Rauert Cöster, nach Amsterdam geschrieben.

"Ich bin nun anhero fährtig und gehe nach Westindien zu, ob ich ankommenden Winter zu Hause komme, will die Zeit lernen den[n] es ist schon spät im Jahr. [...] Hiermit befehle dir in den Schutz des allerhöchsten und verharre in aller Hochachtung geehrter Schwager dero [...]."

 

Am 4. Juli ist das Schiff seeklar "Seylklar", was der Kapitän froh seinem Patron mitteilt.

Der erste Brief aus St. Croix stammt vom 3. November 1785 und berichtet dem Reeder von der glücklichen Überfahrt. Der Kapitän zählt die in St. Croix befindlichen dänischen Schiffe mit ihren Kapitänen auf und vergißt nicht zu bemerken, welche Beschädigungen die einzelnen Schiffe unterwegs erlitten haben, nachdem ihn selbst diesmal der Sturm offenbar verschont hat.

Am 24. Januar 1786 bestätigt der Kapitän den Empfang eines Briefes seines Reeders, der ihn über Amsterdam erreicht hat. Während zuerst von Salpeter die Rede war, wird jetzt dauernd von "Sucker" geschrieben. Aber es kommt keine einheitliche Ladung zusammen. Unter anderem wird auch Fracht für die Firma Johann Caspar Halbach Söhne Remscheid an Bord genommen. Weiter ist die Rede von Carmoissien und Porto Rico Thoback. Die Beladung geht nur sehr stockend vor sich. Der Kapitän berichtet seinem Reeder getreulich wieviel Faden Ladung er hat, aber es vergeht Monat auf Monat, ehe das Schiff beladen und seeklar ist. Endlich am 1. Juli zeigt ein Brief aus St. Thomas an, daß das Schiff jedenfalls nach 7 Monaten St. Croix verlassen hat. auch hier werden wieder Waren für die Firma Halbach Söhne geladen. Dieses Mal sind es 902 Rollen Porto Rico Thoback im Gewicht von 4626 Pfund. Das ist der letzte Brief von drüben. Der nächste ist wieder aus Mandahl [sic] vom 21. August 1786. Der Kapitän beklagt sich über den Gegenwind, aber im Verhältnis zu dem jeweiligen langen Aufenthalten in den Häfen scheint mir doch die Überfahrt noch verhältnismäßig kurz zu sein. Jetzt kommt leider eine Lücke von August 1786 bis Februar 1788. Leider wird davon auch der erste Brief an den Sohn betroffen, von dem wir nur den Schluß lesen können:

"Wie auch mein letzte Erinnerungen an Dir vom 18. Oktober nicht vergessen willst, zu kann es Dir nimmer übel gehen, und zu wird auch mit der Zeit etwas von dir werden, und wir können dich mit Freuden und Honeur weiter Ricommandieren. Herr Schrader wird dir mit das nothwendige verzorgen. Für das übrige wünsche dir von Hertzen eine glückliche Reyse, habe zu grüßen von deine Mutter und gantze Familie. Indessen verbleibe dein Vater R. Cöster

 

Es folgt ein weiterer Brief an den Sohn von Amrum den 5. Februar 1788 nach Kopenhagen. Den Wortlaut gebe ich im Hark Olufsbuch [?] wieder. Er zeigt wieder väterliche Fürsorge für den 21jährigen. Er ist nach Kopenhagen gerichtet, kurz vor der Abfahrt des Schiffes des Sohnes. Da wir nicht wissen, wann der Sohn verunglückt ist und sich keine weiteren Briefe in dem Tagebuch befinden, ist dieses vielleicht der letzte Brief des Vaters, der den so früh verstorbenen einzigen Sohn erreicht hat.

Die große Reise nach Dänisch Westindien scheint die letzte Reise des damals 48jährigen Kapitäns gewesen zu sein, denn die nun folgenden Briefe stammen mit wenigen Ausnahmen alle aus Amrum, bis Rauert Cöster im Jahre 1802 Austerncommissionär wurde und diese Tätigkeit im Jahre 1808 im Alter von 68 Jahren aufgab. Der alte erfahrene Kapitän bleibt natürlich mit der "christlichen Seefahrt" in Verbindung und sei es nur seinen Schwager Jacob Willems wegen Ladung und Reise zu beraten. Im Juli 1788 erfahren wir durch einen Brief aus Copenhagen einiges über andere Amrumer. Der Brief ist an den in Amsterdam befindlichen Schwager Willems gerichtet:

" [...]. Die Herren Italieners haben verwichenen Dienstag an ihre Freunde geschrieben, das sie sollten Absolut ihr Thoback bey dir senden, den[n] sie erwarten starck darnach. Dein Bruder Uhrban ist gestern anhero gekommen von Altona. Knud Riwerts ist aufge [.?.], aber hat noch keine Fracht wieder. Andres Nickelsen geht von hier nach Riga, habe von allen zu grüßen. Kommst du bald anhero zu wirst du mir finden den[n] am 14ten gehe ich wieder nach Hause, den[n] hier ist vor mir nichts zu thun [...]."

 

Im September 1788 wird die Befürchtung ausgedrückt, daß "kriegerische Zeiten" kommen könnten. Darauf wird wieder dem Schwager Jacob Willems nach Rücksprache mit dessen Vater geraten, er möchte ruhig nach Amsterdam fahren,

"er möchte sich aber vor seiner Abfahrt Rath holen, ob der Krieg neher bestimmt ist oder nicht [...]. Sollte aber der Krieg diclariret sein zu dancke deine Leute ab und bringe des Fahrzeug ein in die Werft [...]."

 

Am 23. September 1788 wird der erste holländische Brief an eine Firma in Amsterdam geschrieben: Zeerwaarde Heer! (Empfehlungsschreiben für den Schwager Willems. Bitte ihm zu raten wie er sich wegen der Kriegsgefahr verhalten solle...) hier meede verblive met Estim Zeerwaarde Heer...R. Cöster....Dasselbe in deutscher Übersetzung im nächsten Brief an Herrn Chr. Fr. Blunck Husum, am 8. Oktober [...] Indessen habe die Ehre mit vieler Estime zu verharren Hochgeehrter Herr [...].

Am 13. Oktober wird eine kleine Schuld an Blunck, Husum, beglichen.

"[...] Bey Georg H. Quedens hatte ich den 6. diese 20 Rthlr. gesandt, aber er ist dieselbige Nacht unter der Hooge zu Grunde gegangen, zu das Geld mit ihm verloren gegangen ist."

 

Am 11. Dezember wird an einen anderen Schwager, K. Teuniss in Amsterdam, geschrieben

"[...] daß deine Frau krank wäre, es ist wohl etwas besser mit sie, aber die Krankheit hat sich in die Glieder gesetzt und auf die rechte Schulter hat sich ein Geschwür gesetzt, worin sie viel Peyn hat. Gestern wollte der Meyster wieder bey sie gehabt haben, allein konnte nicht anhero kommen für Eys, bekam aber einige Medicamenten. Ich habe ein Dienst Dirne eingesetzt bey sie, ohne dem ist noch einer alle Nachten bey sie. Ich will mein Bestes bey sie thun, aber doch wolte wünschen, das er selber kommen konnte zu bald es möglich wäre, den[n] das wäre ihr vielmehr Trost [...]."

 

Die Schiffahrt bringt Geld ein! Am 11. Dezember 1788 wird ein Brief an den Bürgermeister Brodersen in Husum geschrieben:

"Einer meiner Freunde (wenn er das nicht nur selbst war!) wollte gern 500 M. grob Courant bei die Stadt Husumer Comune setzen" [...].

 

Man liebt eine deutliche Sprache wenn es nötig tut. 3. Januar 1789 an den Schwager Jacob Willems, der in Dykerdam im Eise sitzen geblieben ist und dort überwintern muß.

"Ich höre das Braer Rauertz in Amsterdam ist, aber du sollst ihn nicht an Bord bey dir nehmen, den[n] solche Schwein Egels wenn sie erst geholfen sind, lachen sie einen noch aus dazu. Herrn Boske ist er noch schuldig für 1/2 Anker Genever, den der Schwager für ihn bezahlen soll."

 

Im Februar 1789 läßt man den Schwager wissen, daß die Kriegsgerüchte unzutreffend sind und

"das ich garnicht im Sinne habe zu chancieren mit das Fahrzeug, sondern mein Antheil dänischer Flagge bleiben, bis wir neher unterrichtet sind."

 

An einem Schreiben vom 21. Februar an den schon häufiger genannten Blunck, Husum, geht hervor, daß damals anscheinend die Bäcker auf Amrum nicht auf der Höhe waren, denn es heißt:

"Bitte Weyssbrod und Kringel wie gewöhnlich zu senden."

 

Am 12. März 1789 wieder nach Amsterdam an die Herren van der Valk. R. Cöster will seinen Anteil behalten. Es handelt sich um eine Smack. Im April ist die Rede von Congo Thee. Dann folgt eine Pause bis zum September 1789. An Herrn B. Ketelsen in Altona:

"Dieselben werden es nicht übel nehmen, das ich incommodiere, da ich einige Caffebohnen nöthig habe und kein Bekanntschaft habe mit denjenigen, die mit solchen Prodokten handeln [...]."

 

Es werden 100 M lüb. beigefügt mit der Bitte, Mittel Sorte zu senden.

"Die beste Sorte ist hier nicht guth abzusetzen, da die Käufers der Preys zu hoch fällt."

 

Der Schwager Klaas Teuniss muß 12/2 Ancker Brandtwein bezahlen und soll 1/2 Scheffel graue Erbsen sowie Stolper Käse mitbringen. Selbst der vorsichtige Kapitän und Kaufmann, wie man ihn wohl beinahe bezeichnen muß, fällt mit einer Bürgschaft, die er in St. Petersburg geleistet hat, herein. 1790 im Januar erhält H. Quedens einen Beutel mit 60 M Grob Courant mit, dafür sollen Diehlen in Altona gekauft werden, aber beste Sorte ohne Knasten!

Juni 1790 Jan Peters, Nieblum:

"Da er bey mir fragen lässet, wessen Ohrsache ich die 3 Baltring Grasing auf Norddorfer Feldmark auf mein Nahme nicht wieder Festen will. Zu dienet kurtzl. zur Antwort, das ich im Dorfe Nebel wohne."

 

R.C. beschwert sich wegen der Abgaben, die er für dieses Land zu leisten hat

"aber Land zu Festen auf mein Nahme und andere die Revenuen davon ziehen zu lassen, sehe nicht ein, das vorteilhaft vor mir ist."

 

Am 22. Februar 1791 wird in Amsterdam bei dem alten Geschäftsfreund wieder einmal ein halber Ancker Genever bestellt, wobei der Freund gebeten wird, auf gute Ware zu achten "fersook goede Waare to stuuren". Man vergißt nicht die Empfehlung an die Meyfrouw Bosken.

Auch Hark Nickelsen, der Schwager von Hark Olufs, hat Geld anzulegen gehabt! Im Februar 1791 wird an den Inspektor Chr. P. Dahler nach Dagebüll geschrieben:

"Da das von Seel Harke Nickelsen bey der Kleyseer Koog stehende Kapital anhero gekommen [H. N. war bereits 1770 gestorben], einige von die Erben aber nicht nöthig haben, zu ersuche dieselben, ob es möglich wäre diese Frühjahr 3-4000 M in deferente Obligation bei der Dagebüller Koog [...] zu setzen [...]."

 

Die Norddorfer Grasing kommt nicht zur Ruhe!

"An Knudt Girris und sämtliche 8 Männer samt die Bauernschaft in Norddorf, 16. Juni 1791. [...] den[n] sie müssen selber nach Natur Gesetze zustehen, das es unbilligt ist, das ich die Königl. Feste bezahlen soll und ihre Bauernschaft die Revenuen von mein väterliches Erbtheil ziehen sollen [...] glaube auch schwärlich, das einer von euch es thun würde, wenn sie in der Stelle wäre [...]."

 

Im Jahre 1794 hat R. Cöster Mühe

"als Curator für Seel. Claas Riewerts Wittwe, die von Ihrem Bruder Christian Nannings keinen Schuldschein und keine Abrechnung für ein ihm gegebenes Darlehen von 1000 M erhalten kann, den[n] sie hat das Geld nur zu treuen Glauben und einfältigen Herzen hingegeben."

 

Dem Kapitän Decker wird nach Sylt mitgeteilt:

"das noch wenig von das Specificierte geborgen ist ohne ein klein Fustagie [...].

 

Dieses ist der letzte Brief vom 25 März 1794, vor dem Beginn der Tätigkeit als Austernkommissionär. Offenbar hat Rauert Cöster sich dann im Jahre 1802 diesen Band, da er noch Platz hatte, wieder vorgenommen und nun beginnen, durchgeführt bis zum Jahre 1808, die zahlreichen Briefe über die Austernfischerei, die stets im Zusammenhang zu lesen sind mit dem Contocorrent, das wir aber erst zum Schluß betrachten wollen.

 

 

 

 

 

 

NJA Nr.16

 

 

Tagesangelegenheiten. Im Jahre 1831, 1832, 1833, 1834, 1835, 1836, 1837, 1838, 1839

 

von der Insel Amrum

 

von

 

Jürgen Jannen

 

und

 

Chr. Johannsen

 

 

NB. Von 1831 bis Mitte 1837 ist nach einem Buche des Schullehrers J. Jannen abgeschrieben worden.

 

 

 

Das Original, aufgezeichnet von Chr. Johannsen, und im Besitze Pastor Cornelius Ketels in Altona wurde mir von ihm freundlichst zur Abschrift überlassen.

 

Nebel den 5. August 1933

 

Johannes E. Jannen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagesangelegenheiten

 

1831

 

Januar

 

Den 1sten kam hier eine Amerikanische Brigge, beladen mit Kaffee, Zucker und Tabak, bestimmt nach Hamburg, kam von Havanna, ohne Lotse hier ein auf Schmaltiefe.

Den 3ten [sic] fing man an das Schiff etwas zu lichten, damit es näher an Land kommen könnte.

Den 2ten [sic] hat sich ein neues Unglück zugetragen. Einer unserer Landsleute, von Geburt ein Föhringer, genannt Peter Olof Nahmens war auf Föhr und wollte hier aus, verfehlte des neblichten Wetters wegen den rechten Weg, oder war zu spät im Gange, und ertrank. Man fand seinen Leichnam am andern Tage in der Nähe von der Föhringer Tiefe, und dieser wurde, weil die Amrumer zu spät seiner gewahr wurden nach Föhr geholt, und in dem Sarge

Den 4ten hier ausgebracht. Auch kam heute Tücke Peters von Hamburg über Land nach Hause.

Den 14ten segelten G. Ricklefs, Claus Meyer und Andres Johannissen mit Quedens Cotter nach Cuxhaven um Anker und Taue, für die hier angekommene Amerikanische Brigg zu holen.

Den 18ten wurde der Arbeitslohn, das Fahrgeld und das Einfahren der Waaren ausbezahlt. Jeder Arbeiter vom Packhause erhielt a Tag 1$, jeder Wagen a Fuder 10$. Jeder Mann an Bord Tag und Nacht 3$$, a Tag 1$$ 4$. Jeder Ewer für das Holen einer Ladung von der Schmaltiefe 60§ von Wittdün 30$, jedes kleine Fahrzeug von der Schmaltiefe 8$, von Wittdün 4$.

Den 20sten fing es verschärft zu frieren an.

Den 30sten ging man über Eis nach Föhr, und um Aal, aber ohne sonderlichen Erfolg.

 

Februar

 

Den 9ten kamen Gerret Ricklefs und seine Gefährten mit dem Cotter wieder zurück. Es lag hier noch allenthalben voll Eis, aber sie kamen gleichwohl glücklich ein, nachdem sie reichlich 3 Wochen von hier weggewesen sind.

Den 7ten fing es sehr stark zu schneien an.

Den 10ten ging man über Eb[b]sand nach Föhr.

Den 13ten ebenfalls.

Den 18ten kamen 3 Blankeneser Ewer, Austern zu holen.

Den 21sten fuhren Brar Jung Bohn, Arien Peters und Jan Mangelsen weg, die beiden ersteren nach Hamburg, letzterer nach Flensburg.

Den 27sten wurde der Gemeinde bekannt gemacht, daß Peter Brodersen [.?.] und Willem Knudten, ersterer als Schulpatron, letzterer als Schulvorsteher von der hohen Schuldirektion ernannt wären, um daß Schulpatron V. Quedens und Schulvorsteher Urban Willems entlassen wären.

Rauert Tückes ist nun Vorfischer an seines verstorbenen Stiefvaters statt, und hat eine Einnahme von 200$ im Jahre, außer dem gewöhnlichen Fischergelde.

 

März

 

Den 6ten wurden die Kinder confirmiert 12 an der Zahl und des Nachmittags hielt der Junglehrer Stuck eine Rede an sie in der Kirche.

Den 12ten Auktion auf Martin Knudten Nachlaß. Das Haus kaufte Jan Peters für 930$$.

Den 19ten fuhr das hier am Neujahrstage eingekommene Briff-Schiff nach Hamburg. Georg H. Quedens Sohn fuhr als Lotse mit, wie auch Jürg. Peters, Las Gerrets und Boy Girres als Matrosen.

Den 26sten ließ Johann Sass Auktion auf sein Haus und verschiedene Mobilien halten. Das Haus kaufte B.D. Urbans für 510$$.

Den 28ten wurde Sieke Knudten aufs neue verdungen für 22$ a Woche. Ingke Peters behielt sie. Auch wurde heute der Anfang gemacht, Johann Sassens Haus niederzubrechen.

 

April

 

Den 4ten predigte Knudt Jung Bohn hier, der 4 Jahre in Altona auf dem Gymnasium und seit Michaelis in Kiel studiert hat; sein Thema war: Wie kann ein Land glücklich werden? Daraus leitete er hervor:

1stens Wenn Recht und Gerechtigkeit in demselben gehandhabt werden.

2tens Wenn die Grenzen desselben durch Fleiß und Tätigkeit gesichert werden.

3tens Wenn Gemeinsinn unter Oberen und Unteren statt findet.

4tens Wenn wahrer Glaube die Herzen aller beseelt. Die Worte der Bibel, die hierzu Veranlaßung gaben, stehen Philip. 2,2.3.4.5.

Den 6ten wurde Anna Jan Gerrets Haus und einige ihrer Mobilien verkauft. Das Haus kaufte C.R. Mechlenburg für 540$$.

Den 9ten ließ B.D. Urbans Steine, Holz und Dach von dem abgebrochenen Hause des Johann Sass verkaufen und zwar öffentlich an den Meistbietenden.

Den 15ten Schulprüfung in Nebel.

 

May

 

Den 25sten der Schellfischfang geht sehr gut von statten. 400, 500, 700, ja sogar 900 auf's Mal hat man.

 

Juni

 

Den 23sten wurde hier eine Quarentaine-Verordnung bekannt gemacht wegen der in Rußland sich verbreitenden Colera [sic], einer ansteckenden u. gefährlichen Krankheit. 2 Fahrzeuge, eines West, eines Süden von Amrum müssen beständig hin und her kreuzen, um fremden Schiffen den Eingang zu verwehren.

Den 30sten war der Probst Winding hier um die Schulen zu visitiren.

 

Juli

 

Den 7ten war der Amtmann Krogh aus Tondern hier den Strand zu besehen.

Es ist jetzt außerordentlich fruchtbar und schön. Im Garten und auf dem Felde, auf Wiesen und Äckern ruft uns alles zu: "Mensch, danke deinem Schöpfer!"

Den 23sten fingen einige an zu Kornschneiden.

Den 30sten ist der Herr Bischof Kofod [gemeint ist Koefoed] gestorben.

 

August

 

Den 8ten wurde das westen Amrums kreuzende Quarentaine-Fahrzeug eingezogen.

Auch sind hier bei Satteldüne 2 Quarentaine-Häuser u. ein Kochhaus erbaut. 2 Personen halten Tag und Nacht die Wache, jeder a Tag 1$$.

 

September

 

Auch werden anjetzo, der Quarentaine wegen 2 Wachthäuser, 1 in Flegum ein auf Wittdün errichtet. Jedes Haus hat 2 Personen wie in den Häusern bei Satteldüne.

Den 29ten Auktion auf Martin Peters Hause.

 

Oktober

 

Anjetzo ist ein Wachthaus auf Odde errichtet u. mit 2 bestimmten Wachten, wie die andern Wachthäuser u. unter denselben Bedingungen besetzt. Auch sind überdies noch 4 Wachten beim Strande, 2 Personen von Flegum bis Satteldüne, 2 von da bis Wittdün, die für jede Nacht 1$$ erhalten.

 

November

 

Den 11ten kam hier eine Schaluppe mit 6 Engländern an, die des Morgens um 4 Uhr ihr Schiff verlassen hatten, weil es sehr leck war. Ein dänischer Ewer, der von Holland kam, setzte 2 seiner Leute und einen Pa[s]sagier dabei an Bord, 2 Amrumer kamen ebenfalls zu ihnen als Lotse, u. sie machten den Versuch, das Schiff nach dem Lande zu bringen, nachher kamen mehrere hinzu, allein sie mußten das Schiff, weil es sehr leck war, verlassen u. es sank unter. Es kam von London und war bestimmt nach Amsterdam mit Kaffee, Wolle und Baumwolle, Eisen und Kupfer beladen.

Anjetzo hat man das versunkene Wrack gefunden und ist beschäftigt, das Eisen mit Wagen aus dem Wasser zu holen.

Den 12ten kamen hier 37 Talgfässer, theils auf Knip, theils auf dem Strand, welche von den Strandvögten geborgen wurden.

Den 21ten wurde Marret Matthießen, weil sie wahnsinnig ist, verdungen aufzupaßen, an Kerrin Martinen für 13$ a Woche.

Den 25ten Schulprüfung in Nebel.

 

Dezember

 

Den 6ten ging die Taxation des Armen- und Schulgeldes vor sich.

Den 14ten wurden die Anstalten mit Wachen g p [?] die Quarantaine wegen, aufgehoben.

 

NB Es sind im Januar Gerret Tückes, Tücke Boy Urbans und Arian Tückes in Westindien verunglückt, indem das Schiff umgeworfen sein soll.

 

 

1832

 

 

kam eine Veränderung im Schulgelde. Es wurde dem Küster und Schullehrer etwas abgezogen, für seine nebenbei gehaltenen [?] Küstergebühren, und das Heu und das Korn und die Feuerung, wie auch Stroh soll nach diesem in Natura geliefert werden.

Im Dez. ertrank Claus Schultz in der Nähe von Wittdün, S.G. Simons war mit ihm. Er war ein guter Schwimmer man es half nichts.

In diesem Jahre wurde ebenfalls von dem Gesundheits-Collegium in Kiel das Leichenbesichtigen eingeführt. Dafür muß man bezahlen 12$. H. Feddersen, H. Quedens und Erk Bohn ist das Amt aufgetragen.

 

 

1833

 

 

Wir hatten beinahe garkeinen Winter. Es war eine sehr schwächliche Zeit. Die Grippe herrschte unter Alte und Junge und artete bei einigen in Scharlach-Fiber [?] aus, woran 3 starben, ein Mädchen von 22, ein Knabe von 7, und ein Kind von 2 Jahren. Mehrere unerwartete Todesfälle fielen ein, Olaf Lorenzen fand man tot am Strande. Pastor Mechlenburg senior's Frau starb nach einer 3tägigen Krankheit und B.D. Urbans war [?] nur 4 Tage krank.

Küster Feddersen suchte seinen Abschied und erhielt ihn auch, und der bisherige Jugendlehrer Claus Stuck, der 4 Jahre hier gewesen ist und besonders beliebt ist, bekam den Dienst, wurde von dem Herrn Bischoff Vogtmann bestellt und am Palmarum Sonntage von Pastor L.F. Mechlenburg eingesetzt. Der abgehende Küster hielt seine Abschiedsrede in der Kirche und der angehende seine Antrittrede in der Schule.

 

May

 

Den 1sten wurde H. Feddersen Controloer an Willem Knudtens Stelle.

 

Juni

 

Den 13ten kam hier ein Schiffsboot mit 6 Mann an. Sie hatten 3 Meilen westen Sylt des Morgens 8 Uhr ihr Schiff sinkend verlassen müssen. Sie kamen von Hamburg, bestimmt nach Nantes, mit Zucker beladen.

Am selbigen Tage kam ein holländischer Schifferewer ohne Leute hier antreiben, hatte noch die Netze zum Fischfangen am Hinterteil befestigt. Weil aber keine Kleider oder sonstige Sachen von irgendeinem Wert darinnen waren, so vermutet man, daß die Leute von einem anderen Schiffe geborgen sind. Auch wurde ein Gallias-Ewer, mit Weizen beladen von meinen Landsleuten eingelootst. Es wird gelöscht bei Steenodde, 4 Fuß Wasser waren im Schiffe, es kam von Bremen und war bestimmt nach Madeira.

Auch strandete ein Schiff auf Jung Nahmen, welches mit Theer und Pottasche beladen war. Der Theer wird geborgen, welches aber mit großer Beschwerde verbunden ist. Kam von Christianstadt in Finnland, war bestimmt nach Bremen.

Hans Tychsen ist Kirchenjurat an Jan Peters Stelle geworden.

Den 22sten Auktion auf Steenodde auf Weizen und Theer. Der Weizen kostete, die bessere Sorte 5, 6, 9, 10, 11$$, die schlechtere Sorte aber nur 2$$ a Tonne. Auch wurde acordiert wegen des Einlotsens des Weizenschiffes, und sie erhielten 125$.

Ein Föhringer kaufte Knudt Tükis [sic] sein in Süddorf belegenes Haus für 580$$ und brach es ab.

 

July

 

Den 3ten Auction in Norddorf, Nebel und Steenodde auf beim Strande geborgene Sachen.

Den 11ten war Probst Koch aus Döstrup hier. Wie man hört, ist unser Bischoff Vogtmann jetzt Bischoff in Aalburg.

 

August

 

Den 27sten wurde für diesen Herbst der erste Versuch gemacht, Austern zu fischen.

 

September

 

Den 2ten man tat Haussuchung um Theer, und fand 2 Tonnen bei Peter Martinen.

Den 8ten wurde Pastor C.R. Mechlenburg, der am 3ten d. M. 8 Stunden vor seinem Geburtstage in seinem 85. Lebensjahre entschlief, beerdigt. Vor der Thür wurde 664 über ihn gesungen. Controloer Feddersen hielt vor der Thür eine Leichenrede. Nach dem Kirchhof ging der Zug in folgender Ordnung:

Voran gingen 8 Sänger, darnach folgten der Prediger von Westerland-Föhr, der Küster Stuck und J. Jannen, Schullehrer in Norddorf, darnach die beiden Kirchenjuraten, wovon jeder 1 Wachslicht trug. Darnach 2 Gangfersleute, die ebenfalls jeder 1 Wachslicht auf einem Leuchter trugen; darauf die übrigen Gangfersmänner. Ihnen folgte die Schulcomission, darauf die Leiche in einem schwarzglänzenden Sarge, von 4 Trägern getragen, nach der Leiche die Familie, welche aus 2 Söhnen, 1 Tochter und 2 Enkelinnen bestehend. Ihnen folgte der Herr Oberkriegskommissar Nielsen, der 2te Prediger aus der St. Johannis Gemeine von Föhr, Doctor Boe, der ihm einmal sein Gewächs operiert hat und darauf die Einwohner unserer Insel in zahlloser Menge.

Die Leiche wurde nach der Kirche getragen, und weil sie nicht in derselben gedreht werden konnte, innerhalb der Süderthür gesetzt, und 2 Wachslichter wurden auf den Sarg gestellt und wurden angezündet. Nach dem Gottesdienst wurde sie beerdigt.

Die Rede des Herrn Feddersen fand keinen Beifall.

Den 20sten erfuhr man hier, daß Simon Bohn nach einer 4tägigen Krankheit in St. Thomas gestorben sei.

 

November

 

den 1ten und 3ten hatten wir einen schweren Sturm. Den 1sten war das Wasser so hoch, daß es seit 1825 nicht so hoch gewesen ist. Jacob Jacobs Boot trieb weg, und mehrere Schafe ertranken.

den 3ten kam ein Gallias-Ewer hier ein und ankerte unter den Brandungen der Thee-Knobben. Am folgenden Morgen saß er ein bei Od, auf dem sogenannten Steinthal. Er war mit Rappsaat beladen, hatte 4 Mann stark gefahren, wovon 2 über Bord gespült waren, kam von Bong-Syl, bestimmt nach England, war ein neues Schiff, erst 3 Jahre alt.

den 4ten fing man zu löschen an, aber kaum war die Hälfte gelöscht, so kam schon wieder ein schwerer Sturm, der am löschen hinderte und das Schiff so beschädigte, daß das mehrste der noch übrigen Ladung weggespült wurde. - Der Schiffer war von Süderhaef [?].

Zwischen dem 14 u. 15 verlor Nahmen Bohn sein Schiff auf einer Spitze von Seesand. Er kam von Südwesthörn mit Weizen beladen und war bestimmt nach Amsterdam. Tücke Jensen rettete ihnen das Leben. Es trug sich zu mit S.O. Winde.

Wir bekamen auch in diesem Monat die Nachricht, daß Tücke Erken in London an der Cholera gestorben sey. Er war Steuermann mit Martin Schau. Um eben dieselbe Zeit wurde dieser, der schon 3 Jahre von Tisch und Bett von seiner Ehefrau geschieden war, wirklich geschieden.

In einem heftigen Sturm anfangs Sept. soll V. Ricklefs, der als Steuermann fuhr, auf einer Reise von Hamburg nach England mit seinen Gefährten geblieben sein.

den 19ten Auction auf nassen Rapssaat.

Am 21ten Auction auf C.R. Mechlenburgs Nachlaß. Das Haus kaufte Küster Stuck für 611$$.

den 22sten wurde die hier den 3ten Novbr. gestrandete Gallias öffentlich verkauft an Nissen in Boldixum auf Föhr für 810$$.

den 23sten wieder stürmisches Wetter. Auch war heute Auction auf nassen Weizen von N. Bohns Schiff. Die Tonne kostete 2$$ 12$ u. 3$$.

den 27sten wurde Peter Martinen verhaftet, weil er gewaltsamer Weise seines Schwiegersohnes Fenster eingeschlagen und noch sonst Unglück anzurichten drohte.

 

Dezember

 

den 1sten kam er wieder.

den 6ten Schulprüfung in Nebel.

den 8ten wurde bekannt gemacht, daß Feddersen Armenvorsteher u. Kirchenjurat an des verstorbenen Erk Bohns Stelle seyn solle.

den 10ten Auction auf trockenen gestrandeten Rappsaat, er kostete 14 bis 16$$ a Tonne.

den 31ten, das Wachtgeld für Wachten bei dem Schiffe auf Od ausbezahlt. 4 Wächter erhielten in 18 Tagen jeder 9$.

 

Unser König heißt Friedrich VI, unser Obergericht [?] ist in Nyborg. Unser Amtmann heißt Sponack. Der Bischoff heißt Möller. Der Probst Koch. Der Birkvogt heißt Oberkriegscomissair Nielsen, der Prediger heißt L.F. Mechlenburg. Der Küster und Hauptlehrer Claus Stuck, der Nebenschullehrer Jürgen Jannen. Die Schulcomission besteht aus folgenden Männern: Pastor Mechlenburg, Schulpatron ist P. Brodersen, Schulvorsteher sind: Hark Köster und Willem Knudten. Armenvorsteher und Kirchenjuraten sind: H. Feddersen u. H. Tychsen. Es sind 6 Gangfersleute hier, die die königlichen Abgaben heben und für der Gemeine Wohl sorgen sollen. In Süddorf ist Einer, nämlich G.H. Simons, 3 in Nebel, nämlich Johannes Quedens, Nahmen N. Schmidt und Erk Bohn, welcher aber gestorben ist und dessen Stelle vakant ist. In Norddorf sind 2, nämlich Christian Jensen und H. Quedens.

 

 

1834

 

Januar

 

Das Jahr fing mit Thauwetter an.

den 9ten fing es wieder zu frieren und zu schneien an. Es wird an diesen Tagen Thran und Theer gefunden und gefischt.

den 14ten Auction auf altes Strandholz.

den 22sten Auction auf den geborgenen Theil der Takelage von dem im Novbr. v. J. versunkenen Schiffe des N. Bohn.

den 27sten lootsten Matz Matzen u. G.H. Quedens mit ihren Gehülfen ein holländisches Koffschiff hier ein. Es kam von Emden, war mit Gerste beladen und 3 Wochen in See gewesen.

den 28sten fing man an zu löschen.

den 31sten wurde man mit löschen fertig. Es hatte 880 Tonnen Gerste und 110 Tonnen Butter a Tonne 60 [Pfund] geladen.

 

Februar

 

den 4ten Auction auf 2 Tonnen Thran, cirka 31 Anker. Die eine von 18 Anker wurde verkauft für 187$$. Die andere von 13 Anker für 167$$.

den 6ten Auction auf nasse Gerste. - Auch wurde das Lootsgeld für Einbringen des Schiffes accordiert, sie wurden sich einig um 500$$.

Diesen Abend spät bei neblichten Wetter ritten 4 zu Pferde nach Föhr, verfehlten des rechten [?] Weges und mußten die ganze Nacht und eine Flutzeit in dem Watt aushalten. Das Wasser war hoch, noch höher als der Rücken des Pferdes. Einer von ihnen, Volkert Arfsten aus Süderende ritt mit seinem Pferde von ihnen weg und ertrank. Die anderen beiden [sic] kamen am anderen Morgen glücklich auf Föhr an.

den 18ten u. 19ten fand hier eine Volkszählung statt, die im ganzen dänischen Staat vor sich gehen sollte. Sie wurde durch die Schullehrer besorgt. Es wurde bekannt gegeben, daß G.H. Quedens Insulvorsteher an des verstorbenen H. Köster Stelle sey.

 

März

 

den 3ten, 4ten u. 5ten wurde hier eine Schatzung von 20$ a [.?.] eingefordert, allein die meisten weigern sich, selbige zu bezahlen.

den 11ten wurde das bewegliche Erbtheil der Enkel des B.D. Urbans gerichtlich verkauft.

den 21sten die Kinder werden confirmiert. 16 an der Zahl.

 

April

 

den 1sten machte man Anstalten, das auf Odde sitzende Galliasfahrzeug auf flott Wasser zu bringen. Es sind Zimmerleute von Süderhoft [?], die es in Stand setzen.

den 3ten wurde das den 27. Jan. hier eingebrachte Coffschiff öffentlich verkauft. Volkert Quedens kaufte es für 2415$$.

den 7ten heute kam das bei Odde sitzende Schiff zu Wasser. Frauen und Männer halfen hierbei.

den 18ten und 19ten ist es von nun an jedes Jahr Viehmarkt auf Föhr in Nieblum.

den 19ten kam Matz Matzen mit 600 Schellfischen.

den 22sten wurden die 100 Antheil Butter von dem auf Kniep gestrandeten Coffschiff verkauft. 9 bis 10$$ kostete das Tönnchen v. 52 [Pfund] Butter.

Dieses Frühjahr wurde Hinrich Georg Quedens Stromcontroleur [sic] an Gerret Christians Stelle. Es ist ein festes Gehalt von 500$$ mit dieser Stelle verbunden.

 

May

 

den 5ten wurde Peter Martinen auf 1 1/2 Jahre nach dem Glückstädter Zuchthause, Martin Martinen ebensfalls auf 1 1/2, B. Nahmens u. Carsten Paulsen aber auf 1 Jahr verurteilt. Die Ursache wegen gestohlenen Theer.

Im Anfange April kam Willem Roluf Petersen hier aus zu wohnen in Martin Peters Haus, er denkt sich von der Handlung zu nähren. Das Haus kaufte er von Peter Martens für 450$$.

Auch wurde in diesem Monate B.D. Urbans Marsk geteilt, die Wittwe erhielt die eine, und die Enkel die andere Hälfte.

 

Juni

 

den 21sten wurde das Bootsgeld für das den 27. Jan. eingelootste Koffschiff an M. Matzen u. G.H. Quedens ausbezahlt. Sie erhielten zusammen 150$$. Da aber G.H.Q. außerdem noch 100$$ erhalten hat und es nicht unter ihnen teilen will, so ist die Sache von M.M. nach dem Amtshause gemeldet worden.

Auch ist in diesem Monat Martin Martinen in dem Glückstädter Zuchthause gestorben.

den 23sten wurde der Nachlaß der verstorbenen Ing Boh Volkerts verkauft. Andreas Frödden erhielt das Haus für 525$$.

den 25sten wurde schon die Kornernte von den mehrsten angefangen.

 

August

 

den 4ten kamen P. Martinen, C. Paulsen u. B. Nahmens, weil sie in Gnaden entlassen waren, aus dem Zuchthause nach Hause. Am 19. Juli, also am Krönungstage unsers gnädigen Monarchen hatten sie ihre Freiheit erhalten. Ein Gesuch von Controleur Feddersen im Namen der Frauen hatte dieß bewirkt.

Im Anfang dieses Monats ist Steuermann Georg Hinrich Quedens an der Cholera gestorben und in Tönning begraben worden im 23sten Lebensjahre.

Albert Jacobs baute diesen Sommer ein kleines Haus in Hag.

 

September

 

den 8ten. In diesen Tagen wird in Süddorf eine Tränkekuhle gegraben, deren eigentlicher Zweck es ist, in Brandfällen das Dorf mit Wasser zu versehen.

Ein Schiff mit Thran beladen, welches von Hull kam und nach Bremen sollte und unter den westlichen Sandbänken lag, wurde von G.H. Simons, C. Peters und H. Quedens unter Wittdün auf Sylt vor Anker gebracht, wo es so lange liegen bleibt bis der Wind gut ist, alsdann sollen sie es für 15$ in die See lootsen

den 8en wurden Christian Peters aus Henneborg in Jüttland und Kreschen Jung Bohn getraut.

den 20sten wurde hier ein Schiff eingebracht bei Odde welches sehr leck war; ein Vormann kam von Hamburg, sollte nach Christianssund und war mit allerlei Stückgut beladen.

den 26sten Auction auf beschädigte Waren des Schiffes

 

November

 

den 12ten und 13ten, es fror ziemlich stark. In diesen Tagen war wieder Auction auf beschädigte Manufakturwaren des Schiffes.

den 27sten Schulprüfung in Nebel.

 

Dezember

 

Kirchenrechnung [?] und Stellenverloosung.

den 2ten Taxirung des Armen- und Schulgeldes.

Weil man sich über den Bergelohn des am 20sten Octbr. hier eingebrachten Schiffes nicht einig werden konnte (man bot den Bergern nur 500$), so sind G.H. Quedens und Pet. Rolufs nach dem Obergericht gewesen, es untersuchen zu lassen ob man es für eine Havarie oder für einen Bergfall halten sollte und

den 15ten kam das Urteil zurück. Zum Vorteil der Berger wurde es für einen Bergungsfall erklärt.

den 17ten Auction auf Wrackholz und sonstiges Strandgut.

Letzt im Monat war der Amtmann Krogh aus Tondern auf Föhr und bestimmte in Gegenwart einiger Berger das [sic] Bergelohn auf 600$.

Auch wurde H. Feddersen Bauervogt in Nebel u. Süddorf.

 

 

1835

 

Januar

 

den 16ten wurde der Nachlaß des verstorbenen Arien Lorenzen in Süddorf verkauft. Das Haus kaufte Hinrich Rudolph Bone für 250$$.

den 20ten strandete hier ein Koffschiff mit Hafer beladen, kam von Gothenburg und war bestimmt nach Antwerpen. Ein Mann, nämlich der Steuermann war nur am Leben.

den 29sten wurde hier in Norddorf eine Observationsstange errichtet, um auch in dem Dorfe auf deas Meer hinaussehen zu können, sie steht bei den Glocken.

den 31sten Auction auf nassen Hafer. 245 Tonnen werden verkauft für 8, 11 u. 12$$ a 5 Tonnen.

 

Februar

 

den 4ten. Peter H. Peters von Süddorf und Anna Johanna Simons werden getraut.

den 13ten wurde der Bergelohn für das im November geborgene Schiff, welcher 600$ war, ausgeteilt. 25$$ erhielt jeder ohne Unterschied, und jedes Boot ebensoviel.

 

März

 

den 1sten wurde es bekannt gemacht, daß der bisherige Schulvorsteher Willem Knudten auf sein Ansuchen entlassen, und Hans Tychsen an seiner Stelle ernannt sey.

den 5ten fing man an zu ummarken.

den 15ten strandete wieder ein Schiff auf Knip mit Mauersteinen und einigen Kisten Thee beladen.

den 17ten war hier Auction auf beim Strande geborgene Sachen als: 90 holländische Käse 3, 4, 20, 26 u. 30 [Pfund] a Stück. 3 [.?.] 40to schwer, [.?.], altes Tauwerk und ebenes [?] Wrackholz.

den 25sten Auction auf Mauersteine von dem auf Knip gestrandeten Schiffe. Sie kosteten 7 bis 10$$ mit 1 Rbthlr. Zoll a 1000.

Christian Peters kaufte eine Jolle nebst Zubehör für 23$ und Michel Bertelsen ein Boot von Niel Glüng für 112$$.

den 27sten. Jetzt sind alle diejenigen, die Land in Nordmeede [?] haben beschäftigt, der Nordsee Grenzen zu setzen, weil es bei Risum fast ganz durchgebrochen ist.

 

April

 

den 24sten Schulprüfung in Nebel. Heute waren schon einige Kühe aus.

den 26sten wurde ein Versuch gemacht, Schellfische zu fangen.

 

May

 

den 6sten die meisten Kühe sind schon aus, es ist außerordentlich fruchtbar aber kalt dabei. Nanning Quedens, ein Jüngling von 26 Jahren, wurde 1834 Schiffscapitain von Hamburg.

den 21sten und 23sten hatten wir einen sehr fruchtbaren Regen.

den 24sten sank in der Nähe von Wittdün ein Ewer, der mit Roggen beladen war. V. Quedens rettete die Menschen. Auch ist das Fahrzeug samt dem Roggen geborgen.

den 29sten wurde der durchnässte Roggen öffentlich gegen baare Bezahlung verkauft. 5 Tonnen kosteten 8, 9 bis 10$$.

den 1sten wurde das den 15. März gestrandete Koffschiff öffentlich verkauft. Der Schiffer kaufte es für 300 Rbthlr.

Es sind bei Steenodde, bei Wittdün und an anderen Orten Observationsstangen errichtet worden um das Steigen und Fallen des Wassers zu beobachten.

 

Juli

 

den 28sten das meiste Heu ist schon geborgen.

Der Amtmann aus Ripen Graf Sponäck war hier.

 

August

 

den 6ten fing die Kornernte erst recht an.

den 8ten und 9ten hatten wir einen schweren Sturm, schon den 7ten fing es stark zu wehen an aus N.W. Wir hatten zugleich schwere Regengüsse, einige wollen sogar Hagel oder Eisstücke bemerkt haben. Der Roggen schlug [?] in Körner [?] ab und die Gerste [?] in Ähren und Körner. Es war zugleich ein hohes Wasser. Auch ist an den Halligen sehr viel Heu weggetrieben.

Hinrich R. Bohn verkaufte sein Haus für 280$$.

 

September

 

den 2ten kaufte H. Feddersen das Haus der Wittwe I. [od. J.?] Braren.

den 15ten Christian Peters baut sich anjetzo ein kleines Haus in Hag. Aus Mangel an Steinen hat er selbst Mauersteine aus grauem Ton oder Klei verfertigt und an der Sonne getrocknet.

 

Oktober

 

den 6ten Auction auf Franz Jensens Nachlaß. Das Haus kaufte die Wittwe Keike Wögens für 200$$.

den 14ten. Es ist in diesen Tagen ein Comet gesehen in W.

den 31sten wurde im Nebeler Schulhause eine Volksversammlung gehalten, die zum Zweck hatte, zu verhindern, daß kein Fremder sich hier über 2 1/2 Jahre aufhalten durfte.

 

November

 

den 2ten ging die Taxation des Armen- und Schulgeldes vor sich.

den 19ten hatten wir einen schweren Sturm.

Auch waren wir heute gemeinschaftlich im Norddorfer Schulhause und am vorigen Tage die Nebeler in ihrem versammelt wegen der Kaninchenpacht.

den 24ten Schulprüfung in Nebel.

 

Dezember

 

den 2ten wurden Matz Matzen und Keike Peters getraut.

den 23sten wurde H. Quedens jr. und Keike Girris getraut, er ist 28, sie ist 18 Jahre alt.

Im November sollen Nickels Christians und seine Gefährten auf einer Fahrt von England nach Hamburg geblieben sein.

den 29sten ein heftiger Sturm aus W. mit ziemlich hohem Wasser.

den 30sten des Nachmittags wurde man ein vor Anker liegendes Schiff gewahr, w. von Jung Nahmen. Man sah aber nur die Masten, der großen Entfernung wegen.

den 31sten machten bei starkem Froste Mehrere Versuche aus zu dem Schiff zu kommen, allein nur einem Einzigen gelang es, das Schiff zu erreichen (Marten Knudten und seinen Gefährten). Sie fanden es vor Anker, von der Mannschaft verlassen liegen. Man nahm 80 Theekisten und sonstige Kleinigkeiten von der Ladung ein, und kam glücklich damit an Land.

An demselben Tage wurde man durch Ferngläser gewahr, daß auf Seesand, wo die Baarke steht, mehrere Leute herumliefen und zugleich wurde man ein Schiffsboot gewahr und vermuthete, das es die Mannschaft des Schiffes sey. Zugleich machte man Anstalten, sie zu holen und ans Land zu bringen. Ein Fahrzeug wurde ausgerüstet und V. Quedens, der schon mehrere [?] Menschen das Leben gerettet hat, bestieg es mit seinen Gefährten. Sie kamen glücklich zu ihnen und fanden 12 Personen, noch alle am Leben, aber leidend von Frost, Hunger und Durst, und erfuhren von ihnen, daß sie die Mannschaft des dort liegenden Schiffes wären und Thee, Pflaumen und Wein geladen hatte. Unter ihnen war ein Amrumer Namens Cornelis Bohn.

Es sind in diesem Jahr 7 Personen gestorben, nämlich 6 Männlichen 1 Weiblichen Geschlechts und eine ist zur See geblieben.

 

 

1836

 

 

Januar

 

den 3ten starb Ingke Andresen, die von der Armenkasse unterhalten wurde.

Heute gelang es nach vielen vergeblichen Versuchen V. Quedens, M. Knudten und ihren Gefährten an Bord des Schiffes zu kommen, die Anker zu lichten und mit Hilfe eines Notruders sie einzubringen und

den 4ten gingen sie auf der Schmaltiefe vor Anker.

den 5ten fing man zu löschen an. Den 10ten war man mit Löschen fertig. Einen Teil der Ladung ließ man darin bleiben um es vor dem Umfallen zu schützen, auch brachte man heute das Schiff ein beim Gotel.

am 13ten wurde der Rest gelöscht.

den 20sten der Gerichtsdiener Jacob Thomsen kam hier aus um das rückständige Schul- und Armengeld einzufordern.

 

Februar

 

den 3ten wurden sie sich einig des geborgenen Schiffes wegen. Die Berger erhalten für das Schiff außer der Ladung 1500$$.

den 28sten. In diesen Tagen waren die Berger zusammen den Bergelohn zu accordieren, sie wurden sich aber nicht einig. Die Berger verlangten 60000$$ und der Comissar bot ihnen 9000$$.

 

März

 

den 1sten. Knudt Martens und Kresche Ariens wurden getraut.

den 2ten war Auction auf Peter Martinens Ländereien. Seine Schuldherrn trieben dazu.

Als besondere Merkwürdigkeit möchte die Wohlfeilheit der Butter angeführt werden. Sie kostet auf Föhr nur 3$ a Pfund.

den 11ten wurde Peter Martinen arrestiert, weil er Nahmen Peters Enten geschlachtet hatte.

 

März

 

den 12ten wurde es ausgemacht, daß die Berger für Aufbringen des Schiffes bis zum Lande 20000$$ bekämen.

den 20sten. Die Confirmation fand statt (Chr. Johannsen wurde auch confirmiert).

 

April

 

den 1sten geriet ein Engländer, der von [.?.] kam, nach Hamburg sollte, in Gefahr bei unseren Brandungen, war mit Zucker beladen. Unsere Amrumer befreiten es aus der Gefahr und brachten es ein bei Knip und a Hörn, allwo es ausgelöscht wird.

den 2ten wurde der Rest von P. Martinens Gütern verkauft. Matz Matzen kaufte das Haus für 461 1/2$$.

 

May

 

den 2ten wurde P. Martinen auf 2 Jahre nach dem Wiborger [?] Zuchthause verurteilt.

Auch wurde in diesem Monat der Bergelohn für die Ladung des Schiffes ausgeteilt. Marten Knudten uns seine Leute 7 zusammen bekamen jeder 772$$ aufs Loos und V. Quedens und seine Leute 8 zusammen jeder 604$$.

 

Juni

 

Der Bergelohn von dem englischen Schiff, der sich auf 10000$$ belief, wurde ausgeteilt. Die Strandvögte nahmen 1100$$ voraus, jeder Berger erhielt 123$$ 12$ aufs Loos. Das Hamburgische Schiff wurde verkauft. Numsen in Wyk kaufte es für 750$$.

Der Engländer nahm seine Ladung wieder ein und brachte sie selbst nach Hamburg.

 

August

 

Der Nachlaß von Nahmen Peters Wwe wurde verkauft. Jacob Engemann kaufte das Haus für 384$$.

 

September

 

In den letzten Tagen des Monats wurde das Norddorfer Schulhaus neu gedeckt.

Weil ich, Jürgen Jannen, 15 Wochen ärztliche Hilfe brauchte, war Christian Johannsen Schullehrer.

 

Oktober

 

Antje Jensen hat schon seit längerer Zeit den Arzt gebraucht und befindet sich jetzt in Wyk bei dem Arzt, weil sie venerisch ist. Das ganze Birk trägt die Kosten gemeinschaftlich.

den 25sten wurde V. Quedens jun. und Pina Martens wie auch Jacob Engemann und S. Gerrets getraut. Michel L. Bertelsen ward Postläufer.

den 27sten erleben wir die traurige Begebenheit, daß Gerret Christians Frau sich in der Nebeler Tränkekuhle ertrank. Sie war seit einiger Zeit schwermütig.

 

November

 

den 1sten wurde hier ein Jubelfest gefeiert, zum Andenken an die jetzt vor 300 Jahren in Dänemark eingeführte Reformation.

den 23sten war es ein Sturm aus Osten, von einem heftigen Schneegestöber begleitet. Man sah sich genötigt, die Schafe nach Hause zu holen.

 

Dezember

 

den 9ten kam hier ein spanischer Schoner ein, kam von London wohin er eine Ladung Wolle gebracht hatte, sollte nach Hamburg und ging unter Wittdün aud Sylt zu Anker.

Es wurden in dieser Zeit Planken, Diehlen und Balken am Strande gefunden, auch ist in diesen Tagen die Nachricht hier angekommen, daß Simon Peters aus Nebel von der Man Raa über Bord gefallen und ertrunken sey.

den 14ten wurden Cornelis Peters aus Norddorf und Keike Fink aus Süddorf getraut.

den 21sten lotste Matz Matzen das spanische Schiff wieder in See für 25$ und Gerret Christians bringt es nach Hamburg für ebensoviel.

den 23sten fing es mit N.W. Winde mit Heftigkeit zu frieren an, und hielt bei bis zum 1. Jan 1837.

 

 

1837

 

 

Januar

 

den 4ten wurde die Taxation des Armen- und Schulgeldes vorgenommen.

den 14ten ein heftiges Schneegestöber.

den 15ten ein Sturm aus N mit heftigem Frost und Schneegestöber, welches aber nur 1 Tag anhielt.

 

Februar

 

Eine schwächliche Zeit mit Schnupfen und Husten.

Jacob Lor. Engemann soll, weil er sich ungebührlich gegen den Strandvogt H. Quedens betrug, 5$ königl. Brüche und 5 Tage im Ar[r]est auf Föhr bei Wasser und Brod.

Und Drefs Johannen soll 2$ königl. Brüche und 5 Tage im Ar[r]esthause bei Wasser und Brod.

Knud Sönken, F. Jürgens, G. Riewerts, L.F. Jürgens, B. Gerrets und C. Broders mußten jeder 56$$ also zusammen 392 bezahlen, teils an die Amrumer Gemeindekasse, teils königl. Brüche, und Unkosten, weil sie beim Nachtlaufen an des Predigers Mettwürsten sich vergriffen.

den 11ten starb Thur Christians, Wittwe des 1835 verstorbenen Christian Jannen. Sie hinterläßt ein Vermögen an barem Gelde und Obligationen [von] 8800$$ außer ihrer Landwirtschaft und was dazugehört. Weil sie keine Kinder hat, so sind die Erben auf Amrum eine Halbschwester und ein Halbschwester Sohn von ihrer Seite. Ferner des Mannes Erben ein Bruder und ein Halbbruder, wohnhaft in Nyborg. Beide, auf jeder Seite erbten die Hälfte.

den 25ten kaufte Wilhelm Sass P. Jensen Haus für 425$$.

den 26sten fahren ungefähr 40 Personen von Amrum und Föhr mit T. Jensen nach Bremen und von da nach Grönland mit einem Bremer.

 

März

 

den 3ten kaufte M. Knudten ein Holländisches Fahrzeug in Wyk für 260$$. Er hat es selbst treibend in der Nordsee gefunden.

 

den 7ten erfuhren wir die traurige Nachricht, daß einer unseren besten Landsleute (meinem [?] C.J. guter Vater), ein Seemann, der viele Jahre, Jahr aus und Jahr ein als Obersteuermann gefahren hat, Johannes Christiansen genannt, von einer Sturzsee soll über Bord geworfen seyn, und auf diese Weise sein edles Leben verloren haben. Wir betrauern den Braven, weil wenige streben, ihm ähnlich zu werden.

den 15ten und 16ten der Nachlaß von C. Jensens Wwe verkauft.

den 19ten kam Antje Jensen couriert von Ripen nach Hause.

 

April

 

den 3ten. Abwechselnd mit Schnee und Frost.

den 4ten starkes Tauwetter mit Regen und Wind.

 

 

Fortsetzung C. Johannsen

 

1837

 

May

 

Den 3ten starb Jürgen Jannen, der das Vorhergehende sorgfältig aufgezeichnet, und von dem ich es abgeschrieben habe. Er starb an einem Geschwulst auf der Brust. So lange er lebte hatte er Gott und sein Wort vor Augen, und seit dem 6. April 1826 hatte er als Schullehrer in der Norddorfer Schule gearbeitet.

Er starb in einem Alter von 37 Jahren. 14 Tage vor seinem Ende, April den 22ten ließ er sich zu mir kommen und trug mir die Besorgung seiner Geschäfte in der Schule über, welche ich auch noch nachdem [?] Tode fortsetzte.

 

Juny

 

dieses Jahr ist ein sehr fruchtbares, wir haben Korn und Gras die Menge. Gott sey dafür kindlicher Dank.

 

July

 

die Grönlandfahrer kamen alle glücklich und wohlbehalten nach Hause.

 

August

 

Heu und Korn wieder gut geborgen.

 

September

 

den 16ten. Bis hieher verwaltete ich die Geschäfte des Nebenschullehrers an der Norddorfer Nebenschule. Am heutigen Tag aber zog ich nach Keitum, allwo ich Unterlehrer wurde. Die Norddorfer Schule wurde, bis sie mit einem Lehrer recht besetzt wird, Wilhelm R. Petersen übertragen.

Anfang September starb Göntje B. Urbans, und einige Tage nach ihrem Tode war Auction auf ihre Güter. Feddersen [?] verkaufte sie. H. Quedens kaufte das Haus für 1100$$, auch starb G.H. Quedens im Sept.

G.H. Simons ist Schulvorsteher an G.H. Quedens Stelle.

 

 

1838

 

 

Juny

 

den 4. Juni ist Peter Martinen aus dem Wyborger [?] Zuchthause zurückgekommen und logiert bei Peter Frödden.

Kerrin Martinen hat ihr Haus an W.R. Peters verkauft und es ist schon abgebrochen.

 

August

 

B. Nahmens hat das Haus der Metta Brodersen gekauft. R. Flor hat von H. Quedens das Haus des ehemaligen Schiffskapitäns B.D. Urbans gekauft. H. Quedens kaufte es für 1100$$ nach dem Tode der Wittwe, welches voriges Jahr im Sept. stattfand.

den 12ten reiste ich wieder nach Silt, nachdem ich am 8ten nach Amrum gekommen war. C. Paulsen setzte mich auf Hörnum an Land, ich bezahlte ihm für die Tour 2$$. Die Tour von Hörnum nach Keitum vollendete ich in 5 Stunden.

Der mehrjährige Postläufer Knudt Rörden ist diesen Sommer nach Uettersham gezogen, wohnt jetzt da mit seiner Frau und seinen Kindern. Das Haus, welches er in Nebel bewohnte, und H. Tychsen gehörig, bewohnt jetzt Peter Knudten, der das Schmieden bei N.N. Schmidt hieselbst gelernt hat. Er treibt Bäckerei und hat einen fremden Gesellen, der ihn darin unterrichtet.

Es regnet fast alle Tage, und man befürchtet, daß das Korn uns [.?.] wird.

 

August

 

den 27sten. Vor ungefähr 4 Wochen hatte man ein sehr starkes Hagelwetter auf Amrum an einem Sonntagnachmittag. Noch am andern Morgen lag der Hagel wie Schnee in den Gärten. Es waren große Stücke Eis, die vom Himmel fielen, sodaß mehrere Fenster in Norddorf eingeschlagen wurden. Dieser Hagel richtete aber keinen großen Schaden im Korn an.

Es sind bis jetzt noch keine Schiffe an den Strand oder auf die Sandbänke geraten.

Auch bekommen wir in diesen Tagen die traurige Nachricht, daß 2 Personen von Föhr auf einer Fahrt nach Husum ertrunken, nämlich von dem Segel über Bord geschlagen wären.

 

September

 

den 12ten. Aus den öffentlichen Blättern erfuhren wir die traurige Nachricht, daß auf einer Reise von New York nach Genua, die Matrosen, 5 an der Zahl, ihren Capitain über Bord geworfen, den Steuermann getötet und mehrere Pas[s]agiere in ein Boot geworfen und sie darin hatten treiben lassen. Die Pas[s]agiere wurden von einem Engländer geborgen, sie erzählten das, was vorgegangen war. Die Mörder, unter denen ein Föhringer Namens Cornelis Willems war, kommen mit dem Schiff nach dem Canal und sitzen jetzt in Emden gefangen und warten auf ihr Urteil.

den 16ten bin ich hier in Keitum 1 Jahr gewesen. Die Grönlandfahrer sind glücklich wieder angekommen.

B. Haulsen liegt noch krank in Hamburg. W.R.P. ist daher noch Schullehrer.

 

 

Liste über die Gestorbenen vom Dorfe Norddorf seit 1829/30

 

1. Christian Peters

2. Martin Sammen

3. Georg W. Eggers

4. Marret Martinen

5. Göntje Jungbohn

6. Tine Peters

7. Metina Peters

8. Jens Peter Bork

9. Franz Jensen

10. Martin Nahmens

11. Nahmen Nahmens

12. Brodine Peters (Mädchen)

13. Peter O. Nahmens

14. Christian Christians

15. Erk Jannen

16. Jung Ehlen Erken

17. Nickels Knudten

18. Erk Peters

19. Matje Peters

20. Ingke Simons

21. Jung Marret Frödden

22. Johann Sass

23. Inggardine Peters

24. Jürgen Jannen, Schullehrer in Norddorf

25. Ehlen Jannen

26. Metta Broders

27. Erich Bertelsen

28. Boy D. Urbans

29. Tücke Erken

30. sein Kind, noch ungetauft

31. Tücke B. Urbans

32. Thur Wögens, von Föhr, diente hier

33. G.H. Quedens sen.

34. G.H. Quedens jun.

35. Göntje Jensen

36. Johannes Christians

37. Helene Knudten

38. Tadt Ricklefs

39. Kresche Nahmens

40. Marret Erken

41. Mathey Oldis

42. Albert Jacobs, totgeborenes Kind

43. Wilhelm Sass

44. Marret Knudten

45. Knudt Girris

46. Chr. Jensen

47. Thur Christians

48. Ingke Peters

49. Tücke Peters

50. Sicke Knudten

51. Sophie Johannen

52. Albert Jacobs, Kind [.?.]

53. Jens Drefsen

54. ein totgeborenes Kind d. P. Jensen

55. Wehn Ricklef Flor

56. Peter Matzen

57. Erk Girris

58. Keike Matzen

59. Feder Girris

 

 

September

 

den 28sten. Die Vakanz der Norddorfer Schule war diese Woche im Husumer Blatt. Es hieß daselbst: Ein Seminarist wird für eine Schule von 20 Schülern auf Amrum gewünscht. Emolumente: 200$ S.H.C., Gräsung für 1 Kuh und Feuerung für eine Schulstube ohne Weiteres [?]. Bewerber wollen binnen 4 Wochen die Schulkom[m]ission Anzeige machen.

 

Oktober

 

Knudt Tückis ist in Port au Prince gestorben und begraben. Knudt Sönken soll eine Frau und 3 Kinder in New Orleans haben.

Für B. Haulsen wird auf der Kanzel gebeten, sein Tod ist ihm wohl nahe. Er ist zu Hause gekommen.

Peter Martinen wohnt jetzt bei Carsten Pauls.

 

November

 

den 18ten. B. Haulsen ist auf Amrum gestorben.

Carsten Jung Bohn liegt auf dem Hamburger Hospital weil er venerisch ist.

Johann Peter Gerrets wird auf [.?.] geblieben sein.

Nanning Quedens bekommt ein neues Schiff und ist nach Amrum zu seiner Mutter.

Carl Quedens isrt in Port au Prince gestorben.

 

Dezember

 

den 3ten. Schon wieder ein Jahr dahin. Unser jetziger König heißt Friedrich der VI und ist 71 Jahre alt. Der Bischoff heißt Tagemüller, der Probst Koch, der Prediger L.Fr. Mechlenburg, der Küster und Hauptlehrer C. Stuck, der Nebenschullehrer W.R. Petersen, der Bodenvogt [?] für Nebel und Süddorf ist Controlleur H. Feddersen, für Norddorf H. Quedens, welcher auch Strandvogt ist. Der Strandvogt in Nebel ist H. Tychsen. Der Birkvogt ist Oberkriegscom[m]issar Nielsen. Die Schulkom[m]ission besteht aus folgenden Männern: Schulpatron H. Tychsen, Schulvorsteher sind G.H. Simons und [kein Eintrag!].

Ewiger, dies Jahr kam von Dir gesegnet, und war mit Deinen Gaben erfüllt. Dank sey Dir, und Dir allein die Ehr.

 

 

1839

 

 

Januar

 

Am Strande bei Kampen ist ein Tjalk Schiff gestrandet, hat Zigarren u. d. gl. geladen, kam von Bremen und war bestimmt nach Antwerpen.

Auf Hörnum strandete ein Briggschiff. Ehe es aber die Sylter gewahr wurden, hatten die Amrumer den 5ten Teil der Ladung nach ihrer Insel gebracht. Das Schiff ist 160 Comerzlasten groß und hat Baumwolle und Tabak geladen. Das übrige von der Ladung wird nach Silt transportiert. Oberkriegskom[m]issar Nielsen und Landvogt Lassen haben scharf miteinander diskutiert und werden weiterhin proßessen [?]. Einige hiesige waren aus nach Hörnum um bei dem Schiffe zu arbeiten. 50 Amrumer waren da gewesen. Amrum war so von Mannschaft entblößt, daß man 3 Leichen, welche daselbst waren, nicht beerdigen konnte. Es herrscht daselbst eine ansteckende Krankheit. Die Leichen sind Sophie Johannsen, Christian Quedens und Simon G. Simons Tochter.

Die Masern haben stark auf Amrum grassiert.

 

Februar

 

den 11. feiern Willem Peters und K.B. Clement ihre Hochzeit.

Mine Cöster liegt an den Masern.

Boike Bohns Mutter ist auch tot.

 

 

 

Personenregister

 

Bertelsen, Michel Lauridsen (Michel Post) 27.11, 30.16.1, 93

Bohn, Oluf 30.21

Bonken, Bandix Friedrich 6.10, 22c.2, 30.8

Carstens, Boy 17.2

Clement, Edmund 100

Clement, Hulda Louise 9.3, 30.12

Clement, Knudt Jungbohn 3a, 7b.5, 9.3, 20a-c, 21, 24, 30.12, 30.19, 30.21, 100

Cöster, Rauert 30.18, 30.22

Drefsen, Jens 10.1

Drescher 91

Dring, Jan Sammen 3a

Erichsen, Friedrich (Fitje Iarken) 1, 26a u. b, 29,3

Flor Familie 7b.4

Flor, Boy Julius 31.5

Frödden, Tycho 17.2

Hanse 98.3

Hansen, Georg 94

Hinrichsen, Volkert 25

Howaldt, Heinz 30.17, 30.18, 30.19, 30.20, 30.21, 30.22, 104

Iarken, Nickels s. Nickels G. Ricklefs

Ide, Wilhelm 30.10

Ipsen, Nis 1, 29.10

Jachten, J.C.P. 89

Jannen Familie 14, 30.15

Jannen, Carl Theodor 32.2.1

Jannen, Cornelius 107

Jannen, Eiken geb. Johnen 6.4

Jannen, Friedrich Theodor 27.1, 31.1, 31.3, 31.4

Jannen, Helene 32.5

Jannen, Hinrich Emil 6.12

Jannen, Ida 31.1, 31.2, 31.3, 31.4, 32.1

Jannen, Jan Martin 32.2.1

Jannen, Jan Martin 6.4, 6.5, 31.7

Jannen, Johannes Christian 31.3, 31.4, 32.4, 108

Jannen, Jürgen 6.4, 16

Jannen, Kresche geb. Cöster 6.4, 6.5, 6,6, 31.7, 32.2.2

Jannen, Martin Simon 32.2.1

Jannen, Mattje 95

Jannen, Melitta Silwine geb. Hansen 31.4

Jens 20.19

Jensen, Hans 10.9

Jensen, Ulaw 11.2

Johansen, Christian 16, 19, 22a, 22c.2, 30.9

Johnen, Broder 97

Ketels, Cornelius 16

Knudten, Claudius Anton 88

Knudten, Marten 30.17

Knudten, Siegfried 31.5

Köster, Knud 17.2

Luth, Klara Helene 96

Lützen, Heinrich 30.19

Martens, Jürgen 22c.1

Martinen, Jan 7a.1

Martinen, Tücke 85, 86

Matzen, Carl Jacob 98.2

Mechlenburg, Christian Riese 17.4.5

Mechlenburg, Friedrich 7b.3

Mechlenburg, Lorenz Friedrich 6.5, 30.4, 30.9

Mechlenburg, Martin Gottlieb 96, 98.1, 98.2, 98.4, 98.5

Mechlenburg, Richard Friedrich 98.1

Meinerts-Petersen Familie 30.17

Nickelsen, Arfst 10.10

Nickelsen, Hark 11.2, 86

Olufs, Hark 1, 11.2, 29.11, 30.2, 86

Perido, Maria Dorothea geb. Tückis 96

Petersen, Clara Gerhardine 30.22

Posselt 97

Quedens Familie 7b.4, 92

Quedens, Bernhard 87

Quedens, Camilla Therese 30.1

Quedens, Carl 31.6, 105, 106, 107, 108

Quedens, Mina 92

Quedens, Philimina 90

Quedens, Piene geb. Jannen 31.6, 107, 108

Quedens, Tadt 30.20

Rickleffs 98.3

Ricklefs, Martin 105

Ricklefs, Nickels Georg 1

Rörden, Harke 17.2

Sammen, Antje 2b, 22a-c, 23a-c

Sammen, Ehlen geb. Peters 95

Schau, Anton 27.7

Schmidt, Julius 30.7

Simons, Georg Heinrich 7a.1

Tamsen, Wilhelm Johann Emil 6.6, 6.9

Tönissen, Bernhard 30,23

Tückis, Gerrt Arian 96

Witt, Namine 22c.4

Wögens, Gustav Dose 87

Wögens, Ilma geb. Quedens 87

Wögens, Knudt 7b.2

Wögens, Simon Wilhelm 87